Eestis!

Nun bin ich endlich in Estland!

Am 16. August um ca. 17 Uhr hieß es für mich und die anderen deutschen Austauschschüler: Eesti, me oleme seal! Am Tallinner Flughafen wurden wir von den estnischen Teamern in Empfang genommen und bald befanden sich – nach einigen Komplikationen mit dem Gepäck – alle Schüler, Teamer und Koffer auf dem Weg in unser eine halbe Stunde entferntes Arrival Camp. Das Camp war eine typische YFU-Veranstaltung: Fünf Tage Spiele, Spaß aber auch eine Menge Information und Vorbereitung auf das, was uns in den nächsten zehn Monaten erwartet. Das alles mit interressanten und tollen Leuten aus der ganzen Welt! Wie üblich waren die Teamer allesamt austauscherfahren und konnten uns eine Menge beibringen, ohne dass dabei der Spaß zu kurz kam! Ich fühlte mich, als ich am Montag dann mit meiner Gastfamilie in mein neues Zuhause fuhr, gut auf die kommenden zehn Monate vorbereitet.

Meine Gastfamilie besteht derzeit aus meinen Gasteltern Raimo und Margit, meinem Gastbruder Jörgen und meiner kleinen Gastschwester Renate. Doch morgen wird ein neues Familienmitglied zur Welt kommen: Ralf Robert. Meine Gastfamilie ist sehr nett, ich fühle mich in unserer Wohnung im kleinen Ort Tamsalu schon sehr zuhause. Die Schule beginnt erst am 3.September, ich verbringe im Moment vormittags Zeit mit mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester, die mich „tädi“ – Tante nennt. Meist unternehmen wir dann abends etwas mit der Familie. Gestern zum Beispiel waren wir in der nächstgrößeren Stadt Rakvere und haben dort eine mittelalterliche Burg besichtigt.

Das estnische Essen gefällt mir sehr gut. Wir essen abends gemeinsam warm, meist gibt es Fleisch mit Kartoffeln oder Reis. Eine estnische Süßigkeit hat es mir besonders angetan: Kohuke, eine Art süßer Quarkschokoladenriegel. Meine Gastschwester ist ebenfalls schwer begeistert, wir haben auch schon mit der Familie eine Kohukefabrik besucht und dort zwei riesige Pakete (fünfzig Stück!) gekauft.

Mein Estnisch wird immer besser. Das muss es auch, denn in meiner Familie wird nur sehr wenig Englisch oder Deutsch gesprochen. So gestaltet sich die Kommunikation etwas schwierig, nicht nur, wenn Renate in ihrem schnellen Kleinkind-Estnisch auf mich einredet. Aber so werde ich die Sprache hoffentlich schnell lernen.

Nägemist!

Yella

Endlich da!

Am 16. 08. ging es also endlich los: Ich trat nach einer „leicht“ emotionalen Verabschiedung von der deutschen Familie am Dresdener Flughafen die Reise nach Tallinn an. Ich hatte einen Stopp in Frankfurt, wo ich auf alle Deutschen traf, die auch ein Auslandsjahr in Estland verbringen: Es sind immerhin 19.

Zusammen kamen wir nach dem Flug erstmal in ein Camp in der Nähe von Tallinn, wo alle ausländischen Schüler in Estland ganz YFU-typisch auf das anstehende Jahr vorbereitet wurden. Das heißt viele Workshops über wichtige Themen wie Erwartungen oder die estnische Schule, aber auch eine Menge Spiele und wunderbar schräge Betreuer.

Diese sogenannten Teamer kommen meistens gerade aus ihrem Austauschjahr, sind also nur unwesentlich älter als wir und wissen dementsprechend, wie eine gelungene Vorbereitungswoche auszusehen hat. Dem Grüppchenbildungs-Problem bei den vielen internationalen Schülern ging man z.B. auf sehr originelle Weise aus dem Weg: Es waren auf der gesamten Tagung nur Estnisch und Englisch erlaubt. Wer trotzdem in einer anderen Sprache kommunizierte, bekam den ziemlich schweren „eesti keele kivi“ (Stein der estnischen Sprache), den er so lange mit sich rumtragen musste, bis er den nächsten erwischte. Und ja, die unglücklichen Letzten des Tages nahmen ihn mit auf ihr Zimmer. Diese Geschichte erwies sich als schwierig für die Deutschen, die immerhin 50% der Schüler stellten und die Last des Steins irgendwann gar nicht mehr zu bemerken schienen. Außerdem dementierten die Teamer alle Gerüchte, Esten seien kühl und zurückhaltend.

Wir hatten auch Estnischkurse, in denen ich regelmäßig verzweifelte. Zum Glück müssen wir die 14 Fälle nicht auswendig lernen, aber schon die Aussprache des Buchstaben „Õ“ ist eine Wissenschaft für sich. Man muss ihn sich in etwa wie ein „Ö“ vorstellen, das man weit grinsend ausspricht.

Wir durften schon den estnischen Siebzehn-Grad-Sommer kennenlernen, der nicht nur dem Mexikaner Alejandro (mit dem ich jetzt übrigens gastfamilientechnisch verwandt bin) zu schaffen machte. Als er in dicker Jacke und Mütze die Echtheit dieses Sommers anzweifelte, antwortete eine estnische Teamerin: „I promise from the pure heart: It will get worse.“ Ich für meinen Teil freue mich darauf, so einen richtig schönen Winter zu haben.

Als es heute zu den Gastfamilien ging, war die Aufregung im Camp gewaltig. Als ich dann meine Gastmutter Lea und meine Gastschwester Aivi, die mich abholten, das erste Mal persönlich sah, konnte ich nicht an mich halten und sprang ihnen förmlich entgegen. Netterweise blieben sie trotzdem ruhig und gelassen und erklärten mir geduldig den Haushalt, als ich in dem wunderschönen Holzhaus in Kadrina angekommen war. Inwischen habe ich andere Familienmitglieder kennengelernt und fühle mich jetzt schon pudelwohl in dem Haus, in dem ich heute die erste von vielen Nächten verbringen werde.

Die ersten Tage

Hei ihr Lieben!
Ich melde mich mit meinem ersten Eintrag aus Norwegen,

am 08.08 um 6:30 musste ich aufstehen. Ich war einfach so nervös!
Dann sind meine Eltern und ich zum Frankfurter Flughafen gefahren und das alles ging so schnell, dass wir gar keine Zeit zum weinen hatten, wir waren alle total überrascht dass wir uns jetzt schon verabschieden sollten. Also kurz und schmerzlos!
Nach 2 Stunden Flug sind wir in Oslo angekommen und haben noch ein paar andere Schüler getroffen. Von Oslo sind wir dann weiter zu unserer Herberge in Hønefoss gefahren und haben dort alle anderen Austauschschüler getroffen. Insgesamt waren wir 50 und 20 davon aus Deutschland.
Ich möchte nicht zu viel zu der Orientation sagen, aber es war ein guter Übergang vom deutschen ins norwegische Leben. Man wurde auf diverse Dinge vorbereitet und man hatte einfach richtig viel Spaß 🙂
Am darauffolgenden Samstag sollten wir alle hinter die Sporthalle gehen, damit wir ja nicht unsere Gastfamilien vor dem großen Treffen sehen! Dort haben wir dann echt 3 Stunden gewartet. Ein paar mussten vorher schon wieder zum Flughafen weil sie weiter nach Kristiansand, Stavanger, Bergen, Trondheim oder Tromsø geflogen sind.
Und um 2 Uhr war es dann so weit! Eeeeendlich konnte ich meine Gastmama und meine Gastschwester treffen!
Wir haben uns direkt in die Arme geschlossen und hatten sofort viele Gesprächsthemen- ich war so erleichtert.
Jetzt stand eine 2-3 stündige Autofahrt an, wir sind an vielen Seen und Inseln vorbeigefahren und durch gefühlte 10.000 Tunnel.
Als wir ankamen, war ich richtig überwältigt, mein Haus hier sieht nämlich aus wie ein riesiges Ferienhaus direkt am See! Von innen ist es noch besser, alles mit Holz, moderne mit antiken Möbelstücken gemixt und richtig gemütlich. 🙂
Abends haben wir uns auf die Terasse gesetzt und mein Gastpapa hat für uns gegrillt.
Zum Glück sind wir dann direkt mit dem Boot durch die Schären gefahren und haben uns Kragerø angeschaut, das war eine gute Abwechslung, denn solangsam habe ich begriffen, dass ich nicht mehr zurück kann.
Auf jeden Fall ist Kragerø so richtig schön und die ganze Umgebung auch!
Meine ältere Gastschwester, die für 10 Monate nach Frankreich geht, war zu der Zeit mit ihren deutschen Freunden auf einer Party auf einer Nachbarinsel.

Am nächsten Morgen haben ein großes Frühstück mit ihr und den beiden deutschen Freunden gemacht und sind danach weil so schönes Wetter war, in die Schären gefahren auf eine klitzekleine Insel von Freunden und sind da ne Runde geschwommen.
Auf dem Rückweg sind wir auf eine andere Insel und haben dort Krabbenbrote gegessen 🙂
Abends war es noch so warm, dass wir im See vor dem Haus nochmal schwimmen gegangen sind.
Mein Bein hat danach ein bisschen gebrannt, ich glaube ich habe ein Feuerqualle gestreift.
Aber an das Schwimmen vor so einer schönen Kulisse kann ich mich echt gewöhnen!

Ich habe jetzt schon meinen 3. Schultag hinter mir und anfangs war es echt nicht leicht. Es stimmt echt, dass die Norweger am Anfang schüchtern sind und lieber in ihren gewohnten Gruppen bleiben. Aber gestern (an meinem 3. Schultag) waren sie super offen und haben mich richtig gut aufgenommen. Das ständige sich dazu stellen und immer wieder ansprechen hat sich wirklich gelohnt. Also es war wirklich toll! In der Schule machen sie den Stoff, den ich in der 9. und 10. behandelt habe. Es ist teilweise echt anstregend weil ich mich nicht am Unterricht beteiligen kann weil ich ja nur grob verstehe über was sie reden. In der Norwegisch Stunde zum Beispiel sollte ich einen 2 Seiten langen Text lesen und meinem Lehrer hinterher erzählen um was es geht. Zum Glück hat mein Lehrer das irgendwie vergessen! 😀

Abends rief mich dann Ingvild an, ein Mädchen aus meiner Parallelklasse, um zu fragen, ob ich nicht Lust hätte einen Filme Abend mitzumachen. Natürlich hatte ich Lust dazu und um sieben wurde ich dann zu ihr und den anderen Mädchen gefahren. Erst gab es Taccos, hinterher Nachtisch und dann haben sie noch ultra viele Süßigkeiten auf den Tisch gestellt! Ich fass es nicht wie viel die Norweger essen und dann so schlank sind! Auf jeden Fall war es so klasse und ich bin einfach richtig erleichtert, dass ich jetzt dazu gehöre! :-))))

Das war es auch schon meine 1 1/2 Wochen hier in Norwegen.

Ich bin so froh dass ich hier bin und den Schritt ins Auslandsjahr gewagt habe!

Hadet, Charlotte

P.S. Bilder kommen noch!

 

 

 

 

PAO und Ankunft

Ja wie schon oben stehend, bin ich in China angekommen.  Am 14.August ging es fuer uns Chinafahrer los. Um 8:00 nach 9 Stunden Flug sind wir in Peking angekommen. Direkt danach ging es in das PAO (Postarrivalcamp), was nicht wie wir Austauschschueler dachten in Peking war, sondern 1 Stunde weiter in eine Jugendherberge, wo wir 2 Tage Unterricht hatten. Danach heute morgen sind wir dann in unsere Gastfamilien aufgebrochen und wir 4, die nach Tianjin gefahren sind, sind nach 1 Stunde auch angekommen. Dann ging es mit dem Taxi zu einem Restaurant, wo unsere Gastfamilien auf uns gewartet haben. Ich war komplett nervoes, auch wenn ich jetzt weiss, dass es nicht noetig war. Wir haben dann noch zusammen gegessen und sind danach nach Hause gefahren. Wir wollten mein Visum noch bestaetigen, doch wird bei der Polizei dieses am Samstag nicht gemacht. Nun werden wir das am Montag machen. Am Montag habe ich auch das erste Mal Sprachkurs mit den anderen Austauschschuelern. Soweit ich weiss geht dieser 2 Wochen lang und ab dem 1.9 habe ich dann normal Unterricht.

Auf jeden Fall bin ich superglueklich, dass es losgeht und meine Gastfamilie ist super nett.

Liebe Gruesse aus Tianjin (wir haben hier immoment 30 Grad und es ist 17.11 Uhr) Bilder kommen spaeter, weil es ewig dauert diese hochzuladen.

Joscha

Sveika aus dem sonnigen Süden!

Denn hier bin ich, Jara, 15 Jahre alt, noch. Doch in acht Tagen werde ich mich auf dem Weg machen nach Lettland in mein Austauschjahr und in die Erfüllung eines Traums. Warum gerade Lettland? Wie oft ich diese Frage schon gehört habe, weiß ich nicht.  Meiner Meinung nach auf jeden Fall zu oft! Denn Lettland ist ein Land mit wunderschöner Natur, interessanter Kultur und tollen Bräuchen und Festen. Und was für Reaktionen sind mir entgegengeschlagen? Naja, breit gefächert: Die meisten in meinem Alter wussten noch nicht mal wo Lettland ist, unübertroffen das Zitat: „Was ist Lettland?!“ Drei Leute haben Lettland mit Lappland verwechselt,und viele haben beim Thema Austauschland einfach ein Brett vorm Kopf(nehmt es mir nicht übel, das ist so). Denn es muss nicht immer die USA sein.

Für alle die es nicht genau wissen: Lettland liegt an der Ostsee (nicht am Pazifik), grenzt im Süden an Litauen und Weißrussland, im Osten an Russland  und im Norden an Estland. Nicht zu verwechseln mit Lappland, das ist eine Region nördlich des Polarkreises in Finnland und Schweden. Lettland ist zwar in der EU, hat aber eine eigene Währung. Die Amtssprache ist lettisch und nicht russisch, auch wenn viele auch russisch verstehen. Lettisch ist nah mit dem Litauischen verwandt un gehört zur selben Sprachfamilie wie das Deutsche.

Dass es mich ausgerechnet dorthin verschlägt, damit hätte ich eigentlich nicht gerechnet. Denn meine Erstwahl war Chile! Als ich Lettland angekreuzt habe, wusste ich davon nur durch ein ‚Go East‘-Flyer. Doch seit dem Bescheid vor etwa einem Jahr weiß ich viel mehr, und je mehr ich lerne, desto mehr freue ich mich.

Vor drei Jahren bin ich per Zufall auf die Seite von YFU getroffen, und habe mich sofort mitreißen lassen. Die Idee, ein ganzes Jahr woanders zu leben, eine neue Sprache zu lernen, eine zweite Familie zu finden, eine neue Kultur zu entdecken, und so vieles mehr, hat mich vom Fleck weg begeistert. Nur war ich zwölf Jahren ein kleines bisschen zu jung, und so musste ich warten. Letztes Jahr im Mai war es dann so weit: Ich bekam einen Brief, indem stand, dass ich mich jetzt anmelden dürfe. Ich bin also eine der ersten dieses Programmjahr, die dabei sind.

Bis zu meinem Abflug weiß ich nicht, wie ich die Zeit rumbekommen soll. Andererseits habe ich noch so viel zu tun! Wer von den Lesern ein aktueller oder ehemaliger Austauschschüler ist, der weiß, wie schwer es ist, sein ganzes Leben in 23 KiloKoffer und acht Kilo Handgepäck zu packen. Manchmal macht es mich ein bisschen traurig, wenn ich zum Beispiel dran denke, dass ich meinen 16. Geburtstag nicht zuhause feiern kann. Aber trotzdem stand für mich fest, das dieses Jahr das Richtige für mich ist.

Eines der bisherigen Highlights war die VBT (=Vorbereitungstagung). Es herrschte eine super Stimmung, und wir haben viel Interessantes gemacht. Da bei meiner VBT ausschließlich Europa-Gänger waren, freue ich mich sie alle beim Young Europeans Seminar nach dem ATJ wiederzusehen.

Bis dahin viel Glück an alle, die die Koffer schon gepackt haben oder noch sehnsüchtig und trotzdem nervös warten. Auch Grüße an alle, die schon geflogen sind, auch an alle die ich nicht kenne. Viel Glück und einen schönen Rest-Sommer wünsch ich euch!