Lang ist’s her!

Hallo 🙂

Es ist mir fast unangenehm mich wieder zu melden,so lange war hier Funkstille. Nach Weihnachten habe ich erstmal ganz schön viel um die Ohren gehabt und bin auch immer noch total bechäftigt!!

Also, ich hatte total schöne Weihnachten mit der Familie und Tante, Onkel und Familie. Es war wirklich schön und ich habe echt nicht damit gerechnet so toll beschenkt zu werden!! Silvester waren Freunde der Familie da, die einen 5-jährigen Sohn haben, ich also nach fünf Minuten seine aaaallerbeste Freundin und Spielkameradin war 🙂 Wir haben die Neujahrsrede der Königin angehört und sind ganz traditionell um 00:00 Uhr vom Sofa gehüpft, symbolisch ins neue Jahr 🙂 Wir sind allerdings eine Minute zu früh gesprungen, da im Fernsehen ein “Ping” erklang und wir davon ausgingen dass es zwölf sei haha! Leider waren deii Austern die wir am Abend gegessen hatten mit einem Virus infiziert, da half es wenig dass mein Gastpapa die einen Tag vorher auf Fanø frisch gesammelt hatte… Leider lag die ganze Familie dann erstmal die folgenden zwei-drei Tage vollkommen flach und es war nicht unbedingt wie man sich den Anfang eines neuen Jahren vorstellen würde… 🙂

Ich habe in den Ferien neben den Feiertagen auch noch eine zweite zeitaufwendige Aufgabe gehabt. Ein Prom-kleid nähen! Ich hatte mich kurz nach meiner Ankunft für das grooosse Musical fü die Kostümleute eingetragen. Damit sind wir dann ein bisschen vor den Weihnachtsferien in Gang gekommen. Nach den Ferien war dann jedes Wochenende Proben etc. Also echt viel los!!

Trotz allem war ich an einem Samstag-Sonntag (glaube das ist jetzt so 3/4 Wochen her) mit Lucca bei Laura und wir hatten es echt schön im regnerischen und windigen Kopenhagen und Stenløse. Das Wochenende danach, vorletztes Wochenende, war Lucca alleine bei mir. Das war super schön, da sie schon am Freitag Abend gekommen war, das wir echt das gesamte Wochenende hatten. Wir haben wie die Wilden gebacken und wir waren in der Schule, in Mission für das Musical! 😉

Letztes Wochenende war dann ein YFU-Treffen der Sjælland-Zone, und da Laura auch da drinnen wohnt war sie auch da. Ich hatte morgens mit miener Gastmama und -Schwester den Zug nach Kopenhagen genommen, wo wir dann alle anderen getroffen haben und dann um zehn den Zug nach Malmø genommen haben. Also einmal über die grosse Brücke nach Schweden. Wir waren in dem süssesten Park den ich je gesehen habe Schlittschuh laufen und haben danach alle zusammen soooo lecker Vietnamesisch gegesssen. Dann hatten alle gut zwei Stunden zum erkunden der Stadt und ein bisschen Bummeln. Laura und ich sind in die Altstadt gelaufen und haben Schaufenster.geguckt 🙂

So und nun das Highlight. Gestern Abend war die grosse Premiere des Musicals. Wie spielen Grease! Unser Theatersaal ist echt unglaublich gross und hat Platz für bestimmt 700-800 Leute, rote Sitze und super professionelle Licht- und Soundanlagen. Montag, Dienstag und gestern war viel zu tun und es war sooo schön mit all den lieben Leuten und so. Ich hatte gestern vor und während der Vorstellung als Kostümperson wenig zu tun, deshalb habe ich beim Haare-locken und Schminken geholfen und zugesehen. Da hinten in den suuper coolen Umleideräumen Lautsprecher waren, konnten wir die ganze Zeit hören was auf der Bühne passier und konnten mit voller Inbrunst mit singen und tanzen und hatten eine kleine Party in den Schminkeräumen haha 🙂 🙂 Ich habe so viele tolle Leute dadurch kennengelernt und hatte gestern einen so schönen Abend, dass ich den echt so schnell nicht vergessen werde. In meinem Kopf shwirren immer noch “…Freddie my Love, tears on my pillow, born to the hand-jive …” herum und ich summe eine Mischung aus allen Liedern 🙂 Es ist so witzig, Leute die man sonst so auf den Fluren trifft, plötzlich mit einer atemberaubenden Stimme auf der riesen Bühne zu sehen 🙂

So, das war es auch schon wieder, Freitag und Samstag ist wieder Vorstellung und ich freue mich wie wild,

Bis dahin,

Lilli 🙂

Una despedida con puntos suspensivos – esto no es el fin

Wie einige von euch wahrscheinlich schon wissen, bin ich seit Sonntag dem 25.01.2015 wieder in Deutschland. Viele von euch fragen sich jetzt bestimmt warum so früh und ob ich abgebrochen habe, jedoch war der frühzeitige Rückflug nicht meine Entscheidung, sondern ich wurde von meiner Organisation, nach der Halbzeit, gezwungenermaßen hierher nach Deutschland geschickt. Doch wie kam es dazu?

Am Dienstag, der vergangenen Woche, bekam ich die bestimmt schlimmste Mitteilung meines Lebens; “Amina, du musst früher nach Hause, dein Flug wird noch diese Woche gehen.”

Der Grund meiner frühzeitigen Rückreise; ich bin von der Schule geflogen, da ich gegen einige Regeln verstoßen habe die ich, aus privaten Gründen, ungern ins Detail beschreiben möchte. Und jetzt würde mich in ganz Ecuador keine Schule mehr für das ganze Schuljahr mehr annehmen und da mein Visum von dem Schulbesuch abhängig ist sollte es also nach Hause gehen und mein großer Traum “Auslandsjahr” sollte vorbeigehen und das schon nach 5 Monaten.

Worte können nicht beschreiben, wie ich mich in dem Moment gefühlt habe als mir diese Worte zu Ohren kamen und gleichzeitig Tränen aus meinen Augen schossen und sich mein ganzer Körper anspannte und sich nicht mehr unter Kontrolle hatte. Ich versuchte mir einzureden, dass das alles nur ein Traum ist, dass mein Jahr nicht nach 5 Monaten enden kann, da ich doch noch mehr als die Hälfte meiner Zeit vor mir hatte – sogar um einen Monat verlängern wollte um den Abschluss meines Kurses mitzuerleben und daraufhin mit ihnen zum Strand fahren wollte. Doch es war kein Traum – all dies war pure Wahrheit und ich musste es so hinnehmen, ob ich wollte oder nicht.

Also ging es ab nach Hause, zu meiner Gastfamilie bei der ich nun 3 Monate gelebt hatte, um meinen Koffer zu packen und zu meinem Area Rep zu fahren um mir eine Unterkunft für die kommenden Tage zu suchen. Mit viel zu vollem Koffer, zwei Rucksäcken und 3 Plastiktüten ging es dann in das Büro der YFU Mitarbeiterin. Unter Tränen und zitternd verabschiedete ich mich vorher noch von meiner Gastschwester, die in den 3 Monaten zu meiner zweiten Hälfte geworden ist und die genauso fertig war wie ich, und meinen Gastgroßeltern bevor es mit meinen Gasteltern zum Büro ging.

Im Büro von YFU angekommen und völlig fertig mit den Nerven stand noch der schmerzhafte Abschied von meinen Gasteltern an, die mir, ebenfalls unter Tränen, gesagt haben ich soll mich regelmäßig bei ihnen melden und von mir hören lassen, da ich mittlerweile wie ihre dritte Tochter sei und sie mich unendlich lieben.

Sobald meine Gasteltern gegangen waren sprach mein Area Rep noch ein bisschen mit mir und suchte mir dann, während ich draußen ein bisschen durch die Gegend gelaufen bin um mich zu beruhigen, eine Unterkunft in dem Haus des Area Reps von Ambato, einer Stadt 1 Std. südlich von Latacunga, meiner zweiten Heimat. Es war 19:30 Uhr als mein Taxi ankam um mich wegzubringen in meine neue Heimat, bis mein Flug zurück nach Deutschland gehen würde.

Angekommen in Ambato kamen mir wieder die Tränen aus den Augen geschossen, denn nun war es klar; ich würde definitiv nach Hause fliegen.

Nun bin ich also schon seit Sonntag Abend wieder hier in Hamburg, bei meiner Familie. Die erste Zeit war es ein bisschen schwer sich wieder anzukommen und sich an das alte und jedoch neue Zuhause zu gewöhnen, doch meine Familie und Freunde hier geben sich die größte Mühe mir die erste Zeit hier leicht zu machen.

Nächste Woche fängt dann auch schon wieder die Schule für mich an – so ganz ohne Uniform und morgendliche Aufstellung auf dem Schulhof.

Ich hatte, in Ecuador, die bisher schönste Zeit meines Lebens und bin froh wenigstens 5 Monate gehabt zu haben. Ecuador ist jetzt schon ein Teil von mir und meine zweite Heimat. Das Land hat mich vom ersten Tag an mit seiner Freundlichkeit, seinen Straßenfesten und der offenen und warmherzlichen Kulter fasziniert und mir innerhalb von kürzester Zeit eine neue Welt gezeigt die sich in mein Herz eingepflanzt hat.

Und auch, wenn ich unglaublich traurig bin wie alles geendet hat bin ich überglücklich Ecuador nun für den Rest meines Lebens in mir zu tragen.

Bereits jetzt schon plane ich im Sommer wieder für 2 Monate rüberzufliegen und meine Zeit dort “fortzuführen”. Bis dahin verabschiede ich mich erstmal und überlasse nun meiner Freundin Vanessa  alleine die Aufgabe Berichte aus dem schönsten Land der Welt zu schreiben.

Eure Amina.

Bergfest

Wer kann das glauben? Ich habe schon mein Bergfest gefeiert und bin schon knappe 6 Monate hier!…Unglaublich. Bin ich nicht erst vor ein paar Wochen gekommen? Am Wochenende hatte ich schon mein Mitteljahrseminar in Anjala im Osten Finnlands. Es war echt schön noch mal alle wieder zu sehen und manche das letzte mal, denn das Seminar am Ende ist in Regionen aufgeteilt und am YES werden auch nur alle Europäer teil nehmen.

Ich habe mich jedoch schön länger nicht gemeldet. Ja auch Weihnachten habe ich gut überstanden, auch wenn ich erst etwas sorge hatte. Dazu habe ich aber einen ausfürlichen Blogpost auf meinem anderen Blog geschrieben.

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Auch den Weihnachtsmann bin ich begegnet und das sogar Zuhause auf dem Sofa, jedoch werde ich ihn auch hoffentlich bald in Lappland besuchen. 😉

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Ein Muumitalo (Muumi Lebkuchenhaus) wurde mit der Gastfamilie gebaut.

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Lichter auf dem Friedhof bei -17 grad angezündet … und noch sooo viel mehr.

https://mairagoestofinnland.wordpress.com/2014/12/27/joulu-weihnachten/

 

Den Rest der Weihnachtsferien habe ich im nördlicheren Teil Finnlands verbracht. In Oulu, dort habe ich eine Freundin besucht.

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Noch mehr Schnee als hier unten im Süden.

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Und natürlich eine Sightseeingtour durch Oulu, mit leckerem Essen und shopping.

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Und mit Silvesterknallern haben wir das alte Jahr verabschiedet. Das Jahr 2014, das erste halbe Jahr des Auslandsjahres. Ja dieses Jahr geht es wieder nach Hause, ich gehe jedoch mit einem weinenden und einem lächenden Auge darauf zu und möchte noch gar nicht ans Abreisen denken und zum glück habe ich noch 5 Monate, die ich auf jeden Fall genießen werde. Und das beste raus mache und auch noch mein finnisch verbessern werde. Finnisch ist echt eine schwere Sprache, ein paar der Austauschschüler haben es geschafft sich mit ihr aqnzufreunden. Ich kämpfe allerdings noch etwas. Durch meine beiden Gastschwestern rede ich zwar schon recht viel, jedoch ist es gemütlicher und einfacher einfach Englsich zu reden. Ich verstehe mittlerweile jedoch sehr viel und versuche auch immer mehr zu sprechen. Auch wenn das auch bedeutet seine Angst zu überwinden und einfach zu sprechen.

Ich habe auch noch gar nicht von meinem Treffen mit einem finnischen Popstar erzählt. Ein 16 jähriger Junge, Star aller Teenis. Ich habe mich von einer Freundin überreden lassen mit ihr aufs Konzert zu gehen. Und es war echt cool. Da wir früh da waren sind wir durch einen special Eingang gekommen und standen in der 1. Reihe. Das heist das wir ihn sogar berührt haben. Natürlich habe ich ganz viele Fotos gemacht, obwohl er sich sehr viel bewegt hat, habe ich echt super Fotos hinbekommen.

Robin

Robin

Hier auch mal ein Video, ich hoffe das kann man in Deutschland öffnen:

Ich befinde mich zurezeit in der Testwoche, heute hatte ich einen Englischtest und morgen Kunst. Gestern hatte ich nur Tanzstunden, denn in 2 Wochen ist unser Vanhohintanssi, ein Ball. Ich habe mir letztens auch ein Prinzessinenkleid gekauft, dafür sind meine Gastmama und ich extra nach Helsinki gefahren. Fotos dazu gibt es aber erst nach dem Tanz. Und am Montag hatte ich eine Test in Fotografie, das jedoch ziemlich schwer war, da mir auch die englischen Wörter zu dem Thema nicht vertraut sind.

Gleich werde ich noch zum finnischkurs gehen, denn ich gehe jetzt zwei mal die Woche abends, in (Robins-) Schule 😀 zu einem finnisch Kurs. Das macht echt total spaß und ich lerne auch sehr viel.

Ich entschuldige mich auch für Rechtschreibfehler, aber Deutsch ist echt schwer, letztens in einem Deutschtext war ich nur am radieren da mir die Formulierungen schwer vielen und oft fallen mir Wörter einfach nicht mehr ein.

Das nächste mal werde ich mich nach dem Vanhattanz und nach der Lapplandreise, die ich sofort danach starten werde, melden. Noch kurz zum Wetter es ist um die 0 grad und irgendwie kann es sich nicht zwischen Schnee und Regen entscheiden.

winter verkleinert

Časd utiká! oder: Die Zeit rennt viel zu schnell davon..

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht: jetzt war schon Weihnachten, die halben Ferien sind herum und bald beginnt das nächste Jahr. Die Weihnachtszeit war leider wenig entspannt, in der Schule war ziemlich viel los, an einem Tag hatte ich drei Konzerte, bei denen ich Klarinette gespielt habe und dazu kam natürlich noch das Geschenkesuchen. Das Letztere betrifft nicht nur meine Gastfamilie und Freunde hier, sondern auch nach Hause habe ich (leider ein wenig sehr verspätet..) ein kleines Päckchen geschickt. Aber Weihnachten hier in Tschechien habe ich insgesamt sehr genossen. Meine Gastmutter hat sich riesig gefreut, als ich zwei Wochen vor Weihnachten die Entscheidung getroffen hatte, an Weihnachten (und den folgenden zwei Feiertagen!) Fleisch zu essen. Nachdem ich zugegeben einige Albträume davor hatte, fiel es mir besonders am Heiligabend selber relativ leicht, Karpfen, Wurst, Schnitzel, Kartoffelsalat und noch einiges mehr mitzuessen. Danach war ich allerdings auch wieder ziemlich froh, darauf verzichten zu dürfen..
Aber ich möchte meine diesjährigen und auf jeden Fall auch einmaligen Weihnachten noch genauer beschreiben, denn es gibt einige tschechische Traditionen, die ich so in Deutschland nicht kannte. In Tschechien kommt „Ježíšek“ – das tschechische Christkind – wie in Deutschland am 24.Dezember abends. Zum Frühstück gibt es selbstgebackene „vánočka“ (ein süßes Hefeteigbrot) und schon morgens ist für eine Person mehr gedeckt. Das gehört hier zu Weihnachten, wir hatten bei jeder Mahlzeit einen Platz mehr gedeckt und eine Portion mehr eingeplant, falls ein Gast kommen sollte. Insgesamt wird über den Tag kaum etwas gegessen, zu Mittag nur eine kleine Suppe, denn man sollte unbedingt zu Abend Hunger haben: hier wird nämlich gesagt, an Weihnachten sollen 9 oder 12 verschiedene Essen auf dem Tisch stehen (die zweite Zahl kommt von den 12 Aposteln, den 12 Monaten…) und so sah das frühe Abendessen dann bei uns auch aus:). Aber davor waren wir noch draußen, um einen kleinen Spaziergang zu machen und den Waldtieren auch ein kleines Weihnachten zu bescheren und ihnen Dinge wie Äpfel, trockenes Brot, Karotten und Ähnliches zu hinterlassen. Zu Abend gab es dann, was sehr typisch ist, Karpfen mit weiteren vielen Essen. Als Zeichen des Glücks lag unter jedem Teller eine Fischschuppe, die man sich danach in den Geldbeutel steckt. Nach dem Essen haben wir dann noch Äpfel horizontal aufgeschnitten, um zu schauen, wie das nächste Jahr wird – wenn beim Aufschneiden das Kerngehäuse die Form eines Sterns hat, wird es gut. So ähnlich galt das auch für die Nüsse, die wir geöffnet haben: wenn sie gesund sind, wird auch das Jahr „gesund“. Zuletzt haben wir halbe Nussschalen in einer Wasserschale schwimmen lassen und dann besprochen, wie sie sich geordnet haben und was das für das nächste Jahr bedeutet. Am Ende gab es dann natürlich Bescherung und unter dem Baum lagen eindeutig viel zu viele Geschenke von meiner Gastfamilie für mich. Ich habe mich natürlich gefreut, hatte aber niemals so viel von ihnen erwartet oder gewollt. Zum Glück hatte ich aber auch etwas für sie und mein schlechtes Gewissen war nicht mehr so riesig;). Nach den Geschenken gab es noch ein zweites Mal Abendessen und später am Abend waren wir zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen noch in der Kirche in unserem kleinen Dorf. Sehr voll war es allerdings nicht und nach einer Stunde waren wir wieder zu Hause.

Auf dem Bild könnt ihr einen Teil unseres Weihnachtsessens nach dem Essen sehen;):

tschechien_6_Weihnachtsessen
In den folgenden zwei Tagen waren wir viel mit der hier wohnenden Verwandtschaft zusammen, wir gingen zu Besuch oder jemand kam zu uns. Es gab weitere Geschenke, es wurde viel gegessen und Eierlikör getrunken. Letzteres wird hier in jedem Haushalt zu Weihnachten selbstgemacht und das in verschiedenen Sorten. Was hier Weihnachten auch sehr prägt, sind „pohádky“, die Märchen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit im Fernsehen laufen. Da es unzählige tschechische Internetseiten gibt, auf denen man sich Filme kostenlos ansehen kann, weiß ich schon, was mich nächste Weihnachten erwartet:). Wir haben teilweise schon über vierzig Jahre alte Filme gesehen, aber ebenso neue; Zeichentrickfilme, aber vor allem normale Spielfilme, aber das Wichtigste: sie waren meistens original tschechisch (ein paar auch aus dem Englischen, wie zum Beispiel „Kevin – Allein zu Haus“, und einer der großen Klassiker („mrazák“) ist aus dem Russischen übersetzt). Was mich gefreut hat, war, dass ich einen slowakischen Film fast genauso gut verstanden habe wie die tschechischen:). Die Sprachen sind sich echt noch ähnlich genug, dass es zwar einige unterschiedliche Wörter gibt, man sich aber gegenseitig verstehen kann. Da wir also einige Zeit vor dem Fernseher verbracht haben, konnte ich mich mal wieder dem Häkeln widmen und habe mir passend zum Winteranfang Handschuhe gehäkelt:). Hier hat es nämlich kurz nach Weihnachte das erste Mal so geschneit, dass der Schnee liegen blieb und ich mich darüber sehr gefreut habe. Von hier aus haben wir es nicht weit zur ersten Piste und wir planen schon das zweite Mal (ja, wir waren sogar schon einmal!) Skifahren.

Von einer weiteren, wenn auch kleineren Feierlichkeit muss ich noch erzählen: von meinem tschechischen Namenstag. Dieser war genau am 4-Monate-Jubiläum, dem 21. Dezember und in Tschechien ist der Namenstag fast so wichtig wie der Geburtstag. Ich habe allerdings nicht einmal gewusst, dass ich an diesem Tag Namenstag hatte und meine Gastfamilie hat mich richtig schön überrascht. Es gab ein paar kleine Geschenke und danach sind wir alle zusammen auf den „Weihnachtsmarkt“ in Broumov, der Stadt, in der ich auch zur Schule gehe, gegangen. Auch der Nachmittag verlief schön und der Tag gehört auf jeden Fall zu einem, an den ich mich gerne erinnern werde.

Da ich diesen Blogartikel ein bisschen in Etappen schreibe, muss ich euch noch von unserem Krakau-Besuch mit YFU erzählen. Wir „Tschechen“, zwei Mexikanerinnen (von denen eine im YFU-Büro arbeitet), eine Thailänderin und mit mir zwei Deutsche, haben uns schon am Tag vorher in Prag getroffen und sind nach knappen zwei Stunden Schlaf am nächsten Morgen um vier aufgestanden, um unseren Zug zu nehmen. In Polen haben wir uns dann mit den jetzigen Austauschschülern in Polen getroffen, die uns auf ihr Mid-Year-Seminar eingeladen hatten. In den drei Tagen in Krakau haben wir Tourismus gemacht, polnisches Essen (wie Piroggen oder Süßigkeiten) probiert und sind auch zu einer mehr als dreistündigen Führung nach Auschwitz gefahren. Allgemein konnte man beim Lesen durch die Tschechischkenntnisse einiges Polnisches verstehen, doch bei Unterhaltungen hat es kaum geklappt! Polnisch ist für mich eine Singsangsprache mit Zischlauten, die sehr seltsam aufgeschrieben werden. Für manche Laute hat man im Tschechischen einen Buchstaben, aber im Polnischen vier… Die Reise war sehr schön, es hat so viel Spaß gemacht, sich mit den anderen Austauschschülern auszutauschen und ich galube, wir haben es alle richtig genossen.

Links: Wir vier “Tschechen” in Krakau:). Daneben könnt ihr eine tschechische Spezialität sehen, die sich “trdelník” nennt und man überall in Prag kaufen kann.

tschechien_6_Krakau     tschechien_6_trdelník

Ansonsten gibt es dieses Mal gar nicht so viel Neues, ich habe mich eingelebt, meine Klasse ist weiterhin einfach super und mit der Familie läuft es auch gut. Inzwischen weiß ich schon meine Rückreisedaten und irgendwie macht mich das schon traurig. Aber ich sollte nicht die Tage zählen, sondern einfach die Zeit hier genießen. Manchmal habe ich das Gefühl, ich würde das Jahr nicht voll und ganz ausnutzen, aber ich glaube, das gehört vielleicht auch dazu. Insgesamt sitze ich ja wenig auf meinem Zimmer und langweile mich, also kann es so schlimm nicht sein;).

Ich wünsche euch allen, wenn auch ein bisschen verspätet, „šťastný nový rok“ und dass ihr es genießt,
Eure Natalie

3 Monate voller Veranstaltungen, Feiertage und Reisen

Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ihr von mir so lange nichts mehr gehört habt. Denn die letzten 3 Monate war sehr ereignisreich, wie ihr später noch feststellen werdet. Dennoch waren sie für mich nicht die Leichtesten meines Lebens. Man muss sich überwinden, wächst über sich hinaus, lernt unglaublich viel und auch wenn jede Situation besonders ist, gibt es auch Zeiten, da möchte man seine Bettdecke einfach über seinen Kopf ziehen und einfach im Bett liegen bleiben.
Pünktlich zum neuen Jahr habe ich beschlossen den Blog für YFU wieder regelmäßiger zu schreiben und besonders die kommenden Austauschschüler für das Schuljahr 2015/2016 auf ihre großartige Reise vorbereiten und einstimmen. Ich sag euch: Vor euch Glücklichen liegt eine großartige Zeit und ein großes Abenteuer.
Ich sitze hier an meinem Fenster im fernen Virginia und genieße wie die Sonne in mein Zimmer scheint. Meine Gedanken schweifen über meine letzten 4 Monate, die ich hier schon verbracht habe. Wie ich mit Schrecken festgestellt habe, habe ich bereits nächsten Monat Halbzeit! Dabei kommt natürlich auch der Gedanke auf: Was habe ich den schon erlebt bisher und was ist denn passiert seit dem?
Die Antwort: Eine ganze Menge!
Angefangen hat es mit meinem Geburtstag und meinem Geburtstagsgeschenk. Meine Gasteltern fuhren mit meiner Schwester, ihrer Freundin und mir nach Washington D.C. Beeindruckt vom Kapitol, dem Weißen Haus und allen Gedenkstätten und Memorials, werde ich diesen Ausflug in die Hauptstadt Amerikas ganz bestimmt nicht vergessen. Weiter ging es Ende Oktober mit einem Konzert der Lieblingsgruppe meiner Gastmutter und den Zwischenwahlen am 4. November. Es war unglaublich spannend mit zu erleben, wie die amerikanische Politik funktioniert, wofür die einzelnen Parteien stehen und wie sich das gesamte System von dem Deutschen unterscheidet.
Darauf folgte Mitte November mein aller erster Auftritt als Cheerleaderin. In meinem kurzen blauen Rock und meinen Pom-Pons stand ich mit den andern Cheerleaderinnen meiner Schule an der Außenlinie und rief: The Conquers are rocking. There is just no stoping. Und immer so weiter und weiter. Mittlerweile kann ich die Cheers unserer Schule ganz gut und habe mächtig Spaß daran unsere Basketball Teams zu unterstützen und an zu feuern.
Mitte November waren dann auch meine ersten richtigen Ferien und Thanksgiving. Es ist einer der ältesten Tradition Amerikas. Gemeinsam mit Familienfreunden und viel, sehr viel Essen feierten wir das Fest der Dankbarkeit. Und dann war auch schon wieder der gefürchtete Dezember. Der letzte Monat des Jahres vor welchem ich echt Angst hatte. Im Nachhinein war er der beste bisher. Angefangen hat er mit lieben Packet aus Deutschland voller Spekulatius und wunderbarem Lebkuchen. Die Wochenenden darauf waren genauso stressig wie für mich in Deutschland auch. An einem hatten meine Gastmutter und ich unseren Chorauftritt in der Kirche, wofür wir bereits 10 Wochen geprobt hatten. Das Wochenende darauf feierte meine Gastschwester ihren Sweet 16, was sehr lustig war. Und dann kam das Highlight. Klar Weihnachten, doch auch noch etwas anderes. Am Wochenende vor Weihnachten fuhren meine Gasteltern mit meiner Schwester, einer Freundin und mir nach New York. Sie erfüllten mir damit einen Kindheitstraum. Gemeinsam schoben wir uns durch die Massen von Menschen, schauten uns den bekanntesten Weihnachtsbaum der Welt vor dem Rocker Feller Center an und abends auch noch die bekannte Tanzshow der Rocketts. Am nächsten Tag folgte auch noch der größte Store der Welt-Macys- und für mich auch noch der Disneyladen. Alles in allem war es ein super Wochenende, auch wenn ich froh war, danach wieder zu Hause zu sein. Die kommenden Tage waren voller Familienbesuche, Geschenke und Skype Dates nach Deutschland. Nun war auch Weihnachten wieder vergangen und Silvester wartete auf mich und meine Familie. Ganz entspannt feierten wir mit Freunden meiner Gasteltern zu Hause.
Soo! Nun aber wieder zur normalen Geschwindigkeit. Das waren meine letzten 3 Monate im Schnelldurchlauf. Natürlich sind das nur die größeren Ereignisse. Dennoch muss ich sagen,dass beinahe jeder Tag irgendetwas Besonderes und Einzigartiges beinhaltet.
Ihr werdet bald wieder von mir hören.
Außerdem wünsche ich allen noch ein frohes, neues Jahr.
Liebste Grüße <3
Cora