Meine ersten Tage (kleiner Nachtrag^^)

Hey ihr~ 😉

Ein großes Entschuldigung an alle, die jetzt sooooo lange auf meinen nächsten Blog-Eintrag warten mussten! Aber…jeden Tag passiert hier echt so wahnsinnig viel und ehe ich es mich versehen hatte – waren schon die ersten 100 Tage rum! 100 Tage ausgefüllt mit neuen, tollen und prägenden Erlebnissen.

Ich habe soviel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß wo ich beginnen soll! Starten wir doch einfach mit dem Anfang ;D

Auch wenn es mittlerweile schon über drei Monate her ist, weiß ich noch ganz genau wie ich am Flughafen von Deutschland stand; so überwältigt von allem, dass ich gar nicht wusste wie ich mich fühlen sollte. Stand ich grade wirklich hier an der Schwelle zu meinem Austauschjahr? Dem Ereignis, auf das ich mit Familie und Freunden über zwei Jahre lang drauf hingearbeitet hatte…und jetzt sollte es plötzlich losgehen? Alle Mitglieder meines “Abschiedkommandos“ waren um einiges aufgeregter als ich (ich habe die Nacht davor sogar problemlos schlafen können! ;P) was daran lag, dass ich alles noch gar nicht so wirklich realisieren konnte. Jedoch machten viele banale Gedanken mir die Sache immer und immer klarer „Ich fahre das nächste Mal in einem Jahr mit dieser Straßenbahn.“, „Für alle hier geht der Alltag weiter und ich werde mir jetzt einen neuen aufbauen.“, „Wenn ich das nächste Mal meine Klamotten wechsele bin ich in Korea…“ und ähnlichem.
Der Abschied von allen meinen Lieben fiel mir sehr schwer aber ich war felsenfest davon überzeugt – ich will das tun!

Knapp 12 Stunden später stand ich wieder auf dem Flughafen – diesmal am anderen Ende der Welt.
Unsere Aufregung und Ängste die wir in diesem Moment hatten, sind einfach nicht in klare Worte zu fassen. Da standen wir also: vier deutsche Abenteurer denen immer noch nicht ganz bewusst war, was sie da eigentlich grade taten.
Nach einmal tief durchatmen hieß es für uns: Koffer einsammeln – und rein ins Ungewisse!

Dann ging alles recht schnell. Ehe ich es mich versah saß ich neben einem Mädchen im Bus, welche nun meine Unnie (Bezeichnung für große Schwester einer Frau) war. Wir fanden schnell Kontakt und Dank ihres vergangenen Austauschjahres in den USA klappte es mit der Kommunikation auch recht gut. Nicht viel später traf ich auch schon auf die nächsten Mitglieder meiner „neuen“ Familie, meiner Gastmutter und zwei weiteren Schwestern, welche mich sofort total lieb aufnahmen und ich gar nicht erst an Heimweh denken konnte.

Nun war ich also TATSÄCHLICH hier!!!

Im vergangenen Sommer hatte mein erster Besuch in meinem persönlichen “Land der Träume“ stattgefunden aber diesmal…ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll…war das Gefühl irgendwie anders. Bei beiden Malen war ich so unfassbar glücklich gewesen hier angekommen zu sein, aber diesmal war für mich ein Unterschied merkbar: Ich war nicht nur als “Gast“ hier – nein, das hier war ab jetzt meine Heimat!

Die darauffolgenden Tage waren, nebst vielen Erlebnissen und Unternehmungen mit meiner Gastfamilie, mit der ‘Orientation-Week’ ausgefüllt, in der wir vier Tage lang auf unser Leben hier vorbereitet wurden. Dazu zählte nicht nur das sogenannte ‘Survival Korean’ sondern auch, was für Verpflichtungen und Verantwortungen wir ab jetzt (alleine!) trugen, in unseren Augen “Eigenarten“ der Koreaner und wie wir damit umgehen bzw uns drauf einlassen sollten, wichtige Regeln und einfach, was es jetzt für uns bedeutete HIER zu sein und ein Teil Koreas und dessen Kultur zu werden.

An dieser Stelle beende ich erst einmal meinen Blog-Eintrag! 🙂
Ich habe noch sooooo viel zu erzählen aber finde es praktischer das Ganze etwas zu unterteilen, damit die einzelnen Sachen nicht so untergehen 😀
Demnächst hoffe ich mich also mit dem nächsten Part meiner Geschichte zu melden. Ich sage bewusst “Geschichte“, da das meiner Meinung nach ziemlich zutreffend ist – hier bin ich jetzt also und zeichne meinen eigenen Lebensweg! 🙂

Ach zum Schluss wollte ich noch sagen, dass der ein oder andere Fehler in der Satzstellung oder Rechtschreibung bitte zu entschuldigung ist – ich bin etwas aus der Übung ;P

Annyeong und bis zum nächsten Mal!
~Philine 🙂

La revedere

Timpul zboară. Die Zeit fliegt. So wie auch ich in zwei Wochen.

Eigentlich ist es recht einfach. Viel muss man nicht tun. Koffer packen, zum Flughafen, einchecken, einsteigen. Dass ich nicht für immer bleiben werde, war ja sowieso von Vornherein klar. Jetzt ist es bald so weit. Es gab Zeiten, da habe ich die Tage gezählt, bis es so weit ist und Zeiten, in denen ich vergessen hatte, dass das hier nur vorübergehend ist und nicht schon immer so war. Es ist seltsam, dass es bald soweit ist. Bald ist es vorbei. Bald geht es nach Hause. 

Wenn ich hier in Rumänien von zu Hause rede, dann meine ich damit mein zu Hause in Rumänien. Meine Gastfamilie, das Haus, in dem wir leben, die Bushaltestelle, an der ich so oft auf die 5-40 warte, ohne zu wissen, wann genau sie kommen wird, die Straße, in der wir wohnen, und ihre Straßenhunde, die mich, gemeinsamen mit allen anderen Hunden in der Umgebung, des Öfteren um den Schlaf gebracht haben.

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Anfang des Monats war das Re-Entry Seminar in Bukarest. Mein letztes Seminar hier in Rumänien, auf dem wir nicht nur die Hauptstadt kennengelernt haben, sondern auch auf unser Austauschjahr zurückgeblickt haben und auf die letzten Wochen im Austauschjahr und die Zeit nach unserer Ankunft in Deutschland vorbereitet wurden. Die letzten Wochen sind schwierig. Wenn auch vielleicht nicht unbedingt die schwierigsten. Das, was sie schwierig macht, ist der Druck, alles zu machen, was man unbedingt noch gemacht haben will und jeden zu treffen, von dem man sich verabschieden will und, dass man, auch ohne zu zählen, genau weiß, wie viele Tage man noch hat, wenn man nur auf das Datum guckt; der Druck, dass man noch mehr in seinen Koffer stopfen muss, als auf der Hinreise und, dass man schon die ersten Pläne für nach dem Austauschjahr hat und damit plötzlich wieder in dem undefinierten Raum zwischen zu Hause und zu Hause 2.0, zwischen Austauschjahr und Nicht-(mehr)-Austauschjahr, schwebt.

Wenn ich hier des Nachts so sitze und diesen Blogeintrag schreibe, scheint es mir offensichtlich. Aber ansonsten ist dieser Druck für mich eher dumpf und unterbewusst. Zur Zeit ist ja aber auch noch alles normal. Noch ist Schule, noch ist Alltag. Rumänischer Alltag. Natürlich merkt man, wenn sich das Schuljahr dem Ende zuneigt, aber das Ende eines Schuljahres ist natürlich nicht so dramatisch wie das Ende eines Austauschjahres. Ich habe das Glück, dass der letzte Schultage ganze zwei Tage vor meiner Abreise ist, wodurch ich noch eine unvorstellbare Menge an Zeit, besser gesagt gar keine, mehr habe. Aber naja. Immerhin bin ich hier in Rumänien. Da wird in der letzten Schulwoche wohl kaum noch irgendjemand anwesend sein….

Es gäbe noch so viel zu sagen. Aber so wenig lässt sich tatsächlich in Worte fassen.

In diesem Sinne,

La revedere!

Die Zeit läuft ab…

Korea, den 12. Juni 2016

Wieder ist so viel zeit vergangen und in einem Monat heißt es: Aufwiedersehen Südkorea und hallo Deutschland.

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass das Auslandsjahr wirklich wie eine Achterbahnfahrt ist. Jeder Tag ist ein Auf und Ab der Gefühle!

In der einen Sekunde liegt man im Bett und möchte einfach nur nachhause. Man vermisst die Routine, die Sicherheit und die Eintönigkeit des Lebens, dass man in seiner Heimat hatte.

Doch in der nächsten Sekunde will man gar nicht wieder weg. Die Freunde, die Familie, das Essen, die Sprache und noch so vieles mehr.

Ich habe meine Gastfamilie sehr lieb gewonnen und auch in der Schule habe ich richtig gute Freunde gefunden, die ich nicht zurück lassen möchte.

Auch ist mein Koreanisch gut geworden und die peinlichen Stillen sind verschwunden.

Die Vorstellung davon, in Deutschland alles langsam zu vergessen, macht mich wirklich traurig und frustriert mich auch.

Ich könnte jetzt schon wieder eine Träne drücken, wenn ich nur daran denken muss.

Natürlich gibt es den berühmten Spruch: “It’s not a goodbye, it’s a see you later.

Aber auch wenn man zurückkommen sollte, wird es doch nie so sein, wie es in diesem einen Jahr war.

Dies zu realisieren, hilft zwar nicht wirklich gegen die Trauer, aber man lernt die letzten Momente noch richtig zu genießen und auch die kleinsten Ding zu wertschätzen.

In meinem ersten Blogeintrag habe ich mir sehr viele Gedanken über meine Auslandsjahr gemacht. Ich war nervös, aufgeregt und hatte auch etwas Angst vor dem Kommenden.

Ich habe mir die Frage gestellt, wie der Kulturschock aussehen könnte oder besser gesagt, wie er sein wird.

Ich finde aber, dass hier das Wort Kulturschock nicht wirklich passt. Nennen wir es lieber Kulturunterschied.

Erst jetzt in meinen letzten Monaten ist mir aufgefallen, was vielleicht mit der größte Unterschied für mich gewesen ist.

Ich hatte es nie wirklich wahr genommen, da ich viele zu überwältigt von allem Neuen gewesen bin. Und auch sehr auf mich selbst, meine Bedürfnisse und Sorgen, konzentriert war, als dass ich mich um meine Umgebung und die Menschen um mich herum gekümmert habe.

In Korea und generell in Asien ist es sehr wichtig das Gesicht, des Gegenübers zu wahren. Was das heißt, habe ich vor meiner Zeit in Korea nicht wirklich verstanden.

Wenn du zu jemanden nachhause gehst, wird erst sicher gestellt, dass auch jeder damit okay ist. Man geht eigentlich nicht einfach mal spontan zur Freundin nachhause. Meist trifft man sich draußen irgendwo. Geht shoppen, isst viel zu viel oder guckt einen Film.

Wenn es dann doch so weit kommt, dass man zu einem nachhause geht, dann muss es erst mit dem kompletten Haushalt abgesprochen sein. Wenn nur einer etwas dagegen hat oder sich unwohl fühlt, dann wird aus dem Hausbesuch nichts.

Es liegt ein gewisser Druck auf dem Gastgeber, dem Gast es besonders recht zu machen, was schnell in eine unbehagliche Stimmung resultiert.

Des weiteren ist mir aufgefallen, dass wenn besonders ältere Menschen nach der eigenen Meinung fragen, dann ist die wirklich Meinung eigentlich nicht wirklich interessant.

Fragt also jemand: „Wie gefällt dir die Schule? Macht es Spaß?“

Dann sagt man nicht: „Es tut mir leid, aber ehrlich gesagt ist Schule sehr langweilig… Ich habe nichts zu tun und verstehe den Unterricht auch nicht.“

Stattdessen sagt man mit einem höflichen Lächeln: „Ja Schule macht sehr viel Spaß und der Unterricht ist auch sehr interessant.“

In diesem Fall ist eine Lüge, die erwartet wird um das Gesicht des Gegenübers zu waren.

Diese habe ich am Anfang nicht wirklich verstanden, da uns in der Schule beigebracht wurde, unsere Meinung zu sagen und Dinge zu hinterfragen. Doch dies sind Kulturunterschiede, die man verstehen und respektieren sollte. Denn rum zu laufen und zu denken, dass die eigene Kultur die Richtige ist und alles um einen herum falsch ist, ist auch nicht der richtige Weg.

Was auch noch eine Unterschied zu Deutschland ist, ist das Wetter hier.

Denn nun ist es auch schon gefühlt Sommer in Korea.

Der Wechsel vom kalten, kahlen und sehr deprimierenden Winter zum lauwarmen, blühenden Frühling, war wirklich ein sehr schönes Naturschauspiel.

Es blühten überall die Kirschblüten Bäume, was man in Deutschland in dieser From nicht zu sehen bekommt.

Es hingt ein dauerhafter süßlicher Duft von den Kirschblüten in der Luft und das Leben wurde wieder farbenfroher in Korea.

Wie schon gesagt ist es jetzt schon Sommer in Korea.

Die Leute sitzen draußen und man kann im Rock und T-shirt aus dem Haus gehen.

Langsam wird es jedoch sehr schwül hier und die Klimaanlagen werde aufgedreht.

Hohe Temperaturen und sehr hohe Luftfeuchtigkeit machen es nicht gerade zu einem Vergnügen sich draußen aufzuhalten. Doch überleben tut man es trotzdem.

In meinen jetzt 10 Monaten wurde mir oft gesagt, dass ich mich verhalten wie eine Koreanerin, rede wie eine Koreanerin und manchmal auch so aussehen.

Ich glaube, ich kann jetzt wirklich sagen, dass Korea mit all seinen positiven, aber auch negativen Seiten ein Teil von mir geworden ist, denn ich hoffentlich für einen sehr, sehr lange Zeit beibehalten werde. Auch wenn es wieder zurück nach Deutschland geht.

Zwar ist die Zeit noch nicht gekommen, um ein richtiges Fazit über mein Jahr hier in Südkorea zu ziehen, doch trotzdem kann jetzt schon sagen, dass ich sehr viel über mich selbst gelernt habe.

Wie wichtige Respekt gegenüber anderen Mensch ist und was für ein Unterschied ein einfaches Lächeln in der Kommunikation zwischen zwei Menschen macht, auch wenn sie aus zwei sehr unterschiedlichen Kulturen kommen.

Es auch einfach mal machen, als ewig darüber nachzudenken, was passieren könnte oder was richtig oder falsch ist.

Aus Fehlern lernt man, denn man bewegt sich nämlich nicht wirklich vom Fleck, wenn man immer nur darüber nachdenkt: was wäre, wenn?

Ich weiß… Ich als eine 17 jährige mit so viel Lebenserfahrung (sarkasmus) kommt jetzt mit ihren Lebensweisheiten, aber in diesem einem Jahr habe ich so viel erlebt, wie gefühlt in meinem ganzen bisherigen Leben nicht. Ohne übertreiben zu wollen, kann ich hier wirklich sagen: Ich spreche aus Erfahrung.

Alles liebe aus Korea

Maxi