Danke.

Sziasztok barátaim!

Mittlerweile bin ich seit einem Monat zu Hause und hab mich auch schon wieder  eingelebt. Aber zwischen diesem und dem letzten Blogeintrag ist ja noch einiges passiert, was ich euch natürlich nicht vorenthalten will.

In der Schule hatten wir ein Konzert, an dem jeder teilnehmen durfte, der wollte. Ich bin drei Mal aufgetreten: Einmal mit meiner Klasse, mit der wir zwei Lieder gesungen haben, dann mit einem Freund als Flötenduo und einmal alleine mit meiner Ukulele, wo ich dann “Gute Nacht, Freunde” von Reinhard Mey gesungen hab. Vorher hab ich den Zuhörern kurz erklärt, warum ich mir das Lied ausgesucht hatte und hab ihnen den Refrain übersetzt (bei der Stelle mit der “Zigarette und dem letzten Glas im Steh’n” gab es lautes Gegröhle von den Zehntklässlern :D) und das Ganze ist echt super angekommen, was den Abend zu einem der schönsten Erlebnisse meines Austauschjahres macht. Auch ein paar der Zwölftklässler haben ein Lied gesungen, das relativ bekannt ist in Ungarn, ich verlink euch mal hier meine Aufnahme.

Am 15.7. hatten wir dann noch évzáró, das ist eine Art ‘Feier’ wo jeder, der in dem Schuljahr etwas besonderes geleistet hat, etwa einen Wettbewerb gewonnen oder besonders gute Noten, eine Urkunde bekommt und vor der ganzen Schule geehrt wird. Da ich ja auf ein katholisches Gymnasium gehe, hatten wir vor der eigentlichen Veranstaltung noch einen Gottesdienst, so hat das Ganze dann zweieinhalb Stunden gedauert und war ein bisschen langweilig. Ein paar aus meiner Klasse waren kitűnő, also ‘herausragend’, was heißt, dass sie in fast jedem Fach eine fünf haben und ziemlich gute Schüler sind. Nach der Schule war ja eigentlich geplant, dass wir noch für vier Tage mit Dóri nach Kroatien fahren, aber das mussten wir leider ausfallen lassen, da das Wetter so mies war. 

In der  letzten Woche in Ungarn hatten wir noch ein Camp, wo wir über die Wiedereingewöhnung zu Hause gesprochen haben. Außerdem waren die zukünftigen Austauschschüler aus Ungarn auch dabei, also die, die im August in ihre Gastländer starten. Ich fand das eine super Gelegenheit, um sie kennen zu lernen und noch mal neue Freundschaften zu knüpfen, bevor es nach Hause ging. Da habe ich auch noch mal Viki getroffen, das Mädchen, das wir als nächstes aufnehmen werden 🙂 Nach dem Camp habe ich dann noch einen Tag in Budapest bei einer Freundin verbracht, wir waren shoppen im West End (ein riiiesiges Einkaufszentrum beim Westbahnhof) und auf der Margit sziget (eine Insel in der Donau, mitten in der Stadt). Nach einem schönen Tag bin ich dann wieder nach Szeged gefahren, um die letzten paar Tage mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Am Mittwoch vor dem Abflug hatte ich mit einer Freundin verabredet, dass wir in ein Café gehen und dort einen Kaffee zusammen trinken, stattdessen hat sie mich in die Wohnung eines Freundes geführt, wo alle meine Freunde auf mich warteten!

In Szeged musste ich dann ja auch mal anfangen zu packen, also habe ich meinen großen grünen Koffer vom Dachboden geholt und überlegt, was ich auf dem YES brauche und was ich schon vorher nach Hause schicke. Ich sag lieber nicht, wie viele Pakete ich schicken musste, das ist ein bisschen peinlich ._. Und ich musste am Flughafen trotzdem noch auspacken, weil mein Koffer drei Kilo Übergewicht hatte, obwohl ich ihn in Szeged noch gewogen hatte. Den restlichen Kram musste meine ungarische Mutter mir dann hinterherschicken, das war immer noch billiger, als das Übergepäck zu bezahlen. Und dann ging es auch schon los, zurück nach Deutschland! Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Zusammen mit den anderen ATS bin ich nach Berlin geflogen, von wo aus wir dann mit einem Bus nach Werbellinsee gefahren wurden – der Ort, an dem das YES jedes Jahr statt findet. Ich muss sagen, so toll, wie alle immer sagen, fand ich das YES jetzt nicht, liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich einfach kein Partytier bin. Ich hab noch ein paar neue Leute kennen gelernt, alte Bekannte wieder getroffen (hallo VBT-ler :D) und dann ging es am ersten Juli auch schon wieder nach Hause. YFU hatte Busse organisiert, die nach Hamburg, Leipzig, Hannover, Düsseldorf und München (hab ich einen vergessen?) fuhren. Von da aus musste man dann selber sehen, wie man nach Hause kam, aber da mein Vater mich abgeholt hat, war das kein Problem.

Und ja, da bin ich jetzt seit einem Monat. Zu Hause. In meinem Zimmer, in meinem Bett und schreibe diesen Eintrag, der wohl der letzte sein wird. Denn mein Abenteuer ist vorbei, aber eure, liebe Blogger, starten erst noch. In diesem Sinne: DANKE an meine Eltern, die mir das Jahr ermöglicht haben, DANKE an meinen treuen Leser (ja, die gibt es) und DANKE an meine Familie in Ungarn, die mich für ein Jahr aufgenommen und wie ihr eigenes Kind behandelt hat. Danke.

Linda

Morgen geht es los…

…in das Land meiner Träume. Endlich werde ich sehen, wie es wirklich ist und was mich dort erwartet. Die letzten Abschiede wurden heute gemacht, das lieblings Essen noch mal gegessen. Aber dieser Gedanke, ab morgen 11 Monate weg zu sein, ist total irreal und doch auch unmöglich, oder nicht?
Ja, nun ist es fast so weit. Der Koffer ist seit Sonntag gepackt und liegt bei 23 kg, zum Glück hat alles super gepasst, ohne viel stress.
Neben der Angst ist aber auch pure Vorfeude zu spüren, vorallem auch auf meine Freunde, die ich endlich wieder sehe.
Wenn du noch bis auf den einen Tag wartest, keine sorge, er kommt schneller als man denkt und plötzlich ist er da und klopft an deiner Tür an. Genieße noch ein bisschen die Zeit mit deinen Freunden und deiner Familie.

Und das ist mein Gepäck, ein großer Koffer, eine Laptoptasche und ein großer Rucksack, den ich die Tage noch gekauft habe und den ich auch für Reisen in Finnland benutzen werde. :

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So jetzt ist noch allerhand anderes zu tun. 🙂 Das nächste mal melde ich mich aus Finnland.

 

Ich bin ein Mensch – nichts Menschliches ist mir fremd…?

สวัสดีค่ะ

Ist schon eine Weile her, dass ich mich gemeldet hab, und in der Zwischenzeit ist wahnsinnig viel passiert.
Seit mittlerweile vier Wochen lebe ich in Phitsanulok bei meiner ueberaus liebenswerten und wundervollen Gastfamilie, bestehend aus meinen Gasteltern und deren Neffen, ich hab sie alle sehr lieb. แม่ spielt gerne Uno, mag Schuhe und lernt mir Thaikochen, das macht grossen Spass ^^ Ausserdem ist sie selbst Thailehrerin (bloss halt fuer Thais), aber sie hilft mir trotzdem bei Sprachschwierigkeiten. Zum Beispiel wenn ich mal wieder Unglueck gesagt hab aber schoen gemeint hab – das heisst naemlich beides suay, man betont es nur anders. Mein Gastvater ist an der gleichen Schule wie ich (nur dass er Lehrer statt Schueler ist). Er ist witzig, sein Jackett hat einen Reissverschluss und auf seinem Schreibtisch in seinem Buero ist ein Bild von einem versteinerten Stueck Pizza. Glaubte ich zumindest. Als ich danach fragte, erklaerte er mir, das sei ein sehr altes Abbild von Buddha. Hups… ^^ Und mein Gast”bruder” ist etwas juenger als ich, faehrt gern Motorroller – das darf man in Thailand schon relativ frueh (und teilweise sogar ohne Helm), er mag gern Ahoibrause, die ich ihm mitgebracht hatte, und er spielt gern Spiele.

Mit diesen Leuten werde ich die kommenden neuneinhalb Monate verbringen und ich moechte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken dafuer, dass sie mich aufnehmen.

In Thailand ist so wahnsinnig viel los! Montags bis Freitags ist erst mal Schule von halb acht bis vier, und hinterher gibt es noch Clubactivities wie Fussball, Aerobic oder Musik. Schuluniform ist (natuerlich) obligatorisch (und sie zu buegeln a pain in the ass ^^). Die Thais sind sehr lustig, mehr als nett und essen gern. Gemischt. Reis oder Nudeln, dazu Papayasalat oder was mit Fisch oder Fleisch oder Suppe oder Curry oder einfach alles miteinander. Thaiessen ist toll aber manchmal hab ich das Gefühl, in China gelandet zu sein. Wenn man dann Huehnerfuesse (ja, Fuesse, nicht Beine), Schweineblutbatzen oder frittierte Grillen isst, kommen einem Zweifel. Man sollte vorsichtshalber immer erst nach dem Essen fragen, was das jetzt war xD auf diese Weise hab ich die Schweinehaut wie Chips und den gehaexelten Frosch wie Geschnetzeltes empfunden.

Als “Falang” ist man in der Schule schon sehr besonders. Einerseits weil man als Austauschschueler seinen eigenen Stundenplan bekommt und nicht immer nur mit einer Klasse Unterricht hat – da kommt man durch die ganze Schule (und das Gelaende ist wohlgemerkt riesig). Andererseits kann man ja noch nicht so gut bzw. fast kein Thai, und das laedt die mutigeren Schueler dazu ein, ihre Englischkenntnisse auszuprobieren. Ganz oft drueckt man dann noch ein Gruppenselfie auf dem Gang in die Zwischenstunde, bevor der naechste Lehrer kommt.

Ich wurde schon ganz oft gefragt, ob denn dann die Tochter von meinen Gasteltern bei uns in Deutschland wohnt, solange ich in Thailand bin, schliesslich ist das ja ein Austausch. Dieses Wort “Austausch” meint bei einem Austauschjahr allerdings den kulturellen Austausch, und nicht, dass man Kinder hin- und hertauscht ^^ Als Austauschschueler kannst du nicht nur nehmen. Du kannst nicht nur Thai lernen wollen, nicht nur das Thaiessen probieren, nicht nur in die Thaischule gehen. Du kannst auch mal deutsches Essen fuer die Gastfamilie kochen, ihnen das eine oder andere Wort Deutsch beibringen, von deutschen Festen erzaehlen, was auch immer einem einfaellt. Mein Lieblingsbeispiel kommt wieder aus der Schule. Ein paar meiner Freunde sind der Ansicht, dass Schimpfwoerter zum unerlaesslichen Wortschatz eines Austauschschuelers gehoeren, und deswegen haben sie mir auch schon bisschen beigebracht, ordentlich auf Thai zu fluchen. Im Gegenzug koennen sie jetzt ein paar unschoene Woerter auf Deutsch. xD

So ein Tag in Thailand plaettet einen. Es ist heiss und feucht und erst letzte Woche hatten wir (es ist ja Regenzeit) ein Unwetter apokalyptischen Ausmasses, das ALLES bisher dagewesene in Deutschland in den Schatten stellt. Wir durften das halbe Haus evakuieren, weil es ueberall reingeregnet und Fenster aufgeweht hat.

Wie sieht Schule in Thailand aus? Na ja. Erst mal sind die Klassenzimmer um einiges kleiner als bei uns, aber es passen zwanzig Leute mehr rein. Eine Klasse hat knapp fuenfzig Schueler (was einem auf so kleinem Raum aber gar nicht so viel vorkommt). Und dann gibt es natuerlich die Adjaans, die Lehrer. Oft herrscht zwischen Lehrer und Schuelern ein fast freundschaftliches Verhaeltnis, und manche Lehrer bieten an, sie Kru statt Adjaan zu nennen. Kru ist weniger formell. Anders als in Deutschland spricht man Lehrer bei ihrem Vornamen bzw. ihrem Thaispitznamen an, also Adjaan Wiphaa oder Kru Ben. Unterricht ist meistens sehr frontal, der Lehrer steht vorn, erzaehlt was, schreibt gelegentlich was an die Tafel. Melden und so gibt es nicht wirklich, manchmal stellt der Lehrer Fragen und die beantwortet die ganze Klasse auf einmal, oder in Englisch (oder anderen Sprachklassen) gibt es viel nach dem “repeat after me”-Muster. Das finde ich bisschen schade, deutschen Unterricht mag ich ehrlich gesagt lieber.

Schuelern in Thailand ist es erlaubt, im Unterricht zu schlafen. Wirklich. Den Lehrern ist das, solang sie gerade keinen Test schreiben, relativ egal, und es gibt in jeder Stunde mindestens zwei oder drei Leute, deren Koepfe auf der Tischplatte ruhen. Was dagegen nicht erlaubt ist (aber es tut trotzdem jeder) sind Musikhoeren und Handyspielen. In Thailand scheint jeder ein Smartphone zu haben, und man benutzt es auch fuer alle moeglichen Sachen, vom Lexikon bis hin zur Monopolyapp. Wohlgemerkt im Unterricht. ^^

In der Mittagspause isst man entweder seinen mitgebrachten Reis oder man bestellt sich eines der zig Gerichte in der Schulkantine. Dort ist das Essen billig und schmeckt wie in einem Restaurant, man kann Guaithiau (Nudeln), Pad Thai (thailaendische Nudeln mit Erdnuessen und Ei und mehr, je nach dem), Reis natuerlich mit einer von x Beilagen, oder Fastfood oder Fruechte. Fruechte sind ein Extrakapitel fuer sich. Vom bereits erwaehnten Alienei reicht das Repertoire der Schulkueche (und natuerlich der Maerkte und Buden) ueber gewohnte europaeische Fruechte und die Mango aus dem Garten zu anderen exotischen Dingen. Drachenfrucht sieht wie der Name schon sagt aus wie ein Drachenei, und wenn ihr vor etwas steht, das euch an eine grosse, gruenbraune, stachlige Abrissbirne erinnert, dann ist das zweifelsohne Durian. Durian stinkt fuerchterlich, das gebe ich zu, aber sie schmeckt ganz ausgezeichnet. Wie fast alles hier, ich komm aus dem Schwaermen gar nicht mehr raus. ^^

Der thailaendische Feiertagskalender bietet unzaehlige Moeglichkeiten, sich auch das religioese Leben mal genau anzuschauen. Meine Gastfamilie und ich sind beispielsweise an einem Abend zum Tempel gefahren, um Yian Tian zu feiern. Dafuer kaufte man eine Blume und Raeucherstaebchen und eine Kerze, und mit diesen Dingen pilgerte man gemeinsam mit anderen Glaeubigen dreimal um den Tempel herum. Mit all den vielen Kerzen und dem Raeucherstaebchenduft, der umherwaberte, hatte der Abend eine teilweise im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Atmosphaere. Wer seine drei Runden vollendet hatte, folgte dem Menschenstrom zu einem Baum, unterdem man inmitten der anderen Kerzen seine eigene sowie seine Blume und seine Raeucherstaebchen hinterliess.
Religion und Spiritualitaet ist in Thailand ohnehin wichtiger als in Deutschland, glaube ich. In jedem Haus gibt es eine Art Hausaltar mit einer Figur von Buddha (manchmal auch mit dem Koenig nebendran). Weil in Thailand auch der Glaube an Geister weit verbreitet ist, gibt es vor vielen Haeusern ein Geisterhaeuschen auf einem Pfahl, in das Figuren gestellt werden und wo manchmal Essen und Getraenke geopfert werden. Weil man ja den Geistern ihren “Lebensraum” durch den Hausbau weggenommen hat, sucht man sie durch das Geisterhaeuschen zu besaenftigen. Finde ich eine tolle Idee. 🙂

Ganz am Anfang, in meiner ersten Schulwoche, uebte die m 4 (also die juengste Klasse an meiner Schule) fuer eine Art Aufahmezeremonie. Zur Schuluniform gehoert naemlich auch eine silberne Anstecknadel und die wird neuen Schuelern bei dieser Zeremonie ueberreicht. Grosses Trara, Moenche sollten kommen, wir uebten einen der zwei Schulsongs, man musste sehr, sehr lang still sitzen, ehe man dann gemeinsam mit seiner Sitzreihe nach vorne zur Buehne ging und unter einer Art Choreographie diese Nadel aufhob. Dann steckte einer der Lehrer einem diese Nadel an und man schritt zurueck an seinen Platz. Hoert sich jetzt langweilig an, aber es ist einfach hochformell und nicht jede Schule macht das, aber meine Schule ist darauf unglaublich stolz und das Ganze war schon sehr beeindruckend. Bevor diese Zeremonie losging, gab es allerdings noch eine Prozession hin zur Meetinghall. Die Marching Band, Schuelerinnen verkleidet als Thaitaenzerinnen und mehrere Banner und Schilder, die den Schulnamen trugen, sollten daran teilnehmen, und ich als Farang auch. Zu diesem Zwecke wurde mir eine neonpinke Flatterhose (pink ist unsere Schulfarbe) und ein Rueschenhemd bei einem Kostuemshop ausgeliehen und am grossen Tag sollte ich um fuenf wieder am Kostuemshop sein, wo ich geschminkt und einer Frisuraenderung unterzogen wurde. Meine Haare fuehlten sich nach all dem Haarspray an wie Plastik, aber als ich das Thaikostuem anhatte, waren meine Lehrer ganz happy ^^ Ich bekam ein Schild in die Hand und mir wurde ein Platz in der Reihe zugewiesen, und dann machte sich der lange Zug auf den Weg zur Schule. Das anschliessende Umziehen in die Schuluniform erfolgte relativ hastig, weil die Zeremonie direkt im Anschluss an die Prozession stattfand (und ich als “neue Schuelerin” ja daran teilhatte) und mir war das alles etwas zu viel Schminke, aber die Thais fanden das alles den vielen Fotos nach zu urteilen total super und es war einfach ganz anders als Deutschland. War toll, das ausprobieren zu koennen und mitmachen zu duerfen. ^^

Wildlife gibt es in Thailand natuerlich auch. Das Haus teilt man sich mit den Geckos, die sind praktisch ueberall, und draussen gibt es ab und zu Schlangen, aber auch ganz viele grosse, bunte Schmetterlinge und Voegel, die total tolle Nester bauen. Was ich aber nicht so super finde, sind die Spinnen, die einem “auflauern” und ueberraschenderweise und in Handtellergroesse im Kuechenschrank auftauchen. Die kann ich ueberhaupt nicht ausstehen…

Ich geh jetzt dann Schuluniform buegeln und kochen ^^ Bis dann,

Lea

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Kyoto und Japaner

Hey Leute!

Tut mir schon wieder leid, dass das so lange gedauert hat, aber man hat echt viel zutun hier. Also erstmal ein kleines Update. Es sind hier endlich Ferien und jetzt habe ich jeden Tag Club, was ich aber eher genieße als doof finde. Ich hab dadurch echt viele neue Freunde gefunden und es macht unfassbar Spaß mit allen zusammen Musik zu machen.

Morgen geht es dann ins Clubcamp und ich freue mich so dermaßen darauf, das glaubt ihr nicht. Es geht in einen Tempel für 3 Tage und es wird fleißig geprobt. Überhaupt wird viel geprobt, ich hatte die letzte Woche nur bis mittags Schule und dann wurde nicht früher aufgehört sondern einfach mal von 13:00-18:00 geprobt. Naja mehr oder weniger jedenfalls, teilweise waren in dem Raum mehr als 35°.

Als nächstes versuche ich mal Japaner zu beschreiben. Eigentlich geht das ja nicht, ich kenne ja nicht ganz Japan und man benutzt dann ganz schnell Vorurteile, also versuche ich das ein bisschen anders und erzähle Dinge, die mich beeindruckt haben. Daraus konnte ich jedenfalls am meisten schließen ^^

Ich fange mal damit an, dass es einfach überall Warnhinweise gibt, wirklich überall! Alleine an der Zugtür sind 6! Sticker, die darauf hinweisen, dass man sich die Finger einquetschen kann. 6!

Auch beeindruckt hat mich, dass jeder Japaner entweder ein Iphone hat oder aber ein Handy mit Antenne. Nein so alt sind die Handys nicht, die Antenne ist zum Fernsehen! Im Zug und im Bus sind dann alle auch dran, aber nicht um zu schreiben, sondern eher um Spiele darauf zu spielen. Merkwürdige Logik.

Als ich das erste Mal Tokyo und Osaka gesehen habe, verschlug es mir den Atem, diese Städte sind so riesig und haben richtig viele Wolkenkratzer, aber gleichzeitig sind manche Gebäude so winzig und es gibt Büros unter Brücken. Das Gleiche mit Neu und Alt. Ich habe mal einen alten Tempel gesehen, der war direkt neben einem Internetcafé.

Als letztes erzähle ich von Kyoto. Ja ich war in Kyoto und wer Kyoto nicht kennt sollte es schnellstens googlen. So etwas gibt es nur einmal auf der Welt. Ich war vor dem berühmten goldenen Tempel und in einem Zen-Buddhismus Garten. Erfahrungen die man nicht oft macht. Diese Orte waren so unfassbar schön, aber auch gleichzeitig voll mir Touris. Außerhalb der Anlagen war dann alles so für Touristen zugeschnitten, dass ich mir als hier Lebender schon unwohl vorkam.

Vor zwei Wochen bin ich mit meiner Gastschwester und 4 weiteren Austauschschülern in Namba gewesen, einer meiner Lieblingsorte in Osaka. In Namba sind einfach immer viele Menschen und es ist sowas von dermaßen interessant dort. Namba ist aufjedenfall ein Besuch wert, wenn man schon hier ist.

Ich denke, das war dann mal alles soweit J Ich verspreche lieber nicht, dass ich mich schnell wieder melde, aber es wird noch genug kommen. J

Bis denne

One dream. One organization. One journey and the biggest adventure of my life.

Hallo zusammen

Ich bin Cora Zimmermann, 15 Jahre alt und Schülerin der 9. Klasse eines Gymnasiums. Gemeinsam mit meinen Eltern und meinem großen Bruder wohne ich im schönen Süden Deutschlands, nahe dem Bodensee. Doch bald werde ich die idyllische Region für das bisher größte Abenteuer meines Lebens verlassen. Ich darf mein kommendes Schuljahr in den Vereinigten Staaten von Amerika verbringen und meinen persönlichen „American Dream“ ausleben.

Doch wie es dazu kam ist eine lange, lange Geschichte, da ich nicht Teilnehmerin des Regelprogramms bin. Eines Augustabends erzählte ich meinen Eltern von dem Wunsch ein Auslandsjahr zu machen, da ich an unterschiedlichsten Kulturen interessiert bin. Doch nach einer Viertelstunde schien meine Traumblase schon zerplatz. „Es tut uns leid, aber wir können dir das nicht finanzieren“, so meine Eltern. Doch ich wollte noch nicht aufgeben und informierte mich wenige Tage später über Stipendien und Fördergesellschaften. Glücklicherweise stieß ich bei meiner Suche auf das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages, das perfekt für mich schien. 360 Jugendliche, davon 280 Schüler und 80 Auszubildende, dürfen pro Jahr mit einem Vollstipendium als Jungbotschafter des Deutschen Bundestages in die Vereinigten Staaten reisen. Sofort war ich Feuer und Flamme und bewarb mich dafür. Nach einigen ausgefüllten Formularen, viele Gedanken über mich selber, einem spannenden Bewerbungsgespräch im November, viel Geduld und vielen Wochen, in denen ich gebangt, gezittert und gehofft habe, bekam ich am Mittwoch, den 15. Januar den erlösenden Anruf. Der Bundestagsabgeordnete meines Wahlkreises rief überraschend bei mir an und teilte mir mit, dass er mich ausgesucht hat. Nach meinem Telefonat wirbelte ich, wie ein kleines Kind in meinem Zimmer umher, bevor ich meiner Mutter in die Arme viel und wir beide anfingen zu heulen …

Für mich ist der Gedanke die Chance zu bekommen immer noch wie ein Traum, total irreal und wunderschön. Ich freue mich von Herzen auf diese wundervollen 10 Monate.

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Ich bin gespannt die Kultur, unterschiedlichste Menschen, verschiedene Lebensweisen kennen zu lernen und hoffe natürlich auch mit gefestigten Sprachkenntnissen zurück zukehren. Besonders freue ich mich auf das typische Highschoolleben, mit Prom, den Sportclubs und allem Drum und Dran.

Seit Januar ist einige Zeit vergangen. 2 Vorbereitungstagungen, eine in Thüringen und eine spezielle PPP-Vorbereitung in Berlin, liegen bereits hinter mir. Schon auf deutscher Seite durfte ich tolle Erfahrungen machen und wunderbare Menschen kennen lernen, die bereits wie eine kleine Familie für mich sind. Als ich Mitte Juni endlich meine Distrikt Zuteilung bekam, nahm mein Austauschjahr immer mehr Form und Farbe an. Nun stehen noch die Bundesstaaten North Dakota, South Dakota, Nebraska, Kansas, Missouri, Iowa, Minnesota, Illinois und schließlich Wisconsin zur Auswahl. Meine genaue Platzierung habe ich leider noch nicht. Langsam beginne ich auch mit der persönlichen Vorbereitung meines Abschieds, denn mein Flugzeug wird in ca. 5 Wochen, am 28. August am Flughafen Frankfurt am Main starten. Ich kann es wirklich kaum erwarten, wenn ich meine ersten Schritte auf amerikanischem Boden machen kann …

Ich freue mich wirklich sehr, dass du meinen Blog Eintrag bis zum Schluss gelesen hast. Ich blogge hier, weil ich möglichst viele Menschen am meinem Austauschjahr teilhaben lassen möchte, mit Dir meine Erfahrungen und Erlebnisse teilen will und ich euch Mut machen möchte, dass ihr diesen Schritt auch wagt.

Ich hoffe ihr werdet meine Blogeinträge regelmäßig verfolgen, vielen Menschen von dieser tollen Geschichte erzählen und mir ein Feedback geben, was euch gefällt/ euch interessiert oder worüber ihr mehr erfahren wollt.
Kontakt könnt ihr gerne auch mit mir über meinen privaten Blog: http://corazi.wordpress.com/ aufnehmen oder wenn ihr gelegentliche Eindrücke mitbekommen wollt, dann folgt mir einfach auf Instagram: Cora3131

Cora