Letzte Wochen in Amerika!

Gerade sitze ich in der Bücherei in der Schule und ich habe meine letzte offiziele Study Hall. Genau gesagt habe ich sogar meinen letzten offiziellen Tag als St. Pius X Schüler. Morgen beginnen die letzten Final Exams für die Seniors (Klassenarbeiten über das letzte Schuljahr), welche ich jedoch nicht nehmen muss, da meine Noten so gut sind. Und danach muss ich nciht mehr zu Schule kommen. ( Ich werde wahrscheinlich ein paar Mal kommen, denn die Juniors, Freshmen and Sophomore haben immer noch Schule bis Ende Mai) Ich realisiere es noch gar nicht, dass mein Schuljahr somit fast vorbei ist und somit auch mein Austauschjahr zu Ende geht. Vieles ist jedoch passiert in den letzten paar Wochen und natürlich will ich euch auf dem laufenden halten:

Besuch meiner Eltern

Ich hatte das Glück, dass meine Eltern die Möglichkeit hatten mich in St. Louis besuchen zu kommen und mein neues Zuhause und meine Gastfamilie kennen zu lernen. Am 18. April war es endlich so weit und ich konnte meine Eltern nach 252 Tage wieder in die Arme schliessen. Es war ein sehr wunderbares Gefühl, auch wenn ich meine Eltern total anderst in Erinnerung hatte. Da meine Eltern nur für 4 Tag in St. Louis waren, konnten wir nicht sonderlich viel unternehmen, aber ich hoffe ich konnte ihnen das amerikansiche Leben so gut wie möglich zeigen. Wir waren shoppen, bei einem Soccergame von meiner Gastschwester, bei Freunden von mir, in einer amerikanischen Kirche, bei dem Arch, welcher sehr berühmt für St. Louis ist, hatten ein grosses Barbecue mit allen Verwandten und meinen Freunden, bei Budweiser, in meiner Schule und vorallem bei sehr vielen verschiedenen amerikansichen Fast-Food Restaurants. Ich war sehr froh, dass meine Eltern kommen konnten, auch wenn es anstrengend war immer zwischen Deutsch und Englisch zu ändern. Mein Deutsch hat in der letzten Zeit ziemlich nachgelassen und wenn ich nun diesen Text zum Beispiel schreibe, muss ich so gut wie jeden einzelnen Satz auf Deutsch übersetzen, denn mein Gehirn hat sich auf Englisch eingestellt.

Track

Obwohl ich nicht wirklich so gut war und obwohl ich verletzt war, habe ich trotzdem mit Leichtatlethik (Track) weitergemacht. Ich hoffe, dass jeder Austauschschüler da draussen die chance nutzt und einen Sport in der Schule macht. Track war eines der besten Erfahrungen die ich in Amerika gemacht habe. Dadurch, dass man jeden Tag mit dem gleichen Team nach der Schule trainiert, bekommt man sehr sehr gute Freunde und man wird sehr motiviert. Ich habe es sehr genossen ein Teil dieses wunderbaren Teams zu sein und natürlich kamen ein paar Tränen bei dem letzten Track Wettkampf.

Prom

Vor 2 Wochen war ein meiner Schule Prom, ein Tanz auf den sich jeder das ganze Jahr über freut. Schon Wochen im vorraus, hat man darüber geredet, wer welchen Kleid trägt und wer mit wem geht. ich hatte das Glück, dass mich ein sehr guter Freund gefragt hat, ob ich sein Date für Prom sein will. Am 27. April war es dann so weit. Morgens bin ich zu einem Nagelsalon gegangen und habe meine Nägel gemacht bekommen. Später hat meine Gastmutter, die eine Friseurin und Make-Up Aritst ist, meine Frisur gemacht. Um etwa 5 Uhr haben sich mein Date und ich und noch andere Freunde an meiner Schule getroffen, wo eine Limo auf uns gewartet hat. Mit der Limo sind wir dann zu einer Freundin gefahren, bei der wir dann Bilder gemacht haben. Später ging es dann zum eigentlichen Prom, wo es zu erst Essen gab und wir dann getanzt haben. Nach ein paar Stunden sind wir dann zu einem sogenannten ‚After–Prom‘  gegangen, welches die Schule organiziert hat, um es zu vermeiden, dass Jugendliche nach dem Prom auf eine Party gehen und Alkohol trinken oder Drogen nehmen. Dieser sogenannte After-Prom ging bis 6 Uhr morgens und wir hatten einen Pool dort, wo wir schwimmen konnten, eine Turnhalle und viele andere Beschäftigungen. Prom war eine sehr gute und vorallem amerikanische Erfahrung und ich hatte eine der besten Nächte hier in meinem Austauschjahr.

17. Juni 2013

Dieses Datum schwebt mir sch0n seit Wochen in meinem Gehirn herum, denn es ist der Tag an dem ich Amerika verlassen werde. An den meisten Tagen möchte ich nicht einmal daran denken, dass alles hier zu verlassen und wieder nach Deutschland zu gehen. Ich habe Amerika in mein Herz geschlossen und ich habe mich total in Amerika und vorallem in den Midwest verliebt. Ich liebe meine High-School und meine Freunde und vorallem habe ich eine 2. Familie gefunden. Ich hätte mir in Deutschland nie vorstellen können, dass ich jemals so nah zu einer Fremden Familie kommen könnte und dass ich sie so ins Herzen schliessen könnte. Ich liebe es ein Austauschschüler zu sein und jeden Tag etwas neues zu lernen und jeden Tag etwas neues zu erleben. Manchmal macht es mir sogar richtige Angst nach Deutschland zu kommen und mir wird es schlecht bei dem Gedanken.

Und dann sind da die anderen Tage. Nicht so häufig, aber es gibt es sie. Tage an denen ich es kaum mehr abwarten kann, nach Deutschland zu kommen. Endlich wieder auf der Autobahn zu fahren, einen Marmorkuchen zu essen, oder deutsche Wurst zu essen. Und dann kann ich es kaum erwarten meine Freunde in meinen Arm zu schliessen, in meinem eigenen Bett zu schlafen, auf dem eigenen Sofa zu liegen, in eine deutsche Schule zu gehen, deutsches Fernsehen zu schauen, deutsche Nachrichten zu lesen und einfach zu Hause zu sein.

Ja mein Leben besteht gerade aus totalen Stimmungsschwankung und ich bin mir sicher, dass das total normal in meiner Situation ist. Das wichtigest ist jedoch, dass ich trotzdem die letzten paar Wochen noch geniesse, und deswegen werde ich jetzt meinen Laptop beiseite packen, mein Gehirn wieder auf Englisch einstellen und den letzten Schultag an meiner wundervollen High-School geniessen

 

Enfin le printemps und endlich ein neuer Blogeintrag

Ich liege gerade in einer Hängematte, die mit den französischen Nationalfarben geschmückt ist und könnte wahrscheinlich fast nicht glücklicher sein. Denn der Frühling ist auch hier anscheinend endlich angekommen. Es gibt zwar immer mal wieder ein paar regnerisch-kalte Rückschläge, aber nun gut… Ich für meinen Teil habe heute aber zumindest das erste Mal draußen gegessen und morgen wird gegrillt 😀 Allerdings auf französische Weise, mit viel Wein und Entenherzen. Mein Versprechen, dass ich alles probieren werde, würde ich manchmal ganz gerne zurücknehmen, muss ich zugeben. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Franzosen fast alles essen, was sich bewegt. Von Pferd über Hase über Krabben, die lebend gekauft werden und dann erbarmungslos ins kochende Wasser geworfen werden, bis hin zu Vögeln und eben Entenherz. Es ist angeblich très bon, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht so ganz überzeugt bin.

Ansonsten kann ich sagen, dass Franzosen dem Ruf ihrer Küche gerecht werden. Ich esse gut, mit viel Fleisch und Butter und natürlich Baguette, fromage und Wein. Es ist unheimlich gut, aber es gibt Tage, an denen es mir unheimlich zum Hals raushängt. Aber so ist das ja immer…

Da die französische Küche wie gesagt nicht schlecht ist, versucht mich meine Gastmutter in deren Geheimnisse einzuweihen. Bisher mit nicht ganz hoffnungslosem Erfolg, allerdings glaube ich schon, dass sie manchmal auch nur denkt „Ouh là là, quelle horreur“. Sie hat sich für ihre Kochstunden nämlich leider kein Naturtalent rausgepickt. Mir muss man wirklich alles erklären. Es ist furchtbar^^ Allerdings fangen die Kochstunden an Erfolg zu bringen. Ich bin fleißig am Kochen und bin mittlerweile in der Lage einige (der unendlichen) französischen Grundrezepte zu zaubern.

Ein kleiner Einblick in die französische Dessertkultur

…und in die französische Weinkultur

kleingehackte Krabbe

Abgesehen vom Essen kochen muss ich allerdings zugeben, dass ich zurzeit recht faul bin. Hinter mir liegen nämlich bereits 3 Wochen Ferien, die ich jetzt mal versuchen werde zu rekapitulieren.

Zu Beginn war ich eine Woche mit meinem Lycée in Barcelona. Wir haben uns mit dem Bus von der Bretagne aus, auf den Weg in Richtung Barcelona gemacht. Mit den vorgeschriebenen Pausen hat das Ganze am Ende ca. 17h gedauert und wir waren alle (verständlicherweise) ziemlich fertig. In Barcelona war allerdings wunderschönes Wetter und es ist einfach eine schöne Stadt! Gewohnt haben wir in Gastfamilien. Das heißt, ich wurde quasi doppelt ausgetauscht. Und ganz ehrlich; in Spanien habe ich mich zu 100% Französisch und zu 0% Deutsch gefühlt. Eine tolle Erfahrung, ehrlich gesagt!

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imageEine Freundin (r.) und Ich (l.) vor Spongebobs maison

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imageDébile auf französisch=schwachsinnig|Débil auf Spanisch=schwach        Wir fanden das alle zum totlachen

Am Donnerstag bin ich mit meinen Gasteltern Richtung Clermont-Ferrand gefahren bin um deren (äußerst amüsante) Tochter zu besuchen. Besagte Tochter ist 25 Jahre alt, arbeitet in der Autorennabteilung (verzeiht mir dieses bescheuerte Wort, aber mir ist keine andere Übersetzung eingefallen) von Michelin (Autoreifen, der coole Autoreifenmann, ihr wisst schon…), wohnt mit ihrem Freund zusammen und hat ein Jahr in Deutschland gelebt. Auf dem Weg haben wir noch einen Zwischenstopp beim Vater meiner Gastmutter in Châtellerault eingelegt, der hatte an dem Tag zufälligerweise Geburtstag. Erinnert ihr euch noch an den vorherigen Absatz, in dem ich gesagt habe, dass ich manchmal mein Versprechen, dass ich alles probieren werde, gerne zurücknehmen würde?! Das Geburtstagsessen war definitiv einer dieser Momente. Denn bei der alten Generation Frankreichs ist es noch wesentlich schlimmer mit den ungewohnten Essgewohnheiten. Mir wurde also Schweinekopfssülze vorgesetzt, und das fand ich dann schon bedenklich…  Aber gut; ich habe es überlebt und der Schokoladenkuchen hingegen war himmlisch.

Nun aber zurück zu Clermont-Ferrand, einer Stadt, die ich nicht unbedingt als schön bezeichnen würde. Allerdings ist die Region um Clermont-Ferrand unheimlich fantastisch. Dort ist übrigens auch die Volvic-Quelle, die wir ganz touristenmäßig besucht haben. Außerdem gibt es ein äußerst lustiges Attraktionsmuseum über Vulkane: http://www.vulcania.com/ Das ist ein ganz bisschen wie der Filmpark Babelsberg, nur eben für Vulkane.

Weitere Erinnerungen an das verlängerte Wochenende bestehen größtenteils aus Essen. Denn ich glaube ich habe noch nie so viele Kalorien an einem Wochenende zu mir genommen habe. Fragt bitte nicht, wie ich das geschafft habe. Ihr würdet es mir eh nicht glauben 😛

Eine Sache habe ich noch vergessen: RUGBY! Ich glaube, darüber habe ich noch gar nichts geschrieben… Rugby ist in Frankreich eine ziemlich große Sache. Vor allem im Süden. Da ist das mindestens so groß wie Fußball in Deutschland. Dementsprechend war der Pub auch sehr voll als Clermont-Ferrand gespielt (und gewonnen) hat. Als ich das hier jedoch das erste Mal im Fernsehen gesehen habe, habe ich fast einen Schock bekommen, denn es ist schon recht brutal. http://www.youtube.com/watch?v=Mb97tspN_AQ Aber es macht auch unheimlichen Spaß! Das weiß ich, weil ich es jetzt im letzten Trimester in Sport mache. Es ist eigentlich echt schade, dass sich in Deutschland fast keiner dafür interessiert. Menschen umzurennen macht nämlich wirklich viel Spaß 😀 Und wenn man die Regeln einmal so ungefähr verstanden hat, ergibt das Spiel auch einen Sinn.

Nach dem Wochenende in Clermont-Ferrand haben wir noch einen Zwischenstopp in Beaunes eingelegt. Dort gibt es ein unheimlich wundervolles mittelalterliches Krankenhaus (http://www.hospices-de-beaune.com/index.php/hospicesdebeaune/L-Hotel-Dieu/Le-Musee) zu besichtigen, und jedem der einmal die Möglichkeit hat dort vorbeizuschauen kann ich das nur empfehlen. Es lohnt sich! Außerdem haben wir die Weinfelder in der Gegend „besichtigt“ und ich glaube, ich habe noch nie so viel Wein auf einem Fleck gesehen. Es ist unglaublich, genauso wie der Wein unglaublich gut ist…

Vielleicht hat ja irgendjemand auf der Karte verfolgt, wo ich war. Falls ja: Ja; meine Gasteltern sind leicht verrückt was das Autofahren angeht. Sie haben definitiv keine Angst davor zig Kilometer im Auto zu verbringen. Bis nach Châtellerault fährt man nämlich ca. 4h, weiter bis nach Clermont-Ferrand 3h30. Von Clermont-Ferrand nach Beaune: 2h30, von Beaunes bis nach Quimperlé 8h. Außerdem sträuben sie sich auch nicht davor, einen Tagesausflug nach Bordeaux zu machen (4h Hin, 4h Zurück) und mein Gastvater verbringt fast jeden Tag 4h im Auto. Es ist schon etwas speziell, aber für mich sehr von Vorteil 😉

Die letzten offiziellen Ferientage habe ich jetzt vor allem mit Lernen verbracht. Am 14. Steht nämlich das DELF an (dieses Mal B2), ein Sprachzertifikat für (wer hätte es gedacht) Französisch.

Ansonsten geht es hier langsam, aber sicher dem Endspurt entgegen. Meine letzten zwei Monate sind angebrochen und im Lycée geht es auf die BAC-Prüfungen zu. Das bedeutet allerdings, dass ich nur noch ungefähr vier Wochen in „meinem“ französischen Lycée verbringen werde, und dieser Fakt stimmt dann doch eher nachdenklich :l

Zum Schluss noch zwei Schilder, die ich unheimlich lustig finde und falls jemand hier den Witz versteht, hoffe ich, dass ihr mit mir lachen könnt 😀

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Und ich habe es endlich mal geschafft ein Bild von meinem Klassenraum zu machen:

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