Der Anfang einer Grossen Reise…

Ein letztes Mal das Gesicht der Familie. Die letzte Umarmung. Der letzte Blick. Dann verschwindet man auch schon in der Handgepaeckkontrolle. Naechstes Jahr sehen wir uns wieder. Naechstes Jahr, wie komisch das klingt. Einen Zeitraum, den sich ein Mensch mit seinem kleinen Denkvermoegen kaum vorstellen kann. So geht es zumindest mir. Ein komisches Gefuehl, glueklich und doch etwas traurig steigt man in ein Flugzeug, dass einen in eine ungewisse Zukunft fliegt. Zwar kennt man seine neue Familie schon von Bildern und E-Mails, doch ist alles andere voellig unbekannt. Man beginnt sein Abenteuer. Es ist Aufregend, fantastisch und total verrueckt, eigentlich wie ein Traum. Ein Traum der endlich wahr wird…

 

Hola a todos,

jetzt lebe ich schon seid gut 2 Monaten hier und habe es immer noch nicht geschafft euch zu schreiben. Entschuldigt vielmals! In den letzten Wochen ist einfach so viel passiert, dass ich bisher noch nicht die Zeit gefunden habe, die ganzen Geschehennisse im PC festzuhalten. Also wo fange ich denn an…Am besten mit dem Montag! Also der Montag beginnt so, wie man es aus den Schulen latainamerikas kennt: Es wird die Nationalhymne gesungen und die Nationalflagge gehisst. Am 26.09 ist hier uebrigens „dia de bandera“, „Tag der Flagge“, ein Nationalfeiertag. In der Schule wird marschiert und der Flagge werden Geschenke ueberreicht. Am Anfang als die Proben fuer das Marschieren losgingen, war das ziemlich komisch fuer uns drei Austauschschueler, aber irgendwann hat es angefangen, soetwas wie Spass zu machen, auchen wenn 1 ½ Stunden etwas anstrengend sind, aber eine Abwechslung zum Unterricht :D. Ja, genau, wir sind 3 Austauschschueler in meinem Colegio. Beide sind von der Organisation „Rotary“ und total symphatisch. Ein Junge aus Belgien und ein Maedchen (sie geht in meine Klasse und ist zufaellig auch meine Austauschcousine :D) aus den USA. Wir „Gringos“ fuehlen uns alle, glaube ich, ganz wohl in unserem Colege. Auch wenn meine Sprachkenntisse immernoch zu wuenschen uebrig lassen. Man merkt eben, dass ich ohne Vorkenntisse gekommen bin, aber ich muss sagen, ich verstehe schon deutlich mehr als am Anfang und ich liebe es Spanisch zu sprechen, auch wenn ich nicht viel sagen kann und viele Fehler mache, aber gut, aller Anfgang ist schwer, das wird schon. Ja, deshalb verstehe ich im Unterricht auch so ziemlich gar nichts. Nur in Englisch, Kunst und Sport kann ich punkten.

In der zweiten Woche war ich hier schon auf dem Imbabura. Das ist ein stiller Vulkan, nachdem die Provinz hier benannt wurde. Ich muss gestehen, ich habe es nicht bis ganz nach oben geschafft, denn der Bergsteigen in einer Hoehe von 3.000 bis 4.000 Meter ist doch deutlich anstrengender als, wie in Deutschland auf 1.700 oder so. Dieser Tag war fantastisch. Keine Wanderwege, keine Touristen, keine Menschenseele, nur meine Freunde und ich. Oh, und die Natur, wirklich einmalig! Dann haben wir auch noch den grossen Markt in Otavalo besucht. Wenn jemand von euch plant nach Ecuador zu kommen, sollte er diesen Markt auf jeden Fall gesehen haben. Viele Farben, tolle Sachen und alles so billig, wenn man es mit deutschen Verhaeltnissen vergleicht. Das bringt mich zum naechsten Punkt. Es gibt hier Obst in Huelle und Fuelle und es ist ziemlich preisguenstig. Man bekommt 20 Manderinen fuer einen Dollar. Erdbeeren das ganze Jahr und im Dezember ist Mangosaison, da gibt es einen Haufen davon fuer wenig Geld. Lecker! Das Essen schmeckt mir so gut, dass ich schon 2 kg zugenommen habe :D. Empanadas, Morocho, Fritadas,… que rico! Ach ja, letzte Woche waren wir am Meerschweinchensee. Cuicocha. Sehr schoen. Wir haben eine Bootsfahrt durch den See gemacht, war ziemlich kalt, aber traumhaft. Die Landschaft hier ist sowieso wie aus dem Bilderbuch. Ich bin jeden Tag begeistert davon. Ach ja, falls man das noch nicht aus meinem Beitrag raushoeren konnte: Ich wohne in der Sierra, also in den Anden. Und es ist einfach toll, mir gefaellt es super in meiner Stadt. Auch wenn sie viel groesser ist als meine in Deutschland, so kann ich doch schon behaupten, dass ich mich nun schon ein bisschen auskenne. Klar ich kenn nicht alles und man kann sich schnell verlaufen, aber ein paar Strassen und Parks kennt man doch schon auswendig.

Was laesst sich noch erzaehlen? Ah, das Deutsche Wetter vermisse ich so gar nicht, nachdem mir meine Mutter erzaehlt hat, dass fuer diese Woche schon Schnee angesagt ist (in den Alpen). Da kann ich nur lachen und sagen: Wir hatten heute mindestens 18 Grad, wenn nicht mehr und so ist es eigentlich das ganze Jahr. An manchen Tagen ist es ein bisschen kaelter, gerade in der Regenzeit, die gerade andauert. Aber ansonsten sind die Temperaturen relativ bestaendig, in meiner Stadt in der Sierra zumindest.

Oh, heute habe ich mein erstes Erdbeben erlebt. Und ich kann euch sagen, es ist ein wirklich komisches Gefuehl. Wie, wenn einem schwindelig ist, nur dass sich nicht nur der eigene Boden unter den Fuessen bewegt, sondern auch die Heangelampen im Flur.

Ach und ich habe angefangen Tagebuch in Spanisch zu schreiben. Das dauert immer ziemlich lange, weil ich viele Woerter nachschlagen muss, deshalb mache ich es auch nicht jeden Tag. Das Woerterbuch ist uebrigens zu meinem besten und wichtigsten Freund geworden, ich habe es fast immer dabei, obwohl es ziemlich schwer und klobig ist.

Ja, ich schaetze, dass wars jetzt mal fuers Erste. Ich wuerde gerne sagen, ich melde mich naechsten Monat wieder, aber ich moechte lieber nichts versprechen.

Entonces hasta luego

Vanessa

Manchmal hat man Vorstellungen, Träume und manchmal wacht man auf und es kommt alles anders als gedacht…

Manchmal kommt einfach alles anders….

…das muss nicht schlecht sein, es ist jedoch anders als gedacht.

Ich habe die Gastfamilie gewechselt, deswegen war es hier erstmal ein bisschen still. Denn ich habe auch den Ort und die Schule gewechselt und dann war wieder alles neu. Das natürlich auch die Gefühle wieder an den anfang bringt und das Heimweh wieder einsetzen lässt. Jedoch weis ich das es eine der besten Entscheidungen dieses Jahres war, bis jetzt war das Auslandsjahr das gegenteil von leicht und zwischendurch habe ich mich gefragt wie ich das alles schaffen soll. Doch ich habe die Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden. Danke nochmal dafür! Das ihr einfach immer für mich da seid!! <3

Als ich nach Finnland kam habe ich mich gefragt warum mich keiner Gewarnt hat, das es alles andere als leicht is, aber hat jemals jemand gesagt das es leicht wird??

Und ich habe bis jetzt schon so viel gelernt, und das kommt auch davon das nicht alles super lief. Niemand wünscht sich die Gastfamilie zu wechseln, jedoch wenn es zu dem Punkt kommt, ist es meistens das Beste und ich möchte auch verdeutlichen das ein wechsel gar nichts schlimmes ist.

Ich lebe jetzt in Turku. Und es ist wirklich sehr schön, und auch die Gastfamilie passt diesmal wirklich suuper gut! Als ich Vor knapp zwei Wochen, von Seinäjoki nach Tampere mit all meinem Gepäck in den Zug gestiegen bin, hatte ich doch ziemlich angst, denn ich wusste nicht was auf mich zukommt und ob es besser wird. Jedoch wurde ich gleich von meiner Gastmutter und meiner 9-jährigen Gastschwester herzlich empfangen. Und auch als ich Zuhause den Rest der Familie kennen gelernt habe, wusste ich das es eine gute Entscheidung war. In der Schule hatte ich erstmal einen schwierigen start, denn sie ist im gegensatz zu meiner anderen Schule seeeehr groß. Aber das Einleben braucht überall einfach ein bisschen Zeit.

In der Schule habe ich auch Fächer die mir echt spaß machen und ich hatte beim wählen, viel mehr auswahl. Ich habe jetzt Englisch, Französisch, Kunst, Musik und Deutsch.

Gestern hatte ich auch das erste mal Deutsch und das war richtig toll, das ist ein Anfängerkurs und ich habe der Lehrerin geholfen und habe die Mitschüler gefragt: “Hast du Geschwister?”. 😀

Ich habe während der Schulzeit auch einen Finnischkurs. Ich habe bis jetzt finnisch nur vom hören gelernt, ich hoffe das es jetzt vielleicht ein bisschen mehr kommt. Denn andere können es schon viel besser, aber ich mache mir gar keinen Stress und bei leichten Gesprächen weis ich auch schon worum es geht.Es braucht alles seine Zeit.

In meinen Herbstferien die allerdings nur 2 Tage + Wochenende kurz waren, waren wir im Mökki. Für mich war es das erste mal, ohne fließend Wasser zu leben und war eine wirklich tolle Erfahrung. Samstag war der beste Tag, denn der war so richtig finnisch 😀 mit Pilzen und Blaubeeren sammeln im Wald und beendet haben wir ihn mit der Sauna und mit dem Sprung ins kalte Wasser, wortwörtlich, ich und meine beiden Gastschwestern sind zweimal in das 6 grad kalte Meer gesprungen. Und aus den Blaubeeren haben wir noch einen Blaubeerkuchen (Mustikkapirakka) gebacken 🙂

Der Herbst ist dieses Jahr auch sehr schön hier, laut meiner Gastmama aber nicht jedes Jahr so schön bunt, und da bin ich wirklich dankbar das er sich dieses Jahr von der besten Seite zeigt. -> Von der Schokoladenseite 😀

Von dem Essen wollen wir gar nicht reden, es schmeckt einfach alles soooo gut und manchmal habe ich das Gefühl nicht mehr getan zu haben als gegessen.
Vor einer Woche habe ich auch mit einer deutschen Freundin Apfelstrudel gebacken, denn den kannten die hier noch nicht, kam aber suuper an. 🙂
Immoment erlebe ich sehr viele Sachen, die ich gar nicht alle erzählen kann. Aber ich bin einfach Dankbar!! Und ich versuche das Glück auch in kleinen Sachen zu sehen, wenn mich meine Gastschwestern zum Abschied umarmen, in der Schule sich jemand für mich interessier, seine deutschkenntnisse zusammen sucht und versucht mit mir deutsch zu reden, oder einfach ein kleines lächeln.

Letzte Woche Sonntag waren wir auch auf einem Kindergeburtstag, das war auch toll, lecker Süßigkeiten und Torte und die Oma des Geburtstagskindes hat auch, zum erstaunen aller mit mir deutsch gesprochen und sie hat mir sooo viel Mut gemacht und alle Leute die ich hier treffe und kennen lerne, über alle bin ich sehr froh! Wenn ich mir vorstelle jetzt in Deutschland zu sein und alle die nicht kennen zu lernen wäre es doch sehr komisch, denn das ist hier jetzt mein Leben…

Und auch um Hobbys werde ich mich jetzt kümmern, aber leider ist alles soo teuer. Und hier geht das Geld soo schnell weg, aber ich habe zum Glück kaum Langeweile, wenn ich mal ein bisschen für mich bin und mich mal in Ruhe hinsetzen kann, genieße ich es auch. 🙂
Meine Gastschwester hat auch ein tolles Hobby, sie geht Eiskunstlaufen und hatte vor einer Woche ihre erste Competition, das war sehr schön ihr und ihrem Team zuzuschauen.

Das war mal wieder sehr viel von mir. Aber nur damit ihr wisst mir geht es gut! 🙂

Bilder gibt es auf meinem Blog:  http://mairagoestofinnland.wordpress.com/2014/10/22/manchmal-hat-man-vorstellungen-traume-und-manchmal-wacht-man-auf-und-es-kommt-alles-anders-als-gedacht/

Auf der bunten Seite der Macht

หวัสดีค่ะ

Es ist wieder ein fuerchterlich kurzer Monat vor mir weggelaufen. Zeit, einen neuen Teilbericht aus der Sicht einer ฝรั่ง im fernen Thailand zu erstatten.

An dieser Stelle folgen die ueblichen Worte, also dass ich total geflasht vor lauter Eindruecken bin und so, dass mir das alles zu schnell geht, dass es zu viel gibt, um euch alles haarklein zu schildern. Wie die letzten Male auch habe ich mir ein paar fuer mich erzaehlenswerte Momente rausgepickt. Lasst euch mitnehmen auf die bunte Seite der Macht.

Eine durchaus berechtigte Frage duerfte jetzt lauten, wieso ich meinen Aufenthalt in diesem elefantenkopffoermigen Land dort drueben diesmal mit “auf der bunten Seite der Macht” betitle. Dazu habe ich einige Gruende, und die fangen jeden Montag morgen um acht Uhr an. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich naemlich normalerweise die ganze Schule schoen nach Klassen und Mattayoms geordnet auf dem Sportplatz zur Morgenansprache. Und diese widerum beginnt damit, dass die thailaendische Flagge gehisst wird und dazu die Nationalhymne gesungen wird – von allen. Es gibt Thais, die wahnsinnig gut singen koennen, auch an unserer Schule, aber dieser Moment jeden Morgen, in dem sich alle 1461 Stimmen erheben, erinnert mich doch immer an diesen Punkt in Harry Potter mit der Schulhymne, die ja jeder nach seiner Lieblingsmelodie singen darf. Gut, wir haben eine Marching Band, die unseren “Chor” begleitet, aber genau so stelle ich mir dieses Hymnesingen in Hogwarts vor. Manche meiner Mitschueler singen leise, andere sehr laut, die einen schneller oder langsamer als die anderen, und die Melodie ist zwar entfernt gleich, aber jeder singt in einer anderen Tonlage. Und in gewisser Weise ist das echt cool, weil einfach trotzdem jeder mitmacht.

Natuerlich gibt es auch haufenweise sichtbare Buntigkeiten. Mal abgesehen von der Schuluniform (die auch an anderen Schulen zumindest in Grundzuegen relativ gleich aussieht) traegt jeder, was er gerade will, und das kann vom bunt gemusterten Rock ueber die Fussballmontur bis hin zur waschechten Feiertagsklamotte sein. Eine besonders gute Gelegenheit, diese “bunte” Menschenmischung zu beobachten, bietet sich praktisch jederzeit, wenn man gerade unter Leuten ist, also auf einem Markt, wenn man Essen geht, oder auch wenn man gelangweilt im Auto sitzt und darauf wartet, dass der Stau und die roten Ampeln einem den Heimweg freigeben. Um einen rum kann man die Leute beobachten, mal laeuft ein Moench mit Laptoptasche ueber der Schulter vorbei, mal sieht man eine ganze Familie, die auf einem einzigen Motorroller durch den Verkehr kurvt und meistens nicht einmal Helme traegt – im Auto schnallen sich auch nur die allerwenigsten Leute an (so viel zu Sicherheit).

Autofahren ist generell ein sehr faszinierendes Thema fuer mich. Beispielsweise ist mir die Fahrt zu meiner Gastschwester in Bangkok mehr wie eine Achterbahnfahrt vorgekommen, was einerseits an den Bremshubbeldingern liegt, die man sehr oft auf der Strasse uebersehen hat, und andererseits an der Geschwindigkeit, sowohl in- als auch ausserhalb von Staedten. Offiziell darf man in der Stadt 50 und auf Autobahnen 120 km/h fahren; wenn es schnell gehen muss (was bei der beruehmten thailaendischen Puenktlichkeit so gut wie immer der Fall ist) dehnt man diese Begrenzungen aber gern um 20 km/h aufwaerts aus.

Sehr ueberraschend verhaelt es sich auch mit Gebaeuden. Gerade in den ersten Wochen konnte ich mich daran kaum sattsehen, vor allem an den Daechern. Wo wir in Deutschland unsere Haeuser mit Ziegeln in sehr braven Farben schmuecken, leuchtet hier und da in Thailand ein feuerrotes oder koenigsblaues Dach durch die Baeume, ich bin aber auch schon an welchen in schreiendem Gruen vorbeigekommen. Was mich auch oft ueberrascht ist die Holzhuette neben dem Herrenhaus – Thailand ist nicht nur bunt, sondern in gewisser Weise auch ein Land der Gegensaetze.

Aber zurueck zu bunt – die Kleidung ist sehr verschieden, das kann man wohl sagen. Auch gibt es ein bestimmtes Muster, wann man welche Farbe anzieht, das liegt daran, dass den verschieden Wochentagen verschiedene Farben zugeschrieben werden. Montags laufen dann immer erstaunlich viele gelbe Hemden vorbei, um nur ein Beispiel zu nennen. Was mich manchmal ein wenig wundert, ist dass in Thailand der Respekt, der einem entgegengebracht wird, ganz stark davon abhaengt, wie man ausschaut (und wie man riecht ^^). Jeder duscht hier mindestens einmal, aber eher mehrfach am Tag, und es wird nicht nur in der Schule sehr viel Wert darauf gelegt, dass alles เรียบร้อย (das beinhaltet ordentliches Aussehen und gute Manieren) ist. Dagegen ist es eine Alltaeglichkeit, zu spaet zu etwas zu kommen oder einfach mal gar keinen Plan zu haben und alles spontan zu managen. Manchmal zu spontan fuer meinen Geschmack. Dieses “spontan” reicht von einfach so mit Lehrern (fuer Deutsche undenkbar) uebers Wochenende einen Ausflug machen bis hin zu mal eben eine Rede auf Thai in die Hand gedrueckt zu bekommen, die man noch an besagtem Morgen vor einem Komitee zu halten hat. Chrm. Ich bin prinzipiell eine Person, die gern zumindest grob vorausplant, und da ist Thailand dann manchmal eine schwere Probe fuer den inneren Geduldsfaden ^^ Die Austauschlehrerin an unserer Schule aus Amerika hat mir aber einen sehr wertvollen Tip gegeben. Voraus, สบาย ist ein beliebter Ausdruck in Thai, der etwa “relaaaaaax” entspricht. Thais sind bei weitem toleranter fuer Situationen, die hohes สบาย von einem fordern als wir Westler, man kann also sagen, die “innere Sabai-Box” eines Thais ist viel grosser als die eines Farangs. Ziel in einem Austauschjahr ist es also unter anderem, seine eigene Sabai-Box zu hegen und zu pflegen, damit diese waechst und man dann auch mit solch hyperspontanen Situationen gelassen grinsend umgehen kann.

Man kann Thailand aber nicht nur Auesserlichkeiten wegen als bunt bezeichnen. Wenn man sich die Menschen und deren Gewohnheiten etwas naeher anschaut, fallen einem sicherlich erst einmal die verschiedenen Religionen ins Auge – der Grossteil der Thais sind Buddhisten (oh, und das ist der Grund fuer viele weitere Buntigkeiten, vor allem im Bereich religioese Dekoration), aber es gibt auch viele Muslime, gerade im Sueden, und Christen begegnet man auch immer wieder. Was allerdings allen gemeinsam ist, sind zwei Dinge. Erstens ist die Religion fuer alle zumindest bis zu einem gewissen Grad wichtig. Anders als in Deutschland gehoert Religion wohl fuer Thais zum Leben dazu, egal welche, aber jeder glaubt an irgendwas; Atheisten hab ich bisher noch keine getroffen. Zweitens: fast alle sind das, was man bei uns als ziemlich aberglaeubisch bezeichnen wuerde. Das heisst, Geistergeschichten sind staendig und ueberall in aller Munde und sehr, sehr viele Leute glauben auch daran. Erst letzte Woche wurde in der Bibliothek eine muntere Gruselgeschichtenrunde veranstaltet und dort war von Gespenstern die Rede, die fuer bestimmte Personen sichtbar an Strassen nach Taxis winkten, oder von japanischen Soldaten, die ab und an vor den Computerraeumen unserer Schule zu finden seien. Vor der Informatikstunde machte dann auch prompt eine Art kurze Panik die Runde. Hm. Mir wurde auch schon einige Male die Frage gestellt, ob ich an Geister glaube (und ob es denn in Deutschland viele davon gaebe), auf ein “Nein” hin folgte dann ein “warum” seitens der Neugierigen.
Es ist ausserdem so, dass in Thailand nur etwa drei Viertel der Bevoelkerung “richtige” ethnische Thais sind. Es gibt viele Einwanderer aus China, aber auch Malaysia oder Laos oder Kambodscha. Eine relativ bunte Mischung, wie man so schoen sagt; was aber sehr gut funktioniert. Mir ist noch nicht aufgefallen, dass hier irgendjemand aufgrund seiner Abstammung benachteiligt oder doof angeredet wird, ganz im Gegenteil. All diese unterschiedlichen Menschen machen Thailand wie man so schoen sagt zu einer “multi-kulti”-Gesellschaft.

Was dann auch noch eine sehr bunte Angelegenheit ist, ist das Essen (tut mir leid, aber dieses Thema muss wieder angesprochen werden ^^). Auf der Orientation-Week in Bangkok hab ich mir noch zu jeder Mahlzeit genau notiert, was da so drin war, und seitdem habe ich noch sehr viele andere unterschiedlichste Dinge probieren duerfen, aber es gibt so irrsinnig viele Gerichte, dass eine genaue Analyse von allen und jeden Tag ein Ding der Unmoeglichkeit ist. Fakt ist jedoch, alle Geschmacksrichtungen sind in saemtlichen Abstufungen vorhanden, und nicht alles, was total raffiniert aussieht, schmeckt auch so (und umgekehrt). Zudem ist es moeglich, so gut wie alle Gerichte sowohl im “high so” (Thai-Slang fuer “high society”) Sternerestaurant eines Einkaufszentrum als auch am fuer deutsche Verhaeltnisse eher schaebigen Strassenstand zu besorgen. Ich persoenlich wuerde es jedoch niemandem empfehlen, in der Mall zu essen, weil es dort meistens viel zu teuer ist und es an der Strasse aber genau so sauber und lecker ist, bloss fuer viel weniger Geld. Diesem Umstand zufolge trifft man an Staenden, an denen gutes Essen in haeufig gebrauchten und gespuelten Plastikschuesseln verkauft wird, sowohl den Businessmanager im massgeschneiderten Anzug als auch den typischen Normalsterblichen mit weniger gut bezahltem Job.

In Suedostasien ist derzeit ASEAN ein wichtiges und beinahe allgegenwaertiges Thema. Keks fuer den, der schon vorher weiss, was das ist (ich hatte bis zu meiner Ankunft in Thailand noch nie was davon gehoert). ASEAN ist die Association of Southeast-Asian Nations und in etwa vergleichbar mit der EU: zehn Staaten haben sich zusammengeschlossen, um Wirtschaft und Politik und so gemeinsam zu verbessern. Dieses “Ueber den Tellerrand schauen”, das Denken auf internationaler Ebene, wird hier in Thailand immer wieder an verschiedenen Stellen im Alltagsleben weitergegeben und vertieft, sei es in der Schule beim ASEAN-Day, wo die verschiedenen Laender vorgestellt werden und man mal die jeweilige Nationaltracht anprobiert, oder an einem Markt, wo Kinder die ASEAN-Hymne singen. Ueberall findet man ASEAN-Kalender oder Hallo in den “ASEAN-Sprachen”. Auch wird den Leuten immer weiter bewusst, wie wichtig es ist, Englisch sprechen zu koennen. Es ist bloss so, dass in den Schulen der Unterricht in den meisten Faechern sehr theoretisch gehalten ist (bei fuenfzig Schuelern pro Klasse ist viel Praxis ohnehin schwieriger als bei dreissig), in Sprachen ist das beispielsweise abschreiben und auswendiglernen. Einmal durfte ich mit einem Amerikaner Grundschueler am Englischtag animieren und mir ist aufgefallen, wenn man sie beispielsweise anstatt “how are you” “how are you today” fragt, verstehen viele das schon nicht mehr, und das ist bei vielen Phrasen (und auch nicht nur bei Grundschuelern) der Fall. Soll jetzt nicht heissen, die Thais koennen kein Englisch, aber Deutsche im gleichen Alter koennen es meistens um einiges besser. Klar, fuer Thais ist das auch viel schwieriger, aber dennoch glaube ich, dass da die Art und Weise, in Deutschland Unterricht zu halten, an vielen Stellen effizienter ist als die in Thailand.

Mal ganz nebenbei bemerkt ist Thailand in Suedostasien das einzige Land, das nie von irgendeiner westlichen Kolonialmacht erobert wurde – es gibt also auch einen Grund fuer “die Macht”. ^.^

In meinem Alltag laeuft alles “wie immer” – keine wirklich herausstechenden Ereignisse. Die letzten eineinhalb Wochen waren an meiner Schule die Midtermtests: das Schuljahr ist in Thailand in zwei Semester aufgeteilt und am Ende jeder Haelfte ist einmal geballte Examenwucht. Obwohl ich nur in Englisch und Chinesisch meine Tests geschrieben habe (was dann aber doch acht Stueck an der Zahl waren), hatte ich schon einiges zu tun, und ich beneide meine Mitschueler nicht. Anders als in Deutschland muss man hier keine Aufsaetze schreiben, sondern es laeuft alles ueber Multiple Choice. Das hat mich sehr ueberrascht – zumindest in Thai hatte ich etwas Textproduktion erwartet, aber da hatte ich wohl falsch gedacht. Heute war der letzte Tag und nun wartet ein ganzer Monat wundervoller Ferien auf uns, die haben wir uns alle redlich verdient! 🙂

Diesmal habe ich keine Bilder angefuegt, weil ich keine das Thema betreffenden gemacht habe. Entweder werden es naechsten Monat mehr oder ich hole die Fotos nach – versprochen. Bis dahin macht es alle gut, ich wuensch euch was.

เจอกันนะจ้า

Lea

Kein Homecoming, dafür aber Bibelverse

Hallo zusammen 😉

Fünf Tage die Woche verbringe ich von morgens bis abends in der Schule. Das ist ganz schön viel Zeit, wenn man all die Stunden zusammen rechnen würde. Aus diesem Grund ist die Schule, mit der Gastfamilie, einer der wichtigsten Bestandteile eines guten Austauschjahrs. Deshalb möchte ich euch in meinem heutigen Blogeintrag meine Schule vorstellen:

• Gemeinsam mit meiner Gastschwester besuche ich eine Privatschule in Winchester, Virginia.
• Ich bin überraschenderweise Sophomore, da das Niveau der Schule höher ist, als normal.
• Meine Fächer sind World Geography, Chemistry, Goverment, Bible, English, Maths sowie PE/Health.
• Meine Schule ist sehr christlich eingestellt und so steht für mich jeden Morgen beten auf dem Programm. Mittwochs treffen wir uns immer eine Stunde in der Schulkirche, bevor ich in der 3. Stunde meinen wöchentlichen Bibelquiz schreibe.
• Natürlich gibt es auch die bekannten Sportclubs nach der Schule. Es macht wirklich unglaublich viel Spaß gemeinsam zu trainieren, mit einem alten Schulbus auf diverse Spiele zu fahren und einem Team anzugehören. Zurzeit bin ich Mitglied des Volleyballteams und werde in der kommenden Saison typisch amerikanisch Cheerleading machen.
• Mit Hot Pants und Crop Top in die Schule gehen?! Nein, das geht hier nicht. An die Kleiderregeln musste ich mich auch erst einmal gewöhnen. Die Schulter muss bedeckt sein, das Kleid/Rock muss mindestens bis zum Knie gehen und mittwochs zur Kirche darf ich keine Jeans anziehen.
• Das Beste an meiner Schule ist die SGO, die Schülervertretung. Beinahe jede Woche organisieren sie für die Schüler irgendwelche Aktivitäten. Nächste Woche steht eine Kostümparty auf dem Programm. Yippi !
• Klein, aber Fein: Meine Schule ist wirklich sehr klein. Von Kindergarten bis zur High-School beinhaltet sie nur 250 Schüler. Erstaunlicherweise ist es überhaupt nicht langweilig, sondern richtig cool, da jeder jeden kennt und das Verhältnis von Schüler zu Lehrern ganz anders ist.

Zum Schluss noch meine bisher besten Erlebnisse von der Schule:
Letzten Freitag war an meiner Schule Pyjama-Day und die ganze Schule kam im Schlafanzug. Es war wirklich total lustig. Mein bisher zweites Highlight war eine Party für eine Schülerin im Health Unterricht (wir lernen dort, wie man sich gut ernährt): Wir aßen nur Fast Food, Kuchen, Chips und tranken Limonade. Da meine Lehrerin ein schlechtes Gewissen hat, steht kommende Woche eine healthy Party auf dem Programm 😉

Wie ihr seht, ist es nicht die typische amerikanische High-School. Auch wenn es komplett anders ist als ich es mir vorgestellt und erwünscht hatte, ist es dennoch großartig.
Liebste Grüße
Cora <3

Hej igen!

Hallihallo und endlich wieder da,

eigentlich hatte ich schon vor viel längerer Zeit vor einen neuen Post zu schreiben, aber häufig konnte ich nicht auf diese Seite zugreiefen, leidersß ich meistens in der Schule wenn ich sie öffnen konnte, da bot es sich schlecht an einen Post zu schreiben… Jetzt habe ich gerade Pause und will jetzt (endlich!) die funktionierende Seite nutzen! Ich bin jetzt gut zwei Monate hier in Dänemark und ich glaube genau heute ywei Monate in meiner Familie, ist ja eigentlich auch egal. Auf jeden Fall bin ich schon ganz schön lange hier 🙂 Diese gut 60 Tage sind so schnell verflogen und ich habe das Gefühl gestern bin ich zu Hause in den Zug gestiegen und morgen ist Weihnachten… Was so gut wie auf jeder Seite in meinem Abschiedsbuch stand: “Es ist so mutig, dass du in ein Land gehst dessen Sprache du überhaupt nicht sprechen kannst.” Das hab ich uch gedacht, aber nein das ist alles nur halb so wild 😉 Ich vertsehe jetzt eigentlich immer was mir jemand gerade erzählt, es sei denn es geht um irgendein sehr spezielles Thema dessen Vokabeln man nicht jeden Tag benutzt. Wenn man Worte so gut wie die ganze Zeit benutzt, dann prägen sie sich auch extrem gut ein! Mit dem Sprechen wir es jeden Tag merklich besser und ich höre von Mitschülern, Lehrern und anderen Leuten denen ich im Alltag so hin und wieder begene, dass man doch jeden Tag einen Fortschritt hören könne. Das freut mich immer total 🙂 Was so Pronomen angeht, also z.B dass ich sage spørg hende (frag sie) und nicht spørg hun (frag sie). Das ist eben das schwere, es ist so wie im Englischen. Ask her und ask she. Versteht ihr? Und solche Fehler kann ich langsam erkennen und dann beim Sprechen nach jedem zweiten Satz mich selbst korrigiere. Letzte Woche war ein Treffen für alle die beim Musical mithelfen. Da habe ich unheimlich viel Lust zu und bin extrem motiviert die Leute kennenzulernen und eine gaaanz große Vorfreude auf die ersten Vorstellungen im Januar 🙂 Ansonsten ist es ein Alltag der sich eingependelt hat mit Schule, Wochenenden und halt den kleinen Freuden des Alltags die einen in einem Auslandsjahr immer noch merh überraschen oder freuen. Vorletztes Wochenende haben Laura, Lucca und ich uns bei Laura in Stenløse getroffen und total das tolle Wochenend gehabt. Shoppen in Kopenhagen und einfach zusammen sitzen und lachen und reden… Genaueres zu solchen Sachen sind meistens auf meinem privaten Blog: www.hyggeligesjahr.blogspot.com und Lauras Blog www.exchangeyeardenmarkmydream.blogspot.com (die Linkeinfügfunktion hat nocht funktioniert…)

Bis bald, wahrscheinlich wieder erst in einem Monat, ich versuch aber früher,

Lilli 🙂

P.S. Bitte überseht die Fehler so wie ich es mache 😉