Eine Stadt, die wohl nie schlafen geht

สวัสดีค่ะ

Ihr kennt doch die Redensart von der “dicken Luft” – mittlerweile hab ich das auf Tatsachen uebertragen koennen. Letzten Dienstag ist unsere Gruppe deutscher Austauschschueler in Bangkok, nein, Krung Thep (im Folgenden nur noch “Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit” genannt 😉 ) aus dem Flieger gestiegen. Generell war die Luft erst mal nur durchzuckt von Blitzen nervoeser Aufregung und freudiger Erwartung, endlich hier zu sein – doch als wir durch die Tueren hinaus auf den Parkplatz traten, lastete die heissfeuchte Luft Thailands doch schwer auf unseren Schultern.

Zusammen mit vier weiteren YFU-Austauschschuelern aus Finnland, Schweden und Lettland schlaengelten wir uns in zwei hoffnungslos ueberfuellten, mit Blumenketten und kleinen Buddhafiguren geschmueckten Autobussen durch den Rechtsverkehr Bangkoks zu unserer Unterkunft fuer die bevorstehende “Orientation Week”. Nach etwa eineinhalb Stunden hatten wir besagtes Hotel erreicht, wo wir in der Mittagshitze mit Softdrinks und Lunchboxes von KFC ausgestattet wurden. Das Hotel war… super, eine bessere Beschreibung faellt mir jetzt nicht ein: es gefiel uns hier allen sehr, sehr gut (und die Pools trugen zur allgemeinen guten Laune natuerlich nur bei, der Jetlag war schnell vergessen). Einzig und allein KFC tanzte ein wenig aus der Reihe 🙂

Den Nachmittag durften wir ganz nach unseren Wuenschen gestalten, und es gab ungewohnt frueh wieder Abendessen: das erste Mal Thaifood. Dabei wurden wir auch gleichzeitig in den “Thai Way of Eating” eingewiesen – Gabel in die linke und Loeffel in die rechte Hand, Essen in die Mitte des Tischs, jeder nimmt sich vom Reis und den Beilagen, was er gern mag. อร่อยค่ะ

Das Fruehstueck am darauffolgenden Morgen war dann doch einigermassen neu fuer die meisten. Neben Toast und Muesli gab es auch Reis und gebratenes Gemuese oder Fleisch sowie Thai-Omelett. Ich habe auch ein interessant wirkendes Getraenk (das mit “Guave” bezeichnet war) probiert – und hab mich nach dem ersten Schluck sehr… zuckergeflasht gefuehlt. Dieser Saft war sehr, sehr, sehr suess, und mit Wasser verduennt etwas sehr Feines. Und Thai Tea ist eine Spezialitaet fuer sich: man mixt Tee und etwas, das ein bisschen an Vanillepudding erinnert – tadaa. Auch suess, und ich liebe es.

Die Tage fuellten sich mit Meetings, in denen ueber verschiedene das Austauschjahr betreffende Dinge gesprochen wurde. Eins davon war Sprache – und wir bekamen glatt ein Buch “Thai Language is Easy” ausgehaendigt (easy? … aehm… na ja, noch nicht ^^). Ich mag hier jetzt keinen kuenftigen Austauschschueler spoilern und werd daher nicht naeher auf den konkreten Inhalt der Meetings eingehen, aber eines sei gesagt: die Meetings sind echt informativ, nuetzlich und lustig. Lasst euch ueberraschen. ^^

Stattdessen koennte ich schon wieder vom Essen erzaehlen, und zwar vom Mittagessen am Mittwoch – der langsam immer vertrautere Reis und neue Beilagen, wie beispielsweise Curry. Die Nachspeise war sehr interessant, eine warme Kokosnussmilchsuppe (selbstverstaendlich suess ^^) mit so bisschen schleimigen, bunten Kugeln drin, etwa wie die in Bubbletea, aber doch nicht ganz. Was genau das dann war, konnte uns zwar kein einziger Kellner erklaeren xD aber es hat trotzdem sehr gut geschmeckt.

Donnerstag hiess es “frueh aufstehen”, denn um sieben ging der Bus ins Learning Center. Wir waren mitten im Traffic von Bangkok unterwegs, und waehrend wir so dahinschlichen, erklaerte uns Phee-Pop (einer unserer YFU-Betreuer), es gaebe eine einfache Faustregel fuer arbeitende Leute: wer um acht in der Arbeit sein will, faehrt um fuenf los – und fruehstueckt im Auto. In Bangkok scheint staendig jemandauf den Beinen zu sein (zu diesem Schluss sind meine Zimmergenossin und ich jedenfalls gekommen, als wir mitten in der Nacht von einem lauten Geraeusch geweckt wurden, das Gaertner gerade im Hof des Hotels mit ihren Maschinen fabrizierten).

Auch vom Learning-Center wuerde ich gern mehr berichten, weil es mir dort sehr gefallen hat, aber auch hier will ich niemand im Voraus etwas erzaehlen. ^^ Eins war aber doch erwaehnenswert. Jedes vertretene Land sollte einen oder zwei Aspekte seiner Kultur vorstellen, und der lettische Austauschschueler hatte seinen Vortrag mit “Architecture” betitelt. Letzten Endes ging es aber dann doch um Drogen und ein Satz wurde dabei mehrfach wiederholt: “They take the drugs and then they die.” Das eiskalte “and then they die” in Kombination mit einem unglaublich ernsten Gesichtsausdruck sorgte jedes Mal fuer Lachen und wurde zu einer Art Dauerbrenner fuer die kommenden Tage.

Am spaeten Nachmittag stand uns noch der Besuch eines laut Phee-Pop “kleinen” Departmentstores bevor; man kaufte allerlei wichtige Dinge in diesem riesigen Gebaeude und ging schliesslich in der Foodcourt gemeinsam Abend essen. Dies bot eine Gelegenheit, sein mehr oder minder weit entwickeltes Thai auszuprobieren. Scharfe Suppe fuer mich (lecker ^.^ mein Geschmackssinn ist doch toleranter als gedacht), andere bestellten sich Pad Thai, also ein typisch thailaendisches Nudelgericht, oder auch Reis mit Ananas, rosa Suppe oder auch die eine oder andere verrueckte Nachspeise. Die – erneut – sehr suess war, pink (!) und mit Kokosgelee. Ich hab so das Gefuehl, die Thais stehen auf bunt, suess und mit Kokos, zumindest im Bereich Desserts.

Am Samstag sollten wir dann alle unsere Gastfamilien kennenlernen, aber vor Samstag wartet ja bekanntlich der Freitag – mit einem Riesenprogramm. Oh, what a day was friday. “Allmorgentlicher” Ablauf, um 7:15 hiess es jedoch ab in den Bus und quer durch die Stadt der Engel. Da war ich um einiges wacher als am Donnerstag und wurde mir der Motorraeder und -roller erschreckend bewusst, die sich da in halsbrecherischem Tempo und mehr als engen Kurven durch die (beinahe) stehenden Gefaehrte schlaengelten. An dem Punkt hab ich begriffen, warum YFU nicht will, dass in Bangkok jemand auf einem Motorroller mitfaehrt…

Wir stoppten an einem Anlegesteg direkt am Chao Praya, wo uns der Plan fuer den Vormittag vorgestellt wurde: ein Trip zum Grand Palace von Bangkok! Waehrend die Gruppe auf das Longtailboot wartete, gab es Gelegenheit, sich den Chao Praya mal genauer anzuschauen. Von riesigen Fischen mit abgeflachtem Maul, die dort im schwarzen Wasser auftauchten, bis hin zu den munter vorbeitreibenden Matratzen und Plastiktueten flirrte der Fluss nur so vor… Dingen. Gut, Fische und Schwimmpflanzen, aber auch haufenweise Muell. Nicht so schoen. Die Fahrt mit dem Longtailboot dafuer aber umso mehr – das Schiff haelt, wie ein Bus, immer wieder an verschiedenen Kais und man kann aussteigen, wo man will, oder aber verschiedene Bangkoker Sehenswuerdigkeiten vom Wasser aus beobachten.

Am Palast angelangt gab es ploetzlich Sinn, warum wir lange, “proper” Hosen und das YFU-Shirt anziehen sollten: um ueberhaupt in den Grand Palace gelassen zu werden, musste man einem bestimmten Dresscode entsprechen. Neben dem Palast selbst durften wir auch unseren ersten Tempel besichtigen, in dessen Zentrum sich ein smaragdener Buddha befand. Das war – abgesehen von den vielen Geisterhaeuschen – mein erster und zugegeben sehr beeindruckender Kontakt mit Glauben in Thailand. Der Palast selbst war aehnlich luxurioes wie der Tempel, man durfte seine Schuhe jedoch anbehalten und konnte Kuenstler beim (nach-?) Malen eines Musters zusehen.

tempelwaechter

vor-dem-tempel-im-palast

Bislang war der Freitag jedoch der heisseste Tag, und in unserer Kleidung schwitzten wir schnell aus allen Poren. Wir kundschafteten noch den Wat Pho-Tempel mit dem Reclining Buddha aus und fotografierten einiges (inklusive Katzen im Schoss einer Buddhastatue oder auf einem Stein vor dem Tempel ^^), wurden wir noch Zeuge einer sehr umstaendlichen, aber gerechten Spendenaktion: Man liess 20 Baht in hundert 20 Satang-Muenzen wechseln und hat dann in hundert Schuesseln jeweils eine dieser Muenzen geworfen – und dann hatte jeder Moench ein Fuenftel Baht bekommen. Anschliessend begutachtete man den ruhenden Buddha und seine gemusterten Fussohlen, ehe man Phee-Pop in ein Restaurant folgte und sich das Mittagessen schmecken liess.

miezmiez-im-wat-pho

Am Nachmittag besuchten wir die kuenftige Schule einer Austauschschuelerin in unserem Kreis. Dort wurden wir herumgefuehrt, man zeigte uns ein Thaitanz-Theaterstueck (sehr beeindruckend – und etwas Aehnliches hab ich noch nie vorher gesehen) und wir bekamen Rambutan zu essen. Rambutan sieht bisschen aus wie ein Alienei, man isst es aber wie Litchi. Sehr lecker. ^^ Die Schule hatte auch einen riesigen Garten, wo die Schueler Kraetuer und Blumen anpflanzten, Fische hielten und Wasserbueffel grasen liessen. Riesengelaende fuer eine riesige Schule – sehr viel groesser als die, die ich in Deutschland besuche.

rambutan

Da der Rueckweg zum Hotel allerdings recht lang dauerte, verabschiedeten wir uns recht schnell wieder. An unserem letzten Abend gab es zum Abschied gruenes Thaicurrz und geeisten Thaitea und zum Abschluss gingen alle gemeinsam schwimmen. Am Samstag hiess es fuer alle, die mit dem Flugzeug in ihre Provinzen gelangen sollten, Abreise um sechs Uhr (also auch fuer mich). Die Orientation-Week hat mir sehr viel Spass gemacht, ich freu mich schon sehr auf das Midyearcamp. 🙂

Bis bald,
Lea

Große Veränderungen

Es ist schon arg langer her, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe und das tut mir auch leid, aber ich hatte wirklich viel um die Ohren.

Vor ungefähr 3 Wochen habe ich meine Gastfamilie gewechselt. Manchmal passt es einfach nicht und das muss man dann auch akzeptieren. YFU hat sein Möglichstes getan, um eine neue Familie in meinem Ort zu finden aber ohne Erfolg. Also musste ich ziemlich weit weg, vom „kleinen“ Ort Tsuruga in die Metropole Osaka, welche mit 2,4 mio Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Japan ist.

Der Abschied von meinen Schulkameraden war etwas traurig, aber es war aufjedenfall die richtige Entscheidung zu wechseln. Ich wohne jetzt in einer neuen Familie, die sehr eng mit YFU verbunden ist. Ich bin der 3. Austauschschüler den sie aufnehmen und mein Gastbruder war mit YFU in Dänemark und meine Gastschwester kommt am 1. Juli zurück aus den USA. Diese Familie ist einfach so toll! Als ich sie das erste Mal getroffen habe, war ich etwas nervös, aber mein Gastvater sagte: „ Entspanne dich, du bist jetzt zuhause“ Mir ist einfach so ein Stein vom Herzen gefallen, als ich diesen Satz gehört habe und ich bin so überglücklich Teil dieser Familie zu sein!

Jetzt zu meiner neuen Schule. Ich gehe jetzt auf die Nagano High School. Die Schule ist eine „internationale“ Schule; das heißt, sie hat regelmäßig Austauschschüler. Im Moment sind wir 4, aber nach den Sommerferien bin ich nach dem jetzigen Stand alleine, was aber überhaupt nicht schlimm ist, da ich jetzt schon extrem schnell gute  Freundschaften geschlossen habe! Eine besondere Hilfe war ein Austauschschüler aus den USA, der zwar bald Japan verlässt, aber der mich allen Leuten vorgestellt hat und mir geholfen hat Freundschaften zu schließen. Abgesehen vom Drang zum Internationalen ist meine Schule so, wie man sie aus Animes oder Mangas kennt und ich fühle mich richtig wohl hier!

Da wir im Moment so viele ATS sind, kommt es nicht selten vor, dass man ein Foto mit uns machen will. Dann entsteht das berühmte „japanische Selfie“, auf dem sich gleichzeitig 10 Leute vor das Handy quetschen. 😀 Letzten Freitag war dann die Abschiedsfeier des Austauschschülers aus den USA und gleichzeitig auch die Willkommensfeier von mir und 2 weiteren Kurzzeit-ATS aus den USA. Das war wirklich unfassbar lustig und es wurde viel gelacht. 😀 Ich habe hier 5-mal die Woche japanisch Unterricht mit einem extrem netten Lehrer. Auch das macht wirklich enorm Spaß und ist wirklich sehr hilfreich! Ich hänge ein paar Bilder an, wo ich mit meiner Gastfamilie auf dem höchsten Gebäude Japans war und von dem Ausflug mit meinen Freunden gestern.

 

Eine Ende aber kein Abschied für ewig

 

 

Hallo zusammen,

seit meinem letzten Eintrag ist es nun wieder eine Weile her und schlimmer wie je zuvor fliegt die Zeit nur so an mit vorbei und in 10 Tagen, ist mein Auslandsjahr, auf das ich so lange hin gefiebert habe auch schon wieder vorbei…

Es ist echt komisch an manches zurück zu denken und zu sagen, das ist 10 Monate her.

Oder daran, als ich mit meinen Freundinnen auf dem Weg nach Hause war, mit 5 Mädchen auf der Rückbank des Autos (eingequetscht und super unbequem) mit lauter Musik und eine Erinnerung auf meinem iPod bekommen habe “100 Tage in Südafrika”. Als ich das dann mit ihnen geteilt habe (eher ihnen zugeschrien (die Musik! ;-)), haben wir alle zusammen einen “Bar-One” geteilt und diesen besonderen Tag gefeiert.

Es sind diese kleinen und großen Momente, die das ganze Jahr unvergesslich gemacht haben und die ich niemals vergessen möchte.

 

Ich muss auch sagen, dass ich super glücklich bin, dass ich recht viele Fotos von allem gemacht habe, denn manchmal erinnre ich mich durch die Fotos an Momente die ich sonst vergessen hätte. Auch mein Tagebuch (das ich nach 5 Monaten aufgehört habe, worauf ich echt nicht stolz bin!)

 

Jetzt zu dem was seit meinem letzen Blog geschehen ist. Ich bin 16 geworden! Yeah! An meinem Geburtstag war ich erst in der Schule, wo mir ein paar Freundinnen einen 16-Button an meinen Schulpulli gesteckt haben, damit alle wissen, dass ich Geburtstag habe. (Ich bin die jüngste in der ganzen Stufe, da in die die 11.Klasse gehe und da schon alle 17 oder 18 sind.) Ich habe einen Blumenpott bekommen und Schokolade (deustche!). Das war wirklich schön.

Zu Hause war am Morgen noch niemand außer meinem Gastvater wach also hat der Geburtstagsvibe erst in der Schule angefangen und das hat mich echt gefreut. Als ich nach Hause kam, war mein Gastbruder und Gastschwester da und haben mir gratuliert. Ich war ein bisschen enttäuscht, weil es sich irgendwie nicht wie Geburtstag angefühlt hatte..bis dann! Ich bin in mein Zimmer gekommen und mein ganzer Raum war voll mit Luftballons und “Happy Birthday” Girlanden. Und auf meinem Bett lagen viele kleine Geschenke, von jedem etwas. Meine Gastmutter war am meinem Geburtstag noch in Thailand um dort zu arbeiten, deswegen gab es keinen selbstgerechten Kuchen. Aber meine “Intern-Gastgeschwister” haben mich noch später am Abend mit Kuchen überrascht, was echt super war. Yummy! 🙂

Freitag Abend habe ich noch mit ein paar Freunden bei uns gegrillt und einfach nur zusammen gesessen und gechillt.

 

Dann war der Geburtstag meiner Mama und wir haben mit ein paar Freunden der Familie gegrillt (ja, gegrillt wird gerne). Außerdem war Doina zu besuch, eine ehemalige Internin. Das war super lustig.

 

Danach hatte ich eine Woche Ferien, in der meine Gastschwester Ami und ich zusammen das Zimmer der Interns, mein Zimmer und das Wendy renoviert, was super viel Spaß + Arbeit war und zu sehenswerten Resultaten geführt hat.

 

Ich war auch bei meinem ersten Rugby Match, Blou Bulls gegen Stormer. Die Stimmung im Stadion war sehr beeindruckend und ein unvergessliches Erlebnis, auch wenn ich die Regeln immer noch nicht verstehe 🙂

 

Danach war ich mit meinen Gasteltern und einem meiner Gastbrüder in Durban, wo wir eine super tolle Zeit hatten. Wir waren viel am Strand, obwohl es recht windig war. Abends haben wir Räder geliehen und sind an der Promenade entlang gefahren, bis zum Stadion, haben Strand-Fußball gespielt und waren viel Curry essen, denn Durban ist bekannt als “Kleinindien”, und es verdient den Namen definitiv.

 

Vor gut 2 Wochen hatte ich meine Re-Entry Orientierung mit YFU, was echt schön war, wieder zusammen mit einigen von den Austauschschülern zusammen zu kommen, aber auch traurig um zu realisieren, dass alles so gut wie vorbei ist.

 

Im Moment schreibe ich Exams und muss daher nur manchmal in die Schule.

Diese Wochenende hat eine der Volunteers geheiratet und ich hatte die Möglichkeit auf eine südafrikanische Hochzeit zu gehen.

 

Langsam habe ich angefangen meinen Koffer zu packen, und auszusortien. Kommt mit, kommt vielleicht mit, bleibt hier.

 

Das Mitbringsel Problem geht auch wie nach jeder Reise los, doch ich mach mir keinen Stress, den Platz ist im Koffer eh nicht viel und wenn es eines ist, dass ich hier in Südafrika gelernt habe, dann ist es, sich nicht zu viele Sorgen zu machen 🙂

 

Liebe Grüße ein letzes Mal (für dieses Jahr) aus Südafrika und vielen Dank!

eure Lea

Wer nicht geht, kann auch nie zurückkommen.

Noch 7 Tage. 7 mal schlafen, 7 mal aufstehen, 7 mal sind Tagesabläufe und Umfeld noch vertraut. It’s the final countdown, im wahrsten Sinne des Wortes: in einer Woche breche ich mit meinen Mitaustäuschlern auf nach Südostasien.

Ich bin Lea, 14 Jahre alt, und werde mein Auslandsjahr in Thailand verbringen. Dort war ich bisher noch nie – ich weiß darüber nur, was ich in Büchern gelesen habe, was uns auf der Vorbereitungstagung erzählt wurde und was mir meine Gastfamilie schon alles berichtet hat. Persönliche Erfahrungen haben mich also nicht dazu bewegt, mich für dieses Land zu entscheiden. Viel mehr war es einer der ersten Ausdrücke, die ich jemals auf Thai gehört habe: ไม่เป็นไร (mai bpen rai). Macht doch nichts. Bitteschön. Passt schon. Keine Sorge. Take it easy. Diese drei kleinen Wörter haben mich wahrscheinlich dazu gebracht, auf dem Auswahlzettel “Thailand” anzugeben – man sagt, mai bpen rai sei nicht einfach nur eine alltägliche Phrase, nein, es sei viel eher eine Philosophie. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, und vor allem: lächle. Einer der vielen Namen Thailands ist ja “Land des Lächelns”, und dieses Land möchte ich unbedingt kennenlernen.

Obwohl ja doch noch eine Zeit lang hin ist bis zur Abreise, gab und gibt es noch ein paar Dinge zu erledigen. Wir mussten uns wegen des Visums beim “Königlich-Thailändischen Honorarkonsulat” melden (wahnsinn, was für ein Zungenbrecher! Versucht mal, dreimal ganz schnell hintereinander Königlich-Thailändisches Honorarkonsulat zu sagen ^^). Langsam muss ich mir überlegen, was ich denn mitnehmen möchte – was sich aber doch als recht schwierig erweist, abgesehen von Klamotten und einer Kamera. Ich bin auch ins Gastgeschenkebastelundkaufgeschäft eingestiegen: meine Gastmutter hat beispielsweise verlauten lassen, dass sie sehr gerne Schokolade isst, und ich habe Keramikrohlinge angemalt, eine Schüssel und eine Schale.

Auf meine Gastfamilie freue ich mich sowieso schon sehr. Ich habe eine erwachsene Gastschwester, die in Bangkok studiert, und meine Gasteltern, beide Lehrer, die in der Provinz Phitsanulok leben. Alle machen einen furchtbar netten Eindruck, man schreibt sich und schickt ab und an Fotos hin und her. Meine Gastmutter hat auch schon erwähnt, dass sie bereits allerlei “Vorkehrungen” getroffen hat, um mir die ersten Tage so europäisch wie möglich zu gestalten – sie hat beispielsweise einen Toaster für mich besorgt. ^^

Was mir derzeit ein wenig Sorgen bereitet, sind allerdings zwei Dinge. Einerseits die Sprache – ich habe zwar ein Buch bekommen, mit dem ich vorab ein bisschen Thai lernen kann, aber Thai ist eine Tonsprache, das bedeutet, es gibt fünf verschiedene “Töne” im Thai, und je nach dem, wie du ein Wort aussprichst, kann ein Wort eine andere Bedeutung haben. Aber wahrscheinlich geht das dann schon alles, wenn um einen herum nur Thai gesprochen wird – learning by doing, sozusagen – und meine Gastmutter hat mir schon versichert, sie würde mir helfen, so gut es geht.
Andererseits sind da aber ja auch die politischen Unruhen. Das Militär hat die Macht ergriffen, das Kriegsrecht wurde ausgerufen und eine Ausgangssperre wurde verhängt. Es sind zwar Neuwahlen angesetzt, aber die sollen frühestens im Spätsommer 2015 stattfinden. Als ich meiner Gastfamilie erzählt habe, dass ich mir Sorgen um sie mache, meinten sie allerdings, alles ginge seinen gewohnten Gang und der Alltag verlaufe wie sonst auch, abgesehen von der Ausgangssperre. Zu hören, dass es ihnen gut geht, war für mich das Allerwichtigste. Und da noch keine Hiobsbotschaft von YFU gekommen ist oder eine Absage oder sonstige schlimme Nachrichten aus Thailand, denken wir einfach alle positiv, dann wird das schon alles wieder werden.

Was mich immer wieder erstaunt, ist, dass der Tag der Abreise immer näher rückt (und mir das lang gar nicht wirklich klar gewesen ist). In der Schule bekommen wir Termine für Schulaufgaben gesagt – und ich bin nicht da, die Planungen für das Schulfest laufen – und ich werde nicht dabei sein, im Kino soll im Dezember ein Hobbitmarathon laufen, in den meine Freundin als ambitionierter Hobbit-Fan mit mir gehen wollte, aber auch da werde ich mich auf der anderen Seite des großen Teichs befinden. Heraklit sagte einmal “alles fließt”. Aber im Moment trifft “alles tropft” die Sachlage um einiges besser. Erst langsam wird mir bewusst, wie lange ich eigentlich weg sein werde, weil die Leute einer nach dem anderen anfangen, sich von mir zu verabschieden. Und immer häufiger beteuere ich, dass ich ja nicht verschwunden sein werde, sondern nur… weg, in zehn Monaten kommen wir Austauschschüler wieder zurück. Aber vor uns liegt eine wahnsinnig aufregende Zeit, dessen bin ich mir sicher. Schrittweise, aber doch immer schneller läuft alles auf diesen 23. Juni zu, die Spannung steigt, ich habe immer wieder Anflüge von diesem Fernweh und der Nervosität, ich freue mich sehr darauf, meine Gastfamilie endlich persönlich kennenzulernen. “Bubbling of excitement” beschreibt meinen derzeitigen Gemütszustand ganz gut, glaube ich.

Jetzt ist aber besser mal Schluss, die wirklich interessanten Dinge warten ja erst noch weit weg, zwischen Kambodscha, Malaysia, Laos und Myanmar. 🙂 Macht’s gut, und
ลาก่อนค่ะ
Lea

Ende

Hallo an alle lieben Leser,

jetzt ist es also vorbei. Mein Austauschjahr in Ecuador ist zu Ende. Ich könnte Seiten lange Texte schreiben über diese Zeit. Über die vielen glücklichen Momente, die dieses Jahr so wunderbar gemacht haben, über die schwierigen Phasen, in denen ich traurig und manchmal verzweifelt war, über die unglaublichen Erlebnisse, die ich während dieses Jahres machen durfte, die Emotionen, die mich begleitet haben. Es gäbe sicherlich sehr viel zu erzählen, auszuwerten, zu berichten…

Doch ich möchte einfach nur sagen, dass ich mich in diesem Moment sehr glücklich fühle! Glücklich, weil ich all das erleben durfte, weil ich vor einem Jahr ins Flugzeug gestiegen bin und losgeflogen bin, glücklich, weil diese Zeit in Ecuador mir mehr gegeben hat, als ich jemals erwartet hätte. Und auch wenn mich der Gedanke, all das vielleicht nie wieder zu sehen, wehmütig und traurig macht, dann möchte ich vor allem dankbar zurück schauen und mich freuen über jede schöne Erfahrung, jeden spannenden Tag, den ich in Ecuador verbringen durfte.

Ich werde Ecuador vermissen, mein Ecuador… Gerade kann ich mich nicht vorstellen, wie es wird, plötzlich nicht mehr hier zu sein. Aber das werde ich bald wissen. Dieses Jahr war eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem jungen Leben bisher getroffen habe und ich danke allen, die mich zu jedem Zeitpunkt unterstützt haben, ganz besonders meiner Familie. Vielen Dank auch an alle, die diesen Blog mitgelesen haben, sollten zukünftige Austauschschüler dabei sein: Freut euch auf eine unvergessliche Zeit!!

Das waren dann wohl meine Abschiedsworte, ich möchte es auch nicht länger hinauszögern.
Passt gut auf euch auf, eure María