Donald Trump, Hillary Clinton, Fastfood und Schusswaffen

Mein heutiger Beitrag für die Tageszeitung “Soester Anzeiger”:

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Donald Trump, Hillary Clinton, Fastfood und Schusswaffen – es gibt viele Klischees über die USA. Mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) des Deutschen Bundestags erhält jährlich ein Stipendiat die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild der Vereinigten Staaten zu machen. In diesem Jahr wählte der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hellmich den Scheidinger und Anzeiger-Mitarbeiter Nico Nölken aus, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Am Donnerstag kam Nölken in Detroit an. Seine ersten Eindrücke aus Übersee:

Auch wenn ich bei meiner Ankunft vierzig Stunden wach war, ist bereits der Flug in die USA die Reise wert. Am New Yorker Flughafen Newark konnte ich die Skyline der Großstadt bewundern und einige Stunden später traf ich auf meine Gastfamilie, die bis heute perfekt zu passen scheint. Die Aufregung im Flugzeug ist unbeschreiblich, nicht jeden Tag trifft man auf völlig fremde Menschen, mit denen man nun für ein Jahr zusammenlebt. Mein Gastvater arbeitet im Marketing, meine Gastmutter ist Programmdirektorin eines Radiosenders. So bekomme ich hier die Möglichkeit, freiwillig beim Radio zu arbeiten. Meine High School, die am Dienstag beginnt, betreibt einen eigenen TV-Sender, der via Kabel in umliegenden Orten verbreitet wird. In diesem Jahr bekomme ich als jemand, der in Deutschland für Zeitung, Jugendradio und Fernsehen arbeitet, die Möglichkeit die Medien eines anderen Landes kennenzulernen.

Natürlich ist auch der Präsidentschaftswahlkampf ein Thema: Auf dem Wochenmarkt in der Innenstadt unseres Vororts von Detroit standen Anhänger von Hillary Clinton, die für ihre Sache werben. Menschen, mit denen ich mich bisher unterhalten habe, werden am 08. November alle für Clinton stimmen. „Wenn Donald Trump Präsident wird wandern wir nach Neuseeland aus“, so die beste Freundin meiner Gastmutter. Für meine Gastfamilie ist es unbegreiflich, wie Menschen Donald Trump unterstützen können. Meine Gasteltern engagieren sich für soziale Projekte in Detroit, helfen Flüchtlingen und armen Menschen.

Bei Detroit ist oft nicht mehr die Rede von der Autostadt, sondern von einem verarmten Ort mit hoher Kriminalitätsrate. Als wir das Zentrum besuchten, bekam ich einen ganz anderen Eindruck. Die Großstadt ist im Zentrum vielmehr eine moderne und typisch amerikanische Gegend. Auch hier begegneten wir immer wieder ungewöhnlichen Persönlichkeiten: Menschen, die gut drauf sind und tanzen und Leute auf der Straße, die Schilder mit der Aufschrift „Jesus is the answer“ („Jesus ist die Antwort“) in der Hand halten. Trotz der bildschönen Innenstadt gibt es viele Viertel, die verarmt und kriminell sind. In Detroit gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel, der Hauptbahnhof steht leer und bietet Platz für Vandalen, Obdachlose, Sprayer und Junkies.

In unserem Wohnort merken wir von Armut nichts, im Gegenteil: Viele Häuser haben einen eigenen Wendehammer, gepflegte Vorgärten sind die Regel und die Nachbarschaft besitzt einen eigenen Park.

Bevor am Dienstag die Schule beginnt steht noch eine Party meines Gastbruders und ein weiterer Besuch in Detroit an. Wieso? Am Samstag ist Donald Trump in der Stadt. Wir werden dabei sein.

Bis zum 16. September können sich Schüler und junge Berufstätige unter www.bundestag.de/ppp für das 34. Parlamentarische Patenschaftsprogramm im Jahr 2017/18 bewerben.

Januar bis 12 Stunden vor dem Abflug

„Hey, erzählst du mir kurz wer du bist?“

Klar, kein Problem. Ich bin Timm, 17 Jahre alt, habe im Juni mein Abitur gemacht, und werde ab morgen mein Austauschjahr in Spanien verbringen.

„Moment…Austausch nach dem Abi? Wie kommst du dazu?“

Da ich in der Grundschule eine Klasse überspringen und mein Abi deswegen schon mit 16 machen konnte, ist ein Austausch für mich die beste Möglichkeit, ein Jahr im Ausland zu verbringen, weil man zum Beispiel für ein Au-pair-Jahr oder Work-and-Travel meistens 18 sein muss. Ich hätte natürlich auch gleich mit dem Studium beginnen können, aber da man als Minderjähriger in vielen Bereichen noch von der Unterschrift der Eltern abhängig ist, lasse ich mir damit lieber noch ein Jahr Zeit.

„Ah, alles klar. Wenn du also nach Spanien gehst, dann kannst du bestimmt schon Spanisch oder hattest es zumindest in der Schule, oder?“

Ehrlich gesagt nicht. Ich habe zwar vor einigen Wochen angefangen mir mit einer Mischung aus Büchern und Online-Sprachkursen selbst Spanisch beizubringen, aber ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, Spanisch zu sprechen. Und die Stunden der zweiten Fremdsprachen habe ich mehr oder weniger glücklich im Lateinunterricht verbracht.

„Okay, aber sobald du Spanien bist, wirst du die Sprache sicher schnell lernen. Wieso eigentlich Spanien?“

Das ist eine etwas längere Geschichte. Ich hatte mich im Januar auf einen Platz für ein Austauschjahr in der Türkei beworben, mein Auswahlgespräch fand im Februar statt. Nach einigen Wochen bekam ich dann tatsächlich die Zusage für ein Jahr in der Türkei, konnte mein Teilstipendium der Stiftung Mercator bei der Stipendienverleihung in Essen entgegen nehmen und nach meinen Prüfungen verbrachte ich im Juni eine tolle Woche bei der VBT. Kurze Zeit später erhielt ich dann die Mitteilung über meine Gastfamilie: musikinteressiert, sportlich und mit einem Haus in Istanbul. Kurzum: eigentlich alles, was ich mir von meiner Gastfamilie erhofft hatte. Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich seit Januar viele Fragen wie „Willst du wirklich in die Türkei? Warum?“ oder „Was willst du denn mit Türkisch?“ beantworten musste, wobei es aber wahrscheinlich jedem Austauschschüler so geht, doer zumindest denen, die in ein Land gehen, das man gemeinhin als „exotisch“ bezeichnen würde. Ich muss zugeben, dass es anfangs auch bei meinen Eltern eine gewisse Überzeugungsarbeit gebraucht hat, bis sie sich mit meinen Plänen angefreundet hatten.
Ich habe nach meiner Zusage gefühlt jede Nachricht über die Türkei verschlungen und jeden Artikel gelesen, den ich finden konnte. Als sich während eines Familienurlaubs die Ereignisse in der Türkei überschlugen und die Situation auf einen Schlag sehr unübersichtlich wurde, verbrachte ich Tage auf Twitter, Facebook und Whatsapp, um mich auf dem neuesten Stand zu halten. Kurz nach meiner Rückkehr entschieden meine Eltern, YFU, die Stiftung Mercator und ich gemeinsam, dass ich mein Austauschjahr aufgrund der schwer abschätzbaren Entwicklungen nicht in der Türkei verbringen würde.
Es viel mir anfangs schwer, die Türkei für mich abzuschreiben. Jeder der mal kurz vor einem Aufbruch in ein anderes Land stand, kann sich bestimmt vorstellen, wie der Gedanke an ein neues Lebensumfeld immer klarere Züge annimmt. Doch mir wurde klar, dass ich – nach dem Motto „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – auch später noch die Möglichkeit haben würde, einen Aufenthalt in der Türkei zu verbringen. So begannen für mich die Überlegungen, in welchem anderen Land ich mein Austauschjahr verbringen könnte.
Nach Rücksprache mit YFU stand Spanien schnell als mein neues Austauschland fest, und vor einigen Wochen erhielt ich schließlich eine E-Mail mit den Informationen über meine Gastfamilie, mit der ich ein Jahr lang in einem Ort nahe Bilbao im spanischen Baskenland leben werde. Spanien ist dabei für mich auf keinen Fall ein „Ersatzland“, keine „Notlösung“, keine zweite Wahl. Spanien ist vielmehr ein Land, auf dessen Kultur, Menschen und nicht zuletzt Küche ich mich genauso freue, wie ich mich auf die Türkei gefreut habe.
Jetzt, da es nichtmal mehr 12 Stunden bis zum Abflug sind, sogar noch ein bisschen mehr.

Von diesen und den Stunden danach, erzähle ich gerne beim nächsten Mal!

Timm

Wunderbare erste Eindrücke

Koffer packen – eine Herausforderung, die ich vor knapp einer Woche mit Bravour leistete, bzw. meine beste Freundin, die mit mir meinem letzten Abend in Deutschland verbrachte. Frühling, Sommer, Herbst- und Wintersachen auszusuchen und einzupacken, ohne das Gewichtslimit von 23kg zu sprengen, war für mich einfach nicht machbar! Dazu kam dann noch, dass wir im Haus eine Waagehaben, die nicht jedes Kilogramm für voll nimmt, und so trat ich am 11.08. meine 10-monatige Reise nach Michigan mit 24,2kg an.

Am Flughafen flossen dann einige Tränen und der Abschied meiner Familie und bester Freundin fiel mir nicht gerade einfach, aber nun bin ich wirklich stolz auf mich, die Reise angetreten zu haben, denn was ich in den letzten Tagen erlebt habe, ist einfach unvergesslich!

Nach meinem 12-stündigen Flug über Frankfurt und Chicago, landete ich erschöpft und müde, dennoch super gespannt auf meine neue Familie in Grand Rapids.
Meine Gastmutter -und Vater empfingen mich mit einem riiiiiiiiiesigen Willkommensplakat und herzlichen Umarmungen am Flughafen.
Wir fuhren dann weiter zu einem Ferienhaus, wo sie schon 5 Tage ohne mich Urlaub machten, ich stoß nur für die letzten 2 Tage hinzu.
Dort traf ich ca. 15 neue Gesichter gleichzeitig an… Und ich muss zugeben, dass ich mich zwar noch an diese erinnern kann, jedoch nicht mehr an die Namen.
Wir unternahmen viel, reisten zum Beispiel zur Nachbarstadt Rockford, gingen shoppen und ich aß meinen ersten amerikanischen Hotdog (einen vegetarischen natürlich) 🙂

Leider mussten wir dann schon unsere Heimreise antreten, naja was heißt ‘leider’, natürlich habe ich mich auch gefreut, endlich mein neues zu Hause zu besichtigen und zu erforschen.
Mit viel Energie und Freude begrüßte uns dann Mo, unser Hund. Mo ist einfach klasse, er ist für seine 13 Jahre noch super fit und verspielt und liebt sein Kuscheleichhörnchen!!!

Wir sind schon viele runden mit ihm am Spring Lake entlanggeschlendert, der See, an dem ich wohne. Sowohl mit Fahrrad als auch mit Auto haben wir Spring Lake und Nachbarstädte erkundet.

Ich hatte auch schon meine erste Bandprobe in der Marching Band meiner Schule. Ich spiele dort Saxophon und es hat sehr viel Spaß gemacht mit 150 Schüler/innen zu musizieren und zu Lachen.
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In Grand Haven war letzte Woche Piratenwoche, das war aufregend.

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Ich bin jetzt schon heimlich ein riesengroßer Fan dieser Stadt. Gestern sind wir zu Fuß die Dünen erklommen und hatten einen wunderbaren Blick auf Grand Haven am Abend.

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Den Sonnenuntergang haben wir dann am Michigan See genossen. Traumhaft.
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Ich bin überglücklich hier zu sein!!!

Auf Instagram könnt ihr noch weitere Bilder sehen.
Manche Bilder, die ich euch auch gerne gezeigt hätte, überschreiten leider das Upload-Limit 🙁
Mein Name: marthegeorgi

Schon wieder eine Woche vorbei

Und schon wieder ist eine Woche vorbei. Die Zeit vergeht so schnell, weil ich einfach immer was unternehme…

Zum beispiel war ich dieses Wochenende mit meiner Familie in Sanber, das ist im Sommer ein sehr berühmter Urlaubsplatz. Dort waren wir  dann auch in so einem Art Freizeitpark, indem wir erst ein bisschen gespielt haben und das Highlight für mich war dann, als wir reiten durften. Klar war es nicht wie bei mir zuhause, aber immerhin war ich auf einem Pferd und meine Familie hat sich sehr bemüht dass ich reiten kann. Am Samstag hab ich mich dann mit Freunden getroffen und am Abend war ich dann mit meinen Eltern im Kino. Mittlerweile fällt mir das sprechen mit meinen Eltern oder anderen schon leichter, aber mir fehlen immer noch viele Wörter. Was auch immer total witzig ist, ist wenn ich was nicht verstehe oder ich ein Wort nicht weiß muss mein Vater immer lachen und ich dann auch  :).

Gestern hatte ich mein erstes “Date”. Und das war total süß, weil meine Eltern so richtig auf mich aufgepasst haben und mich mit mir auch geredet haben, dass die Jungs hier anders sind und wenn ich was nicht möchte muss ich das auch sagen. Die “beschützen” mich wie ihr eigenes Kind und das macht mich immer ganz fröhlich. Auch war ich zum Beispiel mit bei einem Casting für Filme und dann hat die Frau gefragt wer ich bin und meine Mutter hat geantwortet, dass ich ihre Tochter bin. Ich finde das einfach immer noch faszinierend wie freundlich und offen die hier alle sind. Gestern habe ich auch mit einem Jungen geredet, der vor einem Jahr für ein halbes Jahr ein Austausch nach Deutschland gemacht hat, und er spricht immer noch sehr gut deutsch. Klar ist es nicht perfekt, aber er meinte auch, dass Deutsch schwerer ist als jetzt zum Beispiel Spanisch, wegen der ganzen Grammatik. Ich kann es kaum erwarten das erste mal in Spanisch zu denken oder zu träumen.

In der Schule fangen morgen die Proben an und ich bin sehr aufgeregt, weil ich in paar Fächern eben nichts verstehe, weil ich manches noch nicht hatte und viele Fächer auch in Spanisch sind, doch ich werde mein bestes geben. Auch ist es für mich ungewohnt so lange zu schrieben, denn in Deutschland habe ich maximal einen Stunde geschrieben und hier in Paraguay schreib ich einfach mal bis zu drei Stunden. Aber ich setz mich einfach mit meinem Duden rein und übersetze erstmal alles und versuche dann die aufgaben zu bearbeiten;)

Wünscht mir Glück

Eure Marie