It’s amazing

Hallo an Alle:) Gerade sitze ich in meiner Schule, hoere Englisch neben mir, muss mich konzentrieren, dass ich nicht auf Englisch schreibe und habe in 20 Minuten Schule aus. Dann werde ich mit dem gelben Schulbus den highway entlangfahren, nach Hause kommen, meine Schuhe ins Eck schmeissen, meiner Gastmutter von meinem Tag erzaehlen und solang ich auf meine Schwester warte ein bisschen TV schauen und waehrenddessen wahrscheinlich einschlafen, weil der Tag so anstrengend war und ich mal wieder so viel neues erlebt habe.  Wenn meine schwester kommt, werde ich mein Pepsidose oeffnen, die Pizza in den Ofen schieben und mit ihr ueber alles moegliche der Welt reden.

So wird mein Tag heute wohl noch aussehen. Ich bin nun seit knapp 3 wochen hier und geniesse mein ATJ in vollen Zuegen. Ich habe eine wundervolle Gastmama und eine genauso tolle Gastschwester. Seitdem ich hier bin ist viel passiert. Nach meiner Ankunft habe ich ersteinmal viele Verwandte kennengelernt, hab ein Baseballspiel (mein allererstes in meinem ganzen Leben- die Amerikaner sind immer ganz erstaunt) live erlebt, hatte ich meinen ersten Schultag, und hab noch sooo viele andere Dinge erlebt und getan, dass ich sie gar nicht alle auflisten kann. Die Schule ist einfach unbeschreiblich. Jeder traegt die selbe Uniform, man betet gemeinsam, man isst gemeinsam und man lernt gemeinsam. Es ist ein wunderbares Gefuehl ein Teil einer High School, die wie im Film ist:), zu sein. Obwohl es hier echt toll ist, ist Schule auch wirklich anstrengend. Ich habe zwischen jeder stunde 3 Minuten Zeit um mein Klassenzimmer zu finden, manchmal den Raum zu wechseln und zu meinem Locker zu gehen um meine 3 Kilo Buecher fuer die naechste Stunde zu holen. Auch das staendige Englischsprechen straengt an, aber es ist wunderschoen, wenn man merkt, dass man immer mehr versteht und die anderen auch einen immer mehr verstehen:) Ich muss sagen, mir geht es hier wirklich gut und ich freu mich schon total auf alles was dieses Jahr noch kommt:) Ich versuche in naechster Zeit wirklich mehr zu schreiben und auch mal Bilder hochzuladen, aber ich bin soo beschaeftigt hier und deswegen ist das sehr schwer.  Aber am Montag ist schulfrei, vielleicht komm ich ja dann dazu.  Liebe Gruesse aus dem viel zu heisem (fuer mich) und zu trockenem Missouri:) Lisa

¡Ecuador me gusta mucho!

Also, die ersten zwei Wochen sind vergangen und ich komme endlich dazu, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Mein Laptop und Probleme mit dem Internet waren die Gründe, weshalb mein erster Blogeintrag aus Ecuador auf sich warten lassen hat. Aber dies gehört eher zu den unintressanten Geschichten der letzten Tage.

Am 14. August ging es endlich los in Richtung großer Traum. Um 12 und damit wie immer viel zu früh verließen wir, also meine Mutter, mein Vater und ich mein altes Zuhause, um meinem neuem immer näher zu kommen. Komischerweise wurde auf dem Weg zum Flughafen die Aufregung immer weniger und weniger, bis ich dann völlig entspannt am Flughafen ankam. Nach etwas Umschauen  sah man dann auch die ersten bekannten Gesichter oder eher die türkisen YFU-T-Shirts, die wir für den Reisetag bekommen hatten. Der Verabschiendung von Familie und Freunden sah ich mit einem lachendem und einem weinenden Auge entgegen. Aber eher mit dem lachenden, da ich mich so sehr auf den Flug und das Jahr im Ausland freute. Nach dem Abschiedskommitee, für das ich mich nochmal ganz herzlich bedanken möchte, verließ ich nun meine Familie und Freunde, um durch die Sicherheitsschleuse und in Richtung Abenteuer zu gehen. Gegen 16 Uhr begann die 31 stündige Reise in Richtung Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Die Flüge waren lang und unbequem, aber doch aushaltbar. Ich glaube, dass ich mich noch nicht oft so sehr auf etwas zu essen gefreut habe wie auf diesen Flügen. Mit Warten auf das Umsteigen in Frankfurt, Madrid und Lima war es dann am  Folgetag um etwa 15 Uhr endlich geschafft. Ich stand auf ecuadorianischem Boden und ich war einfach nur platt. Dies lag wohl nicht nur an der Ankunft in meiner neuen Heimat, sondern auch daran, dass der Anflug auf den Flughafen von Quito mehr als abenteuerlich war.

Am Flughafen wurden wir in einen Bus geladen und in einen Vorort von Quito gefahren, in dem die ecuadorianische VBT stattfinden sollte. Diese war eine Auffrischung von dem, was wir schon aus Deutschland kannten. Trotzdem gibt es einen wichtigen Tipp, den sie uns gegeben haben: Seht in allem etwas Positives! Ich glaube dieser Tipp macht das Leben nicht nur im Auslandsjahr einfacher, sondern auch das Leben zu Hause. Hier trafen sich nun alle Austauschschüler, die ihr Jahr in Ecuador verbringen würden. Ich teilte mein Zimmer mit einem Niederländer, und sonst noch vertreten waren Skadinavier, Schweizer und Belgier auf der Tagung. Aber wir Deutschen waren klar in der Mehrzahl mit 23 ATS (Austauschschülern). Trotz der Tatsache, dass ich in Ecuador war, fühlte ich mich noch nicht richtig angekommen in meinem Austauschjahr. Es fühlte sich eher wie Urlaub an. Trotzdem möchte ich die ersten 4 Tage mit meinen alten Bekannten und neu Kennengelernten nicht missen, da sie der perfekte Einstieg waren.

Sehr schön war der Ausblick vom Dach der Herberge.

Am Samstagmorgen gegen 8.30 ging es dann endlich los in Richtung Gastfamilie und damit ins echte Austauschjahr. In meinem Bus saßen die ATS für Latacunga, Ambato, Riobamba und Cuenca. Wobei die Armen, die nach Cuenca fuhren, 10 Stunden bis zu ihren neuen Wohnort brauchten. Ein Berg löste den anderen ab, und das Highlight der Fahrt war der von Wolken umgebene Cotopaxi. Das Bild ist übrigens nicht der Cotopaxi, da dieser so von Wolken verhüllt war, so dass man nur den Fuß des Berges sah. 

Nach ca. 4 Stunden mehr oder weniger wackeliger Fahrt durch die unglaublich schöne Landschaft der Anden kamen wir endlich in Ambato, meiner neuen Heimat für die nächsten 10 Monate, an. Zuerst nur in einem Vorort von Ambato, wo einer unsere Teamer aus der VBT wohnt und dessen Mutter die Area Rep ist für den Raum um Ambato. Area Rep bedeutet, dass sie meine Ansprechpartnerin für die Zeit in Ecuador ist. Kaum waren wir zwei, ich und eine Belgierin, aus dem Bus ausgestiegen, kam auch schon ein Geländerwagen angefahren, in dem ein Teil meiner Familie saß. Begrüßt wurde ich von meiner Mutter und meine beiden älteren Schwestern mit eine typischen Küsschen auf die Wange. Eines der ersten Wörter, die fielen, war “Bruder” und dies ließ mich gleich zu einen Teil einer völlig fremden Familie werden. Nach nur weiteren 15 Minuten Autofahrt durch die Hügel Ambatos kam ich nun endlich in meinem neuen Zuhause an.

In den zwei Wochen, die ich hier bin, habe ich schon jede Klimazone von Ecuador erlebt. Dies zeigt mir noch einmal wieder, wie klein dieses Land doch eigentlich ist und dies gefällt mir auch so gut an Ecuador. Du kommst überall mehr oder weniger schnell  hin und kannst das Land in seiner Gänze kennen lernen, wie es in einem größeren Land kaum möglich wäre. Sei es nun der Wochenendtripp in ein Hotel an die Strände von Same oder mit den besten Freunden der Familie zum Fischen in das feuchttropische Klima des Dschungels zu fahren, mir scheint es, als ist hier alles möglich mit der Spontanität der Ecuadorianer. Und jeden Tag freue ich mich, etwas Neues zu lernen und kennen zu lernen und jeder Tag ist ein neues Abendteuer für sich.

Nach der kurzen Zeit hier kenne ich nur eine Bruchteil der ecuadorianischen Kultur, aber das, was ich bisher gelernt habe und beobachten konnte, würde ich gerne mit euch teilen. Also, das was mir jeden Tag wieder auffällt ist , dass die Ecuadorianer gefühlte jede Stunde etwas essen. Nicht das mich das stören würde, aber es ist gewöhnungsbedürftig, alle Stunde gefragt zu werden, ob man etwas essen möchte. Ganz wichtig ist auch zu erwähnen, dass die Ecuadorianer zu jeder Malzeit Reis essen. Aufgrund meiner mangelnden Spanischkenntnisse bin ich aber leider noch nicht dazu gekommen zu fragen, wieso das eigentlich so ist. Dies werde ich aber mit Sicherheit in einem meiner späteren Blogeinträge nochmal ansprechen. Ein anderes wichtiges Thema außer dem Essen sind mit Sicherheit die Menschen. Es ist unglaublich, wie viel offener die Menschen hier sind im Gegensatz zu Europa. Man geht keine 5 Minuten die Straße entlang, ohne dass sich Personen grüßen und anfangen zu reden. Die Familie und damit das nächste Umfeld ist hier sowieso wichtiger als alles andere. Ich habe jetzt schon 3 Geschwister, deren Familien und die meiner Gastmutter kennengelernt und das sind es noch lange nicht alle. Ich freue mich jetzt schon auf das jährliche Familietreffen, um dann alle mal gemeinsam an einem Ort zu erleben. Im Moment bin ich auch noch ziemlich froh, meine beiden Gastschwestern zu haben, da es noch einfacher ist, Englisch zu sprechen als Spanisch. Das stört mich aber auch, da es so nie etwas wird mit dem Spanisch sprechen. Beide werden sich dann aber Anfang und Mitte September auf den Weg nach Europa machen. Die eine zum Fortsetzen ihres Studiums und die andere, um selber mit YFU nach Österreich zu gehen. Dann werden wir sehen, wie ich hier in der Familie mit meine Gasteltern klar kommen werden, wenn wirklich nur noch Spanisch gesprochen wird. Aber alle andere Austauschschüler haben diese Situation schon und kriegen dies hin, also mache ich mir da eher weniger Sorgen. Wie ich schon am Anfang gesagt habe, man muss einfach in allem etwas Positives sehen und schon geht es einem besser und die meisten Schwierigkeiten lösen sich fast von allein.

Andere kleine aber feine Unterschiede, die vielleicht nicht so wichtig erscheinen, sind zum Beispiel, dass man das Klopapier nicht ins Klo wirft, da die Rohre hier viel kleiner sind als in Deutschland. Etwas anderes ist, dass man keine Bettdecken hat wie in Deutschland, sondern dass man zwischen zwei Laken schläft und darauf Steppdecken und ähnliches liegen hat, die dann warm halten. Das Klima ist hier übriges auch ganz anders als das deutsche. Es gibt keine Jahreszeiten und wenn doch, dann wechseln sie tagtäglich. Ich hatte hier schon Tage, an denen ich mich mit kurzer Hose und T-Shirt totgeschwitzt habe, und andere wie heute, wo wir es nicht gerade warm hatten mit 12 Grad Celsius. Das sind auch erstmal so die ersten Sachen, die mir so auf die Schnelle einfallen. Andere mehr oder weniger große Unterschiede werde ich bestimmt noch später nennen.

Nun noch zum Schluss: ich wohne in den Bergen und bin zum Ende der Sommerferien hier angekommen (an der Küste sind andere Ferienzeiten). Das ist auch der Grund, wieso ich erst Montag meinen ersten Schultag habe. Deswegen schreibe ich hier auch noch nichts von Schule. Aber ich kann jetzt schon verraten, dass mir die heute gekauften Schuluniform nur teilweise gefällt. Aber im Grund ist auch diese doch ganz schön, wenn man sich klar macht, dass in meiner Schule ja jeder so rumläuft. Also Bilder davon und Geschichten aus meiner ersten Schulwoche werden dann schon bald folgen. Hiermit dann wieder bis zu meinem nächsten Eintrag und

Tschüß!

Euer Sebastian

 

So viel Neues!

Jetzt, da die ersten 10 Tage vergangen sind wollte ich euch ein bisschen über mein Leben hier in 中国 erzählen.

Erstmal wollte ich sagen, dass hier in Tianjin kein Hund gegessen wird und als ich gefragt habe ob Hund gegessen wird, da ein Bild in den Nachrichten war, wurde mir geantwortet, dass ein Hund ein Haustier wäre. Aber in manchen Regionen, dieser noch gegessen wird. Es gibt auch keine Katze oder andere für uns untypische Tiere zu essen. Was es aber gibt ist das Hühner ganz verwertet werden. Also Kopf und Fuß auch.

Hier bei mir essen wir mindestens zweimal am Tag warm. Morgens wechselt es zwischen Brot und warmen Sachen. Das Essen hier in Tianjin ist echt supergut. Das kann eventuell auch daran liegen, dass mein Papa früher Koch war, aber es wird auch gesagt, das in Peking die Geschichte Chinas ist, in Shanghai die Mode und Buisness ist und in Tianjin das Essen. Bis jetzt kann ich das über Tianjin nur bestätigen.

Tianjin ist echt riesig. Es ist die drittgrößte Einzelstadt in China. Ich muss echt sagen, dass es hier sehr billig ist. Heute habe ich bei Mc Donalds ein Mc Menü für 1.75 Euro bekommen. Nur europäische und amerikanische Marken sind sehr teuer. Man kann für 25 Cent Bus fahren und die U-Bahn kostet ungefähr genau so viel. Außerdem wird hier fast alles frisch verkauft. Ein weiterer Punkt der mir persönlich gefällt ist, dass alle Läden auch am Sonntag geöffnet haben.

Bis jetzt hat mir das Ebenbild von Londoneye hier in der Stadt Tianjin gefallen. Abends wenn die Lichter angehen, ist die gesamte Stadt beleuchtet und aus dem Tianjineye ist die Aussicht einfach geil! Auch das Culture Center, die Culture Street und die Foodstreet gefallen mir sehr. (Bilder kommen noch)

Ich gehe auf die Tianjin No.3 Highschool. Ich brauche 20 Minuten mit dem Bus, um zur Schule zu kommen. Außer mir gehen noch 2400 weitere Schüler auf die Schule und heute morgen habe ich das erste Mal meine Klasse gesehen. Am Freitag beginnt die Schule richtig. Ich habe jeden Tag von 7:20-16:35 Unterricht. Zum Glück bekomme ich mit einer anderen Austauschschülerin Chinesischunterricht, wenn meine Mitschüler Unterricht haben. Außerdem habe ich noch Taiji- und Tischtennisstunden. Ich kann am Freitag noch meine P-Fächer wählen, wo ich so wie ich es verstanden habe Badminton und andere Sportarten nehmen kann.

Ich verstehe mich super gut mit meiner Gastfamilie und fühle mich schon wie ein Familienmitglied.:)

Das war’s dann erstmal von mir. Tschüssi!

 

Gastfamilie, Abflug und Vorfreude

Hier melde ich mich nochmal kurz 🙂

Letzten Freitag habe ich meine Gastfamilie bekommen, allerdings ist es erstmal eine Arrivalfamilie. Das heißt, dass ich erst einmal vorübergehend bei der Familie leben werde, bis eine endgültige gefunden ist. (Ich fände es aber auch schön, wenn ich endgültig bei der Familie bleiben könnte, was ich aber nicht entscheiden kann 🙁 )

 

Ich werde auf dem Land in Michigan leben mit vielen Geschwistern und Tieren 😀 Außerdem lebt noch eine Austauschschülerin aus Dänemark dort. Ich will erstmal nicht zu viel erzählen, weil ich es ja mit meiner Gastfamilie besprechen muss, ob ich sie und ihr Leben hier reinschreiben darf.

 

Mein Abflug ist am Donnerstag, 30.08. , also nur noch wenige Stunden entfernt. Morgens früh geht es los zum Treffpunkt und dann bin ich lange unterwegs. Und am kommenden Dienstag geht es schon los mit der Schule, also versucht meine Gastmutter  noch Freitag einen Termin in der Schule zu machen um meine Fächer zu wählen. (Sie “versucht”, weil Montag ein nationaler Feiertag ist und alle schnell in den Wochenend-Urlaub möchten 😉 )

 

Ich bin wirklich gespannt wie es wird und kann es kaum noch abwarten! Mein Koffer ist schon gepackt und es fehlen nur noch ein paar Unterlagen, die ich ausfüllen muss.

 
Das war’s auch schon wieder von mir. Ich melde mich aus den Staaten wieder.

Erste estnische Woche

In der letzten Woche begann ich also, mich in Kadrina einzufügen. Das geht natürlich nicht so einfach, denn auch in Estland gibt es Behörden. Und diese sind ebenfalls nicht ohne. Ich war im Immigrationsbüro, bei der Stadtverwaltung und in der örtlichen Schule, die ich ab Montag besuchen werde und zu der ich einen Schulweg von etwa drei Minuten habe – wenn ich mir Zeit lasse. Alle waren dort sehr freundlich zu mir und gaben mir das Gefühl, willkommen zu sein. Mein Schuldirektor spricht sehr gut Deutsch und meine Klassenlehrerin sehr gut Englisch, also sollte es keine Kommunikationsprobleme geben.

Ich durfte mit ema (estnisch für „Mama“) etwas sehr typisch estnisches machen: Wir waren in Estlands wunderschönen Wäldern Pilze sammeln. Für mich weltfremdes Städterkind sahen natürlich alle Pilze gleich aus, so musste ich zähneknirschend hinnehmen, dass ema die Hälfte als giftig aussortierte. Trotzdem war es ein riesiger Spaß und ich glaube, sie fand mein kindliches Erstaunen recht süß. Und ganz am Rande: Auf diese Weise habe ich meine Abneigung gegen Pilze überwunden, denn zum Glück war ich vor dem anschließenden Pilze essen zu höflich, um diese anzumerken.

Außerdem war ich mit ema, meinem Gastbruder Jaanus und Romet, dem kleinen Sohn meiner Gastschwester Kati, der auch eine noch kleinere Schwester namens Lisandra (Liisu) hat, bei der Cousine von ema, also der Gastfamilie von dem Mexikaner Alejandro. Das war jetzt schwierig.

Wir verstanden uns alle sehr gut und fuhren zu einer Art Kletterwald, wo man sich auf immer mehr Schwindelfreiheit erfordernden Levels von Baum zu Baum schwingen konnte. Ich, die sich normalerweise nicht mehr als nötig zu bewegen versucht, war überrascht von meinen eigenen Fähigkeiten und hatte sehr viel Spaß. Das bekamen vor allem die anderen Besucher zu spüren, wenn ich ziemlich schnell und laut jubelnd an einem Drahtseil zum nächsten Baum rutschte. Keine Sorge Mama, da war alles abgesichert.

Ich habe entdeckt, man im kleinen Estland, soweit ich das von meiner Gastfamilie schließen kann, in mindestens einer Sache sehr groß ist: Einkochen beziehungsweise Einlegen. Ema ist ständig unterwegs, um etwa 20-Kilo-Säcke an Gurken zu kaufen, die wir dann zu Gewürzgurken machen. Auf meine vorsichtige Frage hin, warum denn so viele, meinte sie: „Für den Winter.“ Ja, der estnische Winter ist lang. Und wenn es soweit ist, hätten wir theoretisch genug Pfirsich-Birnen-Marmelade, Beerenmarmelade, Kirschmarmelade, Gewürzgurken, eingelegte Pilze etc, um das Haus die ganze Zeit nicht zu verlassen.

Ich kann es kaum erwarten, hier noch mehr Liebenswürdigkeiten zu entdecken.

Zu dem “Familienfoto”: Die beiden Personen in Blau neben mir sind ema und Jaanus, der kleine neben ema ist Romet. Wer Alejandro ist, ist vielleicht zu erraten und die drei anderen sind seine Gastmutter und -geschwister.