Archiv für den Monat: Februar 2013

Halbzeit!

Es ist kaum zu fassen: Inzwischen ist bereits die Hälfte meines Austauschjahres im kleinen aber feinen Estland vergangen. Und weil die YFU nun mal die YFU ist, wurde diese Tatsache gehörig gefeiert.

So trafen wir uns in Põltsamaa, einem Städtchen in der Mitte von Estland. Zwar war der Gedanke, dass es für die in Estland verteilten Schüler gleich gut erreichbar ist, ein nachvollziehbarer, für mich aber hieß es, sechs Uhr morgens aufzustehen und im Zickzack mit drei Bussen durch Estland zu fahren. Wenigstens kamen von Bus zu Bus mehr bekannte Gesichter hinzu.

In dem Jugendzentrum in Põltsamaa war die Freude umso größer, denn wir sahen uns das zweite Mal überhaupt alle zusammen. Üblicherweise sind die Treffen entweder freiwillig oder nach Nord- und Südestland eingeteilt und das endliche Zusammentreffen aller war schon ein Event für sich.

Jeder hatte eine Spezialität aus dem eigenen Lande mitgebracht. Die María Pía hatte sich extra eine spezielle Zutat aus Uruguay schicken lassen. Und selbst wenn nur die Hälfte aller 42 Austauschschüler einen Kuchen mitbringt, so ist es doch schon unschaffbar viel. Zudem haben wir noch drei Mahlzeiten am Tag bekommen. Im Feedback am Ende wurde tatsächlich kritisiert, dass es zu viel Essen gegeben hatte, was ich für sehr beachtenswert halte.

Doch es wurde nicht nur gegessen, sondern auch gearbeitet. Nun ja, vielleicht ist „arbeiten“ ein übertriebener Ausdruck für die Workshops und den Sprachtest. Außerdem hatten wir die Aufgabe, in Fünfergruppen Dinge wie unsere erste estnische Party oder die wilde estnische Natur auf Fotos darzustellen und ein Märchen einzuüben, in denen 10 von den Betreuern festgelegte estnische Sätze vorkamen. Diese ließen sich teilweise schwer einbauen, einer war zum Beispiel „Einen Megaburger, bitte“.

Nachts schliefen wir alle zusammen in einem großen Saal. Man konnte gut sehen, wie die jungen Betreuer den inneren Kampf ausfochten, ob sie uns zu Bett schicken oder doch aufgrund der enormen Wiedersehensfreude bis sechs Uhr morgens reden lassen sollten. Die Leute, die tatsächlich schlafen wollten, taten mir Leid.

Die Verabschiedung fiel sehr schwer, denn das nächste und letzte Mal werden wir uns in der Form auf dem Abschlussseminar sehen. Bis dahin sind aber schon viele Busreisen zu den anderen geplant.