Archiv für den Monat: Dezember 2013

So viel passiert- Cape Town, Gastfamilienwechsel und mehr!

Hallo ihr lieben im wohl ziemlich kalten Deutschland!

Seit meinem letztem Eintrag ist hier in Südafrika wieder einiges passiert.
Ich habe meine Gastfamilie „gewechselt“ (ich bin ausgezogen und lebe im Moment eher provisorisch bei einer sehr lieben YFU-Mitarbeiterin, dazu später mehr!). Der Grund ist für manche vielleicht nicht leicht zu verstehen, aber ich wollte noch einmal von vorne anfangen und selbst probieren Dinge besser zu machen. Auch nachdem zu Hause in Deutschland viel passiert ist, habe ich das einfach für nötig gehalten. Es ist zwar traurig, dass ich meine Gasfamilie, besonders meine Gastschwester, verlassen habe, aber wir haben nach wie vor sehr guten Kontakt zu einander und ich plane bald mal vorbeizuschauen. Schade ist es auch wegen meiner Schule und den Freunden, von denen ich nicht die Möglichkeit hatte mich zu verabschieden, aber das hole ich definitiv nach! Danach habe ich für ein paar Tage bei meiner Kontaktperson und ihrem Mann, die auch in Joburg lebt gewohnt, die mir auch super mit allem geholfen hat. Nebenbei, für alle die überlegen mit YFU ins Ausland gehen kann ich nur sagen, dass alle ATS mit denen ich gesprochen habe sich sehr gut betreut und nie alleine fühlen, was echt wichtig ist! Danach stand auch schon fast die Cape Town Tour an, also bin ich für die nächsten 2 Nächte zu der selben YFU-Mitarbeiterin gegangen, wo ich auch jetzt bin. Hier leben noch drei weiter YFU-Leute, eine ATS aus Belgien und 2 Interns aus Argentinien und Schweden. Donnerstags sind die ersten anderen ATS aus SA angekommen, die sonst keine Möglichkeit hatten zum Bus zu kommen.
Wir haben Karten gespielt, Koffer gepackt und waren alle sehr aufgeregt auf Cape Town und unsere Freunde, die teilweise erst am morgen als der Bus gekommen ist gekommen sind oder die wir auf dem Weg in Joburg abgeholt haben.

Und dann ging es los…..

Cape Town here we come!

Da wir soooooooo viel gemacht haben, werde ich versuchen alles knapp zu fassen und in ein bis zwei Sätzen zu erklären 🙂

Tag 1: 

  • Treffen um 4 Uhr in Pretoria, alle begrüßen und freuen sich weiterzusehen, von GF’s verabschieden, in Richtung Joburg losfahren
  • gegen 5 Uhr in Joburg, andere ATS treffen, noch mehr freuen sich wiederzusehen
  • den gaaaaaaanzen Tag Bus fahren, Pipi-Pausen machen, Film gucken, quatschen, schlafen
  • gegen 22 Uhr super müde im „Backpackers Paradise“ angekommen, wer wollte Abend essen und nur noch schlafen! (Btw: nach ca. 15 Stunden Busfahrt sind wir noch nicht in Cape Town)

Tag 2:

  • super lecker frühstücken (Obstsalat mit Müsli und Jogurt), Koffer in Bus packen, weiter fahren
  • Kangoo Caves (so was wie ne Tropfsteinhöhle) im mitten wunderschöner Berglandschaft, es was echt atemberaubend: in der Höhle und draußen! 
  • Straußenfarm: hier haben wir viel interessantes über die Riesenvögel gelernt, habe drauf gesessen und 5 von uns durften sogar reiten! Das war ein Spaß! 🙂
  • am Abend sind wir in Tzizikama angekommen, wo wir in Comfort-Zelten geschlafen haben, echt cool! 

Tag 3:

  • Canopy Tour durch den Tzizikama Forest, ist eigentlich vergleichbar mit einem Hochselgarten, man slidet von einem Baum zum nächsten in 30 m Höhe, das längste war 91 m!
  • Dann durften wir uns 2 von 3 Aktivitäten aussuchen die wir machen wollten:
  1. Elefants 
  2. Cats
  3. Monkeys
  • ich habe mich für Elefants and Cats entschieden. ERst sind wir bei den Elefanten gewesen. Wir durften sie führen, haben dann in Pärchen eine „Elefanten Inspektion“ bekommen und durften sie am Ende noch füttern. Für mich eines der schönsten Erinnerungen der gesamten Cape Town Tour, einfach wunderschön!
  • danach sind wir zu den Cats gefahren. Eigentlich mit einem Zoo für Raubkatzen vergleichbar. Wir durften sogar in einige Käfige hineingehen, wenn man die Sicherheitsregeln befolgt. Das war echt spannend und ich war doch etwas nervös, aber trotzdem unvergesslich.

Tag 4:

  • am Morgen haben wir unsere Zelte ausgeräumt, gefrühstückt und sind dann Richtung Cape Town gestartet. Auf dem Weg haben wir am größten Baum Südafrikas gehalten, der echt massig ist. Später haben wir noch einen Stopp am höchsten Bunge Jumping der Welt gemacht, wo wir leider nicht selbst springen durften.
  • Abends sind wir in einem sehr religiösen Hostel mit super lieben Hostess/innen angekommen, unser Heim für die nächsten paar Tage in Cape Town.

Tag 5:

  • Morgens haben wir am Strand Teamspiele gemacht, die echt super lustig waren. Es hat zwar ziemlich stark geregnet und am Ende waren alle nass und sandig und am frieren, doch die Stimmung war (wie immer mit YFU) super. Wir waren bei gefühlten -100°C Wassertemperatur sogar „schwimmen“
  • Mittags sind wir mit einem Boot zu Sealisland gefahren, mit einem Speedboot, das hat bei starkem Wellengang echt super Spaß gemacht

Tag 6:

  • Morgens waren wir im „Two Oceans Aquarium“ in Cape Town, wo wir eine Führung hatten, doch nach einiger Zeit wurde die Gruppe immer kleiner und viele haben das Aquarium auf eigene Faust erkundigt.
  • Dann haben wir uns in Gruppen aufgeteilt, jeder hat 100 Rand bekommen (ca.8,50 Euro) und einen Hop on- Hop off- Bus Ticket und wir durften alleine durch Cape Town fahren und aussteigen wo wir wollten. Wir haben uns für das Südafrikanische Museum, den Strand ( super schön, aber so windig, dass wir direkt weiter gefahren sind) und Waterfront Shopping Mall (Puh, so teuer!) entschieden. 

Tag 7:

  • WOW was für ein Tag: heute ist Nikolaus ( was hier in SA niemand richtig feiert) und NELSON MANDELAS TODESTAG
  • unsere Pläne für den Tag: Parlament und Robben Island, das passt ja super! Alle waren am morgen super aufgeregt, was passieren wird wegen Mandelas Tod und ob wir überhaupt die Aktivitäten machen können, doch erstaunlicherweise, hat man kaum vermerkt, dass Mandela tot ist. Nur die Flaggen hingen auf halbmast. 
  • Robben Island war sehr interessant und was ich besonders gut finde ist, dass die Führungen von ehemaligen Insassen gehalten werden, die einem einen viel besseren Eindruck geben können. 
  • Dann hatten wir noch eine Führung durch das Ajax Cape Town Soccer Stadium, wo wir am Abend noch ein Spiel sehen durften, das war aber optional und wurde kurzfristig von unserem sehr netten Guide Riaan organisiert.
    Am Abend habe ich noch mit meiner Mutter telefoniert, die 50 geworden ist. Alles Gute Mutti! 🙂

Tag 8:

  • morgens sind wir zum Table Mountain gefahren, wo wir dann mit der Seilbahn hochgefahren sind.  Die Aussicht ist super und es wäre toll gewesen, wenn wir etwas mehr Zeit gehabt hätten, aber auch so war es unvergesslich!  Danach sind wir zum Cape Point gefahren, wo es sehr sehr sehr windig ist! Es war unglaublich, den Wind auf der Haut zu spüren und einfach so eine tolle Aussicht zu haben. In solchen Momenten verstehe ich und bin ich dankbar, dass ich Südafrika als Zielland gewählt habe.
    Von dort sind wir dann zum Kap der guten Hoffnung gelaufen, wo es noch mal einiges windiger war. Wenn man lief, musste man sich immer irgendwo festhalten, damit der Wind einem nicht die Füße wegzieht.
  • Am Abend haben wir die Aussicht auf Cape Town bei Nacht vom Signal Turm genossen und sind später in kleineren Gruppen durch den Hafen von CT gelaufen, wo ich mit ein paar Freunden was in einem der kleinen und sehr schönen (und schön teuer :-D) Restaurants getrunken haben.

Tag 9 und 10:

  • wir sind zurück Richtung Pretoria gefahren, haben eine Übernachtung in einem Hostel gemacht und durften an Tag 9 morgens noch entweder zum Strand oder in die Mall gehen und sind am Mittag in einen Freizeitpark gegangen. Die Fahrt war zwar lang, aber mir kam es schneller vor als auf der Hinfahrt. Ich bin so glücklich, dass ich in Cape Town gewesen sein durfte und so viel tolles mit so viel tollen Menschen erleben durfte, es war wirklich super! 

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Die letzten 10 Tage war ich in Limpopo/Polokwane bei einer GF zur Probezeit. Die Gastschwester ist eine Schulfreundin einer anderen ATS und sie haben sich als GF gemeldet. Ich bin sehr glücklich die Familie kennen gelernt zu haben, da sie sehr nett sind, doch mit dieser Familie habe ich auch die Seite von einer weißen Familie, die nicht gut auf schwarze zu sprechen ist kennengelernt. Für mich ist es sehr schwer in solch einer Familie zu leben, einfach weil ich komplett anderer Meinung bin und ich hier in SA hauptsächlich schwarze Freunde habe. Für mich ist der Charakter einer Person entscheidend und nicht die Hautfarbe und es gibt gut und böse überall auf der Welt. Was passieren wird zeigt die Zukunft.

Habt einen schönen Freitag Abend und ein gutes WO-Ende!
Eure Lea

Erste Unterkunft

Erste Unterkunft

Verkehr, Erdbeben und die Vorweihnachtszeit

Seit meinem letzten Eintrag ist schon ein bisschen Zeit vergangen und ich dachte, vielleicht schreibe ich mal wieder ein bisschen über die Geschehenisse.

Ich hoffe, ihr genießt alle die Weihnachtszeit zu Hause in Deutschland, hier ist es nämlich sehr unweihnachtlich. Zwar geben sich die Ecuadorianer allergrößte Mühe beim Schmücken, selbst der Bürgermeister lässt in der Stadt riesige Weihnachtsengel aufhängen, aber bei über 30°C fällt es doch schwer, in Weihnachtsstimmung zu geraten. Hier gibt es nämlich auch keinen Nikolaus, keinen Adventskalender, kein Plätzchenbacken und keine Adventssonntage. Trotzdem haben die Ecuadorianer genauso viel Stress beim Geschenke kaufen, Festessen vorbereiten usw. Ich bin gespannt auf die Weihnachtstage, aber freue mich auch schon sehr, nächstes Jahr wieder bei kalten Temperaturen Kakao zu schlürfen und jeden Tag ein Türchen aufzumachen.

Vor einigen Wochen saß ich morgens ganz normal in meinem Zimmer, als plötzlich alles anfing, zu wackeln. Es gab ein kurzes Erdbeben, allerdings nur sehr schwach und es war auch schnell wieder vorbei. Etwas unheimlich war es trotzdem.

Vor kurzem war ich mit meiner Gastfamilie in Guayaquil, der größten (und gefährlichsten) Stadt Ecuadors. Wir fuhren 3 Stunden mit dem Auto hin, gingen dort in eine riesige Mall, Weihnachts-Schnäppchen kaufen, übernachteten in einem Hotel, besuchten am nächsten Tag noch eine weitere, noch größere Mall und fuhren wieder zurück. Immerhin kamen wir auf der Rückfahrt am Malecón vorbei, einer Art Promenade am Guayas-Fluss. Ich hatte gehofft, dass ich vielleicht ein bisschen von der Stadt zu sehen bekäme, aber zum Glück werde ich im Januar noch einmal nach Guayaquil fahren.

Der Verkehr ist überhaupt so eine Sache hier. Ich würde ihn als sehr unterschiedlich zu Deutschland beschreiben. Mittlerweile fahre ich öfter mal mit dem Bus. Davon wird manchmal abgeraten, weil es etwas gefährlicher ist, aber tagsüber hält sich die Gefahr in Grenzen. Man geht zu irgendeiner Station und wartet, bis der Bus kommt, was nie länger als eine Minute dauert, dann steigt man ein, bezahlt 25ct und kann so lange herumfahren, wie man möchte. Für Schüler in Schuluniform kostet die Fahrt sogar nur 15ct. Ab und zu steigen Verkäufer in den Bus ein, wollen Bonbons, Lollis oder Kekse verkaufen. Einmal stieg sogar ein junger Mann mit einem Verstärker ein und rappte eine Weile. Dies geschieht natürlich mit dem Motiv, Geld zu verdienen, denn nicht alle hier sind wirtschaftlich so gut dran wie meine Gastfamilie. Zwar muss man sich Ecuador nicht als furchtbar armes Land ohne Strom und Wasser vorstellen, aber es gibt schon viele ärmere Gegenden, in denen das Leben sehr einfach ist und die Menschen froh sind, über jeden Dollar, den sie sich irgendwie verdienen können.
Die Alternative zum Bus ist das Taxi und das wird hier wirklich viel genutzt. Es ist im Vergleich zu Deutschland spottbillig und immer sofort verfügbar, daher ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel. Aber auch hier sollte man darauf achten, sich nicht allein in ein Taxi zu begeben und die Taxis zu bevorzugen, die mit Kameras und einem Notfallknopf von der Regierung ausgestattet sind. Laufen und Fahrrad fahren gehört nicht unbedingt zu den Arten, sich fortzubewegen. Fahrrad fahren ist hier aufgrund nicht vorhandener Fahrradwege und einem ziemlich unübersichtlichen Autoverkehr unglaublich gefährlich. Verkehrsregeln, Ampeln und Schilder gibt es zwar und sie werden auch ab und zu beachtet, manchmal werden sie aber auch eher als „Empfehlungen“ angesehen und großzügig übergangen, sodass man, falls man doch mal zu Fuß unterwegs ist, sehr aufpassen sollte. Auch für kurze Wege wird bevorzugt ein motorisiertes Gefährt genutzt. Übrigens gilt auch hier: Führerschein ab 18, aber die meisten lernen das Autofahren schon wesentlich eher und es wird auch nicht groß darauf geachtet, ob jemand mit oder ohne Führerschein fährt. Mir wurde sogar erzählt, dass, wenn man ohne Führerschein unterwegs ist, nur eine Strafe von $5-10 bekommt und das wars. Angeschnallt ist man sowieso nie unterwegs und auf Pick-Ups fahren meistens hinten auf der Ladefläche noch ein paar Leute mit.

Letztens gab es in meiner Schule übrigens einen sogenannten „mañana cultural“ (kulturellen Morgen). Zu diesem Zweck sollten zwei Freunde von mir und ich vor der gesamten Schule vorsingen, auf Englisch. Wir sangen „Count on me“ von Bruno Mars, denn eben jener ist extrem bekannt und beliebt hier und schließlich sollten die Leute das Lied kennen. Es war aufregend und hat Spaß gemacht und es haben alle sehr laut applaudiert, was uns natürlich stolz gemacht hat. Danach gab es eine Schönheitsköniginnenwahl. Es traten 5 Mädchen an, die jeweils eine traditionelle Tracht des Landes trugen und mit einigen Informationen die jeweilige Region präsentierten. Es waren sehr interessante Kleidungsstücke dabei, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Die Teilnehmerinnen waren übrigens alle aus meinem Jahrgang.

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Anschließens tanzten die jüngeren Jahrgänge noch traditionelle Tänze vor, insgesamt bildeten diese Beiträge also eher den kulturellen Teil der Veranstaltung als unser Sing-Auftritt.

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Ich bin jetzt 4 Monate hier und kann glaube ich mittlerweile sagen, das Land ganz gut zu kennen, zumindest die grundlegenden Dinge. Mir fällt jeden Tag auf, wie unterschiedlich Ecuador und Deutschland sind, das mir Vieles hier sehr gut gefällt und ich andere Dinge in Deutschland absolut zu schätzen weiß. Und auch wenn es manchmal nicht ganz so leicht ist, lohnt es sich wirklich, diese Erfahrung zu machen und ich bin froh, diese Chance zu haben.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich erstmal und wünsche frohe Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2014!
Ganz liebe Grüße,
Maria

PS: Weil vermehrt der Wunsch aufgekommen ist, gibt es jetzt noch ein Foto von mir in Schuluniform. Freut euch einfach, dass ihr anziehen könnt, was ihr wollt.

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Praça,Drogen,Nutella…

Hey ihr Süßen,

wie ihr sicherlich schon an meiner Überschrift erkennen könnt (oder auch nicht?) setze ich jetzt den letzten Blogeintrag fort, da es wirklich noch einige Sachen gibt,die total verschieden sind.
Bevor ich anfange möchte ich aber klarstellen, dass ich NICHT umgezogen bin! Vom Strand in die Stadt oder was auch immer (Liebe Grüße an Olli!), da das anscheinend irgendwie bei meinen Freunden in Deutschland die Runde macht haha. Ich lebe immer noch in meiner Stadt am Strand – Punkt! 😀 Und ich lebe immer noch in meiner wundervollen Familie, die ich wirklich schon unheimlich in mein Herz geschlossen habe und die mein Leben hier unheimlich bereichern

Und ich möchte noch sagen,dass einige Punkte vielleicht negativ klingen, aber das ist wahrscheinlich einfach so, da es einfach komplett anders im Bezug auf Deutschland ist und man das an sich vom Prinzip her nicht direkt vergleichen kann, da Deutschland und Brasilien von Grund auf verschieden sind!

Puh,wo fange ich an…
Letztens war ich mit meinem Freunden im Supermarkt um ein „paar“ Sachen zu kaufen,da wir alle bei Bea schlafen und ja,da gab’s schon einige „Oha-Erlebnisse“. Zuerst einmal muss man nirgends in den Einkaufswagen nen Chip oder sowas reinstecken,kann sie sich also einfach nehmen (find ich gut!) und dementsprechend ist es vielen Leuten aber auch egal, wenn sie ihren Einkaufswagen mitten auf dem Parkplatz stehen lassen. Dann sind wir so durch die Reihen gegangen und verdammt,der größte Albtraum überhaupt…ein kleines Glas Nutella für 13 Reais (das sind um die 5 Euro) – ich hätte wirklich heulen können! Also Nutella und Marmelade sind hier wirklich extrem teuer, richtig richtig schade, da es hier echt geile Sorten von Marmelade gibt. Ich habe mir aber dann doch schweren Herzens eine mit Creme de Leite (Milchcreme) und Goiaba geholt,ich musste es einfach probieren und verdammt das Zeug ist einfach mal der Wahnsinn! Ich könnt das den ganzen Tag essen haha. Ich liebe Goiaba!

Dann noch ein wirklich gravierender Unterschied zu Deuschland : die Fleischtheke. In Deutschland ist es ja so, dass man zur Theke geht und den Mitarbeitern sagt,was und wie viel man haben möchte, hier hingegen ist Selbstbedienung angesagt, sprich jeder kann sich was und wie viel er möchte nehmen & es liegt offen da. Kein Kommentar dazu, jeder kann sich die positiven und negativen Seiten denken haha
Außerdem habe ich nirgendwo kleine Trinkflaschen gesehen, dafür aber viel mehr Getränkedosen als bei uns. Das Selbe war auch schon in der Schule in der „Kantine“, dass es oft nur Dosen gibt und das einzige was es in der Flasche gab war Wasser und dann nebenher halt noch Trinkpäckchen mit Saft, gewöhnungsbedürftig aber ist halt so,wa.

Hingegen nun ein echt positiver Fakt : Es wird für einen eingepackt. Man muss also an der Kasse nur seinen ganzen Kram auf ähm wie nennt man das? Die „Ladefläche“ (ich hoffe ihr wisst was ich meine, ich hab grad voll das Wort vergessen) packen, dann scannt es der Kassierer wie immer und am Ende steht ein anderer Mitarbeiter mit einer kleinen Tasche wo Tüten drin sind & packt den ganzen Kram ein und wenn es viel ist,wird sogar ein Karton geholt – uh lálá 😀 haha, aber das ist echt cool.

Aber dann beim Bezahlen kommt schon wieder ein kleiner Umgewöhnungspunkt, zumindest was das Geld angeht. Es gibt hier 1-„Cent“,5-„Cent“,10-„Cent“,25-„Cent“,50-„Cent“ und 1 Reais-Münzen (2 Reais ist hier ein Schein!) und das fand ich an sich ja schon echt verwirrend,aber noch verwirrender ist,dass es die 10-Centstücke,die 50-Centstücke und die 25-Centstücke in verschiedenen Größen und Dicken gibt – ich mein Hallo? :D. Aber an sich finde ich zumindest die Geldscheine viel schöner als bei uns

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(Emil aus Dänemark,Grace aus den USA,Stallen & Bruno von hier)
etzt komme ich zum Praça,wobei ich nicht wirklich weiß wie ich das erklären soll,denn an sich ist es wirklich nur ein Platz. wo ich öfters mit meinen Freunden zum Pastel-Essen oder Milchshake trinken hingehe (Ich liebe die Milchshakes hier!), nur leider wird in den Milchshake-Store der Milchshake nicht von der Kassiererin sofort gemacht (aber verständlich bei zich verschiedenen Sorten),sondern man bekommt einen Chip mit einer Nummer und sobald es piept und die Nummer auf der Anzeige steht,kann man seinen Milchshake abholen.

 Gleich dort gelegen ist auch BOB’S (ein Fast-Food-Restaurant, so ähnlich wie McDonalds) und genau hinter BOB’s ist ein Skaterpark. An sich ist es ja echt cool, jedoch ist der Skaterpark wie so oft mehr ein Ort zum Drogendealen/Drogenkonsum und deshalb finde ich es persönlich echt krass,wenn manche Eltern hier ihre Töchter, die vielleicht so 12-13 Jahre alt sind im kurzem Minilederrock und High-Heels dort ihren Abend verbringen zu lassen, aber das muss wohl jeder selbst entscheiden.
Durch die Tatsache, dass sich dort so viele Menschen aufhalten kam es bis jetzt jedes Mal als ich da war (und ich war wirklich relativ oft da) dazu, dass Leute ankamen und nach Geld gefragt haben. Hierbei haben sie die unterschiedlichsten Geschichten wie zum Beispiel das Helfen bei einer Anti-Drogen-Kampagne (wo man ein Aufklärungsheftchen für 4 Reais kaufen kann), der eine Mann hat Geld für einen Urin-Beutel gebraucht,da er nicht mehr richtig pullern kann, die nächsten wollen Sticker verkaufen und damit armen Kindern helfen und andere stellen sich einfach neben dich,erzählen dir wie wenig sie haben und wie dringend sie das Geld brauchen. Ich habe wirklich immer noch Mitleid mit den Menschen, aber man muss immer im Hinterkopf behalten, dass wirklich 99% das erhaltene Geld sofort wieder gegen Drogen eintauschen und meine Schwester hat mir erzählt,dass sie einem Mann mal etwas zu Essen gegeben hat und dann sogar noch mitbekommen hat,wie er es sofort gegen Drogen eingetauscht hat und als sie ihn darauf angesprochen hat meinte er nur,dass sie ihm doch das Geld gegeben hätte und er nun damit machen könnte,was er wolle – Also so viel zum Thema „Ehrlichkeit“ in dieser Hinsicht.
 Nach diesem Monsterfakt in der Hinsicht noch was kurzes : man muss bei Restaurants/Einkaufszentren/was weiß ich nichts bezahlen,wenn man bei ihnen auf die Toilette geht,selbst wenn man nichts gekauft hat – Das finde ich echt gut!
Als ich letztens durch die Stadt bin,hab ich das erste Mal hier Lametta und in einem Schaufenster Weihnachtsdeko gesehen,das fande ich echt genial. Gerade jetzt wo es ja eigentlich immer kälter wird,wird es bei uns immer Wärmer und Weihnachtsstimmung ist hier einfach mal total Fehlanzeige, da es einfach totales Sommerfeeling ist. Deshalb hab ich gerade auch echt ein bisschen Heimweh, weil mir der ganze Weihnachtskitsch fehlt 🙁 Ich habe aber vor ein paar Tagen mit meiner Gastmutter über Weihnachten gesprochen und da hat sie mir gesagt,dass es am 24. ein großes Essen für alle gibt und man dann in der Nacht vom 24. zum 25. die Geschenke untereinander verteilt & am 25. wird dann nochmal zusammen groß Mittag gegessen – Das kann ja nur gut werden,oder? Ich freu mich jedenfalls drauf und hoffe,dass doch noch irgendwie ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommt.

Jetzt noch ein paar kurze Fakten, wo ich nur noch ein paar Worte zu verliere:

– Es gibt hier Toilettensitze mit Polsterung! Also man setzt sich aufs Klo und dann sitzt man da auf so einer Art weichem Luftkissen ganz weich drauf – I love it!
– Es gibt in der Stadt so gut wie in jeder Straße mindestens 1 Apotheke

– Die Moskitos halten es hier irgendwie nicht für nötig meine Familie zu beißen,sondern immer nur mich und das ist echt nicht so geil!(Ist den anderen Austauschschülern übrigens auch aufgefallen)
– Wir (Ich kann natürlich nur von meiner Familie reden) haben kein Kühlschranklicht?! Das ist mir letztens erstmal durch Zufall aufgefallen,als ich Abends trinken aus dem Kühlschrank holen wollte – es geht einfach kein Licht an,wenn man die Tür aufmacht
– Wir haben in der ganzen Wohnung keinen einzigen Türgriff,sondern nur Türknaufe! Eine riesen Umstellung für mich 😀
– Jedes Mal und wirklich jedes Mal,wenn ich vor die Tür gehe sehe ich irgendwo Straßenhunde oder Straßenkatzen und das nicht Wenige. Teilweise sehen sie echt richtig fertig und zersaust aus und sind auch entsprechend aggressiv,wenn sie lange nichts mehr gegessen haben.
– Die meisten Todesfälle hier passieren dadurch,dass Leute am Strand ertrinken. Das liegt zum einen da dran,dass die Wellen echt heftig stark sind und dass es hier einfach nirgendwo Bademeister gibt
– Es ist hier völlig okay sich als Frau nicht die Beine zu rasieren,selbst wenn man ne übelste Tussi ist (Das Gefühl habe ich zumindest, da ich im Bus sonst wie oft hochgestylte Mädchen mit ner Bärenmähne am Bein gesehen habe)
– es gibt hier nirgendwo eine Zugverbindung oder eine Straßenbahn!! Wieso? Keine Ahnung! Konnte mir bis jetzt auch niemand beantworten
– trotz der Drogenstory oben : Bis auf 1-2 Leute raucht aus meinem Familien-/Freunde-/Bekanntenkreis niemand – Das ist für mich ein absolutes Paradies. Grund dafür ist, dass die Regierung nicht will,dass die Menschen krank werden und sie sie dann versorgen müssen und so machen sie die Preise einfach hoch, so hoch,dass viele nicht bereit sind den Preis zu bezahlen
– Wir und einige andere Familien haben den Kanal „Deutsche Welle“ zu Hause -> Ich kann Deutsch fernsehen,ahu!
– Man braucht hier zum Moped fahren keinen Führerschein
– ganz viele Joghurts hier haben die Konsistenz von Milch ?!
– Die Evangelen werden hier größtenteils wirklich gehasst. Grund : Sie halten ihre Religion für die „Einzig wahre“ (ok,ist an sich ja auch bei so gut wie jeder anderen so), aber es geht wohl sogar so weit, dass sie hier nicht mal mit Leuten,die eine andere Religion vertreten reden und das finde ich echt heftig.
– beim Shoppen hier gibt es viele Läden ohne Umkleidekabinen und bei denen man keinen Kassenzettel erhält, umtauschen ist in so gut wie jedem Laden ausgeschlossen
– noch was cooles: an der Tankstelle wird für einen getankt -> man bleibt im Auto sitzen, sagt dem „Tankwart“ für wie viel man tanken möchte, er tankt und man gibt ihm dann das Geld bzw. bezahlt mit Karte – HOCHLEISTUNGSCHILLER!
– Es ist hier völlig normal als Erwachsener eine Zahnspange zu tragen?!
– Die Lebensfreude und die Energie der Brasilianer ist unersättlich – Es gibt wirklich keinen einzigen Tag, an dem ich jemanden meiner Familie oder Freunde hier richtig traurig gesehen habe und das finde ich einfach bewunderswert! Der Grund dafür ist nicht,dass sie keine Probleme haben, sondern dass sie einfach für sich erkannt haben,dass das Glücklich-sein von sich selbst und nichts Anderem abhängig ist!

Ich glaube jedes Land hat Seiten,die nicht so schön sind, aber noch viel wichtiger sind die wunderschönen Orte und Momente, von denen es hier unzähliche gibt und weshalb ich mich einfach unheimlich in dieses Land verliebt habe und ich es liebe hier zu leben 🙂

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Schule und Herbstferien !

Als alles wieder gut war, habe ich mit der Schule angefangen. Ich war sehr gespannt ein deutsches Gymnasium zu besuchen und neue Freunde zu finden. Ab dem ersten Moment waren die Mitschüler sehr nett zu mir und ich lerne da wirklich gern.

Das deutsche akademische System ist ganz anderes als in Argentinien.
Wie in Argentinien muss man ab dem 6. Lebensjahr zur Schule gehen.Abhängig von dem Grundschulergebnis kann man
danach besuchen: Ein Gymnasium, eine Realschule oder eine Hauptschule.

In Argentinien gibt es nur ein Art von Schule: Secundaria. Das Gymnasium dauert 8 oder 9 Jahren und wenn man ein Abitur macht kann man studieren oder eine Ausbildung machen.

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Unterschiede:
-Ein Schuljahr in Argentinien fängt im März an und geht bis November.
-In einer öffentlichen Schule muss jeder Schüler einen weißen Kittel tragen. In privaten Schulen trägt man eine Uniform.
-Das Notensystem ist anders. In Argentinien kann man von 0 bis 10 bekommen und 10 ist die beste Note. In Deutschland kann man zwischen 6 und 1 bekommen und 1 ist am besten.
-Bis zur 10. Klasse hat man eine feste Klasse. In der Oberstufe kann jeder Schüler seine Fächer wählen. Deswegen wechselt man jede Stunde seinen Kursraum und besucht den Unterricht mit unterschiedlichen Klassenkameraden in Leistungskursen oder Grundkursen.

Ähnlichkeiten:
-Die Stunde dauert ungefähr 45 Minuten.
-In jeder Schule muss man Englisch lernen und man kann eine andere Sprache lernen, z.B. Französisch oder Latein.
-Einige Tage hat man lange Schule bis Nachmittags, deswegen muss man in der Schule Mittagessen.
-Die Schule bietet Arbeitsgemeinschaften an, wie Chor oder Sport.

Ähnlich ist auch, dass man manchmal keine Lust hat zum Lernen!!!

Aber, plötzlich sind die Herbstferien gekommen!

In Deutschland sind die Schulferien anderes als in Argentinien. Die Sommerferien in Argentinien dauern ungefähr drei Monat und wir haben zwei Wochen Winterferien. Es gibt es auch Osterferien und hat man viele Feiertage.
In Deutschland gibt es Herbstferien, Weihnachtsferien, Winterferien, Osterferien, Pfingstferien und Sommerferien.
Wahrend meiner ersten Herbstferien bin ich mit meiner Familie nach Borkum in Urlaub gefahren. Das war eine sehr tolle Zeit, um mit der Familie zusammen zu sein und es hat viel Spaß gemacht!
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Ich habe auch in dieser Zeit neue Orte in Deutschland besucht, z.B. Bremen und Oberhausen. Bremen ist eine Stadt sehr interessant und hat mir gut gefallen!

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