1 Monat Ecuador – 1 Monat Spanisch, Schule, Spaß und Schlafmangel

Mittlerweile ist es schon etwas über einen Monat her seitdem ich ins Flugzeug gestiegen bin und meinem Jahr hier in Ecuador entgegen geflogen bin. Es ist einen Monat her seit ich mich von meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland verabschiedet habe um ein neues Land und seine Menschen und Kultur kennenzulernen.

Nun bin ich also schon einen Monat hier in meiner neuen Heimat bis zum Sommer 2015 und langsam hat sich der Alltag hier eingelebt.

Von Montag bis Freitag gehe ich jeden Tag zur Schule. Jeden Morgen stehe ich also um 5:40 Uhr morgens auf und fange an mich fertig zu machen, also meine Schuluniform anzuziehen, Zähne zu putzen und zu frühstücken um dann um 6:35 Uhr aus dem Haus zu gehen. Mit bekannten meiner Familie fahre ich dann die circa 5 – 7 Minuten, im Morgenverkehr, zur Schule. Die Schule beginnt hier um 7 Uhr und in der Schule angekommen versammeln sich alle Schüler mit ihren Kursen auf dem Schulhof. Jeder Kurs hat einen speziellen Platz und dort wird sich dann in Jungs und Mädchenreihen aufgestellt bevor es eine kleine morgendliche Ansprache gibt. Nach der Ansprache gehen alle Kurse in ihren Klassenraum und es wird kurz aus der Bibel vorgelesen und ein Gebet aufgesagt bevor der Unterricht beginnt.

Schule hier in Ecuador ist komplett anders als ich es von Deutschland gewohnt bin. Der Unterricht beginnt um 7 Uhr und die erste und einzige offizielle Pause gibt es um 10 Uhr, nach 4 Schulstunden. Nach 35 Minuten geht es dann durchgehend, bis 14:05 Uhr, weiter wobei man sich nie sicher sein kann ob der Lehrer wirklich zum Unterricht erscheint. Sobald der Lehrer die Klasse betritt stehen alle auf, bis gesagt wird dass man sich wieder setzen kann. Der Unterricht läuft ab dann eher theoretisch ab, das heißt es wird was diktiert oder es wird ein Text mit dem Beamer an die Tafel projektiert und abgeschrieben. Trotz allem herrscht zwischen den Lehrern und den Schülern hier ein ziemlich lockeres Verhältnis, stellt nicht gerade mal wieder jemand was an oder holt sein Handy aus der Tasche. Es wird sich freundschaftlich begrüßt und im Allgemeinen viel gelacht, was den Schulalltag sehr auflockert. Um 14:05 Uhr geht es dann nach Hause wo ich was esse und dann Hausaufgaben mache und mich mit meinen Freunden oder anderen Austauschschülern treffe.

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Die Tage hier sind sehr anstrengend und meistens komme ich nicht vor 20 – 21 Uhr richtig zur Ruhe aber dennoch habe ich richtig Spaß und der Schlafmangel ist vergessen.

Ich erlebe hier jeden Tag was neues und bin immer wieder erstaunt von der Lebensfreude der Ecuadorianer. Am 23./24.09. und am 28./20.09. fand in meiner Stadt ein Fest namens “la mama negra” (Die schwarze Mutter) statt. Dieses Fest gilt als eines der wichtigsten Feste in den Anden Ecuadors. Soweit ich weiß ist “la mama negra” eine Danksagung an die Jungfrau De la Merced.

Es wurde getanzt, gelacht und gesungen während in den Straßen Leute, in traditioneller Tracht, getanzt haben und mit viel Musik für Stimmung gesorgt haben hat man, überall wo man hingeguckt hat, fröhliche Menschen gesehen die nichts anderes im Kopf hatten als glücklich sein. Es waren unglaubliche Tage die ich so schnell nicht vergessen werde. Anfang November findet das Fest nochmal statt und ich bin schon unglaublich aufgeregt und gespannt, vor allem auf das was mich in November erwartet, da meine Freunde mir erzählt haben dass es im November noch viel größer und spektakulärer wird als ich es schon erlebt habe.

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Ich werde euch auf jeden Fall berichten wie es war, euch mit Fotos versorgen und erzählen, was ich in der Zeit bis dahin noch so alles erlebt haben werde! Was ich euch aber jetzt schon sagen kann ist, dass die Zeit hier so schnell vergeht dass man vieles erst später realisiert da es unglaublich schnell an einem vorbeizieht!

Bis dahin, Chau und alles Gute nach Deutschland oder von wo aus auch immer ihr meinen blog lesen solltet.

Eure Amina

Vier Wochen Neues, Unglaubliches und Unbekanntes…

Mehr als vier Wochen ist es jetzt schon her, dass acht deutsche Jugendliche und ich in Frankfurt in das Flugzeug nach Peking gestiegen sind und den großen Schritt ins Reich der Mitte wagten. Wir wussten alle nicht, was uns nach der Ankunft erwartet und jeder hatte andere Hoffnungen, Erwartungen und Ängste. Wie wird das erste Aufeinandertreffen mit den neuen Familien sein? Werde ich mich in der chinesischen Schule zurechtfinden und wie ist es mit dem chinesischen Essen? Das sind einige Fragen die mich vor dem Flug beschäftigten. Es fiel mir nicht leicht, das gewohnte Umfeld in Deutschland zurückzulassen, aber ich kann gar nicht beschreiben wie groß meine Freude war als ich endlich den großen Schritt gehen konnte. Mit Sicherheit wird das kommende Jahr nicht immer leicht sein und viele Herausforderungen bereithalten – aber es ist die größte Chance meines Lebens und ich werde nie wieder eine Kultur aus dieser Perspektive kennenlernen können.

Am Flughafen in Peking erwarteten uns auch schon YFU Mitarbeiter, die uns zu unserem Quartier für die nächsten drei Tage begleiteten. Alle YFU Austauschschüler in China haben erst eine PAO (ein dreitägiges Vorbereitungsseminar) in einer Art Jugendherberge nahe Peking. Wie schon in Deutschland waren die Tage eine tolle Erfahrung und man merkt einfach, dass alle Teamer hochmotiviert sind und es sich lohnt die Erfahrung Austauschjahr zu machen. Die Inhalte der PAO waren größtenteils sehr ähnlich mit denen der VBT aber trotzdem ist es sehr hilfreich nicht gleich ins kalte Wasser geschmissen zu werden. Und außerdem konnte man sich schon etwas an das chinesische Essen gewöhnen, was bei einigen doch etwas Bauchweh verursacht hat.

Am Samstag den 16.08 war es dann endlich soweit: Wir machten uns alle auf in die unterschiedlichen Städte Chinas um dort das große Abenteuer Austauschjahr anzufangen. Meine neue Heimatstadt ist die 15 Millionenmetropole Shenzhen nahe Hongkong. Gemeinsam mit drei anderen Deutschen und einer Thailänderin wurden wir dort schon am Flughafen von unseren Eltern und Geschwistern stürmisch in Empfang genommen. Wir waren natürlich alle sehr aufgeregt aber unsere Familien haben uns gut aufgenommen und mit chinesischer Herzlichkeit begrüßt. Ich bin überglücklich, dass ich jetzt endlich in China bin und das dortige Leben entdecken kann. Meine Familie ist natürlich ein großer Teil dieses Lebens und ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie mich als Teil der Familie sehen.

In China beginnt die Schule am ersten September, sodass wir noch zwei Wochen Zeit hatten uns in den Familien einzuleben und die ersten, offensichtlichen Unterschiede der chinesischen Kultur kennenzulernen. Ich habe so wahnsinnig viel Neues gesehen, dass ich mich gar nicht mehr an alles erinnern kann. Aber die chinesische Kultur fasziniert mich und Shenzhen ist eine Stadt, die mit nichts in Deutschland zu vergleichen ist. Es ist unglaublich, wie viele Menschen auf einem Raum leben können, ohne dass es zu vielen Konflikten kommt. Natürlich kann ich das Leben in Deutschland in einem 2000 Einwohner Ort nicht mit dem in einer pulsierenden Metropole wie Shenzhen vergleichen, aber es gefällt mir hier sehr gut – auch wenn es natürlich etwas lauter ist.

Alle Austauschschüler in China hatten in den ersten zwei Wochen nachmittags noch einen Sprachkurs, der uns die schwierige Sprache näherbringen sollte. Ich kann mir zwar immer noch nicht vorstellen, dass ich sie in einigen Monaten beherrschen soll, aber ich möchte sie lernen und weiß dass ich das nur mit viel Arbeit schaffen kann. Meine Gastfamilie spricht zum Glück auch recht passables Englisch, sodass ich mich im Moment noch auf Englisch mit ihnen verständigen kann. Aber nichts destotrotz möchte ich natürlich so schnell wie möglich Chinesisch mit ihnen sprechen, und die ganze Familie tut wirklich ihr bestes um mir beim Lernen zu helfen. Die Sprache scheint im Moment die größte Schwierigkeit zu sein, und ich vermute dass sie ein wichtiger Schritt zu einem erfolgreichen Austauschjahr ist. Deswegen werde ich mein Bestes geben, um sie schnell zu lernen.

Die ersten paar Tage in der Gastfamilie galt es sich erstmal ein wenig an die neue Umgebung zu gewöhnen, aber dank der Hilfe und dem Verständnis meiner Familie war der erste „Kulturschock“ schnell überwunden. Auch die organisatorischen Dinge, die man am Anfang des Auslandsjahres machen muss waren schnell geklärt. Hier nochmal ein ganz großes Dankeschön an meine Familie, die mit mir durch die halbe Stadt gefahren ist um eine passende Simkarte und den richtigen Bankautomaten zu finden. Außerdem habe ich schon viele Verwandte der Familie kennenlernen dürfen und alle haben mich herzlich aufgenommen und versucht mit mir zu reden, auch wenn das bei meinem im Moment noch sehr spärlichen Wortschatz ziemlich schwer ist. Das Familienleben in China ist, nach meinem ersten Eindruck, viel stärker ausgeprägt als in Deutschland. Die Erfahrung mit elf Verwandten an einem Tisch zu sitzen und nur chinesisch zu hören und nichts zu verstehen werde ich so schnell nicht vergessen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass ich in den ersten Wochen dieses spannenden Jahres viele schöne und unvergessliche Dinge gesehen und erlebt und ich bin wirklich sehr dankbar hier sein zu dürfen. Natürlich ist und wird es nicht immer einfach sein aber trotzdem stehe ich vollkommen hinter der Entscheidung und bin gespannt auf die nächsten Wochen und Monate.

Bis bald 再见

Joel

2. Jakso beginnt und allerlei neues….

So nach langer Zeit gibt es auch nochmal was von mir zu hören. Leider hatte ich ein paar Probleme mit dem Hochladen von Bildern.  Ich habe zurzeit ein paar Tage frei. Da mein 1. Lukio vorbei ist und jetzt zurzeit die Testwoche in der Schule ist. Ich werde jedoch auch am Mittwoch mein Mathetest haben und Donnerstag beginnt dann schon das 2. Jakso.  Im zweiten Jakso habe ich dann auch andere Fächer, bis auf Kunst, Musik und Sport die bleiben bis Weihnachten. Ich habe jetzt aber Englisch mit den 2. Klässlern zusammen, Geografie und auch Schwedisch. Ja der ein oder andere ist etwas verwundert und fragt “noch eine Sprache? Willst du nicht erstmal finnisch lernen?” Ja das möchte ich auch. Aber da der Schwedisch Kurs von anfang an ist, glaube ich das ich da mehr verstehe als wenn ich irgendein anderes Fach wähle und wenn ich etwas nicht verstehe, hab ich den guten Plupunkt die Schwedischlehrerin ist auch Deutschlehrerin.
Die Finnien sind hier in meiner gegend doch sehr schüchtern, jedoch habe ich jetzt langsam wo das erste Jakso sich dem Ende zugeneigt hat, Freunde gefunden.
Genau, ich hatte euch auch auch von der Hochzeit erzählt, da ich danach leider nicht geschafft habe einen Post hier zu schreiben, und es auch wirklich schon wieder langer her ist, gibt es nur ein Foto. Es war wirklich eine schöne Hochzeit und nachdem formlichen Teil, wurde abends auch finnische Musik angemacht und getanzt. Ich habe auch den ein oder anderen Volkstanz gelernt.

blog

Ich war in den letzten Wochen auch schon zwei mal in Vaasa.

Vaasa mit Mascha 003

Einmal um shoppen zu gehen, denn hier auf dem Land gibt es nichts. Bis auf drei Supermärkte, ja das ist in ganz Finnland so an jeder Ecke gibt es immer mindestens 2 Supermärkte. Und die haben sogar auch Sonntags auf. Meine Gastfamilie kauft auch nicht, wie wir in Deutschland, einmal die Woche ein sondern jeden Tag oder immer wenn sie etwas brauchen. Aber ich brauchte wirklich ein paar neue Sachen, denn wie alle wissen ist es schwer sozusagen sein Leben in einen Koffer zu packen und dann noch die 23 kg grenze nicht überschreiten. Und das andere mal war ich dieses Wochenende in Vaasa, wir 3 Austauschschüler die im Westen sind haben uns zusammen mit unserem YFU-Volunteer getroffen und Pizza gemacht außerdem noch einen Film geguckt und sehr viel spaß zusammen gehabt. Aber wir haben auch über unser Leben hier gesprochen, wie wir damit zurecht kommen und ob wir Probleme haben, das tat echt gut. Abend sind wir noch raus gegangen um die Nordlichter zu sehen, leider waren sie an dem abend nicht zu sehen, jedoch war die Nacht wirklich schön.

Nordlichter+ Wochenende bei Essi 189

Auf dem Weg dort hin, haben mein Gastvater und ich noch einen Umweg zu einer Brücke in Vaasa gemacht, das war echt schön und wir haben das Meer gesehen.

Nordlichter+ Wochenende bei Essi 056

Nordlichter+ Wochenende bei Essi 138

Aber ich hatte das Glück die Nordlichter am Freitag zu sehen. Meine Gastschwester und ich haben Karten gespielt und alle 5 Minuten das Licht ausgemacht um zu gucken ob sie schon da sind. Um halb 12 sind wir fast ein bisschen hoffnungslos rausgegangen, doch was war das? Da am Himmel? Ein leichtes grünes Licht? Ohja und da noch eins und da! Ohhhh….die Nordlichter. Ja, sie waren wirklich da, und wir beide standen da in der Kälte und waren einfach nur glücklich und verzaubert, besonders ich, da ich schon angst hatte sie nie zu sehen und jetzt schon im September. Das war soo schön. Sie waren zwar nur schwach, aber immerhin waren sie da. 🙂

Polarlichter

Ich war auch in den letzten Wochen einmal in Seinäjoki. Eine kleine Stadt, ich habe leider noch nicht so viel davon gesehen. Nur ein paar Läden. 😀 Aber sie ist nur eine halbe Stunde entfernt und entfernung ist hier in Finnland gaaaaanz anders als in Deutschland. Auch die Einschätzung der Finnen. 😀 So denken sie man fährt nur 1 Stunde und dann kann es schonmal sein das man 1 Stunde länger fährt. Und auch die Straßen sind anders, es gibt einen “Highway” und überall sind Bäume. Das finde ich auch so schön in größen Städten überall sind Bäume und der Wald ist auch nie weit entfernt.

Seinäjoki+gebacken+stoff 015

Außerdem habe ich das erste mal genäht.

Korvapuusti+1 mal genäht+ druckerei 013

Ja in Deutschland habe ich es fast jeden Tag gemacht. Am anfang hab ich mich aber gar nicht bereit gefühlt es hier auch zu machen. In Vaasa habe ich mir allerdings ein bisschen Stoff gekauft und habe mich dann an etwas gaaaanz einfaches versucht. Ich muss allerdings sagen, auch wenn ich mir in Deutschland immer eine Nähmaschine gewünscht habe die noch mehr kann und noch besser ist, vermisse ich sie. 😀 Hier die Nähmaschine ist alt und meine dagegen ist Luxus. Generell habe ich mein Leben in Deutschland mehr schätzen gelernt meine Familie meine Freunde und einfach alles was ich hatte, war ein perfektes Leben, aber ich konnte es selbst nicht sehen. Da ich immer noch mehr wollte und mich nicht glücklich mit dem was ich hatte schätzen lernen konnte. Aber dazu ist das Auslandsjahr auch da um sich selbst kennen zu lernen und Sachen zu lernen, die man sonst nicht lernen würde. Ich habe letztens einen Satz gelesen, bei dem ich ein bisschen schmunzeln musste. 😉 ” Ein Auslandsjahr ist die beste Familientherapie”.

Ich habe mich mittlerweile, nachdem ich meine Angst besiegt habe, mit der Sauna angefreundet. Der Lebensbestandteil aller Finnen, wie ein gemütliches Sofa gehört eine Sauna zu jedem Haus. Allerdings werde ich sie wohl eher im Winter häufiger benutzen.
Es gibt ein paar Sachen mit denen ich mich immer mehr und mehr anfreunde und langsam gar nicht mehr als anders sehe, sie sind für mich normal geworden. Auch die finnische Sprache, es ist normal für mich überall zu sein und nichts zu verstehen, das Englisch mit dem ich in Deutschland doch ein bisschen probleme hatt setzt sich einfach von alleine ein. Ich überlege mir nicht vorher auf deutsch und wie ich es auf Englisch sagen kann, nein, das kommt von ganz alleine. Und finnisch versteh ich langsam, ja langsam immer ein bisschen mehr.

So jetzt gehe ich noch ein bisschen wandern, denn das schöne Wetter ist zurück und muss genutzt werden. 🙂

 

¡Uruguay ich komme!

Heute ist es soweit… Jetzt heißt nur noch ¡Adiós Alemania y Hola Uruguay! Ich darf endlich in dem so lang ersehnten Flugzeug sitzen und in wenigen Stunden landen und den erhofften uruguayischen Boden unter meinen Füßen spüren.

Jetzt bin ich hier … Tarariras, Colonia, Uruguay 🙂 … Und das schon seit 3 Wochen. Es scheint als sei nicht nur der August 2014 ein toller Monat, sondern jegliche Erfahrungen die mir Uruguay zu tun haben.
Mittlerweile habe ich mich auch schon an das uruguayische Spanisch gewöhnt… Hier wird jegliches y oder ll als “sch” ausgesprochen und das “s” ist so wie das deutsche “r” … Etwas was man kaum ausspricht. Dazu kommt noch, dass man hier das spanische du (tú) kaum nutzt und stattdessen eine neue Verform nutzt, dem “vos”. Statt “vosotros”, der zweiten Person plural, wird “ustedes” genutzt (dritte Person plural) …
Es dauert zwar ein bisschen bis man sich daran gewöhnt hat, jedoch ist das das uruguayische Spanisch wesentlich melodischer und für mich “schöner” als das Original.
Angefangen hat alles auch ziemlich angenehm … Direkt am ersten Tag in der Schule wurde ich zum “café del bosque” eingeladen, um die Nacht der Nostalgie (noche de la nostálgica) zu feiern, der Nacht, der einer Zeitreise gleich ist. Erwachsene ziehen sich so an, wie es vor 20-40 Jahren üblich war und erleben deren Jugend alljährlich wieder und wieder.
Die Musik war zwar nicht so wirklich ganz nostalgisch, dafür durfte ich aber direkt die in Uruguay typische Musik erleben … Cumbia, Cumbia und Cumbia … Und das ÜBERALL!!
Cumbia im Auto, Cumbia auf der Straße, Cumbia in der Schule, Cumbia sogar bis ins Schlafzimmer … Ich brauche an einem Wochenende nur das Fenster zu öffnen … Und schon höre ich Cumbia.
Man sitzt im Auto dreht kreise und hört Cumbia bei voller Lautstärke und offenen Fenstern. Wenn man mal am Platz mit Freunden Mate trink … Cumbia aus den Autos!

Faster, bigger and better-First impressions from America

Seit dem ich am Flughafen Washington stand und von meiner Gastfamilie mit einem wunderschönen selbst gemachten Schild und Luftballons abgeholt wurde sind schon wieder elf Tage vergangen. Doch in diesen ELF TAGEN habe ich so viel gelernt und erlebt, wie manche in einem halben Jahr zu Hause. Meine ersten Erfahrungen und Eindrücke aus meinem Austauschjahr:

Small Talk:
Kein Benimmbuch und keine Reportage übertreiben, wenn sie sagen, dass Small Talk in Amerika wichtig ist. Es ist wirklich unvorstellbar. Man wird ständig und von allen Seiten angesprochen. Sei es ein: “Ohh! Your shirt is so cute“ oder ein “Hello, how are you?“ Für einen Deutschen ist es wirklich ungewohnt, oder besser gesagt sehr anstrengend. Doch sobald man weiß, was sie als Antwort hören möchten, ist alles auf einmal ganz leicht und macht richtig Spaß.
Einkaufen in Amerika:
„Wir fahren mit dem Auto in die Stadt und schauen einmal was es hier für Läden gibt“ oder wir fahren zum nächsten Tante-Emma-Laden wird man hier nicht finden. Wirklich alles ist überdimensional! Regal an Regal und Store an Store findet man in den Walmart und Malls der Vereinigten Staaten. Es war wirklich beeindruckend, als ich das erste Mal meinen Fuß in diese Gebäude setzte und sehr witzig, weil meine Gastschwester und ich unsere Mum verloren hatten.
Gottesdienst/ Jugendgruppe in Amerika:
Alleine auf dem Weg zu meiner Schule fahren wir an 4 Kirchen vorbei. Die Menschen in Amerika leben ihren Glauben viel, viel stärker als wir in Deutschland. So ist es auch kein Wunder, dass ich jeden Sonntag in die Kirche gehen werde (das ist wirklich noch wenig) und wir vor jeder Mahlzeit beten. Auch Jugendliche sind in der Kirche viel mehr vertreten und so ist das Angebot für Jugendliche viel größer. Keine Angst, es macht wirklich Spaß und ist großartig. Besonders haben es mir die lebensfrohen und schönen Lieder angetan.
• Zeitverschiebung:
Das wird jeder von euch sicher wissen, dass Amerika zwischen 6 und 10 Stunden hinter Deutschland liegt. Das ist im Allgemeinen kein Problem, dennoch ist es schwierig. Die ersten Tage habe ich es durch meinen Jet Leck bemerkt. Nun merke ich es, wenn ich morgens aufstehe und dutzende Nachrichten aus der Heimat auf dem Handy habe und wenn ich abends Zeit und Muße gefunden habe zu antworten, dann liegen alle schon wieder in den Betten.
• Das Essen:
Ich will nicht unter-übertreiben, aber das Essen in Amerika ist anders! In der Kantine bekommt man zu seinem Sandwich Chips gereicht, das Frühstück besteht aus undefinierbarem Cornflakes und auf dem Weg zur Schule sind ungelogen mindestens 12 Fastfood Stores unterschiedlicher Restaurantketten. Laut meinem Gastvater haben die Amerikaner einfach keine Zeit zum Essen. Glücklicherweise kocht meine Gastmutter sehr viel Gemüse und legt Wert auf gesunde Ernährung. Obwohl das Essen wirklich ungesund ist, habe ich mir trotzdem vorgenommen vieles zu probieren, denn auch das gehört zu einer anderen Kultur.

• Zu Fuß gehen, Nein danke!:
Wer sagt, dass Deutschland autoverrückt ist, kennt die Amerikaner noch nicht. Es steht bei einem 3 Personenhaushalt mindestens drei riesige Autos in der Einfahrt. Doch noch gewöhnungsbedürftiger für mich ist die viele Nutzung: Man fährt tatsächlich immer mit dem Auto, auch wenn es nur 300 Meter sind.

• Politik:
Für viele mag das uninteressant sein, doch als PPPlerin ist mir auch dieses Thema sehr wichtig. Am Donnerstagabend sind wir das erste Mal auf das Thema Politik gekommen. Meine Gasteltern haben mir einiges erklärt und auch ihre Standpunkte dargelegt. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell sich meine Sicht für die Politik geändert hat. Sich ein Urteil über die Politik eines anderen Landes zu verschaffen ist wirklich unglaublich schwierig, wenn man das Land, die Kultur und vor allem die Menschen nicht kennt.

Es ist wirklich wunderschön diese vielseitigen Erfahrungen zu machen. Zusätzlich ist es ein unbeschreibliches Gefühl langsam zu merken, wie man in eine völlig fremde Familie hinein wächst und wie mein Englisch, das ich Jahre lang vergebens verbessern wollte, von Tag zu Tag wie von Geisterhand besser wird. Doch muss ich auch sagen, dass natürlich all diese schönen Seiten erst nach und nach kommen, den aller Anfang ist schwer. Doch ich bin zuversichtlich und freue mich auf 10 herausragende Monate, mit einzigartigen Momenten.
Weitere Berichte und Bilder findet ihr unter meinem eigenen Blog: www.corazi.wordpress.com oder unter meinem Instagram Account: cora3131
Liebste Grüße aus Virginia in das ferne Deutschland!
Cora <3
PS: Noch könnt ihr euch für das PPP bewerben. Nutzt die Chance!