Archiv für den Monat: März 2013

Wie Sieht Es Aus Bei Mir?

Ich habe schon lange nicht mehr geschrieben, aber viel ist passiert. Der Fruhling ist da! Nur dass der Schnee heute gekommen ist und die Atmosphare ruiniert hat–ein bisschen 😛 Ich liebe Schnee, aber zwischen uns ist ein langer Abstand. Nun, ich war gerade unten in der Kuche. Ich hatte Abendessen mit meinem Gastvati, seiner Schwester, und meiner Gastschwester. Das ist mir sehr wichtig, weil die hier meine Familie sind, und Essenszeit hilft, uns zu verbinden. Am ersten Abend habe ich nicht so viel geredet, aber jetzt kann ich die Witze von meinem Gastvati begegnen. „Gwendo hat ihr Zimmer schon aufgeraumt. Was ist mit deinem Zimmer, Ken?“ Einmal in der Woche muss Ordnung sein. „Na ja, drei viertel von Gwendos Zimmer.“ „Gwendo! Hast du das gehort? Drei viertel von Gwendos Zimmer! Aber gutes Deutsch ist das!“ Jetzt weiss ich, dass es wichtig ist, mit unserer Familie zu sprechen, naturlich wohl. Das macht man glucklich. Es gibt keinen perfekten Tag, auch keine perfekte Familie, aber ich bin sowieso glucklich, was kann man sonst machen? 🙂

Ich hatte letzten Monat ein Seminar mit YFU, das war eine der buntesten Zeiten in meinem Leben. 20 Jahre spater, vielleicht merke ich noch alle die gute Sachen, die ich bei dem Seminar gelernt habe. Die ich in meinem Austauschjahr erlebt habe. In Indonesien haben wir (ganz) viele Stamme, das heisst, der Unterschied ist krass. Aber er ist RICHTIG krass wenn Leute aus Indonesien (ich), Japan, Brasilien, USA, Aserbaidschan, Chile, Norwegen, Estland, China, Rumanien, und Thailand sich treffen. Er ist unvermeidlich, aber wir sind Freunde. Wir sind richtig gute Freunde. Wir verstehen uns, haben zusammen getanzt, gesungen, gespielt. Vielleicht ist es nicht gross, aber das hilft, andere Landern zu verstehen, und deshalb auch Kriege zu verhindern 🙂 (jetzt sagt eine Freundin, ich bin zu dramatisch ;_;)

Ja, so ist das, was passiert ist. Klingt nicht viel, nicht wie ich gesagt habe, aber nur weil ich schnell schreiben mochte, damit ich die zweite Portion meines Abendessens holen kann hahaha. Ich erzahle was andere spater. Nun, was mochte ich noch sagen? Wir haben nach den Osterferien eine spezielle Woche namens Schulerarbeitswoche, wo die Schuler unterrichten konnen. Ich! Ich unterrichte naturlich uber Indonesien! (aufgeregt) Es ist total schwierig, die Prasentation zu machen, aber ich weiss, wenn ich hart arbeite, das Ergebnis wird wertvoll sein.

Halbzeit und vieles anderes

Ende Januar hatte ich die Chance für 3 Tage mit meiner Gastfamilie nach Washington D.C. zu fahren um an dem Pro-Life March  (eine Demonstration gegen Abtreibung) teilzunehmen. Von St. Louis, Missouri nach Washington D.C. fährt man ungefähr 15 Stunden mit dem Auto. Eine lange Reise die sich für mich absolut gelohnt hat. Am ersten Tag haben wir alle Gedenkstätten auf der sogenannten American Mall angeschaut und waren bei D.C. Cupcakes, einer Cupcake Bäckerei über die es eine TV-Show hier in Amerika gibt. Am zweiten Tag hatte ich die Chance, die Original Amerikanische Verfassung zu sehen. Dies hat mich sehr beeindruckt. Vor allem durch den Geschichtsunterricht habe ich inzwischen sehr viel darüber gelernt und verstanden. Anschließend haben wir an der Demonstration gegen Abtreibung teilgenommen. Abends konnten wir noch das Weiße Haus besichtigt (mein  persönliches Highlight) und anschließend noch das American History Museum angeschaut. Washington D.C. ist wirklich eine wunderbare und für mich als Europäerin moderne Stadt.

Im Februar gab es eigentlich nichts Besonderes, außer dass wir 3 Snow Days und somit keine Schule hatten. Snow Days sind Tage an denen es geschneit hat und da hier niemand Winterreifen hat, ist es zu gefährlich mit dem Auto in die Schule zu fahren. Das Wetter hier in Missouri ist total verrückt. Im Januar hatten wir teilweise über 20 Grad und im Februar Schnee. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es hier nie richtig kalt ist. Denn obwohl es Schnee hatte, habe ich noch kein einziges Mal meine Winterjacke benutzt.

Letzten Montag hat die „Track season“ für mich begonnen (Leichtathletik). Das heißt, dass ich nun jeden Tag bis zum Ende des Schuljahres nach der Schule Training habe. Deswegen komme ich nun jeden Tag um 5 Uhr (anstatt 3 Uhr) von der Schule nach Hause. Das ist für mich ein ziemlich langer Schultag. Zudem muss ich auch noch meine Hausaufgaben bewältigen und für die vielen Klassenarbeiten und Tests lernen.

Außerdem hat mein 2. Halbjahr angefangen. Ich bin nun schon seit über 7 Monaten in Amerika und ehrlich gesagt fühlt es sich immer noch an, als sei ich gerade erst angekommen. Es gibt jeden Tag neue Dinge die ich über Amerika lerne und neue Dinge an die ich mich anpassen muss. Aber ich liebe immer noch jede Sekunde davon.

 

Von der Halbzeit, Verkehrskreiseln und (wieder einmal) französischem Essen

Eine unheimlich lange Ewigkeit ist es her, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe, und das tut mir ehrlich leid.

Wie die anderen fange ich aber erstmal mit dem großen Wort „Halbzeit“ an. In meinem ersten Beitrag hatte ich geschrieben, dass ich sicher bin, dass ich mich auch in einem anderen Land „pudelwohl“ fühlen kann. Genau das kann ich jetzt höchstoffiziell bestätigen. 6 Monate sind schon vorbei, also sogar schon mehr als die Hälfte und ich kann bestätigen, dass die „Halbzeit“ schon etwas Besonderes ist. Ich glaube es ist ein Phänomen, das man nicht unbedingt erklären kann, aber irgendwie ist jetzt alles einfacher. Dinge, die vor 6 Monaten noch völlig neu, unbekannt und bizarr waren sind jetzt alltäglich und vollkommen normal. Ich glaube aber auch, dass das einfach das Resultat des ersten Halbjahres ist. Während Freundschaften im ersten Halbjahr noch neu waren und man nicht immer wusste, was man sagen kann und was eher unangebracht ist, was der andere denkt, etc. sind sie jetzt ganz normal und natürlich. Mit der Zeit habe ich auch alle Schüler meines (recht kleinen) Jahrgangs kennen gelernt und habe dadurch immer jemanden zum reden und Spaß haben. Was diesen ganzen Prozess natürlich unheimlich erleichtert ist das Fließend werdend im Französischen. Auch wenn natürlich immer noch Fehler auftauchen und ab und zu doch noch ein paar Vokabeln fehlen läuft es doch sehr gut und ich kann auf jeden Fall alles sagen, was ich sagen möchte.

An dieser Stelle werde ich jetzt einfach mal die Fragen beantworten, die mir in den Kommentaren gestellt wurden 🙂

Laura: Hattest du am Anfang auch Probleme und gab es so einen Punkt, wo sozusagen der Knoten geplatzt ist? Wie lange dauerst es so in etwa bis man sich gut unterhalten kann?

Natürlich gibt es am Anfang ab und zu Verständigungsprobleme, aber ich glaube das ist völlig normal. Am Anfang war das Ziel überhaupt verstanden zu werden, aber man lernt unheimlich schnell im Ausland. Bei mir war es nach ungefähr 3-4 Monaten so, dass ich alles verstanden habe, obwohl verstehen bereits seit dem Beginn relativ gut ging. Mit dem Sprechen ist es so eine Sache. Man wird immer besser. Das hört auch jetzt nicht auf, obwohl ich sagen würde, dass ich ganz zufrieden mit meinem Französisch bin. Aber es gibt immer eine grammatische Regel, die man noch nicht perfekt beherrscht oder eine Ausnahme, die einen in den Wahnsinn treibt. 😉

Therese: Würdest du die Bretagne für ein Austauschjahr empfehlen, denn die haben ja einen anderen Dialekt und sprechen auch Bretonisch. Hast du schnell Anschluss zu den Franzosen bekommen?

Also der Dialekt ist nicht schlimm, wirklich nicht. Ich finde es eh schwer manche Dialekte voneinander zu unterscheiden und letztendlich gibt es überall Dialekte, ob du jetzt im Süden, Norden, Osten oder Westen bist 😉 Ja; Bretonisch ist omnipräsent in der Bretagne, aber darüber brauchst du dir absolut keine Gedanken machen, denn die einzigen Leute die wirklich Bretonisch sprechen, sind die alten Menschen.

Ich persönlich habe relativ schnell Anschluss bekommen, aber das hat viel Eigeninitiative erfordert. In der Bretagne sind die Leute eher verschlossen und es dauert auch seine Zeit, bis sie wirklich offen sind. Aber wenn man einmal an dem Punkt angelangt ist, ist es einfach nur fantastisch. Das wichtigste ist aber wirklich; reden, reden, reden und vor allem von sich selbst aus! Man muss auf die Leute zugehen, dass ist das Wichtigste!

Lisa: Empfiehlst du ein Auslandsjahr nach Frankreich? + Paula: Bist du zufrieden?

Ich kann gar nicht oft genug „JA!“ sagen. Frankreich war die beste Entscheidung, die ich für mein Austauschjahr hätte machen können. Frankreich hat kulturell so viel zu bieten, und dass es ein Nachbarland Deutschlands ist ändert daran rein gar nichts. Außerdem ist es danach viel einfacher wieder zurückzukommen 🙂

 

Außerdem noch eine französische Eigenheit: Verkehrskreisel! 2 Kreisel miteinander verknüpft (also quasi ein Doppelkreisel), Kreisel mit 1, 2 oder 3 Spuren…nichts ist unmöglich für den französischen Autofahrer. Hauptsache es kreiselt sich! Dann sind die Franzosen glücklich und französisch 😉

Und noch einen Tipp zum Schluss. Wer nach Frankreich geht und den Kulturschock des ersten Dîners mit Freunden der Gastfamilie vermeiden will, sollte sich diesen Film angucken: Le Prénom.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=9bgb5_kVR4E[/youtube]

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Nj2NWEzbhJI[/youtube]

Die Gespräche sind selbstverständlich anders und normalerweise brechen keine Familien auseinander und die Tische werden auch nicht zerstört, aber ja; es gibt 6 „Essensetappen“ und das ganze kann unheimlich lange dauern. Aber es ist auch unheimlich gut! Glaubt mir 😀