ein paar Fakten über ein tolles Land

Nach meinem Vorstellungstext melde ich mich aus Brasilien, mit 8 interessanten Fakten über dieses wirklich vielschichtige Land.

1.Die Mentalität

Brasilianer sind immer gut gelaunt, bzw zeigen nicht, wenn sie es nicht sind. Man ist höflich und freundlich zu jedem. Aber vor Allem sind Brasilianer indirekt. Gibt es ein Problem, wird es meist entweder nicht angesprochen, oder es wird nicht ernst genommen. Diese Lockerheit kann echt entspannend sein, wird manchmal jedoch schwierig, wenn man über etwas ernstes reden möchte.

2.Fußball

Fußball ist der brasilianische Nationalsport. Die Menschen hier lieben es, ihr Team im Fernsehen anzusehen, aber dazu kommt, dass fast jeder hier selbst Fußball spielt. Wenn man sich unter Freunden trifft spielt man entweder Volleyball, oder Fußball, wobei letzteres definitiv bevorzugt wird. Jeder hat sein Team. Meins ist, aufgrund meiner Gastfamilie, Botafogo. Anfangs wurde ich von Jedem gefragt, was sowohl mein Team in Brasilien, als auch mein Team in Deutschland ist und es wurde immer recht enttäuscht reagiert, wenn ich gesagt habe, dass ich mich nicht wirklich für diese Sportart interessiere. Beim Thema Fußball und Brasilien, darf man das berühmte 7:1 der Fußball WM natürlich nicht fehlen. Schon oft wurde ich darauf angesprochen, ob man in Deutschland genau so viel darüber rede, wie hier. “Pique Alemanha” (gespr. Piki Alemanja) ist ein gängiger Ausdruck, um etwas gut gelungenes oder erfolgreiches zu kommentieren, auch wenn es nichts mit Fußball zu tun hat. Ich finde es einfach interessant, dass dieses Ereignis, vermutlich nie aus den Köpfen der Brasilianer verschwinden wird.

3.Hygiene

Den Brasilianern ist Körperhygiene ausgesprochen wichtig. Manche duschen bis zu 5x am Tag. Natürlich nicht jeder, aber 1x täglich ist so zu sagen “Pflicht”. Wenn man sich das Wetter und die Temperaturen Brasiliens ansieht, kann man das Bedürfnis aber auch gut nachvollziehen. Hier in Rio de Janeiro, im Osten, wird es seltenst unter 25°C und mir wurde gesagt, dass im gerade aufkommenden Sommer Temperaturen zwischen 35° und über 40°C die Normalität sind. Da scheint einem 3x täglich duschen dann doch ziemlich verständlich.

4. Körperkontakt

Hier in Brasilien gehört Körperkontakt zum Alltag. Jeder begrüßt sich mit Umarmungen und Wangenküssen (die Anzahl variiert von Region zu Region). Der Kontakt gehört zur Kultur. Brasilianische Eltern sind bekannt dafür, ihre Kinder mit Küssen und Umarmungen zu überhäufen.

5. Familie

Wo ich gerade schon mit den brasilianischen Eltern angefangen habe, kann ich mich ja auch direkt mit der gesamten brasilianischen Familie befassen. Familie ist in Brasilien so ziemlich das Wichtigste. Sie spielt auch im Alltag eine sehr große Rolle. Wie bereits gesagt, hängen Eltern sehr an ihren Kindern und es wird sich sehr nah gestanden.

6. Essen

Wie Fußball der Nationalsport ist, so sind Reis und Bohnen die Nationalspeise Brasiliens. Täglich gibt es Reis und Bohnen mit verschiedenen Beilagen, oder als Beilage. Die Art der Bohnen variiert sehr von der Region in der ihr euch befindet. Ich persönlich bin kein riesen Fan von Bohnen, aber ich liebe den Reis hier. Apropos Essen, das ich liebe: Dadurch, dass ich aus Deutschland, der Brotnation schlecht hin, komme, bin ich, wie ihr wahrscheinlich auch, ziemlich verwöhnt, was die Auswahl an Sorten betrifft. In Brasilien gibt es allerdings nur wenig Auswahl, welche Weis-, Mais- und Kokosbrot beinhaltet. Ein paar Freunde von mir, die auch ihr Auslandsjahr in Brasilien verbringen, und ich haben unsere gemeinsame Whatsappgruppe sogar nach dem deutschen Brot benannt. Der Mangel an Brot wird aber definitiv durch süße Pizza ausgeglichen. Ja, süße Pizza mit Schokolade. Leider nicht in gesamt Brasilien verbreitet, aber hier in Rio de Janeiro kennt und liebt sie jeder.

7. Schule

In Brasilien gibt es grundsätzlich zwei Schulformen; die Öffentlichen und die Privaten. An jeder Schule gibt es eine Uniform. Ich gehe auf eine kleine Privatschule an der die Uniform lediglich aus einem Tshirt besteht. In den meisten Schulen gibt es bis zu 40 Schüler pro Klasse, meine allerdings nur aus 16. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist sehr locker und eher freundschaftlich. Der Unterricht ist rein frontal, was leider teilweise etwas eintönig wirken kann. Kaum Jemand kann wirklich gut Englisch sprechen und die, die es können, lernen die Sprache in einem außerschulischem Kurs. Verbreiteter ist Spanisch, was aber auch verständlich ist, da alle anderen Länder Südamerikas Spanisch sprechen.

8. Social Media

Mein 8. Punkt über Brasilien, den ich gerne mit euch teilen würde, betrifft Social Media, da dies in Brasilien eine sehr große Rolle spielt. Während in Deutschland Facebook im Prinzip schon wieder “out” ist, ist es hier die Plattform Nr. 1. Jeder benutzt sie und ihr werdet sehr viele Freundschaftsanfragen bekommen, auch wenn ihr die Leute kaum kennt. Ihr solltet also wirklich auf eure Privatsphäre achten.

Ich hoffe ihr konntet etwas mit meinem Bericht anfangen,                                                                                                                                                        Miriem

Mein Austauschland Italien: Fakten, Vorurteile und Dinge, die tatsächlich so sind, wie alle denken

Zuerst einmal wurde Italien 1861 gegründet, hat 60 Millionen Einwohner, die Hauptstadt ist Rom, Staatsoberhaupt ist Präsident Sergio Mattarella und Regierungschef ist Ministerpräsident Matteo Renzi. Die Amtssprache ist Italienisch, es wird aber auch in einigen Teilen Deutsch, Französisch oder Slowenisch gesprochen. Außerdem gibt es sehr viele Dialekte, die teilweise für andere nicht verständlich sind, so z.B. Napoletanisch (Es ist quasi wie eine neue Sprache). “Hochitalienisch” (also das reinste Italienisch) wird in Florenz und Umgebung gesprochen. Es gibt 20 Provinzen, darunter z.B. die Toskana, Umbrien oder Kampanien (wo ich gerade bin).

Nun ein paar Fun-Facts: 😀

1. Rom hält den Weltrekord für die Stadt mit den meisten Fahrstühlen.

2. Über 75 % der italienischen Landschaft besteht aus Hügeln und Bergen.

3. Seit Ende des 2. Weltkrieges gab es ungefähr 60 Regierungswechsel.

4. Pizza ist eines der wenigen Wörter, die auf der ganzen Welt verstanden werden.

5. In Italien heißen die Schlümpfe Puffis.

6. Paparazzi ist Italienisch und heißt so viel wie “nervige Mücken”.

7. In Italien ist es üblich an Silvester rote Unterwäsche zu tragen, um somit Glück für das neue Jahr zu haben.

8. Mit mehr als 40 Millionen Besuchern, zählt Italien zu den fünf bestbesuchten Ländern der Welt.

9. Täglich landen rund 3000 Münzen im Trevi-Brunnen in Rom.

10. Der Durchschnittsitaliener isst 26kg Pasta im Jahr.

Der letzte Fakt zeigt schon, dass es nicht nur ein Vorurteil ist, dass in Italien viel Pasta gegessen wird. Es gibt eigentlich fast jeden Tag ein oder sogar zweimal Pasta* mit verschiedenen Soßen oder Beilagen. Zum Beispiel gab es einmal Pasta mit Kartoffelstücken und Tomatensauce, was für mich irgendwie verwirrend war, weil für mich gibt es entweder Pasta oder Kartoffeln :D.
Auch Pizza gibt es zwei oder drei Mal pro Woche (wenn man jeden Samstag mit zählt, wo es grundsätzlich immer Pizzetta (was soviel wie eine viertel Pizza ist)).
Es wird auch nicht umsonst gesagt, dass immer alle zu spät sind. Grundsätzlich kann man mindestens eine Viertelstunde auf alle Vereinbarungen draufrechnen. Aber da das alle so handhaben ist es auch kein Problem, wenn man dann zu spät ist. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich das Leben hier so spät abspielt und man immer zu wenig schläft.
Man hat, wenn man an eine(n) Italienier(-in) denkt, immer jemand sehr lebendigen im Kopf. Auch das stimmt, zummindest hier im Süden Italiens. Alle gestikulieren, reden sehr laut und viel. Man ist eigentlich immer unterwegs und unter Leuten.

Schaut auch bei meinem eigenen Blog vorbei!

Eva

(*Ich kann nur von meinem Leben hier in Italien berichten und nicht grundsätzlich für alle sprechen. Vielleicht trifft es auf andere Region, Familien usw. nicht zu.)

“Man lebt um zu essen”

Kaixo! (baskisch für Hallo!)

Inzwischen hat auch das Wetter festgestellt, dass wir uns bereits in der Mitte des Novembers befinden – was für mich bedeutet, dass ich seit zweieinhalb Monaten Im Baskenland lebe, obwohl es mir scheint, als wäre schon viel mehr Zeit vergangen – und hat uns in den letzten Wochen einen Ausblick auf die bevorstehenden Monate gegeben: anhaltender Regen mit einstelligen Temperaturen, die auch die scheinbar abgehärteten Basken zum Griff in die Schränke zwingen, um die Winterjacken und Regenschirme hervorzuholen und sich mit ausgesprochener Wortvielfalt über das besagte Wetter auszulassen. Nicht dass das irgendjemanden von irgendetwas abhalten würde, denn es passiert genauso viel wie in den Wochen zuvor, doch der Reihe nach:

Fast alle Dörfer, Städte und sogar Stadtviertel veranstalten jährliche Feiern zu Ehren der Heiligen, nach denen ihre jeweilige Kirche benannt ist, sodass es an vielen Wochenenden in der weiteren Umgebung ein Fest gibt. Tagsüber werden meist Märkte mit traditionellen baskischen Trachten, Konzerten oder Tortilla-Wettbewerben abgehalten, wobei die religiöse Komponente meist in den Hintergrund rückt. Die “fiestas San Faustos” in Durango, der Hauptstadt der “comarca” (eine Art Landkreis) erstrecken sich allerdings gleich über mehrere Wochen und endeten am Wochenende des 22. Oktober mit etwas, dass ich so auf Stadt- oder Dorffesten in Deutschland noch nicht gesehen habe: ab etwas 22 Uhr platzte die Stadt aus allen Nähten, die Straßen, Plätze, Bars und Clubs waren gefüllt mit Menschen; es schien als sei das ganze Baskenland auf den Beinen und an diesem Abend nach Durango zu kommen. So feierten Jung und Alt, teilweise sogar in Kostümen, entweder vor den verschiedenen Musikbühnen mit moderner oder traditioneller Musik, oder, wie ich mit vielen meiner Klassenkameraden, im “Kafe Antzokia” (Café-Theater), normalerweise eine Art Theater, dass zu diesem Anlass in eine Diskothek umfunktioniert wurde, bis es am frühen Morgen in den extra eingesetzten Sonderzügen zurück nach Hause ging. Dass man hier die “fiestas” gerne und ausgiebig feiert, haben mir die vergangenen Wochenenden gezeigt, wobei jede ihre speziellen Besonderheiten hat.

Gegen Ende des Jahres scheint sich eine gewisse Häufung an Feiertagen zu ergeben, die, um diese auch wirklich ausnutzen zu können, manchmal noch den einen oder anderen Brückentag mit sich bringen. Nach dem Nationalfeiertag Mitte Oktober war am 1. November der “Día de todos los Santos” (Der Tag aller Heiligen), an dem gewöhnlich die Gräber verstorbener Familienmitglieder geschmückt werden. Das dadurch verlängerte Wochenende nutzten meine Familie und ich für einen Besuch der Hauptstadt der Nachbarprovinz Gipuzkoa: Donostia, den meisten eher bekannt als San Sebastián.
Neben seiner muschelförmigen “Kontxa”-Bucht mit beeindruckender Strandpromenade und prachtvollen Altbauten, die den Bewohner der Ruf eines etwas höheren Einkommens bescheren, und dem jährlichen Filmfest, für das regelmäßig einige Hollywoodgrößen anreisen, ist die Stadt vor Allem für seine ausgezeichneten Bars und Restaurants bekannt, die die höchste Dichte an Michelin-Sternen im Verhältnis zur Einwohnerzahl aufweisen. Nach einem Spaziergang durch die Stadt besuchten wir eine befreundete Familie in ihrer beeindruckend großzügigen Dachgeschosswohnung, die uns und einige andere Bekannte zu einem Mittagessen eingeladen hatten. Man muss dazu wissen, dass eine baskische oder spanische Esseneinladung nicht mit einer deutschen vergleichbar ist, denn wenn man um 14 Uhr beginnt, endet das Ganze meist nicht vor 18 oder 19 Uhr und zieht sich über verschiedene Vorspeisen, den Hauptgang, Käse, Früchte, Kaffee und anläßlich des Feiertages auch “huesos de santos” (Heiligenknochen), kleine Marzipanrollen, die mit Honig gefüllt und absolut köstlich sind. Der hiesigen Kulinarik ließe sich an dieser Stelle sicher eine ganze Enzyklopädie widmen, was ich an späterer Stelle gerne noch tun werde, doch fürs erste genügt es, wenn man weiß, dass man den Hosenknopf nach einem solchen Essen nur schwerlich wieder zu bekommt. Denn die Lebensphilosophie lautet hier: “Man isst nicht um zu leben, sondern man lebt um zu essen.”

Dementsprechend besuchten wir am vergangenen Wochenende der Vater meiner Mutter zum “castañas”-Essen. Dieser lebt allerdings nicht wirklich in einem Haus, sondern eher in einem Bretterverschlag mit Holzofen, der an seinen Kaninchenstall mit mehreren Hundert Kaninchen grenzt. Keine Beschreibung könnte ihm wirklich gerecht werden, man könnte sagen, er sei speziell, eigensinnig, schrullig, doch er ist vor Allem eins: ein echtes Original. Zwar schwerhörig, doch mit einer Stimme wie ein Schiffshorn, die er auch gerne einsetzt um seiner Meinung Gehör zu verschaffen. Außerdem ein wahrer Nachtischliebhaber, der sich nur nach dem Verzehr von Eis, Keksen, Schokolade und Kuchen einigermaßen zufrieden fühlt. Alles in allem war dieses Kastanienessen ein Abend, denn ich so schnell nicht vergessen werde, auch wenn ich glaube, das meine Kleidung auch nach zwei Wäschen noch einen leichten Hauch von Kaninchen und Modrigkeit an sich hat.

Die meisten außergewöhnlicheren Dinge passieren an den Wochenenden, da die Schule unter der Woche doch relativ viel Platz einnimmt. In meiner Klasse fühle ich mich inzwischen sehr wohl und auch das erste Zeugnis ist nicht allzu schlecht ausgefallen. Auch mein Spanisch verbessert sich weiterhin, sodass ich mich über immer mehr Dinge austauschen und unterhalten kann. Morgen geht es für mich bereits auf Klassenfahrt nach Rom, und am Wochenende steht der Besuch einer befreundeten Austauschschülerin aus Madrid an.

Bis dahin, saludos,
Timm

Neues Entdecken

Nach 3 Monaten in China habe ich immer noch genau so viel Motivation wie an meinem ersten Tag hier. Denn jeden Tag entdecke ich neues, mal größere und mal kleinere Unterschiede und lerne neue Leute kennen.

 

Die Schule hat vor über 2 Monaten angefangen und da gibt es große Unterschiede. Es wird sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt. Meine Schule ist eingezäunt mit Wachmännern an den Toren und überall sind Kameras. Aber man gewöhnt sich daran. In China tragen alle Schuluniformen, die vielleicht nicht unbedingt schön sind aber dafür sehr bequem, da es meistens Jogginganzüge sind in denen man auch Sportunterricht hat. Außerdem hängt in China in jedem Klassenzimmer eine chinesische Flagge. Die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ist viel enger als in Deutschland und man kann mit ihnen auch über alles Außerschulische reden. Das erste Halbjahr bin ich in einer internationalen Klasse um erst chinesisch lernen zu können. Ich habe bis 3 Uhr Schule, bleibe aber jeden Tag bis 6 Uhr, unterrichte eine deutsch AG und gehe zum Basketball Training. Auch wenn ich mit den anderen in meiner Mannschaft, die bereits seit über 5 Jahren spielen, nicht annährend mithalten kann sind sie total nett und helfen mir mich zu verbessern. Letzte Woche standen Prüfungen in Mathe, Englisch und Chinesisch (lesen,schreiben & sprechen) an. Den Tag danach sind wir auf Klassenfahrt gefahren um uns von den Prüfungen zu erholen. Nach einer drei stündigen Busfahrt sind wir in 古北水镇 (Wtown) angekommen. Wtown ist ein Dorf  zu Füßen des ältesten Teils der Großen Mauer in Simatai. Der Aufsieg war teilweise ziemlich anstrengend, da die Stufen mal einen halben Meter hoch waren, mal nur wenige Zentimeter breit. Aber im Endeffekt hat es sich gelohnt denn die Aussicht war einfach fantastisch.

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Vor ein paar Wochen war Sportfest an meiner Schule. In China wird das alles viel ernster genommen als in Deutschland. Jede Klasse hatte eine eigene Choreografie einstudiert mit kreativen Outfits. Um 6.30Uhr haben wir uns alle an einem großen Stadion getroffen. Ich fand es echt interessant. Zum einen weil in China der Klassenzusammenhalt viel größer ist. Zum anderen weil es eine gute Möglichkeit ist neue Leute kennen zu lernen, da alle zusammen sind und zur Abwechslung mal nicht lernen müssen. Obwohl meine Schule über 2000 Schüler hat ist es echt überraschend wie viele ich schon kenne / bzw wie viele mich kennen / bzw wie viele mich nicht kennen aber mir trotzdem hallo sagen weil ich ein Ausländer bin. Beim 400m Lauf wurde ich zweite und habe eine Medallie von der Schule bekommen.

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Den Nationalfeiertag am 1.Oktober habe ich mit einer Freundin von Basketball verbracht. Ich bin morgens um 4.30 aufgestanden um die berühmte Flaggenzeremonie am Tian’anmen Platz zu sehen. Besonders war, dass an dem Tag Leute aus ganz China mit ihren Kindern und Eltern kamen um sich die Zeremonie anzuschauen.

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Meine Gastfamilie ist mir schon richtig ans Herz gewachsen. Ich genieße es abends nach dem Essen noch lange gemeinsam am Tisch zu sitzen und mit meinen Gasteltern über alles mögliche zu reden. Wenn mein Gastbruder am Wochende nach Hause kommt spielen wir zusammen Badminton und Tischtennis oder er bringt mir Chemie und Physik auf Chinesisch bei, was ich nicht mal auf Deutsch verstehen würde. In den Ferien sind wir sogar zusammen nach Dalian gefahren, eine wunderschöne Hafenstadt in der Provinz Liaoning.

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Mein erster Geburtstag in China war auch besonders. Morgens hat meine Klasse und Lehrer mich total lieb empfangen, gesungen und mir ein Geschenk überreicht. Danach haben wir noch Bilder zusammen gemacht. Nach der Schule habe ich noch etwas mit meinen Mitschülern unternommen und abends mit meiner Gastfamilie Pizza essen. Für den nächsten Tag haben sie mir ein Fotoshooting in traditioneller chinesischer Kleidung geschenkt.

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Meine Klasse

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Meine Gasteltern

An einem anderen Wochenende haben ein paar Austauschschüler aus Peking die Austauschschüler aus Tianjin, einer Hafenstadt in der Nähe von Peking, besucht. Mit dem Schnellzug ging es morgens los und nach einer halben Stunde waren wir auch schon da. Die Wiedersehensfreude war groß und man hatte sich viel zu erzählen.dscn2276

Wenn ich nichts zu tun habe setze ich mich einfach in ein Kaffee oder laufe durch die Straßen um neue Leute kennen zu lernen und unterhalte mich mit ihnen. Ganz besonders mag ich die alten Menschen in China, da sie noch voller Lebensfreude sind. Hier treffen sie sich oft auf den Straßen oder in Parks mit Freunden und reden, machen Tai-Chi (chinesisches Schattenboxen), schreiben Kalligrafie, spielen Tischtennis oder chinesisches Schach. Wenn ich durch die Straßen laufe bleibe ich gerne stehen und rede mit ihnen. Sie freuen sich dann immer total und bringen mir neue Sachen bei oder erklären etwas.

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Chinesisches Schach

 

Bis bald

Jana 杰娜

Tallinntrip, plötzlicher Wintereinbruch und Sprachwirrwarr

Es ist wieder viel passiert seit meinem letzten Blogeintrag und ich konnte mich schon gar nicht mehr unter aktuellen Blogeinträgen wiederfinden. Tatsächlich bemerke ich meistens gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht und wenn ich daran denke, das lange nichts mehr auf dem Blog von mir veröffentlicht wurde, habe ich oft einfach keine Lust dazu. Ich genieße hier jede Sekunde und schätze die Zeit, die ich auf finnischen Boden verbringen kann, denn im Endeffekt sind die übrigen 7,5 Monate schnell wieder vergangen. Jetzt werde ich aber erstmal erzählen, was bisher so spannendes passiert ist.

In der Schule ist das erste Jakso vorbei und das Ende des zweiten naht ebenfalls. Jetzt im zweiten Jakso habe ich mich endlich richtig in das Schulsystem „eingelebt“ und es läuft ganz gut in der Schule. Gewählt habe ich dieses Mal Englisch, Deutsch, Spanisch, Kunst und Sport. Erst hatte ich vor Schwedisch zu nehmen, aber der Kurs war schon voll. Ich wusste nicht, wie das mit Spanisch klappen soll, aber jetzt macht es mir richtig viel Spaß. Etwas frustrierend ist es jedoch, dass ich die finnische Grammatik nicht verstehe, aber es verstehe, wenn mir spanische Grammatik auf finnisch erklärt wird. Finnisch ist noch immer eine Herausforderung…

Ende Oktober hat YFU eine Reise nach Tallinn organisiert. Samstag morgen ging es früh mit der Fähre los nach Tallinn, wo wir dann in einem Hotel unterkamen. Am Nachmittag haben wir Zeit gehabt durch die wunderschöne Altstadt zu laufen, bevor wir mit estnischen YFU-Mitarbeitern eine Rallye gemacht haben. Wir hatten viel Spaß zusammen und ignorierten die Kälte tapfer.

Der nächste Tag begann mit dem Frühstück im Hotel und anschließend hatten wir die restliche Zeit zur freien Verfügung. Ich habe die Zeit mit ein paar Freunden genutzt, um andere Austauschschüler zu treffe, die wir von unserer VBT kannten. Da sie sich in Tallinn besser auskannten als wir, konnte sie uns gute Gelegenheit zum Shoppen zeigen, da in Finnland alles deutlich teurer ist. Auf der Fähre zurück nach Helsinki gab es für uns alle Buffet. Ein wunderschönes Wochenende, das ich nicht vergessen werde und ich werde definitiv nochmal nach Tallinn kommen!

Der Herbst in Finnland war der schönste, den ich bisher erlebt hatte, aber etwas zu kurz für meinen Geschmack. Die Bäume waren unglaublich bunt, es hat sehr selten geregnet und die Sonne hat sich häufig gezeigt. Die Temperaturen gingen meist bis auf maximal vier Grad herunter. Es ging jedoch schnell und schon fast vom einen Tag auf den anderen neigte sich der Herbst dem Ende zu. Die Farben an den Bäumen verloren zwar nicht so schnell ihre Farben, jedoch verloren die Bäume die bunten Blätter schnell und es wurde kälter. Eine Woche später dachte ich ich traue meinen Augen nicht, als ich morgens aufwachte und Schnee lag. Wirklich viel war es nicht und ich hatte auch erwartet, dass am nächsten Tag wieder alles weg ist. Die Temperaturen lagen nun meistens bei minus drei Grad und die nächsten Nächte schneite es immer mehr. Letztes Wochenende habe ich mit zwei Freundinnen einen Tagesausflug ins verschneite Porvoo gemacht und wir hatten viel Spaß, auch wenn es sehr kalt war. In der Nacht danach kam so viel Schnee, dass ohne Schneeschippen schon nichts mehr ging, es wurde gestreut auf den Straßen und meine Füße waren im 20 Zentimeter hohen Schnee schon komplett verschwunden. Es ist einfach nur wunderschön draußen und ich kann von dem Winterwunderland gar nicht genug bekommen. Diese Woche wird es noch kälter werden, gestern morgen habe ich gedacht ich träume, als ich aus dem Fenster geschaut habe und es minus 15 Grad waren 😀 Heute habe ich das schöne Wetter genutzt und war im Wald Schlittenfahren. Es gibt dort auch gute Möglichkeiten zum Ski-Langlauf und wir hatten eine richtige Piste, die wir zum Rodeln nutzen konnten. Von mir aus könnte der Winter so weitergehen, aber ab nächster Woche soll es wieder wärmer und der Schnee weniger werden… 🙁

Mit dem Finnisch läuft es in letzter Zeit immer besser. Mit meiner Familie spreche ich so gut wie es geht auf Finnisch, aber so „richtige“ Unterhaltungen laufen noch auf Englisch. Auch mit meinen Freunden halte ich das noch nicht durch. Es wird noch eine ganze Zeit dauern. Die Grammatik bringt mich schlicht und einfach um den Verstand. Es ist immer anders, nichts kann man sagen, ohne einem Wort eine Endung anzufügen. Eine der 16 Endungen. Nicht einmal „nein“ sagen ist einfach, denn das Wort „nein“ wird konjugiert. So sind mir schon witzige Sprachfails passiert. Ich habe zum Beispiel erzählt, dass ich im See schwimmen gehe (es waren null Grad), dabei wollte ich nur zum See gehen. Oder ich habe gesagt, dass wir Schnee gegessen haben, obwohl ich von unserem Picknick im Schnee erzählen wollte… Wird nicht das letzte Mal gewesen sein 😀

Manchmal habe ich das Gefühl, keine einzige Sprache mehr gut zu beherrschen. Dadurch, dass ich angefangen habe viel mehr Finnisch zu reden, unterhalte ich mich nicht mehr so viel auf Englisch und ich brauche immer ein paar Minuten, um im Redefluss zu sein. Finnisch ist sowieso noch nicht perfekt und mit dem Deutsch wird es immer witziger. Ich kann nun wirklich bestätigen: Ja, man kann seine eigene Muttersprache wirklich verlernen. Teilweise rede ich einfach auf Englisch weiter mitten im Satz, ohne es zu merken, ich erfinde interessante Worte und verdrehe alles mögliche. „Wie viel Wand ist noch zur Platz?“, „Korrektion“… Oft genug kann ich gewisse Worte nicht mehr ins Deutsche übersetzen. Und als wir im Finnischkurs Körperteile gelernt haben, hat es eine halbe Ewigkeit gedauert, bis mir das deutsche Wort für „Ferse“ eingefallen ist. 😀 Peinlich ist es, wenn meine Deutschlehrerin mich etwas fragt und ich es nicht beantworten kann, weil ich mir nicht mehr sicher bin. Auch mit der Rechtschreibung läuft es nicht mehr ganz so gut. Damit entschuldige ich mich gleich einmal für alle Fehler, die hier wahrscheinlich nicht gerade sparsam aufgetreten sind.Ich bin gespannt, wie meine Deutschkenntnisse dann in acht Monaten sind :´D

Das waren erstmal die wichtigsten Dinge, über die ich etwas erzählen wollte. Ich hoffe euch haben auch die Bilder gefallen 🙂 Mal sehen was es das nächste mal zu berichten gibt!

Bis dahin,

Lena