Januargrüße

Heute ist ein kalter, ruhiger Sonntag, draußen liegt Schnee und der Atem gefriert in der Luft. Zeit, wieder etwas zu schreiben, nehme ich an…

So viel ist in den letzten acht Wochen passiert. Der wundervolle Wochenendtrip mit den anderen YFUlern in die mittelalterliche, süße und interessante Stadt Tallinn, Weihnachten, lange erholsame Ferien und jetzt der Start eines neuen Jahres, das Jahr, in dem ich nach Deutschland zurückkommen werde. Fünfeinhalb Monate sind um, fünfeinhalb Monate folgen noch, ich kann kaum glauben, wie schnell die Zeit verfliegt und bin dankbar, elf Monate Zeit zu haben, dieses Land, seine Kultur und Sprache kennenzulernen.

Jaa, Weihnachten. Zum ersten Mal in meinem Leben an Weihnachten plötzlich ganz woanders, als einfach Zuhause zu sein, hat mich vorher nervös gemacht, ich wusste nicht so ganz, was ich erwarten sollte, und ob ich nur Heimweh haben würde, aber mit viel Familie, traditionellem Weihnachtsessen (Schinken und mehrere selbstgemachte Aufläufe), morgens am 24. Sauna, wunderschöner weihnachtlicher Atmosphäre und einem abendlichen Besuch des Helsinkier Friedhofs, getaucht in ein Licht von tausenden von Kerzen, gehört das alles zu den Erinnerungen meines Austauschjahrs, die ich nie vergessen werde.

Ich freue mich auf das nächste Wochenende, da findet die YFU Mid Year Orientation nicht weit von hier statt, in der es darum geht, die bisher gemachten Erfahrungen zu reflektieren und sich zusammen auf die zweite Hälfte des Jahres vorzubereiten. Am gleichen Wochenende findet übrigens auch die finnische Präsidentschaftswahl statt. Das interessante ist, das ich es gestern Nachmittag geschafft habe, dem laut Umfragen bisherigen Favoriten Sauli Niinistö im Einkaufszentrum aus Versehen über den Weg zu laufen und mir perplex die Hand von ihm schütteln zu lassen,ohne irgendeine Ahnung zu haben was gerade passiert. Auch eine der eher unvergesslichen Dinge.

Jeden Tag höre ich diese verrückte Sprache, die zwar weder er und sie unterscheidet noch ein Wort für bitte hat, aber dafür 15 Fälle, und jeden Tag verstehe ich ein Stück mehr, einfach weil es überall um mich herum ist.

Manchmal hab ich das Gefühl, ich bin erschöpft und kann so wenig, manchmal das Gefühl, dass es läuft. Zuhause in meiner Gastfamilie ist es leichter Gespräche zu verstehen, in der Schule schwieriger, weil Leute in meinem Alter viel und schnell reden (das Vorurteil, Finnen seien schweigsam, sei hiermit widerlegt!)  Aber irgendwie beginnt es erstaunlicherweise total Spaß zu machen, und wenn man nach der Ich-verstehe-kein-einziges-Wort-zeit  plötzlich weiß, worüber grade gesprochen wird, ermuntert das einen schon ziemlich.
Ich wünsche euch allen einen herrlichen Jahresbeginn 2012!
Luisa

Endlich wieder da! Jetzt mal Chronologisch!

Hallo alle mit einander!

Erst mal entschuldige ich mich hiermit für die lange Inaktivität, aber ich hatte Probleme mit meinem Email Account und konnte mich daraufhin nicht mehr einloggen. Jetzt scheint aber wieder alles in Ordnung zu sein, also mach ich mich mal ans Werk und hole nach was ich die letzten 5 Monate versäumt habe: Euch zu berichten.

Fangen wir also ganz hinten an:

Am Anfang war doch sicherlich noch einiges ungewohnt. Zunächst musste ich lernen auf Englisch zu “denken”. Den Satz im Kopf auf Deutsch zu formulieren und dann zu übersetzen dauert, und klingt mies. Glücklicherweise habe ich das schon lange Zeit vor meiner Abreise gelernt und so war ich mit meinen Englisch Kenntnissen recht zufrieden und fühlte mich vorbereitet. Mittlerweile ist es für mich völlig normal den ganzen Tag Englisch zu sprechen und obwohl ich eine Deutsche Austauschschülerin an meiner Schule habe, unterhalten wir uns, wenn überhaupt, auf Englisch. Es ist einfach zum Alltag geworden.

So geht es mir auch in der Schule. Das Gebäude fühlt sich wie eine Schule an und nicht mehr wie ein seltsames großes Gebäude, in dem niemand meine Sprache spricht. Ich habe mich an Alle meine Unterrichtsfächer gewöhnt und bin sehr zufrieden mit Ihnen. Hier eine kurze zusammen Fassung von meinen Schulfächern:

Psychology Honors: Sehr interessantes Fach in welchem man viel darüber lernen kann warum andere sind wie sie sind,  warum wir auf gewisse Situationen unterschiedlich reagieren aber auch wer wir selber sind.

US History Honors: Nach den 5-6 Monaten habe ich das Gefühl, als wüsste ich mehr über Amerikansche als über Deutsch Geschichte, obwohl meine Kenntnisse auch bei letzterem sehr ausgeprägt sind. Der Unterricht macht tierisch viel Spaß, was nicht zuletzt an unserem genialen Lehrer Coach Ramsey liegt.

Visual Communication: Das ganze ist im Prinzip eine Mischung aus Grafikdesign und Photografie. Da ich mich für beide bereiche sehr interessiere hatte ich nur leider schon so enorm viel Vorwissen das ich bis jetzt noch nichts Neues gelernt habe. Aber was soll’s, das A ist mir sicher.

Photography: Wie der Name schon sagt… Aber hier das gleiche wie bei Vis Com.

Englisch III Honors: Englisch. Ja, das ist es auch schon. Hier lesen wir alle 6 Wochen ein neues Buch zu welchem wir die verschiedensten Projekte machen.

AP Physics: Mein absoluter Lieblings Kurs! Sehr interessant, für jemanden den Physik fasziniert. Da dies ein AP (Advanced Placement) Kurs ist, werdet ihr euch hier nur mit begabten Schülern versammeln. In meinem Physik Kurs sitzen nur die klügsten Köpfe der Schule. Aber keine Angst, geniale Leute, keine Super Nerds.

AP PreCalculus: Ähnlich wie Physik, sehr fordernd und mit ner Menge Hausaufgaben verbunden. Nach einem Jahr in diesem Kurs seid ihr aber auf jeden Fall auf die 12 vorbereitet. Zumindest an meiner Schule ist das Niveau generell betrachtet recht hoch.

 

So viel zur Schule. Nach der Schule geht’s mit Training weiter:

Ich war vom Sommer bis zu den Weihnachtsferien in Cross Country. Ziemlich hart, aber nach jedem Training fühlt man sich, als hätte man RICHTIG was geleistet. Das ganze muss man so verstehen; Ihr lauft ca. 5 bis 15 Meilen am Stück so schnell es irgendwie geht. Dazu kommt intensives Krafttraining und Entspannungsübungen für die Muskulatur. Die tatsächlichen rennen Allerdings sind nur 3,3 Meilen also 5 Kilometer lang. Das ganze ist nicht jedermanns Sache aber da ich auch schon in Deutschland viel gelaufen bin (auch Halb-Marathons) wollte ich gerne mal die amerikanische “Kunst des Laufens” erleben.

 

Damit der Text nun nicht zu lang wird, da ja wirklich viiiel passiert ist, mach ich mal Schluss für heute und erzähle euch die nächsten paar Tage mal von einigen Events die hier so anstanden.

Also dann;

LG Fabi