Mein erster Schultag

Ich glaube, bevor ich mit meinem ersten Blogeintrag anfange, sollte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Nihal, ich bin ein 16 Jahre altes Mädchen und gehe in Deutschland in die 10. Klasse. Ich bin jetzt seit März hier und doch kommt jetzt erst mein erster Blogeintrag. Auch mein erster Schultag liegt jetzt schon einige Wochen zurück, aber trotzdem werde ich nun darüber berichten. Um ehrlich zu sein kommt es mir wie gestern vorkommt, dass ich meinen Fuß in meine neue Klasse gesetzt habe, denn die Zeit hier vergeht komischerweise sehr schnell.
An meinem ersten Schultag verlief der Morgen ziemlich eilig, denn es war ja nicht nur mein erster Tag, sondern auch der erste Tag im neuen Schuljahr für meine jüngeren Gastgeschwister. Ich habe also am Morgen meine Uniform angezogen (wovon ich glaube ich noch ein Bild machen sollte…), habe schnell etwas Reis und Misosuppe gegessen und mich dann mit meiner Gastmutter zusammen auf den Weg gemacht. Meine nächste Zughaltestelle liegt ungefähr 10 Minuten von unserem Haus, welches übrigens direkt am Meer liegt, entfernt, aber natürlich musste es regnen. Mit Regenschirmen bewaffnet stellten wir uns in den Recht vollen Zug und da hat dann das Starren angefangen. Von allen Seiten wurde ich angeschaut, denn was schreit immerhin mehr “Ich bin nicht von hier”, als komplett anders auszusehen. An der vierten Station sind dann fast alle im Zug ausgestiegen und meine Gastmutter und ich folgten der Schülermenge in Richtung Itoshima Highschool.

In der Schule wartete auch schon ein Englsichlehrer, Nakamura-sensei, auf mich. Meine Gastmutter und ich verabschiedeten uns und ich folgte Nakamura-sensei zum Lehrerzimmer, wo ich mich wie zuvor abgesprochen vor den Lehrern vorstellen sollte. Im Lehrerzimmer stellte ich mich also kurz mit Name, Alter und Herkunftsland vor und verbeugte mich. Auch meine Lehrer verbeugten sich und applaudierten mir. Nach der Lehrerversammlung bin ich zusammen mit meiner Klassenlehrerin zu meiner Klasse gelaufen. Dort sollte ich vor der Tür warten, bis sie mich reinrufte. Als sie mich nach einer kurzen Ankündigung dann hereinrief, stellte ich mich neben sie auf die schmale Tribüne vor der Tafel und stellte mich erneut vor. Auch meine Klasse applaudierte mir, woraufhin ich mich auf meinen Platz in der letzten Reihe am Fenster setzte. Meine Klassenlehrerin, Tsuchiyama-sensei hat der Klasse etwas erklärt, ich habe aber leider gar nichts verstanden. Nachdem sie fertig erklärt hatte, standen alle Schüler auf und liefen aus dem Klassenzimmer und ich folgte ihnen verwirrt. Meine Klassenlehrerin kam glücklicherweise auf mich zu und sagte mir, dass wir nun in die Sporthalle laufen würden, wo es eine kurze Zeremonie geben würde, und unter anderem sollte ich mich dann vor der Schule vorstellen. Ich nickte nur kurz verwirrt. Als ich nämlich zuvor zur Schule gekommen war, um meine Uniform abzuholen, wurde mir gesagt, dass ich mich (zu meinem Glück) nicht vor der gesamten Schule vorstellen müsste. Ich persönlich war jetzt nicht ganz so scharf drauf mich vor ca. 900 Menschen vorzustellen, aber ich hätte mich ja wohl schlecht wiedersetzten können. Wir sind also alle zusammen in die Sporthalle gelaufen und ich habe mir dann 1000 Mal durch den Kopf gehen lassen, was ich später auf der Bühne sagen würde. Nachdem ein paar Lehrer ihre Abschiedsreden gehalten hatten wurde ich dann auf die Bühne gebeten. Ich ging auf die Bühne zu einem kleinen Podest und stellte mich vor. 900 Menschen starrten mich an und mein Herz hat wirklich gepocht wie verrückt. Um ehrlich zu sein kann ich mich nicht mehr daran erinnern, was ich auf der Bühne gesagt habe. Also… ich hoffe ich habe mich vorgestellt, aber ich hätte auch “Ich bin ein Ei” sagen können und ich würde mich nun nicht mehr daran erinnern. Was ich aber noch weiß, ist, dass ich mich verbeugte und auch die Schüler senkten kurz ihren Kopf. Ich hatte es geschafft. Schnellen schrittes lief ich dann von der Bühne und setzt mich wieder auf meinen Platz zu meiner Klasse.
Nach der Zeremonie gingen alle Schüler wieder zu ihren Klassen. Dort war es nun nämlich Zeit für’s Mittagessen. Freunde schoben ihre Tische zusammen und auch ich schob meinen Tisch mit meiner neuen Freundin, die halt ein bisschen auf mich aufpassen sollte, zusammen. Wir aßen zusammen unsere Bentos, welche unsere Mütter am Morgen für uns zubereitet hatten. Ich versuchte ein wenig japanisch mit ihr zu reden und sie versuchte englisch zu reden.
Nach der Mittagspause kam wieder unsere Klassenlehrerin und erklärte meinen Mitschülern noch einige Sachen. Da ich nichts verstanden habe, habe ich dann Kumon gemacht (“Kumon” ist eigentlich für japanische Schüler und gibt es für verschiedene Fächer, um außerhalb der Schule noch bestimmte Fächer zu vertiefen, also nicht wirklich Nachhilfe sondern Extra-Arbeit, die viele japanische Schüler freiwillig machen. YFU Austauschschüler haben eine englische Version, um japanisch zu lernen). Nach der Schule lief ich mit einer anderen neuen Freundin zum Bahnhof zurück, wo wir dann im selben Zug zurück fuhren. Sie stieg eine Station vor mir aus. Als ich ankam machte ich noch kurz einen Spaziergang am Strand, denn die Sonne ging gerade unter. Mein erster Schultag war alles in allem sehr aufregend. Ich bin froh, dass ich zur Itoshima Highschool gehe, denn die Lehrer achten sehr gut auf mich. Ich hab auch Einzelstunden, um mit verschiedenen Englischlehrern japanisch zu lernen. Jeder ist sehr fürsorglich, weshalb ich nicht zögern muss um etwas in einem Mischmasch aus japanisch und englisch zu fragen.

Ich bin schon sehr gespannt, was als nächstes passieren wird!

~ Nihal

(Ich hoffe das ist jetzt nicht dreist, aber mein Instagram ist @honigmilchkakao , wo ich einige Bilder von meinem Auslandsjahr poste :D)

Die letzten Punkte auf meiner Irland-To-Do-Liste

Hallo mal wieder,
Nein, dieses Mal sag ich nichts zur rasenden Zeit! Wirklich nicht! Das ist Allen bekannt, also los geht´s:
Ende April hatte mein Gastbruder seine Confirmation (Firmung). An einem Donnerstag und zum Glück musste ich nicht zur Schule. Es ging morgens los mit einem Gottesdienst. Wir hatten nicht so gute Plätze, also hab ich kaum etwas gesehen und da ich evangelisch erzogen wurde, war mir das ganze Hinknien ziemlich fremd und sehr verwirrend. Nach dem Gottesdienst wurden noch unendlich viele Fotos gemacht. Mit dem Bischof durfte jede Familie aber nur ein Foto machen und ich wollte mich zurück halten, immerhin ist das ein besonderer Tag für meine Gastmutter und meinen Gastbruder gewesen, doch, obwohl die Tante, Cousins und die Großeltern alle da waren, hat meine Gastmutter nur mich dazu gerufen und in keinem Moment vorher habe ich mich je so sehr als Teil dieser kleinen Familie, die wir drei die letzten 8,5 Monate gebildet haben, gefühlt! Dieses warme Gefühl hat mir fast Freudentränen in die Augen getrieben. Fast … ;D
Nach dem Gottesdienst gab es dann ein kleines Lunch bei den Großeltern und abends ein großes Essen in einem Restaurant. Insgesamt ein wirklich schöner Tag 
Ansonsten habe ich in der letzten Zeit probiert jede Minute so gut wie möglich auszunutzen, immer hin sind sie mittlerweile sehr gezählt… Das Wetter hat es mir da aber auch sehr einfach gemacht! Fast jeden Tag nach der Schule hab ich mich mit Freunden an den Fluss oder im Park ins Grass gelegt, gesonnt und gepicknickt.
Außerdem waren wir auch noch bei einem Konzert der Cork Youth Orchestra, das sehr beeindruckend war. Sie haben hauptsächlich Filmmusik gespielt: Harry Potter, Star Wars, James Bond, Annie, Fluch der Karibik und Mama Mia. Eine gute Mischung!
Am letzten Sonntag habe ich mit zwei Freundinnen einen Trip nach Kinsale, einem Bilderbuch Küstenstädtchen, gemacht. Wir haben uns das Charles Fort angeschaut und mal wieder die Sonne genossen und es ist passiert, was ich in Irland niemals für möglich gehalten hätte: Ich habe einen Sonnenbrand bekommen!
Kinsale ist wirklich eine perfekte Bilderbuchkulisse: durch den Golfstrom mutet die Vegetation geradezu mediterran an und die winzigen Gassen voller bunter kleiner Läden hätte man mir auch ohne Probleme als Winkelgasse unterschieben können.
Auch in Cork habe ich versucht noch die letzten Touristenattraktionen auf meine Liste zu setzen, die mir bis jetzt entwischt sind. Z.B. habe ich mir das Elizabeth Fort angeschaut (Ja mit Forts haben sie es hier irgendwie … ;))
Dieses Wochenende haben wir mit InterStudies den allerletzten Ausflug unternommen und das wurde schon irgendwie von einem flauen Gefühl um die Magengegend herum begleitet … Wir haben uns das Bunratty Castle angeschaut. Ja, schön, aber hier in Irland stolpert man häufiger mal über Burgen und irgendwann hauen sie einen einfach nicht mehr so sehr um. Außerdem hat uns Petrus nach zwei Wochen mit perfektem Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und es hat fast die ganze Zeit geregnet.
In der Schule dreht sich gerade alles um die anstehenden Summer Exams. Darauf freue ich mich wirklich gar nicht und obwohl sie für mich nicht zählen, stresst mich der Gedanke daran schon ein wenig. Aber ansonsten habe ich mich sehr daran gewöhnt, dass meine Noten nicht wichtig sind und es eigentlich allen, vor allem den Lehrern egal ist, was ich im Unterricht mache. Das wird bestimmt eine schwierige Umstellung werden, zurück in Deutschland.
Neben Schule und Sight Seeing verbringe ich meine Zeit hier weiterhin mit Kick boxen. Das macht mir weiterhin unglaublich viel Spaß und die Gruppe und die Trainer sind mir sehr ans Herz gewachsen. Den Spaß und die ganzen Insiderwitze dort werde ich sehr vermissen.
So, das war´s glaube ich schon mit meinem vorrausichtlich letztem Update von meinem Auslandsjahr. Nur einen Abschlussbericht werde ich zurück in Deutschland noch für euch verfassen und dort kommt dann auch noch mein Fazit und so weiter.
Jetzt werde ich erstmal die letzten drei Wochen meines irischen Lebens genießen!
Bis bald,
Eure Neela

Ich weiß, es ist schon lange Zeit her, dass ich mich hier mal gemeldet habe und das hatte auch einen Grund. Wie in jedem Austauschjahr läuft bei mir natürlich auch nicht alles immer rund und es treten hier und da kleine aber auch größere Probleme auf, aber darauf komme ich dann noch später zu sprechen…
Erst einmal habe ich euch noch gar nicht über die Weihnachtszeit hier in Südafrika erzählt. Adventskalender, Adventskranz und Nikolaus sind hier Fremdwörter und auf meine Versuche, es zu erklären, dachten wahrscheinlich die meisten, dass die Deutschen total gestört sind :D. Dadurch, dass hier im Dezember natürlich Hochsommer ist, hat man ehrlich auch gar nicht das Gefühl, dass es auf Weihnachten zu geht. Es gibt zwar hier und da in größeren Städten Weihnachtsmärkte, welche aber eher wie ein normaler Wochenmarkt aufgebaut sind und in einem Gebäude stattfinden. Weihnachten haben wir dann mehr im Pool als irgendwo anders gefeiert, da es zu warm war und die Bescherung fand auch draußen statt.
Am 28.12. ging es dann auch noch in den Sommerurlaub über Silvester in die Nähe von Durban, wo es super Möglichkeiten gibt, in das wunderschöne und warme Meer zu gehen. Silvester und Neujahr war eher unspektakulär; der Großteil der Familie ging um 22 Uhr schlafen so dass wir Jugendlichen im Garten nur darauf warteten, dass es 24 Uhr wird und dann auch schlafen gegangen sind. Anfang Januar ging es dann auch wieder zurück nach Hause und das Spiel nahm seinen Lauf. Auf Grund von Stress und Problemen auf die ich (noch nicht) näher eingehen möchte, wurde ich Ende Januar, nach der Midyearorientation in eine temporäre Familie in Pretoria geschickt. Pretoria… Schock für mich, da es knappe 4 Stunden von meinem alten zu Hause mit dem Bus ist und ich nicht einfach mal schnell meine Freunde besuchen kann.
Nach den 3 Wochen in der super lieben Familie mit zwei Kleinkindern ging es dann auf den kulturellen Austausch, in dem 22 weitere Austauschschüler/innen und ich für 2 Wochen in einem ländlichen Gebiet nahe der Swasiland Grenze wohnten. Diese Erfahrung war für mich mehr als einmalig und ich bin echt froh, dass ich so mutig war und es mitgemacht habe. Unser Haus sah folgendermaßen aus: Zwei Schlafzimmer, drei Betten und 5 Personen; kein Badezimmer, das wurde durch ein Plumpsklo ersetzt. Ein Raum wo Teller und Tassen gelagert wurden und eine Hütte in der über dem Feuer gekocht wurde. Als „Weiße“ war ich die Sensation im Dorf und jeden Tag kamen unzählige Leute (hauptsächlich Männer) auf mich zu und fragten ob ich sie heiraten will oder seine Freundin sein möchte. Auf Grund dieser „Sensation“ bevorzugte ich es nur mit meiner Gastschwester rumzulaufen, da es dann manchmal doch etwas zu viel wurde, unter anderem, da die meisten kein sehr gutes Englisch sprechen konnten und auch nicht immer verstanden, was ich ihnen sagen wollte. Insgesamt waren die zwei Wochen aber ein unglaubliches Erlebnis, was ich niemals vergessen werde! Während dieser zwei Wochen hatten einige Austauschschüler und ich die Möglichkeit über eine der Schulen günstiger in den Krüger National Park zu kommen und so verbrachten wir einen der Tage in der Natur.
Kurz vor dem Ende des kulturellen Austauschs bekam ich dann die Nachricht, dass ich für den Rest der Zeit nach Johannesburg ziehe. Jetzt lebe ich also seit einem knappen Monat in Bryanston, Johannesburg und gehe mit meinen Geschwistern (Schwester-15; Bruder-18) auf eine englische Highschool, was echt schön ist, da es mir erlaubt, während der Schulzeit mein Englisch zu verbessern und zu Hause mein Afrikaans. Nach zwei Wochen in meiner neuen Familie ging es dann auch schon auf ein Wochenendtrip in die Nähe von dem Drakensberg, wo es wunderschöne Natur zu sehen gab.
Jetzt sind auch schon meine letzten Ferien vorbei, wo ich eine Woche nochmal mit meiner Gastschwester, einer Freundin und ihrer Familie nach Durban gefahren bin und mit meiner Familie nach Dikhololo und Sun City.
Anfang Mai geht es dann für mich und einige Austauschschüler noch auf eine Krügerparktour (diesmal nicht für einen Tag) und dann ist das Jahr auch schon so gut wie vorüber. Ich muss sagen, die Zeit verfliegt echt unglaublich schnell und ich kann es gar nicht glauben, dass diese Erfahrung schon so bald zu Ende sein wird.
Ab jetzt werde ich mich sicherlich wieder mehr melden und euch dann über meine weiteren Reisen, und die letzten Wochen berichten!

Endlich mein neuer Beitrag

Es tut mir sehr leid, dass ich solange nichts mehr geschrieben habe, aber es war ein bisschen chaotisch. Ich habe zweimal Gastfamilie gewechselt.

Mein erster Wechsel:

Ich habe meine Gastfamilie gewechselt. Ich habe, bevor ich nach Italien gegangen bin, immer gesagt, dass ein Gastfamilienwechsel nicht heißt, dass die Gastfamilie oder man selbst etwas falsch gemacht hat. Genau dieser Fall ist bei mir eingetreten. Ich habe leider einfach überhaupt gar nicht in den Lebensrhythmus meiner Gastfamilie gepasst. Ich hatte schon vorher einmal zum Beispiel über die Probleme mit dem Schlaf geschrieben. Natürlich ist es auch etwas Kulturelles, dass die Italiener weniger schlafen, aber ich habe dann doch das krasseste Beispiel gezogen. Meine Gastfamilie hat teilweise gegen Mitternacht zu Abend gegessen. Und das bleibt auch leider nicht das einzige Problem. Meine Gastfamilie war immer sehr viel unterwegs. Wir haben meistens morgens das Haus gegen 8 Uhr verlassen und sind gegen 9 Uhr abends nach Hause gekommen. Das hat mich ganz einfach überfordert. Ich war immer total erschöpft und sehr oft krank. Außerdem war auch die Sicht, die wir auf das Leben haben, zu verschieden.

Es war total schön mit meiner Gastfamilie Dinge zu unternehmen oder Städte anzuschauen, aber der Alltag hat einfach mit mir nicht funktioniert.  Letztendlich habe ich mich dann an meine Organisation gewandt. Meine Organisation hat mich nach einigem Hin und Her gut unterstützt und dann innerhalb von einem Monat eine neue Gastfamilie gesucht und gefunden.

Ich wohne seit heute in Rom bei meiner neuen Familie. Ich habe meine Gasteltern und eine kleine achtjährige Gastschwester. Ich wohne am nordwestlichen Stadtrand von Rom in einem sehr ruhigen Stadtviertel, wo es aber direkt vor der Tür einen Bus gibt. Ich wohne in einem Reihenhaus und habe mein eigenes Zimmer und Badezimmer.  Meine Gasteltern arbeiten im Hotelbusiness und bis jetzt ist alles echt schön. Ich habe mit meiner Gastfamilie und den Großeltern (die gerade aus Caserta zu Besuch sind, wo ich meine ersten 5 Monate verbracht habe) zusammen zu Mittag gegessen. Danach habe ich schon ganz viel mit meiner kleinen Schwester gespielt und sie hat mir einen Zettel geschrieben, wo stand: „Ti voglio bene Eva – Giulia Teresa, tua sorella“, was „Ich habe dich lieb Eva – Giulia Teresa, deine Schwester“ bedeutet. So süß! Danach sind wir noch zusammen in ein naheliegendes Einkaufszentrum gelaufen. Dort sind wir ein bisschen herumgelaufen und haben heiße Schokolade getrunken.

Ich werde wahrscheinlich in ein Liceo Scientifico gehen, was ein naturwissenschaftliches Gymnasium ist und muss dorthin einen Bus und eine Station auch einen Zug nehmen. Ich freue mich schon sehr dort auf eigene Faust Freunde zu finden. Morgen werde ich meine kleine Gastschwester gegen 4 Uhr von der Schule abholen und sie möchte mich allen vorstellen – ‚Die große Schwester aus Deutschland‘. Ich werde erstmal alles auf mich zukommen lassen.

Am 1. Februar war Halbzeit meines Auslandsjahres und in der darauf folgenden Woche am 6. Februar war auch mein Mittelseminar. Wir haben uns einen Tag in Rom getroffen und haben über Regeln, Veränderungen und Probleme geredet. Es wurden uns Fragen gestellt, wie zum Beispiel „Hast du dich verändert? Wenn ja, inwiefern?“ oder „Kannst du sagen, dass du einen Alltag und eine Routine hast?“.

Wir haben im letzten Monat auch endlich wieder einen Ausflug gemacht. Am Anfang wurde uns versprochen, dass jeden Monat ein Tagestrip in eine Stadt oder eine andere Aktion gemacht wird. Leider hatte das nur im ersten Monat stattgefunden, wo ich dann aber nicht mitgefahren bin (der Trip war nach Orvieto), weil ich dort schon einmal war und dachte, dass es sowieso im nächsten Monat einen anderen geben würde. Im März gab es dann gleich zwei Aktionen, einmal eine Schatzsuche in Rom und sind wir am 5. März nach Napoli gefahren. Die Schatzsuche war sehr schön und ich habe viel über Rom gelernt. In Napoli war leider sehr schlechtes Wetter und es hat die ganze Zeit geregnet, aber es war trotzdem super schön dort herumlaufen, italienisches Eis und Pizza (die im Süden besonders gut schmeckt) zu essen und einfach die Zeit mit anderen Austauschschülern zu genießen.

Seit dem 15. Februar gehe ich auch in die Schule. Meine Schule ist ein naturwissenschaftliches Gymnasium, was bedeutet, dass wir sehr viel Mathe, Physik und Biologie, aber auch Filosofie und Latein haben (die restlichen Fächer sind wie in Deutschland). Wir haben von 8 Uhr bis 14 Uhr von Montag bis Freitag Unterricht und ich gehe in die 3. Klasse, was bei uns der 10. Klasse entspricht. In meiner Klasse sind wir insgesamt 16 Schüler, davon sind die Hälfte Mädchen und die Hälfte Jungs. Ich muss genauso wie die anderen Schüler Hausaufgaben machen und für Tests lernen. Doch meistens sind dir Lehrer hilfsbereit und versuchen mir ein wenig einfachere Themen zu geben. Ich bin von meinen Mitschülern sehr herzlich aufgenommen worden und fahre Ende März auch direkt mit auf Klassenfahrt. Ich habe mit meinen Freunden schon eine Liste geschrieben, was wir alles in Rom anschauen müssen. Wir waren dann auch direkt am ersten Freitag mit einigen Leuten aus meiner Klasse beim Vatikan und haben Pizza gegessen. Außerdem waren wir schon beim Colosseum und im Kino.

Mein zweiter Gastfamilienwechsel:

Ich muss jetzt noch ein zweites Mal Gastfamilie wechseln. Meine jetzige Gastfamilie ist toll, nur leider muss meine Gastmutter bei der Arbeit für jemanden einspringen und für mehrere Monate nach Sizilien. Da mein Gastvater auch sehr viel arbeitet und meistens früh das Haus verlässt, sodass ich ihn gar nicht sehe, abends auch spät nach Hause kommt und er auch für längere Zeit nach Mailand muss, wäre ich somit dann ganz alleine zu Hause.

Damit ich nicht nochmal Schule und Ort wechseln muss, habe ich versucht mir eine Familie an meiner Schule zu suchen. Letztendlich habe ich dann aber mit der Hilfe von meiner Mathelehrerin eine neue Gastfamilie gefunden. Leider weiß ich noch nicht viel, aber ich werde 4 Gastgeschwister haben und meine Gastfamilie ist sehr sozial engagiert.

Ich hätte gerne auf einen zweiten Wechsel verzichtet, weil ich es schon schwer fand, noch einmal mit der Familie von vorne anzufangen, aber so lerne ich noch einen anderen Lebensstil kennen und ich bin sehr gut aufgenommen worden und fühle mich sehr wohl.

Am 5. April hatte ich Geburtstag. Morgens hatte meine Gastmutter mir einen Kuchen gebacken. Als ich in die Küche kam, hat die ganze Familie für mich gesungen und dann gab es Kuchen zum Frühstück. Übrigens sehr lecker 😀  In der Schule hatten meine beiden engsten Freunde eine Art Berliner gekauft und oben eine Kerze reingesteckt. Sie sind dann so Happy Birthday to you (in Italienisch: Tanti Auguri a te) singend in die Klasse gekommen. Es war sehr schön zu sehen, dass sie sich Gedanken um mich gemacht haben. Das hat mich sehr glücklich gemacht. Am Nachmittag war ich dann mit meiner Gastschwester Rachele im Kino. Wir haben ‚Die Schöne und das Biest‘  (mein neuer Lieblingsfilm 🙂 ) geguckt. Der Kinosaal war total leer und ich habe dann zum Abspann auf der Bühne getanzt 😀 Das war unglaublich. Am Abend hatte ich mir Pasta gewünscht und nach dem Essen habe ich Geschenke ausgepackt. Es war ein wunderschöner Tag. Ich hatte eigentlich ziemlich wenig Heimweh, auch wenn ich natürlich einige ‚Geburtstagstraditionen‘ von Zuhause vermisst habe.

 An Ostern hier in Italien gibt es für jedes Kind ein riesiges Osterei aus Schokolade, was dann am Ostersonntag klein gehauen wird. Es werden also nicht, wie in Deutschland, Ostereier versteckt und gesucht. Wir sind am Ostersonntag morgens nach einem Osterfrühstück in das Ferienhaus von meiner Gastfamilie aufs Land gefahren. Dort sind nur Wiesen und Schafe. Es war sehr schön entspannend und super warm. Ich habe sehr viel in der Hängematte gelegen und den warmen Wind genossen. Meine Gastoma und Gasttante sind gekommen und wir haben zusammen zu Mittag gegessen. Am Ostermontag sind ganz viele Freunde zu uns in das Ferienhaus gekommen und wir haben zusammen gegrillt. Insgesamt ist hier genau wie an Weihnachten das Motto: Man darf so viel essen wie man möchte. Das bedeutet, die meisten machen jetzt nach Ostern erstmal eine Diät 😀

 Nun sind es noch 67 Tage, dann bin ich wieder Zuhause. Das ist ein sehr komisches Gefühl. Einerseits wird meine Vorfreude immer größer und ich kann die Zeit kaum abwarten. Andererseits möchte ich Rom, meine Gastfamilie und meine Freunde nicht verlassen. Denn ich weiß, dass es ein Abschied für immer wird. Natürlich kann ich zu Besuch nach Italien kommen – aber es wird nie wieder so Zuhause sein wie jetzt. Außerdem habe ich schon ein bisschen Angst, wie es wieder Zuhause sein wird. Ich frage mich, ob sich viel verändert hat, wie dann meine neue Jahrgangsstufe ist und wie es dann mit meinen Freunden sein wird.

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Liebe Grüße aus Italien,

Eva