Ende

Hallo an alle lieben Leser,

jetzt ist es also vorbei. Mein Austauschjahr in Ecuador ist zu Ende. Ich könnte Seiten lange Texte schreiben über diese Zeit. Über die vielen glücklichen Momente, die dieses Jahr so wunderbar gemacht haben, über die schwierigen Phasen, in denen ich traurig und manchmal verzweifelt war, über die unglaublichen Erlebnisse, die ich während dieses Jahres machen durfte, die Emotionen, die mich begleitet haben. Es gäbe sicherlich sehr viel zu erzählen, auszuwerten, zu berichten…

Doch ich möchte einfach nur sagen, dass ich mich in diesem Moment sehr glücklich fühle! Glücklich, weil ich all das erleben durfte, weil ich vor einem Jahr ins Flugzeug gestiegen bin und losgeflogen bin, glücklich, weil diese Zeit in Ecuador mir mehr gegeben hat, als ich jemals erwartet hätte. Und auch wenn mich der Gedanke, all das vielleicht nie wieder zu sehen, wehmütig und traurig macht, dann möchte ich vor allem dankbar zurück schauen und mich freuen über jede schöne Erfahrung, jeden spannenden Tag, den ich in Ecuador verbringen durfte.

Ich werde Ecuador vermissen, mein Ecuador… Gerade kann ich mich nicht vorstellen, wie es wird, plötzlich nicht mehr hier zu sein. Aber das werde ich bald wissen. Dieses Jahr war eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem jungen Leben bisher getroffen habe und ich danke allen, die mich zu jedem Zeitpunkt unterstützt haben, ganz besonders meiner Familie. Vielen Dank auch an alle, die diesen Blog mitgelesen haben, sollten zukünftige Austauschschüler dabei sein: Freut euch auf eine unvergessliche Zeit!!

Das waren dann wohl meine Abschiedsworte, ich möchte es auch nicht länger hinauszögern.
Passt gut auf euch auf, eure María

 

 

Noch 7 Wochen

Hallo ihr Lieben,

ein wenig Zeit ist vergangen, seitdem ihr das letzte Mal von mir gehört habt. Nächste Woche sind meine 3-monatigen Ferien zu Ende und irgendwie verging diese Zeit doch relativ schnell. Ich kann mich schon fast nicht mehr daran erinnern, wie es ist, zur Schule zu gehen. 😉
Auch wenn die Ferien sicherlich nicht wahnsinnig spannend sind, dachte ich, es könnte dennoch den Ein oder Anderen interessieren, was ich in letzter Zeit erleben konnte.

Im April nahm mich meine Gastfamilie mit in den Urlaub. Das Ziel: eine riesige Hotelanlage im Norden Perus, die von Machala ca. 3 Autostunden entfernt liegt. Als ich im Vorfeld einigen Ecuadorianern von dieser Reise erzählte, musste ich mir teils sehr negative Aussagen über die Peruaner anhören. Sie seien schlechte Menschen, Diebe, ihr Essen schmecke nicht und ich solle bloß auf meine Sachen aufpassen. Bereits vor einiger Zeit ist mir schon aufgefallen, dass einige Ecuadorianer nicht besonders positiv zu ihrem Nachbarland eingestellt sind. Doch dem Urlaub tat das keinen Abbruch, wir verbrachten schöne Tage und ich genoss ganz besonders das Meer und den Strand.

 

Ein anderes schönes Erlebnis war für mich die Arbeit in einem Kindergarten. Im März begannen zwei Freundinnen und ich, in einem staatlichen Kindergarten hier in Machala, zu helfen. Ähnlich wie bei den Schulen gibt es private und staatliche Kindergärten. Während die privaten Einrichtungen einen Beitrag von den Eltern erheben, sind die staatlichen kostenlos. Ich arbeitete von Anfang an in der Gruppe mit den jüngsten Kindern, sie sind ungefähr ein Jahr alt. Zu Beginn fühlte ich mich noch ab und zu etwas unsicher, da ich nicht so recht wusste, wie ich in manchen Situationen handeln sollte, doch mit der Zeit fand ich mich immer mehr in die Arbeit hinein und habe es am Ende wirklich sehr genossen, auf die Kleinen aufzupassen, mit ihnen zu spielen, zu essen oder zu tanzen. Die ecuadorianischen Kindergärten sind den deutschen ziemlich ähnlich, vielleicht ein wenig einfacher, aber der Umgang mit den Kindern ist unheimlich liebevoll und herzlich. Eventuell werde ich die Arbeit nach den Ferien weiterführen.

Ich kann diesen Teil des Austauschjahres nur jedem empfehlen!!

Wie ihr schon dem Titel entnehmen konntet, bleiben mir nur noch sieben Wochen hier in Ecuador. Nicht besonders viel, wenn ich mir überlege, wie viel schon hinter mir liegt..

Mal sehen, was mich in meinen letzten Wochen hier noch erwartet, ich blicke der letzten Zeit gespannt entgegen. Gleichzeitig freue ich mich wahnsinnig auf zu Hause und auf alles, was ich in den letzten Monaten doch mehr oder weniger vermisst habe.

Ich wünsche euch allen einen schönen Frühling und bis bald!
Eure Mari

Die Berge Ecuadors

Hallo an alle lieben Leser,

ich habe mich offensichtlich etwas länger nicht gemeldet, was daran liegt, dass ich seit über einem Monat Ferien habe und nichts Aufregendes passiert. Die letzte Woche jedoch durfte ich noch einmal meine Sachen packen und mich auf Reise begeben, in die “sierra” (Bergregion) Ecuadors. Von diesem tollen Erlebnis möchte ich natürlich gerne berichten.

Wie immer mussten wir erst die lange Reise von Machala nach Quito antreten, welche aber mit einem freien Tag in Quito belohnt wurde, da wir über Nacht fuhren und schon morgens ankamen. Wir liefen etwas durch die Stadt, kauften ein paar Mitbringsel und genossen einfach den Tag.

Am nächsten Morgen begann dann das offizielle Programm. Wir starteten mit einer Tour durch Quito. Kirchen, Plätze, Gebäude usw. wurden besichtigt. Doch das war definitiv nicht das Highlight des Tages. Schon als wir auf den Platz vor dem Regierungsgebäude gingen, wurden wir von einem Polizeiaufgebot überrascht, viele Leute säumten das Gebiet, uniformierte Männer auf Pferden und eine Blaskapelle waren zu sehen. Es hieß, der Präsident von Mexico würde empfangen werden. Erst einmal setzten wir die Tour fort mit der Besichtigung einer Kirche. Als wir diese verließen, hörten wir, wie eine Stimme durchs Mikrofon irgendetwas auf dem Platz ankündigte und aus Neugier gingen wir zurück. Da stand der Präsident Ecuadors mit einem Haufen von Leuten auf dem Balkon des Regierungsgebäudes, wir alle konnten ihn sehen. Plötzlich sagte die Stimme durchs Mikro, dass wir bitte jetzt still stehen sollen für die Hymne Ecuadors. Alle Austauschschüler konnten natürlich bereits den Text und so sangen wir die Nationalhymne gemeinsam mit dem Präsidenten. Das war wirklich ein sehr beeindruckendes Erlebnis, welches ich nicht so schnell vergessen werde.

Aber um euch einen Eindruck von Quito zu ermöglichen, hier ein paar Bilder.

Die “basilica del voto nacional” in Quito

Das bin ich vor den Türen der basilica.

Dieses Kirchenfenster soll die Vielfalt der ecuadorianischen Blumenwelt repräsentieren, daher die vielen Blumen.

Ein kleiner Ausblick auf Quito, die Stadt ist wirklich riesig mit einer Nord-Süd Ausdehnung von 50km.

Die Kirchtürme der basilica und im Hintergrund seht ihr die “virgen de Quito”, die auf einem Hügel über die Stadt wacht.

Die “iglesia de la compañia”, eines der attraktivsten Touristenziele.

Das alte Stadtzentrum von Quito.

Bewaffnete Polizisten vor dem Präsidentengebäude.

Man kann ihn schlecht erkennen, hoffentlich hilft euch der rote Kreis.

Am Nachmittag besuchten wir dann die “Mitad del mundo” – die Mitte der Welt. Ecuador liegt ja auf dem Äquator, wie der Name schon sagt. Es gibt ein großes Monument, welches die Franzosen vor vielen Jahren erichteten, um die Mitte der Welt zu markieren, jedoch verrechneten sie sich um ein paar hundert Meter, sodass die eigentliche Mitte der Welt etwas abseits von diesem Denkmal liegt. Wir besuchten das echte Denkmal, welches viel bescheidener wirkte. Ein einfacher roter Strich, ein paar Experimente, die jedoch wirklich beeindruckend waren. Eine gute Freundin schaffte es sogar, ein Ei aufzustellen.

Am nächsten Tag besuchten wir morgens einen Vulkankrater, der nun mit Wasser gefüllt ist. Am Nachmittag fuhren wir nach Otavalo, ein kleines Städtchen nördlich von Quito, um “shoppen” zu gehen. Denn Otavalo beherbergt den größten indigenen Kunsthandwerksmarkt Südamerikas. Vor allem Produkte aus Alpakawolle gibt es dort günstig zu kaufen.

Der nächste Tag war dann etwas spannender. Nachdem wir morgens auf einer Aussichtsplattform angehalten haben, fuhren wir danach in Richtung Cotopaxi, einem noch aktiven Vulkan, der 5897 m hoch ist. Wir stoppten mit dem Bus auf 4800 m und begannen dann den Aufstieg bis auf 5000 m. Es war unglaublich anstrengend, ich bekam Herzrasen und konnte kaum atmen, aber am Ende schafften es doch fast alle bis auf 5000 m und wir fühlten uns sehr stolz. Der Cotopaxi wird als einer der schönsten Vulkane der Erde angesehen, wegen seiner typischen Vulkanform und der weißen Schneekuppe.

Um diese Höhe noch zu toppen, stiegen wir am nächsten Morgen auf den Chimborazo bis zu 5100 m Höhe. Der Chimborazo ist vom Erdmittelpunkt aus gemessen, die höchste Erhebung der Erde und damit der nächste Punkt an der Sonne. Das liegt daran, dass die Erde ja keine perfekte Kugel ist, sondern eher…sagen wir eine Kartoffel. So kommt es, dass die Erdkruste am Äquator weiter vom Erdmittelpunkt entfernt ist, als anderswo. Aus diesem Grund übertrifft der Chimborazo also sogar die Höhe des Mount Everest, allerdings nur, wenn man vom Erdmittelpunkt ausgeht. Auch dieser Aufstieg war sehr anstrengend, allerdings schon einfacher als den Tag zuvor. Später besichtigten wir noch Riobamba, eine Bergstadt, die durch ihre hübschen Kolonialgebäude beeindruckt und wirklich einen Besuch wert ist.

Am folgenden Tag besuchten wir das Städtchen Alausí, das berühmt ist für seine Eisenbahn. Das kommt vor allem daher, dass es in Ecuador keine Zugstrecken gibt, man nutzt also nur Bus und Auto, um durchs Land zu reisen. Aus diesem Grund ist eine Eisenbahn, noch dazu eine so historische, wirklich etwas Besonderes. Die Fahrt war entspannt, man konnte gemütlich aus dem Fenster gucken und die Berge bewundern. Schließlich kamen wir an einer kleinen Station an, die mit einem Museum über die Geschichte der Bahn informiert, ansonsten aber nicht viel zu bieten hatte. Nachdem wir wieder zurückgefahren waren, setzten wir unseren Weg nach Cuenca fort, wo wir auch schliefen.

Dann kam auch schon der letzte Programmtag, welchen wir in einem Nationalpark in der Nähe Cuencas begonnen. Für Naturfans unbedingt zu empfehlen. Am Nachmittag bekamen wir dann noch eine Stadtführung durch Cuenca, die (meiner Meinung nach) schönste Stadt Ecuadors. In diese Stadt kann man sich nur verlieben!!

Allen, die bis hierher durchgehalten haben, danke ich für ihre Aufmerksamkeit! Es war eine unvergessliche Woche mit vielen Highlights und wieder mal hat sich bestätigt, dass Ecuador definitiv einen Besuch wert ist.

Ganz liebe Grüße,
Maria

La ruta del sol – eine wunderbare Reise

Falls ich vor dieser Reise noch nicht vollkommen davon überzeugt davon war, dass Ecuador ein wunderschönes Land ist, so bin ich es spätestens jetzt zu 100%.

Ich war mit YFU für eine Woche lang auf Reise und ich würde diese Woche als eine der schönsten meines Auslandsjahres bezeichnen. Wir fuhren auf die “Ruta del sol” (Sonnenroute), welche man im Prinzip als eine Route von der nördlichen Pazifikküste Ecuadors bis hinunter in den Süden beschreiben kann.

Wir Leute aus Machala fuhren bereits in der Nacht mit dem Bus nach Quito, sodass wir morgens um 7 Uhr schon ankamen. Den Rest des Tages verbrachten wir in der Stadt, wir besuchten Märkte, aßen zum ersten Mal seit langem wieder vertrautes Essen, gingen durch die Straßen und genossen einfach die freie Zeit. Quito ist wirklich eine tolle Hauptstadt, fast überall hat man die Berge vor oder hinter sich, wenn man Glück hat, strahlt die Sonne vom Himmel und beleuchtet alles rundherum. Ich freue mich schon sehr darauf, diese tolle Stadt bald noch genauer kennen zu lernen.

Ein Kunsthandwerksmarkt in Quito

Abends saßen wir noch gemütlich in einem Park

Über Nacht fuhren wir dann zu unserer ersten Unterkunft: Puerto López. Das Erste, was wir sahen, als wir aus dem Bus ausstiegen, war Meer, Strand, Fischerboote, Palmen, es war wie im Traum. Gleich nachdem wir in die Zimmer gezogen sind, konnten wir zum Strand und baden gehen. Obwohl ich an der Küste Ecuadors wohne, war ich noch nie im Meer und es war einfach nur ein unheimlich glücklicher Moment, in die Wellen zu springen und das Wasser zu genießen.

Eine Kokusnuss, die am Strand herumlag

Puerto López ist ein kleines Fischerdorf, welches in einer Bucht liegt und vor allem vom Fischfang und dem Tourismus lebt. Es war unheimlich idyllisch, die alten, kleinen Fischerboote am Strand liegen zu sehen und die größeren Fischkutter auf dem Meer stehen. Dieses Dorf hatte einen umwerfenden Charme.

Am Nachmittag fuhren wir in eine kleine Kommune namens “Agua Blanca”. Dabei handelt es sich um eine kleine Gemeinschaft von Menschen, welche in einem Naturreservat leben. Zunächst schauten wir uns ein Museum an, in welchem uns die Geschichte des Dorfes erklärt wurde, denn früher lebte dort ein indigener Stamm. Anschließend gingen wir durch das Reservat, sahen bunte Vögel, Wildschweine und Ziegen, die einfach herumliefen und hatten traumhafte Ausblicke. Der Höhepunkt war aber die Lagune, die sich in der Mitte des Reservats befand. Man roch sofort, dass es sich um eine Schwefellagune handelte, doch das Wasser war sehr angenehm und der Schlamm soll sehr gut für die Haut sein, weswegen sich alle komplett damit einschmierten.

Das kleine Dorf, rechts eine Kirche

Die Schwefellagune

Wir hatten Glück, dass die Sonne schien, so bekamen wir einen atemberaubenden Ausblick zu sehen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Boot ungefährt 2 Stunden aufs Meer hinaus, um die “Isla de la plata” (Insel des Silbers) zu besuchen. Diese Insel wird auch “Galapagos für Arme” genannt, da es ähnliche Tiere und Vegetation gibt. Zunächst mussten wir eine Weile bei großer Hitze bergauf gehen, wurden aber dafür mit fürstlichen Ausblicken belohnt. Außerdem bekamen wir Blaufußtölpel zu sehen, die es sonst fast nur auf den Galapagos-Inseln gibt. Ganz besonders schön, war die Aussicht, die wir schließlich hoch über dem Meer bekamen. Die Sonne strahlte und ließ das Meer hellblau leuchten, die Wellen brachen sich an den schwarzen Felsen und bildeten weiße Kronen, es war einfach wundervoll.

Die “Isla de la plata”

Ein Blaufußtölpel, blaue Füße kriegt er aber erst im Laufe seines Lebens, die Küken haben schwarz-graue Füße.

Die wundervolle Aussicht

Mit Lina, einer lieben Freundin.

Die Insel hat es mir ganz besonders angetan, vor allem der unglaubliche Ausblick auf’s Meer. Anschließend fuhren wir mit dem Boot noch ein Stück um die Insel herum und durften schnorcheln gehen. Es gab nicht wahnsinnig viel zu sehen, aber ein paar schöne Korallen und vereinzelte bunte Fische waren schon dabei. Danach bekamen wir sogar noch Schildkröten zu sehen, angelockt von kleinen Melonenstückchen. Sie schwammen ganz nah an unserem Boot und man konnte sie richtig gut sehen.

Dieser Ausflug war so unglaublich beeidruckend und ich hoffe, diese Bilder werde ich niemals vergessen.

Am nächsten Morgen besuchten wir den Nationalpark Pacoche. Es war fast ein wenig Dschungelähnlich. Dort bekamen wir zunächst gezeigt, wie man eine traditionelle Hühnchenspeise mit Reise in einem traditionellen Ofen macht. Danach sahen wir, wie man einen Ecuador-Hut herstellt. Die Welt kennt ihn als “Panama-Hut”, aber diese bezeichnung ist falsch, da der Hut aus Ecuador kommt und auch dort hergestellt wird. Es ist ein monatelanger Prozess, einen Hut zu machen, weshalb die Hüte auch nicht gerade günstig sind. Schließlich bekamen wir noch zu sehen, wie man Zuckerrohrpflanzen auspresst, durften den Saft probieren und konnten danach die Herstellung eines bestimmten Zuckers beobachten.

Der traditionelle Ofen…

…und das darin zubereitete Gericht.

Über dieses Holzstück gebeugt flechtet man die Ecuador-Hüte.

Das Maultier geht immer im Kreis um die Pressmaschine herum, wodurch der Saft aus dem Zuckerrohr gepresst wird.

Zuckerrohrsaft

Und die Herstellung eines besonderen Zuckers.

Den Nachmittag verbrachten wir dann am Strand von Manta. Mit Kokusnuss und ganz viel baden.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Puerto López und machten uns auf in Richtung Montañita, einem Traumstrand für Surfer und ein Örtchen, das durch Einfachheit und unheimlich viele Stände mit Kunsthandwerk verzaubert. Doch vorher besuchten wir noch eine Kirche, die hoch über dem Meer lag und fast ganz offen war, sodass man immer das Meer im Blick hatte.

Danach besuchten wir noch ein “Wassermuseum”, in welchem es Schildkröten, Fische, Krebse usw. zu sehen gab. Außerdem ein Seelöwe und Pinguine. Das gefiel mir nicht ganz so gut. Der Guide meinte zwar, die Tiere wären krank, aber so ganz überzeugt hat mich das nicht.

In Montañita verbrachten wir dann den ganzen Nachmittag. Die Wellen waren im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend, noch nie habe ich in so hohen Wellen gebadet. Am Abend fuhren wir dann nach Salinas, der Endstation der Ruta del Sol. Dort bekamen wir Abendessen bei cubanischer Musik und gingen anschließend alle zusammen in eine Bar.

Am letzten Tag brachen wir gleich morgens mit dem Bus zu einer Insel auf, welche tausende Vögel bewohnen. Die Vögel sind aber nicht besonders ansehnlich, viel spannender war, was wir danach erlebt haben. Wir konnten Delfine beobachten, ganz nah an unserem Boot. Sie spielten, sprangen sogar mal aus dem Wasser, leider waren sie zu schnell, um Fotos zu machen.

Abends schauten wir uns noch Guayaquil an, die größte Stadt Ecuadors. Wir liefen am Malecón entlang, einer Art Promenade direkt am Fluss, besuchten den Park der Leguane, eine Kathedrale und stiegen zuletzt 444 Treppenstufen zu einem Leuchtturm hinauf.

Und mit diesem Abend war die Reise auch schon zu Ende. Am nächsten Morgen verließen wir alle wieder die Stadt in Richtung “zu Hause”. Ich hätte nie gedacht, dass Ecuador SO viel zu bieten hat und bin völlig überwältigt von der Schönheit dieses Landes. Aber vor allem hat diese Reise mich wahnsinnig glücklich gemacht, mich mal abgelenkt, von allem, was mich in Machala belastet und mir Freude und Kraft gegeben für die nächste Zeit. Diese positiven Gefühle möchte ich mir so lange wie möglich bewahren und die wunderbaren Eindrücke, die ich sammeln durfte, begleiten mich hoffentlich noch eine ganze Weile. Ich danke meiner Familie ganz doll dafür, dass sie mir diese tollen Tage ermöglicht haben.

Ich hoffe, dieser Eintrag war nicht zu lang oder zu langweilig, ich wünsche allen, dass sie den Winter zu Hause genießen können.
Liebe Grüße,
Maria

Weihnachten, Geburtstag und Silvester

Liebe Menschen,
(ohje, das klingt seltsam, oder?)

2014 ist da. Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr und hoffe, ihr hattet glückliche Weihnachtsfeiertage gemeinsam mit den Menschen, die euch wichtig sind. Auf dass 2014 ein gutes Jahr für euch wird!

Einige von euch haben Interesse bekundet, wie mein Weihnachten hier verlaufen ist. Darüber möchte ich natürlich niemanden in Unwissenheit lassen. Besonders viel kann ich dazu jedoch ehrlich gesagt nicht sagen. Wie schon im letzten Blogeintrag erwähnt, war die Vorweihnachtszeit nicht gerade mit weihnachtlichen Traditionen o. ä. gefüllt und auch Heiligabend bzw. das Weihnachtsfest selbst verlief eher…einfach? (Ist das das richtige Wort?)

Der 24. 12. war genau wie jeder Tag sonst, meine Gasteltern gingen morgens zur Arbeit, meine Gastgeschwister und ich beschäftigten uns zu Hause. Erst gegen Abend wurde eine Pute, Reis und Salat vorbereitet. Gegen 22 Uhr traf sich die gesamte Familie bei uns zum Fest. Wir saßen erst eine Weile zusammen, haben Weihnachtslieder von einer CD gelauscht und dabei gelegentlich mitgeklatscht, später wurde das Essen verteilt. Anschließend wurde eine Jesusfigur auf einem Kissen herumgegeben und jeder durfte still seine Wünsche und Gebete für das neue Jahr an ihn richten. Danach wurden auch schon die Geschenke verteilt. Jedoch war es so, dass meine Gastmutter für jeden der Gäste genau 1 Geschenk hatte, aber niemand anderes irgendwas verschenkte, da die anderen Familienmitglieder nicht so viel Geld haben. Tja und gegen 24 Uhr gingen auch alle Gäste schon wieder und Weihnachten war vorbei. Am 25. hatten meine Gasteltern frei, aber gefeiert wurde nicht mehr. Das war Weihnachten für mich dieses Jahr. Eine schöne Familienzusammenkunft, aber mehr ehrlich gesagt auch nicht. Dafür kann ich jetzt die Magie der Weihnacht zu Hause umso mehr wertschätzen. Mit allen kleinen schönen Dingen, der Adventszeit, Plätzchen und Stollen backen, gemütlichen Abenden mit der Familie und irgendwie dem weihnachtlichen Gefühl. Dieses Jahr war Weihnachten ganz anders, aber dennoch schön. Doch ab jetzt kann ich mich auf das nächste Weihnachtsfest freuen, das wieder so werden wird wie immer.

Dann kam irgendwann der 31. 12. 2013. Der letzte Tag des Jahres und gleichzeitig mein Geburtstag. Dieser begann ebenfalls nicht gerade feierlich. Erst gegen Mittag gratulierte mir meine Gastfamilie und kaufte eine Torte für mich. Außerdem luden sie einige Gastcousinen und -cousins ein, um gemeinsam zu Mittag zu essen. Danach sangen sie ein Geburtstagslied für mich und ich durfte eine Kerze auf der Torte auspusten. Anschließend sagte man mir, es sei hier Tradition, ein Stückchen der Torte mit dem Mund zu berühren. Als ich eben dieses tat, drückte mein Gastbruder mein gesamtes Gesicht in die Torte, denn das ist die eigentliche Tradition hier. Das sorgte natürlich für eine Menge Spaß und es war eine fröhliche, kleine Feier. Meine Gastfamilie hat sich wirklich viel Mühe gegeben, mir einen schönen Tag zu bereiten, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.

Erst gegen 23 Uhr verließen wir das Haus, um zu einer Tante zu fahren, welche eine Silvesterfeier veranstaltete. Auf dem Weg dahin sah man überall riesige Papp-Puppen, teilweise bis zu 2 m groß. Diese Puppen werden hier zu Mitternacht verbrannt. Ecuador ist eines der wenigen Länder weltweit, in dem es diese Tradition gibt und in keinem anderen Land wird wirklich so viel Wert darauf gelegt. Die allererste Frage, die mir die Ecuadorianer nach Silvester stellten, war stets: “Hast du auch den año viejo verbrannt? Und hat es dir gefallen? Das ist toll, oder?”. Daran sieht man finde ich, wie stolz sie auf diese Tradition sind und wie viel Spaß sie daran haben. Die Puppen werden Tage vorher in jeder Straße verkauft und stellen meistens Comicfiguren, Filmcharaktäre, oder berühmte Personen dar. Auch meine Gastfamilie kaufte eine Puppe, einen Fußballspieler der Nationalmannschaft. Einen Countdown gab es nicht. So genau nimmt man es hier mit der Pünktlichkeit ja sowieso nicht, also macht es auch nichts, das neue Jahr ein paar Minuten zu früh oder zu spät zu begrüßen. Wir verbrannten unseren “año viejo” und wünschten uns ein frohes neues Jahr. Danach gab es noch einige Stunden Musik und Tanz und schließlich gingen wir müde nach Hause.
Das war also das Jahr 2013. Ein unglaublich aufregendes, spannendes, nicht immer ganz einfaches, aber sicher lehrreiches Jahr. In wenigen Tagen ist auch schon die Hälfte meines Austauschjahres vorbei und wenn ich daran denke, dass ich doch gerade erst unter Tränen meine Familie und Freunde verlassen habe, dann merke ich erst, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch viele wunderbare Erfahrungen hier machen darf, ein unheimlich vielfältiges Land noch weiter entdecken kann und natürlich auch weiterhin meine Sprachkenntnisse verbessern kann. Mir bleiben noch 5 Monate und ich nehme mir fest vor, diese noch so gut wie möglich zu nutzen.

Jetzt bleibt mir noch, euch einen schönen Start ins Jahr 2014 zu wünschen.
Liebe Grüße nach Hause,

Maria