Mein schönes Weihnachtsfest

Jetzt habe ich auch mal Zeit um mal wieder was zu schreiben. Und zwar über mein Weihnachten!
Es war einfach wunderbar 🙂
Am 23. wurde schon mal lille julaften (kleiner Weihnachtsabend) mit Freunden gefeiert, wir haben gemütlich am Tisch gesessen und einen schönen Weihnachtstisch genossen, mit ganz vielen feinen Sachen 🙂
Am 24. bin ich aufgwacht und fand einen Socken gefüllt mit Süßigkeiten, Mandarinen und 2 norwegischen Comics vor meinem Bett! :-)))
Als ich runterkam, wurde mir ‘god jul’ (frohe Weihnachten) gewünscht und dann wurde ein bisschen rumgelümmelt und ich habe mit Pia Fernsehn geschaut. Um 11 Uhr kam dann ”drei Haselnüsse für Aschenbrödel”, auf norwegisch: ”tre nøtter til Askepott”. Das ist ziemlich seltsam weil sie haben nur einen Synchronsprecher der alle Rollen spricht! 😀
Ich habe ein Video gedreht, da könnt ihr das euch mal anhören! 😀
Der restliche Montag wurde mit putzen, tranditionellem Milchreis mit einer Mandel essen (UND ICH HABE DIE MANDEL GEHABT! habe dann ein Marzipanschwein bekommen :-)) und anschließendem ‘pinter seg’ (sich schön machen) verbracht, bis um 5 die beiden Großeltern kamen. Zum anstoßen gabs einen gløgg (norwegisches Pendent  zu unserem Glühwein). Pia und ich bekamen die alkoholfreie Variante, man trinkt gløgg mit Haselnüssen und Rosinen.
Dann gab es endlich Essen: Pinnekjøtt mit Kohlrabibrei und Kartoffeln.
Pinnekjøtt ist Lammrippe die entweder geräuchert oder gesalzt wird (das Fleisch ist dann steinhart) und bis Weihnachten gelagert wird. Am Abend vor Weihnachten wird das Fleisch, damit es wieder weich wird (und das viele Salz verliert), in Wasser eingelegt und eine Nacht stehen gelassen. Am Weihnachtstag wird es dann 3 Stunden lang gedämpft oder manchmal auch gekocht.
Ich sage euch, dieses Gericht ist verdammt lecker!
Als Nachtisch gabs dann ‘Riskrem’, das ist Milchreis vermischt mit Sahne, auch lecker aber MÄCHTIG! 😀
Und endlich gabs Geschenke, meine Gastschwester und ich haben den Weihnachtsmann gespielt und an jeden einzeln die Geschenke verteilt.
Ganz witzig war, dass jeder meinte er müsste mir warme Sachen schenken!
Am Schluss stand ich da mit 2 selbstgestrickten Pullis, 6 Wollsocken, 4 Handschuhen und 1 Wollunterwäscheset.
Also frieren werde ich nicht mehr 😛
Um 11:30 gingen dann meinen Gastgroßeltern aus Kragerø nach Hause, die anderen haben hier geschlafen.

Am nächsten Morgen gab es dann ein schönes Weihnachtsfrühstück mit allem was man sich nur wünschen kann 🙂
Um 14:00 ging es dann auch schon weiter zum nächsten Fest zur Oma in Kragerø. Weihnachtsbuffet!
Ich war aber noch ziemlich voll vom Weihnachtsabend! 😀
Als Norweger hungert man nicht 😛
Dort blieben wir auch bis abends und sind dann nach Hause und haben es uns genütlich gemacht.

Am 2. Weihnachtsfeiertag ging es zu den anderen Großeltern und dort haben wir schon wieder richtig leckeres Essen bekommen. ‘Svinneribbe’ (lässt sich leicht übersetzten: Schweinerippen) mit Kartoffeln, ‘medisterpølse’ und ‘medisterkake’ (Würste und Fleischklöpse mit Weihnachtsgeschmack) und Sauerkraut. Richtig lecker 🙂 Ich komme mir grade so vor, als würde ich nur vom Essen erzählen, mache ich eig. auch aber egal! 😀
Es war super schön und mein Weihnachtsgeschenk (Räuchermännchen) war auch schon aufgestellt 🙂
Abends haben wir dann ‘the Blind Side’ geschaut und sind dann erschöpft vom ganzen Essen der letzten Tage ins Bett gefallen.

Ich hatte einfach ein richtig schönes Weihnachten und habe es 100% genossen, so schade dass es einfach total schnell rumging.
Ich hoffe ihr hattet alle auch so ein schönes Weihnachten wie ich!
Ganz viel Liebe  ♥
Charlotte

Time goes by too fast

Hi!

Schon wieder ist über ein Monat vergangen. Thanksgiving ist schon längst vorbei, trotzdem will ich etwas darüber erzählen, da es hier ja doch groß gefeiert wird.

Wir haben in der Thanksgiving Woche nur Montag und Dienstag Schule gehabt (und nur halbe Tage wegen Examen). Da das Fest bei Grandma war, die direkt nebenan wohnt, habe ich nicht so viel mit Vorbereitung zu tun gehabt. Meine Gastfamilie hat das Fest jedes Jahr in verschiedenen Häusern. Meine Gastschwester Sofie und ich haben am Thanksgiving Tag (Donnerstag) etwas geholfen. Wir haben die Tische gedeckt, Eisstücke in Wassergläser gefüllt und etwas dekoriert.

Nachdem ein Familienpart nach dem anderen kam waren wir auch schon um die 20 Leute. Wir hatten 3 große Tische auf denen je 2 Buchstaben waren “T-U-R-K-E-Y”.

Es gab schon vor dem großen Essen Snacks wie Gemüse und Dip, Kekse und Butter, Salzstangen etc. als dann jeder einen Platz gefunden hat musste sich die Gruppe um den jeweiligen Buchstaben ein Wort einfallen lassen für das sie dankbar waren. Ich saß bei dem “T” und mein Gastbruder kam auf die großartige Idee dankbar für den “Turkey” zu sein 😀

Dann durften wir unsere Teller füllen mit Kartoffeln/Kartoffelpüree, verschiedenen Salaten, Turkey, verschiedenes gekochtes Gemüse, Mais und Soße und zu guter Letzt gab es auch Nachtisch – Pumkinpie (Kürbiskuchen), Schokoladendessert und Schokoladenkuchen.

Es war eine Menge essen und Spaß  – ich kannte eigentlich bis auf meine Großeltern und meine Gastfamilie niemanden bei dieser Feier, aber trotzdem war es lustig. Die Familie hier nimmt einen so herzlich auf mit Umarmungen und small talks.

 

So und jetzt ist es schon fast Weihnachten – Weihnachtsferien gibt es hier übrigens auch –  (in Deutschland ist jetzt schon der 24.12. hier allerdings noch der 23.12. und wir feiern hier normalerweise am 25.12.) Es ist aber alles etwas chaotisch, da einer meiner älterern Gastbrüder arbeiten muss und wir somit die Geschenke nicht morgens auspacken können. Meine Gastmutter, meine Gastschwester und ich haben aber einen Plan gemacht – Pakete von Deutschland und Dänemark + Pakete von der Gastfamilie werden am 24. Nachts ausgepackt (nach der Kirche) und am 25. werden Santa Clause’s Pakete ausgepackt.

Außerdem habe ich noch etwas spannendes zu erzählen 🙂

In 2009 hat meine deutsche Familie  eine Austauschschülerin aus Illinois gehabt Kelley, seit Juli 2010 haben wir uns nur noch über Skype ab und zu gesehen und ich fliege am 26. rüber nach Illinois um sie und ihre Familie zu besuchen. Ich bin schon unglaublich aufgeregt und bin froh, dass wir noch immer den Kontakt haben – wie bei YFU oft gesagt wird “YFU ist eine große Familie” 🙂
Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! ♥

Liebe Grüße aus Michigan,

 

Nadia

Mein Erster Tag

ich bin aufgewacht. die sonne hat an meinen augen gescheint, damit habe ich geblinzelt und bin ich richtig wach gewesen. noch ein paar stunden. ich konnte warten, aber mein bauch, der gerade erholt hat, hat nutrition gebraucht. zum gluck hat die stewardess fertig gemacht, den wagen vom essen zu verlaufen.

croissant, nutella, obstsalat, gerauechertes rindfleisch, orangensaft, und deutsche kalte kartoffelsalat, alle habe ich gegessen. ah! deutschland… vor zwei jahren habe ich noch ‘ich heisse ken’ zu sagen gelernt, und jetzt habe ich im flugzeug gesitzen, auf den gewartet, in hamburg zu landen. Ich habe keine Vorstellung gehabt, wie Deutschland ausgesehen hat. Sind die Leute wirklich am Ersten steif, wie meine Freundin, die fur ein Jahr in Deutschland gewesen ist, gesagt hat? Wie sieht mein neues Haus aus? Kann ich wirklich im Dorf spazieren gehen?

Aber der flugzeug ist naher an den Boden gegangen.

Ich konnte nicht mehr warten. Warum ist der flugzeug soooolange geflogen? Das alle habe ich geschrien. In meinem Herz, habe ich gemeint. Und, tadaa! Hamburg!

Da habe ich keine Angst gehabt, nicht wie Ich sollte, als ein neues Kind in einem neuen so grossen Land. Ich habe ein Madchen von Yfu getroffen und hamburg war sehr schon und interessant.

Ich war uber hohen Gebauden erstaunt. hohen gebauden. viele gibt’s bestimmt in jakarta. Wir hatten noch Zeit bevor ich nach Bahnhof gehen musste, also sind wir nach Ostsee gegangen. Das Madchen hat mir viele Sachen erzahlt, und vice versa. In der so kurzen Zeit waren wir schon beste Freundinnen sozusagen. Sie hat auch mir uber die Ostsee erklart. Wir haben ein paar Enten gesehen, die waren lustig und klug, muss man sagen.

Und dann war das zu Ende. Im Bahnhof habe ich meine erste deutsche Sache gekauft mit meinem ersten Euro: einen Saft, namens Bahamas, aus watermelon und so was. Dann musste ich Auf Wiedersehen sagen. Von hier hatte ich Angst, ich war verwirrt, sodass wusste ich nicht, wie ich die Tur vom Zug aufmachen konnte. Ich musste mein compartment suchen und mein Koffer war schwer, aber ein Mann hat den fur mich gebraucht. Ich dankte Gott. In compartment war ein Mann mit blauen Augen, er war schoen ha ha ha. Er hat auf Englisch gesprochen und war aus Berlin und sehr nett, weil er mir meine erste deutsche Schokolade gegeben hat.

Als ich im Dresden Hauptbahnhof gekommen bin, hatte ich Angst, dass meine Gastfamilie nicht gekommen ist. Aber der war da, mein Gastvater. Er sagte, “Ken?” Und ich sagte, voll relieved, “Ja.” Ich habe meine liebste Gastschwester, Gwendo, getroffen und sie hat mir Umarmung gegeben. Da waren auch Friederike, die altere Schwester von Gwendo, und Mama, die sofort zu Gwendo gesagt hat, “Kein Englisch!” Mein Gastvater hat eine Uberraschung: er konnte Indonesisch, aber nur einen Satz: “Saya bicara bahasa Indonesia sedikit-sedikit”. Das meint, ich spreche ein bisschen Indonesisch. Ich habe gelacht. Wir haben gebratenen Reis gegessen, typisches indonesische Essen, aber a la Deutschland. So war mein erster Tag.

jõuluaega – Weihnachtszeit

Passend zur Adventszeit hat nun der “echte” estnische Winter begonnen – eine Kältewelle hat uns diese Woche Temperaturen bis zu -24 Grad beschert, und an Heligabend erwarten uns laut Wetterbericht -27 Grad!

Wie der Titel schon andeutet, werde ich mich in diesem Post der Weihnachtszeit hier in Estland widmen. Die estnischen Weihnachtsbräuche sind den deutschen sehr ähnlich, ein weiterer Hinweis auf die eng verknüpfte deutsch-estnische Geschichte. Genau wie in Deutschland öffnen Kinder – und Erwachsene – vom ersten bis zum vierundzwanzigsten Dezember ein Türchen ihres Adventskalenders. Der Nikolaustag wird hier nicht gefeiert, dafür darf man sich alle paar Tage über kleine Geschenke in den Schuhe freuen, die angeblich die “Päkapikud”, Wichtel, gebracht haben. An meiner Schule wurde auch ein Päkapikupäev, also Wichteltag, begangen, eine sehr nette Angelegenheit, bei dem – wie so oft in Estland – ein kleines Konzert gegeben wurde, außerdem gab es eine kleine Spielstunde mit den Erstklässlern und einen Kuchenverkauf in den Pausen. Neben dieser Veranstaltung gab es für jede Stufe – allklassid, põhikool und gümnaasium – eine eigene Weihnachtsfeier, und in der Adventszeit gab es jede Woche mindestens ein Konzert in unserer Aula. Ein volles Programm also, was für mich eine sehr angenehme Veränderung ist, da ich das aus meiner deutschen Schule so nicht gewöhnt bin. Auch die eigentlichen Festtage sind vergleichbar mit den deutschen: Die Feierlichkeiten beginnen am jõuluõhtul – Heiligabend – mit der Bescherung und enden am 26. Dezember. Am 24. ist die Bescherung unterm Weihnachtsbaum, den wir letztes Wochenende schon auf typische estnische Weise besorgt haben: Mithilfe einer “Tannenbaumapp” auf dem Smartphone meines Gastvaters haben wir das Tannenbaumwuchsgebiet gefunden, und nach dem Schlagen (und aus dem Tiefschnee ausgraben) haben wir unseren Weihnachtsbaum auch per Handy bezahlt. Wieder einmal trifft hier Tradition auf Moderne – und genau das fasziniert mich an diesem Land.

Da Estland eines der “ungläubigsten” Länder der Welt ist – nur etwa 30% der Bevölkerung bezeichnet sich als religiös – hat Weihnachten hier für die meisten Menschen keinen christlichen Hintergrund. Ab dem 24. Dezember wird es wieder heller, insofern feiern die Menschen hier auch die Wiederkehr des Lichts. Auch hier ist Weihnachten ein Fest, das man mit der Familie verbringt, insofern waren viele Esten überrascht, dass ich über die Feiertage nicht nach Deutschland fahre, um sie mit meiner leiblichen Familie zu verbringen. Doch ich bin sehr froh und dankbar, ein echtes estnisches Weihnachten mit meiner Gastfamilie verbringen zu dürfen.

Häid jõule!

Viel zu tun

Die letzten Wochenenden waren tatsächlich turbulent, was zu dem einen oder anderen erstaunten Blick meiner Klassenkameraden bei Gesprächen über meine Wochenendplanung führte. Denn hier herrscht aufgrund der Tatsache, dass ich nur wenige Hausaufgaben machen muss, die allgemeine Meinung vor, ich würde meine Zeit müßig verplätschern lassen – nichts da.

Vorletztes Wochenende war meine Theatergruppe bei einem großen Wettbewerb im südlichen Jõgeva, in dem 25 Gruppen aus Schulen oder, wie in unserem Fall, aus städtischen Theatern schauspielerisch gegeneinander antraten. Trotzdem haben wir uns nicht als Konkurrenten gefühlt, und so war es zu verkraften, dass wir keinen Preis bekamen. Zum Beispiel gab es Abends eine große Lichterwiese, auf der alle miteinander gesungen haben. Das ganze Wochenende hat großen Spaß gemacht und wir hatten ein gutes Stück – ich habe sogar auf Estnisch ein fünfstrophiges Gedicht aufgesagt! Aber es war keine Schande, gegen die teilweise wirklich meisterhaften Stücke der anderen zu verlieren.

Hier gab es übrigens mal wieder ein Beispiel dafür, dass in Estland jeder jeden kennt: Neben der Tatsache, dass ich dort einen Betreuer aus dem YFU-Camp traf, stellte sich auch heraus, dass ein gerade kennen gelernter Junge Austauschschüler in Belgien war und nun die Kontaktperson einer belgischen Austauschschülerin ist, die ich kenne.

Letztes Wochenende fuhr ein Teil der Austauschschüler gemeinsam per Fähre nach Helsinki. Das war natürlich absolut aufregend, vor allem aufgrund der eisigen Temperaturen, die durch die Meeresnähe gefühlt um weitere zehn Grad fielen. Es ist faszinierend, wie eng beieinander die beiden so gegensätzlichen Hauptstädte sind: Wir fuhren nur zwei Stunden mit der Fähre. Obwohl Helsinki nicht wesentlich mehr Einwohner als Tallinn hat (Tallinn: 420.000, Helsinki: 590.000), wirkt es doch gewaltig durch seine groß angelegte Architektur. Die estnische Hauptstadt kommt einem mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern dagegen geradezu kuschelig vor.

Sehr amüsant fand ich den Australier Aiden, der in Helsinki das erste Mal in seinem Leben einen Schal trug und partout nicht damit zurechtkam. Auch den anwesenden Südamerikanern fiel es nicht leicht, sich an die Minusgerade zu gewöhnen.

Heute fand die Weihnachtsfeier der YFU statt. Jeder Austauschschüler hatte die Aufgabe, ein landestypisches Weihnachtsgericht mitzubringen. Ich hatte mich für Vanillekipferl entschieden, und hier muss ich mal meinen Stolz verlauten lassen: Sie waren richtig gut, obwohl (oder weil) ich sie ganz ohne Hilfe gebacken hatte. Das Essen bestand insgesamt aus vielen Keksen und Kuchen, die man aus Deutschland kennt (das ist bei dem hohen Prozentsatz der Deutschen unter den Austauschschülern nicht weiter verwunderlich), doch es gab auch einige exotische Leckereien aus z.B. Frankreich, Brasilien und Uruguay. Das Essen des Mexikaners Luis war für jeden außer ihm zu scharf. Der Höhepunkt des Nachmittags war wohl die Darbietung der Franzosin Laetitia und der Uruguayerin Maria Pía, die „We wish you a merry christmas“ auf Spanisch, Französisch, Estnisch und Englisch vorsangen.