Geburtstage, Herbstferien und Erfolgserlebnisse

Vom 12. Oktober bis zum 20. Oktober hatten wir Herbstferien. Ja leider nur eine Woche.
Meine Herbstferien begannen damit, dass ich mich am Samstag mit einer Austauschülerin aus Deutschland und einen Austauschüler aus Frankreich, der auch mein Nachbar ist, in Odense getroffen. Wir haben uns einen schönen Tag gemacht, waren essen (falls jemand mal nach Odense kommt: Das „Café Biografen“ ist zu empfehlen.) und ein bisschen shoppen. Allerdings ist letzteres nicht unbedingt in Dänemark zu empfehlen, weil es leider teuer wie alles hier ist.

Arthur, Natalie und ich

Außerdem möchte ich gerne noch etwas über dänische Geburtstage erzählen, weil meine Brüder am 24. September und 12. Oktober Geburtstag hatten.
Am Geburtstagsmorgen geht die gesamte Familie mit Fahnen und einem Teil der Geschenke in das Zimmer des Geburtstagskindes und weckt es mit einem dänischen Geburtstagslied auf.

Danach sind wir runter in die Küche gegangen und haben „Boller“ und „Brunsviger“ gegessen. (Die Rezepte dazu stehen für alle Interessierten am Ende des Eintrages.) In Dänemark ist es Tradition an Geburtstagen zuerst „Boller“ mit Butter und danach „Brunsviger“ zu frühstücken. In jedem dieser „Boller“ steckte eine kleine dänische Fahne und auf dem Kuchen liegen kleine Süßigkeiten, wie Gummibärchen oder Lakritze.

Brunsviger

Boller mit Fähnchen

Von Freitag bis Sonntag sind wir zu meiner Gastgroßtante nach Hou (direkt an der Küste und ca. 30 km südlich von Aarhus) gefahren. Dort sind wir am Freitag Krabben fischen gegangen. Wenn ihr euch jetzt fragt wie das geht: es ist einfacher als gedacht. Man nehme einen Stock an den man eine lange Schnur mit einer Wäscheklammer und einem Gewicht bindet. Dann muss man nur noch ein Stück Salami in die Klammer klammern und dann heißt es nur noch warten das einer anbeißt und den dann mit einem Kescher rausfischen.
Im Großen und Ganzen kann man dieses Wochenende mit dem Wort „hygge“ am besten beschreiben, aber leider haben wir dieses Wort nicht im deutschen. „Hygge“ ist mit eines der wichtigstens Wörter der dänischen Sprache und heißt etwa so viel wie gemütlich, was allerdings auch nicht richtig passt.


Der Hafen von Hou

Und jetzt kommen wir zu meinem Erfolgserlebnis: Meine „Deadline“ für deutsch oder englisch zu Hause war der Montag in den Ferien. Ich war am Anfang als mir das gesagt wurde (gleich am ersten Tag mit vielleicht 50 Wörtern dänisch) mehr als skeptisch ob das wirklich was wird, aber seit dem 14. Oktober sprechen wir nur noch dänisch zu Hause. Wir sprechen hier nicht von 100 % richtigem dänisch und das mir nie die Wörter fehlen oder ich etwas nicht verstehe, doch ich kann mich gut verständigen und ab und zu auch mal für schmunzeln sorgen, weil ich mal wieder Wörter vertauscht oder sehr seltsam ausgesprochen habe. Ich fange auch immer mehr und mehr an auf Dänisch zu denken, mich selbst als „Jäsmine“ vorzustellen und selbst wenn ich deutsche Texte lese fange ich an die Namen oder auch einzelne Wörter dänisch auszusprechen. Z. B. wird aus einem „Rad“ ein „Räl“ oder aus einem Daniel ein Däniel. Wenn mir sowas passiert muss ich immer selbst ein wenig über mich lachen, aber bin andererseits auch stolz auf mich, weil ich schon so im dänisch drinnen bin.

Und jetzt zu den Rezepten:

Brunsvigerrezept
Zutaten:
– 400 ml Milch
– ein Würfel Hefe
– 60 g Butter (für den Teig)
– 3 EL Zucker
– 1 TL Salz
– 600 g Mehl
– 200 g Butter (für den Guss)
– 200 g Zucker
– 2 EL Zimt

Teig:
– Hefe in der Milch auflösen,
– flüssige Butter, Zucker und Salz dazugeben,
– mit Mehl zu einem klebrigem Tieg verarbeiten,
– gehen lassen.

Guss:
– Butter in einem Topf schmelzen
– braunen Zucker und Zimt untermischen
– von der Herdplatte nehmen

– den Teig ca. zwei Finger dick in eine Form geben
– nochmal kurz gehen lassen
– mit dem Finger kleine Dellen in den Teig drücken
– die Glasur in die Dellen gießen und über den Teig verstreiche

Und jetzt noch für 20 min. bei 200 °C in den Ofen schieben

Boller

Zutaten:
– 1 kg Mehl
– 200 g Butter
– 400 g Milch
– 25 g Hefe
– 2 Eier
– Salz

Zubereitung:
– Butter schmelzen
– Milch zur Butter geben und wärend man die Mischung mit einem Knethacken umrührt.
– Salz, Mehl und Eier unterrühren und für ca. 15 min mit dem Knethaken kneten
– den Teig für 30 min in einen auf 50 Grad vorgeheitzten Backofen stellen
– die Menge reicht für ca. 25 Boller
– bei 200 Grad für ca. 12 min in den Ofen schieben

Die Boller werden allerdings nicht nur zum Geburtstag gegessen.

schon 75 Tage hier :o wie die Zeit vergeht..

Hallo und schon wieder hat es länger gedauert bis ein neuer Eintrag kam, aber ich habe momentan echt viel mit der Schule zu tun.

Ein Test hier ein Test da, Aufsätze, Hausaufgabe und natürlich mit Erfolg Norwegisch lernen. Also muss jetzt keiner denken ich sitze den ganzen Tag nur in meinem Zimmer und lerne, NEIN !!  ich gehe ja auch noch ins Fitnessstudio und unternehme was mit Freunden : D

Und wirklich viel passiert ist in den letzten Wochen auch nichts. Hier ist halt der Alltag eingeehrt 🙂

Jedoch waren ich, und alle anderen Austauschschüler, die in der nähe von Oslo wohnen auf einer Hütte und habe dort ein echt schönes Wochenende verbracht. : ) Die Hütte hatte zwar kein Wasser sodass wir dann das Wasser aus dem Fluss trinken mussten aber immer hin war sie schön war. : ) Außerdem nicht zu vergessen das wunderbare PLUMSKLO (ein Foto davon erspare ich euch mal) : D

Außerdem hat des die Tage schon mal angefangen leicht zu schneien, aber es ist leider nichts liegen geblieben und auch hier haben die Temperaturen sich wieder geändert und sind von um die 0 Grad, wieder auf ca. 10 gestiegen. Was mir jetzt nicht so gefällt..  ICH WILL SCHNEE!!

 

Hier noch so ein paar Fotos, von Dingen die mir in letzter Zeit vor die Linse gekommen sind.

LG Dennis

FAMILIENFOTO ! : )

Der Mond als wir auf Hüttentour waren : )

Unser TRINK/KOCH/WASCH/PUTZWasser aus dem See 🙂

LANGEWEILE : D

Auf dem Weg zur Schule : )

Auf dem Weg von der Schule

“Ainult aja küsimus”

…“nur eine Frage der Zeit“, dass ich mal wieder schreibe. Beinahe zehn Wochen sind schon um und ich habe noch nichts von mir hören lassen! Das soll sich ändern, denn es gibt wahnsinnig viel zu erzählen. Ich glaube nicht, dass ich jemals so viel Spannendes in in nur zwei Monaten erlebt und gelernt habe.

Ankunft in Estland

Himmel (oder auch „Issand jumal!“, was die Esten bei jeder Gelegenheit benutzen. Der vielseitigste Fluch, den ich kenne, und gleichzeitig auch der am wenigsten anstößige), das kommt mir schon wahnsinnig lange her vor. Der Moment, als ich (als letzte und auch leicht verspätet) einen Fuß ins Flugzeug gesetzt habe und mir klar wurde, dass ich das Land, in dem ich mich gerade noch befinde, erst nächstes Jahr wiedersehen werde und damit auch all die Menschen und Dinge, die mir wichtig sind, war einfach unbeschreiblich überwältigend und scheint mir gleichzeitig wie nur eine sehr vage Erinnerung. Wie lange ist es schon her? Zwei Wochen? Zwei Monate? Zwei Jahre? Das Zeitgefühl ist mir verloren gegangen, glaube ich. Was mir sehr viel mehr im Gedächtnis geblieben ist (abgesehen von meiner ersten estnischen Kohuke, der besten Süßigkeit überhaupt, die ich am gefühlt kleinsten Flughafen der Welt gegessen habe), sind die vier Vorbereitungstage, die wir in einem Ort, etwas außerhalb von Tallinn, verbracht haben. Dort haben wir alle Austauschschüler, die mit YFU ein Jahr in Estland verbringen, kennengelernt und gemeinsam wurden wir spitzenmäßig auf unser Austauschjahr vorbereitet. Die Teamer waren einfach klasse und man merkte ihnen an, wie viel Spaß sie hatten. Wir haben über Schule, Freunde, möglicherweise auftretende Probleme usw. geredet und haben außerdem jeden Tag Estnisch gelernt. Das war wahnsinnig hilfreich aber auch wahnsinnig ermüdend. Diese Grammatik…14 Fälle sind nun wirklich kein Zuckerschlecken.
Aber daneben hatten wir auch alle gemeinsam unheimlich viel Spaß und bin froh, wie viele neue Freunde ich gefunden und wie viel gelernt habe. Ein wirklich gelungener Einstieg in unser Austauschjahr.

Gastfamilie

Unsere Gastfamilien lernten wir am letzten Tag der Vorbereitung kennen. Nachdem wir alle vor Aufregung um die Wette gezittert hatten und alle Gastfamilien mit einer von uns gesungen Variante „Mein Hut, der hat drei Ecken“ (auf Estnisch!) beglückt hatten, durften wir sie dann auch wirklich kennenlernen. Es gab eine Art gemeinsames Picknick und ein paar Spiele, dann fuhren wir auch schon los und ich lernte die neuen Leute und das neue Umfeld kennen, welche mich ein Jahr lang umgeben werden.
Ich habe in meinem letzten Eintrag komplett versäumt, euch meine Gastfamilie vorzustellen, was ich aber jetzt tun werde.
Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter, meinem Gastvater und meinen drei Gastgeschwistern. Meine beiden Gastbrüder sind 18 und 8, meine Gastschwester ist 14. Mein älterer Gastbruder ist noch vor meiner Ankunft in die deutschsprachige Schweiz geflogen, um dort ebenfalls mit YFU ein Austauschjahr zu machen (und Andreas, falls du das liest, ja, du darfst meinen Blog lesen, wenn du ihn verstehst :D). Persönlich lerne ich ihn dann also erst nächstes Jahr kennen. Mit meinem kleinen Gastbruder und meiner Gastschwester verstehe ich mich sehr gut (auch wenn die Konversationen zwischen mir und meinem Gastbruder eher dürftig sind, da er nur Estnisch versteht und Kinderestnisch mir dann teilweise doch zuu hoch ist). Wir leben in der Hauptstadt Estlands, Tallinn. Ich fühle mich in meiner Gastfamilie jedenfalls sehr wohl und finde auch die Ausflüge, die sie mit mir unternehmen toll. Wir waren bereits auf Hiiumaa, einer ziemlich großen estnischen Insel, in Tartu im Süden und in Sankt Petersburg in Russland, eine Reise, von der wir gerade vor zwei Tagen zurückgekommen sind. So habe ich verschiedene Seiten Estlands kennengelernt, denn es ist auffällig, wie sehr sich das Land doch unterscheidet, der Norden, der Süden, der Osten und die Inseln, alle sind irgendwie anders, und das in so einem kleinen Land.
Außerdem waren wir gleich an unserem ersten gemeinsamen Abend beim Konzert von Robbie Williams, was ein großartiges Ereignis war, da, ehrlich gesagt, große Stars sich nicht allzu häufig nach Estland verirren, außerdem war auch noch Unabhängigkeitstag und die Stimmung war, wie das Konzert auch, entsprechend bombastisch. Einen geileren Anfang für mein Auslandsjahr kann ich mir nicht vorstellen!

Schule, Fuchswoche etc.

Der erste Schultag in Estland ist generell immer der 1. September, an einigen Schulen so auch dieses Jahr, was hieß, dass einige Schüler sonntags zur Schule mussten, ich glücklicherweise nicht. Hier in Estland ist es Tradition, sich zum ersten Schultag fein anzuziehen und dem Lehrer Blumen zu überreichen. Ich muss sagen, dass ich schon ein wenig Bammel hatte, was sich nach diesem Tag auch nicht wirklich gelegt hat. Der Tag bestand eigentlich nur aus Singen und Schulregeln anhören und war dementsprechend kurz. Nachdem ich mich kurz vorgestellt hatte, unser Klassenlehrer einige organisatorische Dinge mit uns besprach und wir die Blumen überreichten, war es auch schon vorüber und jeder machte sich so schnell aus dem Klassenzimmer wie möglich. Niemand schien sich auch nur im Geringsten für mich zu interessieren, wohin die mexikanische Austauschschülerin, die ebenfalls auf meine Schule geht, jede Menge Aufmerksamkeit bekam und anscheinend schon Freunde gefunden hatte. Das soll aber typisch für die Esten sein, dass sie erste Begegnungen scheuen (und ich war bei weitem nicht die einzige, der das so ergangen ist, andere Austauschschüler berichteten Ähnliches). Meine Sorgen, so stellte sich heraus, waren allerdings völlig unbegründet, denn zumindest der Großteil der Klasse ist sehr extrovertiert, offen und fröhlich und ich wurde schon am nächsten Tag toll aufgenommen. Ich komme wunderbar mit meinen Klassenkameraden zurecht und fühle mich auch insgesamt sehr wohl an der Schule. Unsere Fuchswoche hatten wir auch schon. Während der Fuchswoche waren wir Zehntklässler die “Füchse” und die Zwölftklässler unsere “Götter”, und sie konnten mit uns tun und lassen, was sie wollten…eine ganze Woche voller ekliger Aufgaben und Essen, an das man einfach nicht mehr denken möchte, dazu demütigende Klamotten. Am Ende bin ich dann, über und über mit Haarspray und Eigelb, nach Hause gefahren, während für mich feststand, dass das definitiv die lustigste Schulwoche meines Lebens war und wir so etwas dringend in Deutschland brauchen.
An der Schule stört mich also kaum etwas, eigentlich nur das Essen…sehr fleischlastig. Eigentlich bin ich Vegetarierin, doch hier in Estland in Fleisch praktisch unumgänglich und ich esse es fast jeden Tag, weil meine Schule es in jedem Gericht als nötig ansieht und sich um keine Alternativen bemüht. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und werde dann einfach nächstes Jahr zu meinen eigentlichen Gewohnheiten zurückkehren.

Die Sprache

Puh, Estnisch. Das ist eine Sprache, an die man mit Geduld herangehen muss. Mit den meisten europäischen Sprachen ist sie in keinster Weise verwandt, lediglich mit Finnisch und entfernt mit Ungarisch. Einzig und allein in Estland von nicht viel mehr als 1 Mio. Menschen gesprochen und über estnische Grenzen hinaus nicht wirklich nützlich, kommt man als Lernender manchmal ins Grübeln, was die eigentliche Motivation war oder überhaupt noch ist. Gott sei Dank ist die Frage leicht beantwortet, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, in was für einem tollen Land sich gerade befindet und wie schön es wäre, sich mit seinen neuen Freunden in ihrer Muttersprache unterhalten zu können. Leicht ist das aber wirklich nicht. Diese Sprache, die Präpositionen besitzt, aber lieber Fälle benutzt, es Worte wie „jäääär“ gibt und zig Unregelmäßigkeiten auftauchen, macht einem das Lernen nicht gerade leicht. Zuhause muss ich Estnisch sprechen, weil meine Gastfamilie das von mir erwartet und ich meinen kleinen Gastbruder und meine Gastoma ja auch nicht übergehen kann. Darüber bin ich auch sehr glücklich, denn meine Fortschritte sind, rückblickend, doch recht groß. Anfangs konnte ich nicht viel mehr als „Mhm“ und „OK“ antworten, mittlerweile bringe ich mehr oder weniger vollständige Sätze zustande. 😉 Laut meinem Gastvater war mein erster Satz „Aga kärbes ei meeldi mulle“, also „Ich mag die Fliege aber nicht“. Besonders sinnvoll ist das nicht, ich weiß…

Nach einer Woche Ferien fängt also morgen wieder die Schule an, und auch wenn das sehr oft recht ermüdend ist, ich freue mich dennoch drauf. Wenn sie mir nicht zu viel an Arbeit wird, lasse ich demnächst, hoffentlich nicht erst wieder in zwei Monaten etwas von mir hören. 🙂

Head aega!

Eure Maryam

Schule, Homecoming Week – Update

Mal wieder ein neuer Blogeintrag… Und schon ist wieder ein Monat vorbei!

Mir geht es hier nach wie vor super und mittlerweile ist alles zum Alltag übergegangen. Ich werde euch jetzt einfach mal über die Ereignisse der letzten Wochen berichten und ich dachte mir, ich könnte auch mal ein bisschen mehr über das Schulleben hier in den USA erzählen.

Zu Beginn des Schultages um 7.50 Uhr ertönt erst einmal die Pledge of Allegiance, gefolgt von den Announcements und einem „random fact of the day“. In jedem Klassenraum hängt die Flagge der USA und die Amerikaner stehen (für gewöhnlich, nicht alle machen es) auf, drehen sich zur Flagge, mit der Hand auf dem Herzen und hören sich die Pledge of Allegiance an (manche sprechen sie auch mit). Das hört sich dann ungefähr so an: „Good morning Shorewood! Please stand for the Pledge of Allegiance. <I pledge allegiance to the flag of the United States of America, and to the republic for which it stands, one nation under god, indivisible, with liberty and justice for all.>”

Mittlerweile habe ich sie schon so oft gehört, dass ich sie mitsprechen könnte. Ich habe normalerweise jeden Tag drei Fächer, die jeweils ca. 2 Stunden lang gehen. Nach den ersten beiden Klassen haben wir Lunch und die Schule endet um 14.25 Uhr. Die Hausaufgaben werden hier eigentlich immer kontrolliert bzw. eingesammelt und man bekommt Punkte für die Aufgaben. An meiner Schule bekommt jeder Schüler zu Beginn des Schuljahres ein iPad, was ziemlich praktisch ist, weil man dann die ganzen Schulbücher auch online hat und somit sein gebundenes Buch zu Hause lassen kann. Hier schreiben auch generell alle mit Kuli oder Bleistift; als ich neulich meinen Füller im Spanischunterricht rausgeholt habe, weil ich meinen Kuli vergessen hatte, waren alle ganz begeistert und als ich dann auch noch meinen Tintenkiller benutzt habe, waren sie hin und weg! Und ich fand es sehr amüsant meiner Mitschülerin erklären zu müssen, wie ein Killer funktioniert 😀

Eine Freundin hat mich auch das erste Mal mit nach Seattle genommen und mir Downtown Seattle gezeigt. Wir haben Pike Place Market besichtigt, haben den ersten Starbucks-Laden überhaupt besucht und unser Kaugummi an die Gum Wall geklebt. Die Gum Wall ist eine Wand, die über und über mit gekautem Kaugummi zugeklebt ist und sie ist mittlerweile eine Art Wahrzeichen von Seattle. Die Vorstellung ist ganz schön eklig, aber wenn man direkt vor ihr steht, ist sie ziemlich beeindruckend. 😀

Pike Place Market

Gum Wall (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/Gum_wall2.JPG)

An meiner Schule war außerdem in der letzten Woche Homecoming Week, wo sich alle jeden Tag zu verschiedenen Themen verkleidet haben. – Und ich kann euch sagen, während dieser Woche spielt die ganze Schule einfach nur verrückt! Am Freitag war die Homecoming Assembly, alle haben sich in der Sporthalle versammelt und die Klassenstufen sind in Spielen gegeneinander angetreten. That was so much fun and I experienced a lot of school spirit! Außerdem wurden während der Assembly Homecoming King und Queen verkündet. Am Abend war dann das Homecoming Football Game, was wie jedes Football Game total viel Spaß macht. Am Samstagabend wurde der Homecoming Dance in der Sporthalle der Schule veranstaltet. Am Nachmittag vor dem Dance wurde sich fertig gemacht und dann bin ich mit einer Gruppe zuerst zum Dinner, dann zum Dance und später ins Kino gegangen (wir haben uns „Gravity“ angeschaut- echt sehenswert). Alles in allem war es eine unglaublich tolle, aber auch sehr lange Nacht!

Homecoming Assembly

Homecoming Dance

Die Schwimmsaison neigt sich langsam dem Ende zu – die letzten zwei Wochen sind angebrochen und ich kann es gar nicht glauben und finde es auch etwas schade, dass das Schwimmtraining bald vorbei sein soll. Die Meets laufen super, ich verbessere mich jedes Mal und unser Team hat einen unglaublichen Zusammenhalt! Am Donnerstag ist unser letztes Homemeet, an dem das ganze Schwimmteam teilnimmt, und deshalb gehen wir danach alle zusammen zum Dinner. Über das Wintersemester werde ich keinen Sport machen, da es einfach nicht viel Auswahl gibt, aber im Spring werde ich wahrscheinlich mit Wasser Polo anfangen.

Ich hoffe, dieser Eintrag hat euch mal wieder einen Eindruck von dem gegeben, was seit meinem letzten Bericht hier so alles passiert ist.

Nächste Woche werde ich dann Halloween in den USA erleben und in einem Monat ist schon Thanksgiving. Spätestens dann werde ich wieder berichten,

Sarah

Endlich wieder Schule!

Es ist einige Zeit vergangen und mittlerweile verbringe ich schon über 2 Monate hier. Ecuador ist für mich immernoch ein traumhaftes Land mit wunderbaren Menschen, einer unglaublich vielfältigen Landschaft und ich bereue es nicht, mein Austauschjahr in diesem schönen Land zu verbringen. Auch wenn es mir nicht immer gut geht und ich auch sehr schlechte Phasen erlebe, freue ich mich jeden Tag, diese Erfahrung machen zu dürfen.

Wir hatten 2 Wochen Ferien. Die waren ehrlich gesagt sehr langweilig, weil meine Familie zu Hause geblieben ist und nicht verreist ist, wie es unter den meisten Familien üblich ist, da meine Gasteltern arbeiten mussten. Das fand ich sehr schade, aber irgendwie ist die Zeit dann auch vergangen. Ein paar kleine Erlebnisse gab es dennoch und wenigstens die möchte ich euch nicht vorenthalten. Ich gehe jetzt regelmäßig (wenn es klappt jeden Tag) ins Fitnessstudio. Es ist wirklich ziemlich groß und es gibt über 3 Stockwerke verteilt diverse Geräte. Bei manchen weiß ich nicht einmal, wozu sie gut sind. Unter anderem wird dort auch ein Tanzkurs angeboten, an welchem ich teilnehme. Ein sehr gut gebauter, strahlender Ecuadorianer tanzt vor dem Spiegel irgendwelche furchtbar schnellen und komplizierten Schrittfolgen vor und die ausschließlich weiblichen Teilnehmer versuchen, ihm zu folgen, was den sehr talentierten Latinas natürlich deutlich besser gelingt als mir. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich von Mal zu Mal besser werde und vor allem macht dieser Kurs einfach sehr viel Spaß.

Abends nehme ich an einer sogenannten “bailoterapia” teil. Das kann man sich im Prinzip als eine Mischung aus Tanz und Aerobic vorstellen. Der Kurs ist gratis und findet auf einem Basketballplatz hier in der Nachbarschaft statt, es nehmen Frauen aus allen Altersklassen teil und die Leiterin ist eine unglaublich sympathische, sehr talentierte Frau, die sich immer sehr viel Mühe gibt! Das schöne ist, dass man viele neue Leute kennenlernt und durch das gemeinsame Tanzen eine große Gemeinschaft entsteht. So wurde ich zusammen mit einigen anderen Teilnehmerinnen bei einer Japanerin zum Mittagessen eingeladen. Sie lebt mit ihrem Mann seit kurzer Zeit in Ecuador und geht auch regelmäßig zur bailoterápia. Das gemeinsame Essen war sehr schön, es wurden Pizza und Spaghetti serviert, sowie japanischer Tee.

Außerdem hat meine Gasttante (die übrigens bei meiner Gastfamilie als Hausangestellte arbeitet) mich zu einem Schulevent ihrer Tochter mitgenommen. Jeder Kurs der Schule hat tänzerisch den Karneval in einem lateinamerikanischem Land dargestellt. Die Schüler hatten bunte Kostüme an und jeder Kurs präsentierte sich mit einer eigenen Choreografie. Leider sind meine Bilder sehr schlecht und verschwommen, da wir ziemlich weit hinten saßen, deshalb erspare ich euch das lieber.

Einmal sind wir (meine Gastgeschwister und die 2 Kinder der Tante) gemeinsam ins Kino gegangen. Es gibt in der Stadt nur ein Kino, welches in die riesige Mall integriert ist, in der man glaube ich wirklich alles kaufen kann. Mir wurde gesagt, 14 Uhr soll ich fertig sein, 15 Uhr waren dann auch die anderen fertig. (An die ecuadorianische Zeit bin ich noch nicht ganz so gut angepasst) Wir guckten einen Horrorfilm, den aber alle schlecht fanden. Am Wochenende fand dann in der Architektenschule meines Gastvaters ein Event mit Architekten aus dem ganzen Land statt, welches mit vielen Reden und der Wahl einer Schönheitskönigin eröffnet wurde.

Dann waren die Ferien auch schon wieder zu Ende und mittlerweile gehe ich wieder zur Schule, was mich sehr freut, denn dadurch habe ich deutlich weniger Langeweile. Ich durfte sogar bei einem Englisch-Buchstabierwettbewerb, der in unserer Schule ausgetragen wurde, Wettkampfleiterin sein. Demnächst werden die Sieger für den nächsthöheren Wettbewerb vorbereitet und auch dabei soll ich behilflich sein.

Ecuador hat sich für die WM 2014 qualifiziert, hier war echt die Hölle los. Autohupen die ganze Nacht, riesige Feiern, die im TV übertragen wurden, fast alle trugen am nächsten Tag das Ecuador-Trikot. Die Menschen haben sich wahnsinnig gefreut, da die Qualifikation für Ecuador nicht ganz so ‘selbstverständlich’ ist, wie für uns.

Mehr kann ich euch momentan nicht erzählen, ich bin also mehr oder weniger zurück im Alltag, habe eine gewissen Routine und lebe mich besser ein. Demnächst werde ich mit YFU in den Dschungel Ecuadors fahren, darauf freue ich mich schon riesig und ich zähle schon die Tage bis dahin.

Es drückt euch aus der Ferne,
Maria