Archiv für den Monat: Februar 2014

Minnesota, State One Act Festival…

Minnesota- sehr gewöhnungsbedürftig im Winter!

Mir wurde erzählt das sogar im deutschen Fernseher Nachrichten über die Rekord Kälte kam!
Tatsächlich war es hier kälter als auf dem Mars. Wir hatten für eine Woche Temperaturen um-50 Grad Celcius. Also geht man eigentlich nicht raus. Aber wenn man, wie ich, immer noch die Hühner füttern muss, muss man sich Millionen Lagen anziehen und sich rausquälen.
Wenn man kochendes Wasser hoch wirft gefriert es bevor es den Boden berührt, das ist schon ziemlich witzig!!

Die letzte Zeit hier war ziemlich ereignisreich aber auch sehr stressig.
Ich war Student Director in One Act.
One Act ist eine Theatercompetition bei der Schulen ein Theaterstück vorbereiten und dann gegeneinander antreten.
Es gibt bestimmte Richtlinien:
Das komplette Set muss in 10×10 feet passen und in 10 Minuten aufgebaut und abgebaut werden können
Das Stück darf nicht länger als 35 Minuten dauern und und und…

Unser Stück ist „And They Dance Real Slow in Jackson“ und es ist echt gut. Hier mal eine Zusammenfassung:

In Jackson, a small town in rural Indiana, Elizabeth Ann Willow lives with her father and mother. Crippled at birth with polio, Elizabeth Ann is confined to a wheelchair and must wear leg braces, which cuts her off from the other children and prevents her regular attendance at school. Although she tries to reach out and make friends, Elizabeth Ann is increasingly isolated from and then taunted by the others, whose small-town prejudices are reinforced by a polio scare, of which Elizabeth Ann is a chilling embodiment. Comprised of a brilliantly conceived mosaic of interlocking scenes which move back and forth in time, with four performers portraying a varied assortment of children and townspeople, the play captures not only the moving story of Elizabeth Ann’s inexorable descent into madness, but also the small-mindedness and unfeeling callousness of her fellow townspeople—whose fear of the unknown or abnormal makes them the unintentional agents of her destruction. Culminating in a chilling scene in which Elizabeth Ann’s leg braces are torn from her by a frenzied mob, the play becomes in the final essence a moving and poetically evocative plea for understanding and compassion in a world where prejudice and casual cruelty are too often the norm.
(http://www.dramatists.com/cgi-bin/db/single.asp?index=0&key=1200)

Wir haben um die vier Wochen trainier, dann waren schon SUb Sections.
Wir haben uns um 5 Uhr getroffen unser Set in den Truck geladen und sind zwei Stunden zu der Schule gefahren wo die SUb Sections stattfanden. Dann haben wir den Truck entladen, alle Kostüme in unseren Raum gebracht und angefangen uns vorzubereiten. Das heisst ich habe den Schauspielern mit ihrem Make Up geholfen. Sowohl Jungen als auch Mädchen bekommen Wings (Linien die man mit Eyeliner macht und die am Ende des Auges sind. Sie sollen das Auge größer machen), Rouge, Mascara und Lippenstift. Das nennt man Stage Make Up. Danach mussten alle ins Kostüm. Wir waren die zweite von acht Schule, das heisst ich bin ins Theater, weil ich ja nicht ein Schauspieler bin, sondern mehr so Assistentin des Direktors. Die Schauspieler haben dann das Set aufgebaut und aufgeführt. Ich war noch nie so nervös!
Dann haben sich alle umgezogen und wir haben für den Rest des Tages die anderen Schulen angeguckt.
Als dann alle Shows vorbei waren hat sich die Jury, aus drei leuten bestehend, beraten. Dann ist eine Frau auf die Bühne gekommen. Da der erste und zweite Platz weiterkommen, hat sie zuerst den zweiten Platz bekannt gegeben. Eine andere Schule. Dann hat sie den ersten Platz bekannt gegeben: And our first place at Sub Sections 7A is East Central High School“ Das war das beste Gefühl im Leben. Wir haben Medaillen bekommen und unseren Award. Und haben gefeiert.

Den darauffolgenden Samstag hatten wir dann die nächste Stufe: Sections an unserer eigenen Schule. Also mussten wir den Truck nicht laden oder entladen. Auch diesen Tag waren wir wieder früh. Dritter von Sechs. Wieder das Gleiche: Make Up, Kostüm, Set aufbauen und los… Es war die beste Performance die wir jemals hatten. Aber alle anderen Schulen waren auch toll! Also hieß es warten!
Am Nachmittag nach allen Shows und der Beratung der Jury kam unsere Direktorin, die Managerin dieser Veranstaltung, auf die Bühne. Bei Section rückt nur der erste Platz auf zu State, was das höchste ist das man erreichen kann. Der zweite Platz waren unsere größten Konkurrenten, Wir hielten alle unsere Hände und waren so nervös. Dann machte unsere Direktorin eine lange dramatische Pause und gab den ersten Platz bekannt: East Central High School. Wir gehen zu State.
Das war einer der besten Tage in meinem Leben. Am Montag hat uns die ganze Schule beglückwünscht!

Schon am Mittwoch Nachmittag sind wir dann mit gepackten Sachen für zwei Übernachtungen in die Hauptstadt von Minnesota gefahren und haben in einem Hotel übernachtet. Wir haben am pool geprobt und sind dann ins Bett. Am Donnerstag hatten die größeren Schulen ihre Shows und wir haben es angeguckt. Bei State gibt es übrigens nur Star oder nicht Star das heißt nicht 1. oder 2. Platz. Am Donnerstag Abend hatten wir unsere letzte Probe und sind früh ins Bett. Wir haben am nächsten Morgen das make Up im Hotel gemacht und sind los. Unsere Performance war toll und es war super, in so einem riesen Theater (Bühne eines Colleges) zu sein. Leider haben wir nicht gestarred aber bei State gild: Dabei Sein ist Alles! Es war eine echt tolle Erfahrung, die Leute bei One Act sind die besten, wir waren in einem Hotel, hatten echt viel Spaß, haben jeden Tag zweimal im Hotel gegessen. Es war genial!

SOnst ist in der letzten Zeit nicht wirklich viel passiert, weil ich so viel mit One Act zu tun hatte. Ich habe jetzt allerdings einen zweiten Englisch Kurs der echt Spaß macht und die schule wird stressiger, aber die Schule macht immer noch Spaß!

Bald wird dann schon wieder fürs Spring Play gecastet und ich werde mich wieder als Actor versuchen, auch werde ich mich wahrscheinlich am Sport versuchen. Entweder Track oder Softball. Ich tendiere mehr zu Track habe mich aber noch nicht ganz entschieden…

Im Winter gab es oft Höhen und Tiefen, weil der Winter echt ganz schön depriemierend aber es kommen immer schnell bessere Zeiten.

So viel aus meinem Lieblingsstaat MINNESOTA

One Act Subsection champs

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Navidad, Año Nuevo, Valparaiso y Los Jaivas!

¡Queridos lectores!

Die Zeit vergeht zu schnell, vor kurzem habe ich meine Freundin zur einmonatigen Sommerschule in Santiago verabschiedet und jetzt ist sie auch schon wieder zurück. Und auch ich bin gereist: Al Norte Chico, nach Valparaiso, Viña del Mar und auch wieder mal nach Los Andes, um die Familie zu besuchen. Aber erst einmal: Weihnachten und Neujahr in Chile.

Ende November kam ein Paket aus Deutschland an, mit drin einige dieser kleinen aufstelbaren, kartenartigen Adventskalender. Mit Aufklappbildchen. „Mama, du musst nicht so viele Adventskalender schicken, die haben hier sicherlich dieselben.“ hatte ich meiner Mutter etwa zwei Monate vorher gesagt. Falsch gedacht: Auf der Arbeit meines Vaters machte ich das Paket auf. „Das ist ja eine schöne Karte“ meinte mein Vater. „Ein Adventskalender.“ Ich wusste nicht, wie man „Advent“ auf Spanisch sagt, probierte es mit dem deutschen Wort. „Adviento“, meinte mein Vater. „Aber ihr seid doch gar keine Katholiken?“ Da hat er recht. Was hat das damit zu tun?, wunderte ich mich, und fand heraus, dass der Advent in Chile nur von Erzkatholiken gefeiert wird. Na dann…, dachte ich, und verpasste meinen Brüdern und besten Freuden Adventskalender. Mein älterer Bruder war der erste, und er fragte: „Was ist das?“ – „Ein Adventskalender.“ – „Was ist Advent?“ Ich war geplättet. Und diese Frage wurde mir häufig gestellt. Also, für nächstes Weihnachten: Ein Paket voller Adventskalender nach Chile! Für meine Familie übernahm ich dann etwas, dass meine deutsche Mutter jedes Jahr für mich macht: Ich bastelte selbst einen Adventskalender, mit deutschen Mitbringseln. Ich kam bis zum 13. Dezember mit meinen Geschenken, den Rest wollte ich aus chilenischen Kleinigkeiten zusammenbasteln, aber meinen Eltern gefiel der Adventskalender so sehr, dass sie die andere Hälfte für uns Kinder bestückten. Und mit meiner Mutter arrangierten wir einen Adventskranz… Ein bisschen hat sich die deutsche Tradition hier in Chile dann aber doch geändert: Die Adventskalender wurden abends aufgemacht, nicht morgens. Und da hab ich im Handumdrehen das Weihnachten meiner chilenischen Familie ein bisschen deutscher gemacht…

Der Weihnachtsbaum und die Lichterketten waren in den meisten chilenischen Häusern bereits am 3. Dezember angebracht. Wir selbst haben dieses Jahr ein bisschen gewartet, weil mein älterer Gastbruder bis Mitte Dezember auf Abschlussreise in Brasilien unterwegs war, er hat im November Cuarto Medio beendet und fängt jetzt im März an der Uni an. Am 15. Dezember also, einen Tag nach seiner Ankunft, wurde der Baum vom Dachboden geholt. Es ist ein schöner Baum, wenn auch aus drei Plastikteilen, wie eigentlich alle chilenischen Weihnachtsbäume. Unserer war grün und sah auch recht echt aus, aber es gibt auch weiße Modelle, und Nel, eine andere deutsche Austauschschülerin, feierte Weihnachten mit einem Holz- und Drahtbaum, wunderschön. Und ein Lehrer mit einem selbstgebastelten Wollbaum… Die Zweige wurden außeinandergefaltet, die blinkenden und bunten Lichterketten angebracht, und danach die Weihnachtsbaumanhänger, mit darunter auch ein paar, die ich aus Deutschland geschickt bekommen hatte. Heiligabend wurde wie auch in Deutschland mit einem festlichen Essen gefeiert, und um Mitternacht ging es dann ans Geschenkeauspacken. Mein „kleiner“ Bruder übernahm die Moderation, ich die Übergabe. „Das hier ist von… den Großeltern für… Kara.“ Ich packte aus, eine wunderschöne kurzärmelige Bluse mit Blumenmuster. Bedankte mich mit einem Kuss auf die Wange bei meinen Großeltern. Und weiter ging es, Geschenk für Geschenk. Es wurde viel Kleidung geschenkt, Sommerkleidung, schließlich ist Weihnachten in Chile im Hochsommer. Und dann war es auch schon vorbei, am nächsten Tag ein Familienausflug, und dann auch schon wieder normaler Alltag, meine Eltern mussten arbeiten. Einen zweiten Weihnachtstag gibt es in Chile nämlich leider nicht.

Ich muss zugeben, dass ich es schwer fand, und immer noch schwer finde, Weihnachten in Chile objektiv zu betrachten, mit dem „Nicht schlechter, nicht besser, nur anders“-Blick, den YFU (und vor meiner Abreise und vor Weihnachten auch meine Mutter) immer so betont hat. Es ist kompliziert, ein Fest, dass man seit der Kindheit mit Kälte, Dunkelheit, Kerzenlicht, familiärer Geborgenheit und ein bisschen Magie verbindet, so anders zu erleben. Und unmöglich, keinen Nostalgie-Anfall zu bekommen. Aber im Nachhinein kann ich sagen, dass es ein sehr schönes Weihnachten war, mit meiner geliebten zweiten Familie.

Neujahr ist hier auch sehr familiär, und natürlich – wir sind ja in Chile – unglaublich abergläubisch. In die Sektgläser zwölf Weintrauben, eine für jeden Monat, und beim Essen dieser Trauben: Für jede einen Wunsch. Einen Dollar in den Schuh, damit im nächsten Jahr das Geld nicht zu knapp wird, und um Mitternacht: Mit dem Koffer eine Runde ums Viertel drehen. Damit man im nächsten Jahr reisen kann. Die Sekunden werden im Fernsehen heruntergezählt, 45-44-43, die Spannung steigt, 33-32-31, 2014 naht, 14-13-12, ich lächle meinen „kleinen“ Bruder vor gespannter Freude an, 8-7-6, ich kann das breite Lächeln nicht unterdrücken, 3-2-1 und… 0, schon ist es vorbei. 2014 ist da, Papierschnipselböller abfeuern, eine Umarmung für jeden, die besten Wünsche, Anstoßen, Trauben essen. Ein kurzer Eintrag in Facebook, Feuerwerk in Santiago im Fernsehen, halb 2, wir gehen schlafen. Natürlich gibt es auch Silvesterparties, die allerdings erst nach Mitternacht anfangen, weil der Jahreswechsel Familiensache ist. Silvesterböller sind in Chile leider längst nicht so popular wie in Deutschland…

Und damit waren diese beiden großen Feste auch schon vorbei, und der Alltag kam zurück – Alltag 2014.

Mitte Januar reiste ich gemeinsam mit meinen beiden Brüdern nach Valparaiso, insgesamt verbrachten wir rund 24 Stunden im Bus. Längst nicht so anstrengend, wie es klingt: Der Trick ist, den langen Teil der Reise nachts zu verbringen… Zuerst ging es im Auto 3 Stunden nach Castro, von dort aus 16 Stunden im Bus nach Santiago, mit Warten, In-den-Bus-steigen und Im-Taxi-abgeholt-werden kamen wir drei Stunden später im Haus meiner Großeltern in Los Andes an, aßen zu Mittag, und setzten uns dann erneut in den Bus: Zweieinhalb Stunden nach Valparaiso. Vom angenehmen in den letzten Tagen sonnigen Sommer Chiloés (bei 20 °C waren Top und kurze Hose angesagt) reisten wir in eine tödliche Hitze: In Los Andes kamen wir in diesen Tagen etwa auf 30 °C, und es war einer der „frischeren“ Tage, in Valparaiso waren es dank Küstennähe nur etwa 25 °C. Und trotzdem viel zu warm.

Ich besuchte mit meinen Cousinen Valparaiso und Viña del Mar. Die beiden Städte sind sehr unterschiedlich, und wer beide gesehen hat, hat eine deutliche Meinung, welche der beiden schöner ist. Das hängt von der Persönlichkeit eines jeden einzelnen ab.

Viña del Mar, oder einfach kurz „Viña“, hat diesen magazinweißen Glanz. Eine Hauptstraße mit hohen weißen Häusern, gesäumt von Palmen. Renovierte, ordentliche Wohnhäuser, zwei Malls, verbunden durch eine verglaste Brücke über der Hauptstraße, mit einem roten Vorplatz. Die Straße führt zum Strand, Sandstrand mit blauem Meer, am Saum der Treppe ein kleiner Markt, eine „Feria“, mit Rucksäcken, Strähnchen zum Reinflechten, Strandkleidung, Armbändern und anderer Schmuck. Saftig grüne Grasflächen, ich habe keinen Schimmer, wie die so grün bleiben bei der starken und durchgehenden Sonneneinstrahlung. Viña ist sauber, turistisch, angenehm europäisch… und unpersönlich.

Valparaiso ist ein Wimmelbild. Der Flohmarkt in der Nähe der Plaza O’Higgins ist ein Anfang, da gibt es Kleidung, Bücher, Raritäten, alten Kram. Die Häuser im Zentrum von Valparaiso haben Alterungszeichen: schwarze Flecken, Risse in der Fassade, verbleichte Farben. Namenszüge auf den Sockeln. Vom Zentrum aus erreicht man die sieben Hügel mit ruckelnden Aufzügen, für 100 oder 300 Pesos, abhängig vom Hügel, pro Person. Im Nachhinein wurde ich von meiner Mutter erinnert, dass ein Ministerium oder die Botschaft, so genau erinnere ich mich da jetzt nicht mehr, jedenfalls eine deutsche Institution, vor diesen Aufzügen warnt, weil die Sicherheitsbestimmungen nicht allzu genau eingehalten werden. Also, wenn ihr irgendwann einmal vor der Entscheidung stehen solltet, in einen dieser Aufzüge zu steigen, denkt daran… Auf den Hügeln Valparaisos fäng eine bezaubernde, verwinkelte, bunte Welt an: Die bunten Häuser Valparaisos, jeder Fleck verfügbarer Mauer mit bunten Bildern bemalt oder besprüht, und alle paar Meter ein kleiner Laden, mit Kunst, Büchern, Kunsthandwerk, Kleinigkeiten, Musik. Valparaiso ist zum Langsamgehen, zum In-die-Seitenstraßen-schauen. In Valparaiso kann man sich ohne Karte verirren, ohne sich wirklich zu verlieren, weil man einfach runter in Richtung Hafen geht und wieder genau weiß, wo man ist.  Und deswegen sollte man seine Zeit nicht mit Suchen verschwenden, sondern einfach nur mit Gucken verbingen. Ich habe Valparaiso genossen und kann ganz und gar entschieden sagen: Ich mochte Valparaiso deutlich lieber als Viña. Auch wenn es ein bisschen schmutziger ist als Viña, weniger gepflegt. Eine Anekdote: Nicht wie in den anderen Städten Chiles gibt es in Valparaiso viele Straßenhunde, sondern viele Straßenkatzen. Valparaiso nennt man sogar „Stadt der Katzen“ und es gibt viel „Kunst mit Katzen“ ;D

Wieder zurück in Quellón begrüßte uns der Regen. Auf Chiloé gibt es Regen mit grauen Wolken, Schauer mit grauen Wolken, Tröpfeln mit grauen Woken und – mein Lieblingswetter – Regen mit Sonne und dunkelgrauen Wolken. Das  gibt der Natur ein mystisches Licht, der dunkle Himmerl und das sonnig beschienene Grün, die Farbintensität. Valparaiso ist wunderschön und bezaubernd, aber Chiloé… Chiloé ist magisch.

Vergangenen Mittwoch hatte ich das Glück, ein Konzert der Jaivas in Chonchi zu erleben, mit freiem Eintritt. Bei einer so großen, jetzt 50 Jahre alten Gruppe von großen Musikern ist das unglaublich… Denn Chonchi liegt nur zwei Stunden von Quellón entfernt, auf Chiloé. Eine Stunde vorher waren wir da, reservierten Plätze vor der Bühne, draußen natürlich. Aßen Papas Fritas und warteten. Nach der „Vorband“ – zwei Musiker aus Chonchi – und einem von allen mitgesungenem – auch von mir, die ich stolz sagen kann, dass ich den gesamten  Text kann – „Lamento Boliviano“ bestiegen die Jaivas die Bühne. Sieben Musiker; Keybord, Schlagzeug, Gitarre, Bass, Didgeridoo, Flöte, Percussion, Stimme, und andere Instrumente; ein großartiges Konzert. Mitten im zweiten Lied begann es, in Strömen zu regnen, aber das machte niemandem etwas aus, wir hüpften trotzdem, schrien trotzdem, tanzten trotzdem, klatschen trotzdem zu Musik aus 50 Jahren Geschichte der Jaivas, wenn auch tropfnass bis zum Schluss. Mama, freu dich schon mal auf die zweistündige Videoaufzeichnung, die du dir zu Hause wirst reinziehen müssen… wenn sie auch ein bisschen wacklig sein mag von Zeit zu Zeit. Es war ein unglaublich emotionales Konzert, und ich bin wirklich glücklich und dankbar, dass ich die Jaivas live erleben durfte.

Bis gestern hatten wir hier in Quellón Besuch von einer Gruppe Scouts aus Melipilla, mit denen wir als Avanzada der Gruppe Paicavi Quellón campen gegenagen sind, in Chaiguao, wenn auch nur für zwei Nächte. Scout zu sein, ist eine tolle Erfahrung, und an alle YFUler: Die Energizer sind allesamt Scoutspiele. Wer also auf den YFU-Vorbereitungstagungen die Energizer lieb gewonnen hat, sollte Scout werden: Da gibt es dieselben und mehr und mehr und mehr. Stundenlang laufen wir im Kreis herum ;D

Und das war auch schon wieder mein Bericht, liebe Grüße an alle!

Kara